Gedenkrede Franz Kafka?
Moin ich wollte mal fragen, wie ihr diese Rede findet? Bin mir unsicher.
Meine Damen und Herren,
heute sind wir hier
zusammengekommen, um einen Mann zu feiern und zu gedenken. Dieser Name, um den es geht, ist heute aus der Literatur eigentlich nicht mehr weg zu denken und jeder hier kennt seinen Namen: Franz Kafka
Als ich Franz kennenlernte, war er kein berühmter Schriftsteller eher ein Student, der sich für das Schreiben interessierte. Ich lernte ihn kennen, als er einer Studenten Korporation beitrat, in der ich Sektionsleiter war. Für viele war er ein ruhiger eher zurückhaltender Mann, der in Prag lebte und bei einer Versicherung arbeitete doch für mich war er viel mehr, er war mein Freund.
Schon damals wusste ich, dass in ihm viel mehr steckt als nur ein Mann, der sich für das Schreiben interessierte. Franz hatte eine besondere Betrachtungsweise wie er die Welt sieht. Während alle anderen Menschen das Leben einfach hinnahmen, stellte Franz Fragen, beobachtete, dachte nach und schrieb alles auf.
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als ich eine seiner Geschichten lesen durfte. Es war, als wenn man in völlig neue Welt eintauchen würde. Eine Welt voller Fragen, Unsicherheit und voller rätselhafter Situationen. Trotzdem kam einem diese fremde Welt vertraut vor in gewisser Hinsicht. Ist es nicht erschreckend, wie Kafka uns zeigt, dass das Gefühl der Fremdheit schon mitten im Leben anfängt?
Viele von euch kennen seine Werke heute wie Die Verwandlung, in der ein Mann eines Morgens aufwacht und sich plötzlich in ein riesiges Insekt verwandelt hat, Oder den Roman Der Prozess, in dem ein Mann angeklagt wird, ohne jemals zu erfahren, wessen er eigentlich beschuldigt wird. Wie kommt man nur auf sowas?
Doch leider waren diese Werke von Franz seinen Lebzeiten kaum von Bedeutung. Franz zweifelte oft an seinem können. Er war sehr streng mit sich selbst und seinen Werken, vielleicht auch zu streng. Mann musste ihn oft davon überzeugen weiterzumachen. Was wäre wohl gewesen, wenn er nicht so streng gewesen wäre?
Als Franz seine Krankheit immer schlimmer wurde und er sich dem Tod näherte, bat er mich um etwas, das kann ich bis heute nicht verstehen wieso. Er bat mich all seine unveröffentlichten Manuskripte zu verbrennen. Doch ich konnte es nicht übers Herz bringen, solch wunderbare Arbeit einfach weg zu werfen. Seine Gedanken, seine Geschichten und seine außergewöhnliche Sicht auf die Welt stecken in ihnen. Also traf ich die Entscheidung, ich veröffentlichte sie gegen seinen letzten Wunsch. Ob es falsch war dies zu tun?
Ich hoffe er wird mir vergeben.
Heute wissen wir es war keine falsche Entscheidung. Franz Kafka gehört heute mit zu dem bedeutendsten Schriftsteller der Weltliteratur. Seine Schriften werden auf der ganzen Welt gelesen. Er zeigt uns mit seinen Werken wie kompliziert, verwirrend und absurd unsere Welt sein kann.
Wenn ich heute an Franz denke, sehe ich nicht nur ein Freund oder ein großartiger Schriftsteller, sondern einen sensiblen. Klugen, oft zweifelnden Menschen, der versuchte die Welt um ihn herum zu verstehen.
Ich glaube er wäre überrascht wie viele Menschen sein Werken lesen und lieben. Auch wenn er es nicht wollte. Ich hoffe er wird mir vergeben.
Franz sagte einmal „Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns“, und ich denke das trifft auf seine Schriften zu.
Also lasst und die Gläser heben, im Wissen was für ein Mensch er war.
Freundliche Grüße
1 Antwort
Zwei Tipps und eine inhaltliche Anmerkung:
Im zweiten Absatz komm zweimal das Wort "kennenlernen" bzw. "lernte ihn kennen" vor, das kann man auch anders formulieren, z. B. zu dieser Zeit trat er einer Studentenkooperation bei, in der ich Sektionsleiter war.
Wenn Du das als Rede hälst, steht zum Schluss auf keinen Fall "Mit freundlichem Gruß". Nach dem Satz "Also lasst uns die Gläser heben ..... könnte einfach das Wort "Prost" kommen .
Inhaltlich finde ich die Rede gut, ich habe letzthin gelesen, dass gerade der Roman Der Prozess für Menschen, die schlimme Efrfahrung in Diktaturen machen, viel bedeutet.
Du könntest zum Beispiel in dem Absatz, der mit "Heute wissen wir.." beginnt, bei der Aufzähling "kompliziert, verwirrend, und absurd" das Wort "ungerecht" einfügen und nach "sein kann" noch ergänzen. "Auch heute gilt dies für viele Regime in der Welt."
Ich danke dir, das mit Freundlichen Grüßen war an euch gerichtet und nicht für die Rede.