Analyse von Sprache und Stil

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Sprache ist das Material eines Autors. Mit ihr trägt er seine Anliegen an den Leser heran. Der Verfasser einer Gebrauchsanweisung will seine Leser in den Stand versetzen, einen Gegenstand zu handhaben. In einer politischen Rede will der Verfasser seine Leser dazu bringen, in seinem Sinne zu handeln. Der Verfasser von Literatur im engeren Sinne (Dichtung usw) hat auch das , seine Leser zu erreichen, und zwar über Sprache. Wichtig ist, dass du die Mittel erkennst und dass du feststellst, was er bezwecken könnte. (Mancher Autor weiß kaum, wie ihm geschieht, wenn man ihm so typische Schulfragen stellt, also ruhig mal den Konjunktiv benutzen) Chiasmus: Der Einsatz war klein, groß war der Gewinn. Der Gegensatz von groß-klein, nahe beieinander, lässt aufhorchen. Im Faust heißt es: Ihr Mann ist tot und lässt Sie grüßen. Mindestens die verkehrte Reihenfolge lässt aufhorchen, man denkt nach. Denk an die vielen Metaphern und Vergleiche in Texten, sie veranschaulichen, stellen Bezüge her. In seiner Trümmerliteratur sagt Borchert etwa: Sie weinte dabei, die Tür. (Ein Mensch geht nach dem Krieg durch ein halb zerstörtes Haus) Diese Personifizierung zeigt die Erbärmlichkeit der Zeit, selbst die Dinge leiden. Grundsätzlich kann man wohl sagen: Sprachliche Mittel vertärken Aussagen, lassen Gefühle aufkommen. Sie können den Blick für den Inhalt und das Gemeinte schärfen. Dir viel Erfolg beim Analysieren.

Vielen Dank!

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