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Meine Erfahrungen mit der „Deutschen Pop“, Ausbildungsakademie für Medienberufe. Ich habe am Standort Köln 2 aufeinanderfolgende Kurs besucht: „Sprecher“ und „Synchronsprecher“ (Grundkurse für Moderator), beide bei zwei verschiedenen Dozenten. Nach einem werbewirksamen Tag der Offenen Tür wird einem quasi das Blaue vom Himmel versprochen, aber immer unter dem Motto „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.“ Die „Deutsche Pop“ biete aber jedem alle Möglichkeiten dazu. Gleichzeitig gibt es finanzielle Lockangebote, die nur noch 10 Tage gelten: man muss sich schnell entscheiden, wenn man in den Genuss der Ausbildung kommt. Rabatte sind zusätzlich möglich, wenn man auf einen Schlag im Voraus bezahlt. Kann man ruhig machen, denn aus einem laufenden Vertrag mit monatlicher Zahlweise kommt man eh nicht mehr raus. Die Dozenten sind sehr unterschiedlich. Eine Art Gütesiegel für die Qualität des Dozenten gibt es nicht. Leider auch nicht für die Qualität seiner Mitstudenten: lernen darf wer zahlt, egal ob talentiert oder nicht. Die Organisation der Kurse ist verheerend. Es liegt alles am Dozenten. Und wenn man einen erwischt, der seine Unterlagen und Termine nicht im Griff hat (so wie mein Professor im 1. Kurs „Sprecher“), dann steht man schon mal dumm da und soll es auch noch selbst schuld sein. Da ist es anscheinend ganz normal, dass Dozenten zum Unterrichtsbeginn nicht im Kursraum sind, sondern im Büro erstmal organisatorische Dinge klären wollen. Auch wenn der Dozent 20 Min. nach Kursbeginn telefonisch mitteilt, er ginge jetzt erstmal zum Arzt, dann mit 3-stündiger Verspätung erscheint und sauer ist, weil einige Kursteilnehmer nicht warten wollten und gegangen sind. Die ausgefallene Zeit wurde nicht nachgeholt.

Die Kursinhalte (Handouts), die prüfungsrelevant für den schriftlichen Test am Ende des Kurses lieblos in den Unterrichtsstunden verteilt werden, teilweise sogar erst kurz vor dem Prüfungstermin, sind lieblos, manchmal sogar doppelt zusammenkopiert. Die Inhalte werden im Unterricht so gut wie gar nicht behandelt „lest euch das zuhause durch“ und stellenweise wird auf den einen oder anderen inhaltlichen Fehler hingewiesen. Insgesamt ist es ein riesiger Haufen Papiermüll, dessen Inhalte man sich mit etwas Grips selbst im Internet erarbeiten kann. Die Prüfung selbst bezieht sich dann nur auf diese Handouts, nicht auf die im Kurs tatsächlich behandelten Themen.

Die Benotung der Dozenten ist willkürlich. Teilweise werden die Noten gut gemeint einfach hochgeschraubt, weil die Teilnehmer ja einen guten Abschluss haben soll, obwohl sie nicht die Leistung dafür bringen. Andererseits werden andere Noten subjektiv schlechter verteilt mit zum Teil haarsträubenden Begründungen, die man zwar nachweislich widerlegen kann. Die techn. Gegebenheiten sind für den Bereich Sprecher / Synchronsprecher katastrophal. Ein Mac, ein kl. Mischpult, ein Mikro, ein Monitor, 2 Lautsprecher. Wenn der Techniker eine Aufnahme während der Unterrichtseinheit betreut wird das aufzunehmende Signal (also die Stimme) weder gepegelt, noch per Equalizer eingestellt. Dann kann es passieren, dass er 1. einige Arbeiten komplett vergisst und 2. die fertigen Arbeiten völlig falsch abmischt, weil er keine Ahnung von den richtigen Lautstärkeverhältnissen hat. Insgesamt lassen seine editorischen Fähigkeiten eh zu wünschen übrig und ich musste ihm noch beweisen, dass der anscheinend „nicht zu bewältigende Arbeitsaufwand“ von mir selbst in 3 Stunden zu schaffen war. Aber wie er oft betont als Angestellter der „Deutschen Pop“: er macht nichts, wenn er nicht auch dafür bezahlt wird. Und wenn die POP nicht zahlt, dann müssten WIR ihn bezahlen. Aber sonst stundenlang bei Facebook surfen. Das nenne ich unterstützenden Support! Man kann also die viel angepriesenen Referenzen überhaupt nicht verwenden. Markenrechte müssen beachtet werden, auf youtoube werden Filmsequenzen zensiert. Ein Live-Hörspiel, konnte (obwohl versprochen) in letzter Minute dann doch nicht mitgeschnitten werden. Ob es wohl daran lag, dass sich die Standortleituung Köln bis zuletzt doch nicht um die Rechtefrage gekümmert hat? Eine Studienbescheinigung für den 2. Kurs gab es übrigens bis zuletzt nicht, auch nach mehrmaligem Nachfragen nicht.

Was nehme ich aus den beiden Kursen mit? 2 Zertifikate, die absolut nichts bedeuten! Kann man gar nichts mit anfangen. Die Erfahrung, dass ein professionelles Einzelcoaching mehr bringt, weil eine Weichsüpüler-Beurteilung von absolut talentfreien Studenten durch einen halbwissenden Dozenten rein gar nichts bringt. Ca. 2.400 € weniger in der Kasse Einen Riesen Haufen Altpapier, ein paar halbprofessionelle Aufnahmen, die aber nicht wirklich als ernstgemeinte Referenzen taugen, zumal sie ja nicht tatsächlich „On Air“ waren. Und was nutzt einem schon der schönste Auto-Werbespot des „Alwa-Carlotta“, weil man rechtemäßig ja noch nicht mal den echten Namen nennen darf und sich somit gleich als Laie outet. Ich gebe allen nur einen guten Rat: Finger weg!

vielen, vielen dank für diese sehr gute und sehr ausführliche antwort, vorallem für die entwendete zeit, die sie dafür gebraucht haben, danke! :-)

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