Lyrische Ich ist geschlechtsneutral, darf ich trotzdem die männliche Form benutzen?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich finde deine Idee eigentlich ganz gut, dies in einem einleitenden Satz festzuhalten, damit dir nachher das leidige Gender- oder Geschlechts-Geplänkel erspart bleibt.

Ob du dann wirklich die männliche oder die weibliche Variante wählen willst, musst du strategisch entscheiden (was kommt wohl bei dem/der am besten an, der/die dann deine Arbeit begutachten wird ?).

Ich glaube du kommst nicht drum herum es entweder immer auszuformulieren ("Das lyrische Ich vermittelt in dieser Passage...") oder es eben "es" zu nennen, was sich meiner Meinung nach auch komisch anhört. Du könntest es eventuell umschreiben mit "der Sprecher des Gedichts" oder "Damit ist gemeint...".

DAS "lyrische Ich" ist geschlechtsneutral. Das siehst du richtig.

Du solltest diesen in meinen Augen schrecklichen Begriff auch nicht überstrapazieren, finde ich.

Möge es schnell die Flucht antreten.

Gruß, earnest


Man könnte ja auch Erzähler sagen.

aber "Erzähler" ist doch männlich ?  Ist das dann nicht schon wieder ein neues, noch dooferes Problem ? .....

0

Nein, man kann nicht der Erzähler sagen.

1
@Iamjust2fly

Ein Gedicht hat keinen "Erzähler" sonst wäre es ja eine Erzählung, Novelle, Roman oder... .

0
@Ghostwriter2

Ein Gedicht, in welchem ein "Ich" spricht, kann durchaus etwas erzählerisches haben (oder wenigstens ein Selbstgespräch ausdrücken). Ich würde es mal so formulieren:

Die Schnittmenge von "Erzählungen" und "Gedichten" ist keine leere Menge !

0
@rumar

"Die Schnittmenge von "Erzählungen" und "Gedichten" ist keine leere Menge !"

Wenn man's so ausdrücken will... Diese Schnittmenge sind dann Balladen, aber ich kenne keine mit einem lyrischen Ich.

0

Was möchtest Du wissen?