Frage von Schnittfurz, 183

Hund aus dem Ausland, schwieriger zu erziehen?

Hallo, ich hab nun seit Dezember eine Mischlingsdame (3 Jahre) aus Griechenland. Ich habe direkt nach der Eingewöhnungsphase mit ihr angefangen zu üben, damit der Rückruf klappt. Und selbst heute, nach den ganzen Monaten, funktioniert es immernoch nicht. Auch andere Kommandos, wie Sitz und Platz funktionieren nur, wenn sie "Lust" hat. Da ich vorher noch nie einen Hund aus'm Ausland hatte, frag ich mich, ob es nun an meinem Training liegt, oder ob es den Hunden schwieriger fällt, weil sich damit noch nie jemand beschäftigt hat?

Mit meinem anderen Hund, den ich seitdem er Welpe war habe, geht jegliche Art von Trickbeibringen einfacher, der zeig ich es drei oder vier Mal und sie weiß, was ich von ihr will. Meine Griechin guckt mich zu der Zeit immernoch ganz verwirrt und irritiert an.

Zu meinem Training, falls dies das Problem sein sollte: Ich trainiere den Rückruf mit der Schleppleine. Sprich, ich rufe, wenn sie nicht kommt, ziehe ich etwas daran, damit ich ihre Aufmerksamkeit bekomme. Meistens kommt sie dann auch schon in meine Richtung gerannt. Sobald die Schleppleine aber ab ist, funktioniert es nur auf "Gut Glück".

Ich wäre dankbar, für eure Erfahrungen in Sachen Erziehung mit Hunden aus dem Ausland, oder ob ihr Tipps habt, was ich verbessern könnte?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von sukueh, 142

Wie hat denn der Hund vorher gelebt ? Selbst wenn er nicht direkt auf der Straße, sondern in Menschenobhut gelebt hat, dürften Spaziergänge mit "seinem" Menschen ohne Leine eher selten bis gar nicht vorgekommen sein. 

Insofern sind 3 Monate im Vergleich zu seiner bisherigen Lebenszeit kein Zeitraum.

Es kommt einem - gerade im Vergleich zu einem normal sozialisierten und aufgewachsenen Hund in Menschenobhut - zwar vor, als würden die Hunde langsamer "lernen", man muss aber eben dabei berücksichtigen, wie die Hunde vorher gelebt haben. In der Regel hat der Mensch keine große Rolle gespielt, wenn er überhaupt positiv wahrgenommen worden ist. Oftmals haben die Hunde extrem schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht. An erster Stelle stand/steht ihr eigener Überlebensinstinkt. 

Und gerade aus Griechenland kommen ja sehr viele Jagdhund-Mixe. Da ist es meiner Meinung nach mit dem Freilaufen lassen noch mal etwas schwerer. 

Wir haben auch einen Hund aus Griechenland. Die Veränderungen brauchen einfach mehr Zeit als bei einem normal aufgewachsenen Hund. 

Ungeduld ist da kontraproduktiv. Dann läuft er halt erstmal nicht ohne Leine. Geht halt nicht anders, bis er es gelernt hat, und wenns Jahre dauert, dann dauerts halt Jahre. Der Hund kann ja schließlich nichts dafür, dass es in Griechenland ein etwas anderes Verständnis von Hundehaltung gibt als hier.

Antwort
von SiViHa72, 140

Hi, Du sagst es:
oder ob es den Hunden schwieriger fällt, weil sich damit noch nie jemand beschäftigt hat?

"oder ob es den Hunden schwieriger fällt, weil sich damit noch nie jemand beschäftigt hat?"

Madame ist 3 Jahre uund hat so was noch gar nicht kennengelernt.

Hat sich schon ihren Charkater gebildet.. und was will jetzt dieser komische Mensch?


Ich habe s bei einem Freund gesehen. Der erste Hund kam über Fundhunde Mallorca oder so, war noch jung, Terriermix. Nachdem erstmal klar gestellt war (Terrier können auch mal stur sein) "hallo ich= Futtergeber, du mir zuhören" klappte alles 1a. Leider ist der Knuffel einige Jahre später totgebissen w orden :'-S

Bei Nr. 2, aus Rumänien, ca 2-3, war die Erziehung viel schwieriger, Madame fand halt, sie ist Cheffe, basta.

Im Endeffekt haben sie ein paar Trainerstunden genommen und jetzt ists auch ein klasse Team.


Sprich: ähnlich wie bei Dir: sie hat schon einiges ohne Mensch mitgemacht. Ist erwachsen. Und jetzt willst Du was? Mooomenterl..


Aber das kannst Du noch gut hinkriegen, bleib am Ball und evtrl. auch mal Trainer erwägen.


Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 112

Hi, es kommt viel auf ein selber an, Ungeduld wird zB von diesen Hunden regelrecht bestraft. Wenn die ankommen habe ich bisher das komplette Welpenprogramm durchgezogen, bevor es an die Erziehung gehen konnte. Die müssen erst lernen mit den Umweltreizen hier umzugehen, die müssen erstmal Vertrauen und eine Bindung aufbauen, wenn das passiert ist kann man anfangen den Hund beizubringen mit einen zu arbeiten, manche Auslandahunde haben nie gelernt das es positiv ist mit den Menschen zu arbeiten, hat man dann noch ein selbstständigen Rassemix erwischt, muss man ihn erstmal knacken, bevor man mit ihm arbeiten kann. Mir haben da die Bücher von Günther Bloch echt was gebracht, da gibts ein Buch was sich mit Strassenhunde auseinandersetzt (die Pizzahunde) das hilft sehr diese Tiere erstmal zu verstehen. 

Antwort
von Dahika, 122

Ich havw jetzt den dritten Hund aus Südeuropa. Es sind sehr intelligente Hunde. Sonst hätten sie die Straße auch nicht überlebt. Aber es sind auch sehr selbständige Hunde gewohnt, selbständig Entscheidungen zu treffen. DAs macht ihre Erziehung manchmal schwer.

Meine Hündin ist sehr klug, sie liebt es zu lernen. Ich glaube, am liebsten wäre es ihr, wenn sie Rettungshund geworden wäre oder ein Film- oder Zirkushund. Sie hört auch sehr gut. Wenn sie will.

Was ich in den drei Jahren, seit ich sie habe, aber nie geschafft habe, ist, ihr beizubringen, ist, dass sie hören muss. Ich denke mir, das hängt mit ihrer Selbständigkeit zusammen. Die anderen beiden Hunde waren da sehr ähnlich.

Antwort
von Virgilia, 101

Das hängt auch mit dem Charakter des Hundes zusammen. Ich (bzw. meine Eltern) haben momentan drei Hündinnen aus Rumänien, die charakterlich sehr unterschiedlich sind. 

Meine Hündin lernt zum Beispiel sehr schnell, hat aber nicht viel Spaß an daran Tricks zu lernen. Nach dem Motto: "Ich mach das jetzt, weil Frauchen sich so freut und es gibt Leckerlis, aber ich bin froh, wenn es vorbei ist und iCh mich wInder auf die Couch legen kann". Sie hat so gut wie keinen Jagdtrieb, ist aber sehr schreckhaft, das hat das Training draußen am Anfang ziemlich schwierig gemacht.

Meine Terrier-Mix-Hündin (lebt bei meinen Eltern) lernt auch sehr schnell, aber nur, wenn sie Lust hat und grad nichts interessanteres in der Nähe ist. Das meiste habe ich ihr "nebenbei" beigebracht. Sie hat einen ausgeprägten Jagdtrieb und sonst nur Unsinn im Kopf, daher kann man sie an manchen Tagen nicht von der Leine lassen.

Und dann ist da noch die Peki-Mix-Hündin meiner Mutter, 8kg pure Sturheit. Nach fast 2 Jahren war sie dann endlich sicher abrufbar (wenn sie nicht im "Jagdmodus" ist, aber das erkennt man relativ leicht), inzwischen läuft relativ gut an der Leine und kennt das Kommando "halt". Mit anderen Kommandos braucht man ihr nicht kommen. Wenn sie keinen Sinn darin sieht, macht sie es einfach nicht, egal wie toll die Belohnung ist.

Wohingegen die Hündin einer Freundin (aus Bulgarien) mindestens 30 Tricks beherrscht und schnell und gerne lernt. 

Antwort
von adventuredog, 110

hallo

diese kurze Zeit, in der sie bei dir ist, kann man noch gar nicht werten. In kurzen 3 Monaten lernt Hund nicht all das, was  vorher in 3 Jahren nicht oder anders gelernt wurde. Gib ihr also Zeit sich richtig einzuleben und wohlzufühlen. Ich habe die Erfahrung gemacht, das die Eingewöhnungsphase bei manchen Hunden bis zu  1Jahr dauern kann bis sie sich ihrem neuen Menschen richtig öffnen.

Das eure Bindung noch längst nicht da ist oder nicht gefestigt ist, kannst du an deinem Beispiel mit der Schleppleine sehen. Google Bindungsspiele, füttere sie aus der Hand oder dem Futterbeutel und hab Geduld.

Ich würde mir eine angenehme Hundeschule suchen, eine die Erfahrung mit Hunden aus dem Ausland - welches ja doch eine andere Kultur und ein anderes Leben ist -  haben. Mit anderen >> netten << Hunden zusammen lernt es sich leichter, da die Hunde sich viel untereinander abschauen. Viel Spass und Erfolg weiterhin!

