Mein Opa trink 7 Bier am Tag! ist er ein Alkoholiker?

17 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Kann er auf das Bier verzichten? Trinkt er das Bier regelmäßig, also JEDEN Tag? Wird er, wenn er keine Gelegenheit zum trinken hat, böse? Dann spricht das leider für eine Alkoholabhängigkeit. Sprich am Besten mit deinen Eltern oder deiner Oma darüber. Ganz wichtig, Vorwürfe bringen nichts, er muss sein Problem selbst erkennen und selbst etwas ändern wollen.

Der Übergang vom Genusstrinken zum Alkoholiker ist fließend. Es geht dann über verschiedene fast unbemerkte Phasen:

Die voralkoholische Phase: Hier trinke ich schon nicht mehr aus Genuss an einem Glas Wein o.ä. sondern aus psychischen Gründen. Stressabbau, um lustiger zu werden, aus Unsicherheit, weil ich durch Alkohol lockerer werde, vermeintlich stärker bin, besser und freier reden kann.

Die Prodromalphase: Hier merke ich schon das ich den Alkohol brauche. Ich denke häufig an Alkohol, freue mich schon auf den nächsten „Umtrunk“ mit Freunden. Bekomme aber teilweise auch schon Ärger mit meinem Umfeld (Freunde, Familie, Arbeitgeber)

Die kritische Phase: Ab hier beginnt schon der Kontrollverlust. Hier liegt es schon nicht mehr am Willen nichts mehr zu trinken. Es geht manches mal nur Tage ohne Alkohol und dann nur unter eigenem oder fremden Zwang.

Die chronische Phase Hier geht es dann richtig bergab. Alkohol bestimmt mein Leben. Es dreht sich nur noch darum an den nächsten Schub zu kommen z.B. bei einem Pegeltrinker den Pegel zu halten. Ichbin fast nicht mehr nüchtern, trinke schon morgens, weil ich nachts - wenn ich überhaupt schlafe konnte - unter den Pegel rutschte.

Natürlich kann jeder aufhören zu trinken. Aber ab einem gewissen Punkt – der nicht vom Trinkenden erkannt wird – schafft er es nicht mehr und ab hier ist es für mich eine Krankheit. Der Kreislauf hat begonnen.

Trinke ich nicht habe ich Entzugserscheinungen und dann trinke ich weil die Entzugserscheinungen gelindert werden – und das immer wieder. Der Alkohol dient in diesem Moment übertrieben gesagt als Medikament. Ich hab keinen Einfluss mehr darauf. Der Kopf beherrscht den Körper. Körperlich trocken zu werden ist eine relativ einfache Geschichte in einem Krankenhaus mit Hilfe von Medikamenten z.B. Distraneurin, aber dann fängt das wichtigste und langwierigste erst an. Der psychische Entzug.

wenn er täglich 7 Bier trinkt, auf jeden Fall Gewohnheitstrinker, wenn er nicht von heute auf morgen damit aufhören kann (nicht nur sagen ich könnte und dann wie gewohnt weiter machen) dann ich er ein Alkoholiker

Also jemand der regelmäßig 7 (!) Bier am Tag verträgt, braucht nicht mehr zu überlegen, ob er damit aufhören kann. Schon dass er das verträgt sagt alles.

0

Was möchtest Du wissen?