Frage von trashab, 55

Was versteht man unter Genderkompetenz?

Wie geht man mit dieser Frage in einem Vorstellungsgespräch um? Im Internet findet man sehr allgemeine Definitionen - im Vorstellungsgespräch hat man idR allerdings nicht sonderlich viel Zeit um auf eine einzige Frage so umfassend einzugehen.

Bitte keinee Verweise auf Wiki oder Google - das kann ich auch selbst.

Antwort
von Joergi666, 48

Ein aus meines Sicht sehr überflüssiges Thema. Wie du schon vollkommen richtig festgestellt hast, wäre die Frage so allgemein viel zu umfassend für ein Vorstellungsgespräch- deshalb glaube ich auch nicht, dass diese Frage irgendwo so allgemein im Vorstellungsgespräch gestellt wird (vielleicht höchstens, wenn man sich als Gleichstellungsbeauftragter bewirbt). Je nach Position wird das Thema durchaus kommen, dann aber in erheblich differenzierter Form.


Antwort
von MZasch47, 23

Die mit dem Schlagwort Genderkompetenz aufgeworfenen Fragen berühren im Wesentlichen zwei Kompetenzfelder: Sozialkompetenz und Fachkompetenz. Im Bereich des Sozialen geht es, wie andere Antworter bereits dargelegt haben, um die Berücksichtigung ev. unterschiedlicher Interessen (Toiletten, Bürogemeinschaften, Betriebsausflug, Hierarchien etc.), also wären hier Verständnis, Sensibilität etc. gefragt. Bei den Fachkompetenzen könnte es, je nachdem, wo man sich bewirbt, tatsächlich auch um Transgender etc. gehen. Natürlich hat das Thema Transgender u.v.m. auch mit sozialen Kompetenzen zu tun, aber ein AG würde, wenn er das Thema anschneidet, eher darauf abzielen, zu erfahren, ob man die aktuelle gesellschaftliche Diskussion und Rechtslage beherrscht. Man sollte vorsichtig sein in Bewerbungsgesprächen mit spontanen Äußerungen, besser ist, sich vorher vorzustellen, was ist meine Position in der Firma, was produzieren die, wofür stehen die. Eine bedächtige, abwägende Antwort ist allemal glaubwürdiger als das gewöhnliche "ich-bin-tolerant-und-mir-macht-das-alles-gar-nichts"-Geplapper. Ich weißt nicht, warum die Frage überhaupt gestellt wurde, aber das AGG, ggf. die Rechtsprechung dazu, wäre eine solide Grundlage.

Antwort
von Tamtamy, 43

Genderkompentenz meint die Fähigkeit, geschlechtsspezifische Bedingungen bzw. Anforderungen in seinem Verhalten und Entscheidungen zu berücksichtigen. Einfach gesagt: für Männer und Frauen passt nicht immer das gleiche Schema. Man muss das bei vielen Entscheidungen mit bedenken als Faktor, um möglichst passende Lösungen zu finden.

Kommentar von trashab ,

Aber es geht doch um viel mehr als um das bloße Geschlecht! Mit der Antwort bin ich leider schonmal aufs Glatteis geführt worden. Ethnische Herkuft, Alter, Mobilität, Glauben usw. spielen ja ebenfalls eine Rolle.

Kommentar von Tamtamy ,

Nein, da liegst du falsch. Genderfragen sind geschlechtsbezogen.
Zitat Wikipedia;

Der Begriff Gender [ˈdʒɛndɐ] bezeichnet in den Sozialwissenschaften die durch Gesellschaft und Kultur geprägten Geschlechtseigenschaften einer Person in Abgrenzung zu ihrem biologischen Geschlecht (engl. ‚sex‘).

Kommentar von trashab ,

Das GenderKompetenzZentrum liefert für den Begriff "Gender" eine ziemlich gute Definition:

http://www.genderkompetenz.info/w/files/gkompzpdf/gkompz_was_ist_gender.pdf

Siehe Punkt 1, 7 und 8.

Kommentar von Tamtamy ,

Ja, das ist doch eine gute und ausführliche Darstellung - von der ich mich im übrigen voll bestätigt sehe in dem, was ich geschrieben habe (wobei meines naturgemäß knapp formuliert war). 

Antwort
von insalata2, 44

Neue und stark umstrittene Wissenschaft. Frauen achten war schon bisher selbstverständlich.

Antwort
von Roland59, 43

Also laut google ist es quasi die sensibilisierung auf den Umgang mit Transgendern, also der soziale umgang mit leuten, die sich zb umoperieren lassen haben oder ein transvestit sind. ich denke vorallem für führungskräfte ist das in der heutigen zeit ein wichtiges thema, weil solche menschen ja auch ihre rechte haben und richtig behandelt werden müssen

Kommentar von trashab ,

Das Thema ist leider etwas umfassender. Umso schwieriger ist es, das ganze kompakt zu beantworten.

Kommentar von Roland59 ,

hm okay.. könnte man vielleicht bloss die fragestellung dahingehend ändern ob sich schon mal jemand im VG mit dieser frage auseinandersetzen musste.. ich persönlich würde da im gespräch aber auch nich allzu weit ausholen, die wahrscheinlichkeit ist auch relativ gering, dass es dran kommt. ich denke mal dass der respektvolle umgang mit randgruppen und minderheiten von arbeitgebern vorrausgesetzt wird

Kommentar von Roland59 ,

ich könnte mir sogar vorstellen, dass du später in einem speziellen lehrgang noch mal dahingehend geschult wirst, wenn das thema wie du schon sagtest sehr umfassend ist

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