Gesinnungsethik vs Utilitarismus?

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1 Antwort

Gesinnungsethik beruft sich in der Regel auf "höhere, z.B. göttliche Vorgaben", beruft sich auf einen "guten Willen" (Kant) oder "den Glauben allein" (Luther), auf eine Idee der Weltrettung oder der Befreiung des Proletariats. Die Erfüllung der göttlichen Vorgabe, des guten Willens (egal was dabei rauskommt) oder des Glaubens nach den Buchstaben oder dem Primat der Befreiung des Proletariats gehen vor, auch wenn dabei Menschen zu Schaden kommen.

Der Utilitarismus ist in Konsequenz der Aufklärung gerade als Gegenstück zur Gesinnungsethik des Feudalismus und der Kirche entstanden, die sich bei ihren willkürlichen Handlungen auf eine "göttliche Ordnung" berufen haben. Der Utilitarismus will, dass in der Entscheidung freier Bürger verhandelt wird, welche Normen und Werte man sich vorgeben will, in denen sowohl Rechte des Individuums wie auch notwendige Rechte der Gemeinschaft zum Ausgleich gebracht werden. Die Frage ist, was nutzt dem Wohl aller und der Individuen gleichermaßen und wo hat was den Vorrang. Utilitaristische Ethik ist insoweit nicht starr und nur Ausführung einer fixen höheren Ordnung sondern anpassungsfähig auf sich ändernde Situationen und gesellschaftliche Verhältnisse.

Wenn man z.B. Kant und seinen kategorischen Imperativ liest, der als allgemeines Maß für "guten Willen" gelten soll, dann kann man darin auch entdecken, dass es um einen Ausgleich der Rechte des Individuums in Abstimmung mit der Gemeinschaft geht.

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