Kommentar von Weisefrau ,

Beste Antwort! Da brauch ich nix mehr zu schreiben! ;)

Antwort
von emily2001, 95

Hallo,

hem, vielleicht versteht sie nur griechisch ? !!!

Oder sie hat einen Hörfehler (Ohren beim TA überprüfen lassen).

3 Monate ist eine relativ kurze Zeit... Vielleicht würde sich der Gang in eine Hundeschule lohnen.

Emmy

Kommentar von emily2001 ,

Wollte noch sagen: wichtig ist es, vor allem die Leinenführigkeit zu üben, weil der Hund muß in jeder Situation beim Herrchen/Frauchen bleiben!

http://www.heidewichtel.de/1-Erziehung-Leinenfuehrigkeit.htm

Antwort
von brandon, 86

Das hat nicht unbedingt etwas damit zu tun das der Hund aus dem Ausland kommt.

Hunde sind nun mal verschieden. Die einen lernen schnell, die anderen langsam. 

Manchen Hunde macht das Training Spass und andere finden es doof. Manche Hunde möchten ihrem Halter gefallen und andere machen lieber ihr eigenes Ding aber das bedeutet nicht unbedingt das die einen klüger sind als die anderen.

Gib dem Hund ein bisschen mehr Zeit und habe Geduld mit ihr und nimm es ihr nicht übel das sie nicht so ist wie Dein anderer Hund.

LG

Expertenantwort
von inicio, Community-Experte für Hund, 80

knapp 3 moante sit relativ kurz umsich an dich,die neue umgebung etc zu gewoehnen.

ich denke es hat weniger damit zu tun , dass es ein auslandshund ist.

hune brauchen eine zeit um sich umzugegewehnen und " an zukommen".

bitte ueberfordere deinen hund nicht. am anfang steht in erster lineie, dass sie dich kennenlernt und dir vertrauen kann!

nicht alle hunde lerenen tricks -manche finden er soof -sind dan aber anders oreintiert -spielen ball oder frisbee..finden jede spur.

lass dem hund zeit. wichtig ist, dass ihr langsam ein team werdet -beachte bitte die vorlieben und faehigkeiten deines hundes und setze dort an. 

mein spanier war ein sehr schlauer hund..am anfang ist er aber noch oft abgehauen(fand jede luecke im zaun) um zu jagen.

gespielt hat er erst jahre spaeter.

tricks mag er nur ausgewaehlte: er apportiert sehr viele dinge auf zuruf.. aber ball spielenn macht er nicht  ! 

Antwort
von Mell1990, 73

Unser Hund kommt aus einer Spanischen Tötungsstation.
Klar gab es anfangs probleme zB kannte er keine Treppen und hat sich nicht getraut oder er hat alle Heuballen auf dem Feld angeknurrt aber nachdem er sich an alles gewöhnt hat, ist er der beste Hund der Welt

Antwort
von User1998, 84

Das hat nichts damit zu tun, ob der Hund einen Migrationshingtergrund hat. Ein Hund, der drei Jahre lang auf der Straße gelebt hat, ist deutlich schwieriger zu erziehen als ein Welpe, der von Anfang an erzogen wird. Das müsste dir doch eigentlich mit ein klein wenig Hundeverstand klar sein.

Kommentar von Schnittfurz ,

Das ist mir durchaus klar, nur nach drei Monaten frag ich mich halt, wieso das solange dauert & solangsam werde ich auch ungeduldig, weil sie dadurch nicht gerne von der Leine lasse.

Kommentar von User1998 ,

Niemand hier weiß, WIE du trainierst und ob du überhaupt alles richtig trainierst. Daher ist dein Kommentar nicht beantwortbar. 

Aber dass man einen 3-jährigen Hund, der noch nie Erziehung genossen hat, nicht ratz fatz erziehen kann, müsste dir wirklich klar sein. Wenn du keine Geduld mit dem Tier hast, frage ich mich ernsthaft, warum du dir überhaupt einen Straßenhund aus Griechenland geholt hast. Solche Tiere gehören nur in erfahrene Halterhände. 

Wir haben in unserem Tierheim Hunde, die von Menschen dermaßen ruiniert wurden, dass es teilweise bis zu 8 Monaten gedauert hat, ehe der Hund wieder Vertrauen gefasst hat und erziehbar war.

Du kannst nicht wissen, was das Tier in Griechenland durchlebt hat. 

Kommentar von Minischweinchen ,

Mach nicht den Fehler und sei ungeduldig, denn das macht Euch beiden keinen Spaß und Deine Hündin merkt genau, das was nicht stimmt und Du verunsicherst sie damit sehr.

Du kannst nicht davon ausgehen, das sie genauso schnell lernt, wie Dein anderer Hund und was ganz schlimm ist, finde ich, das Du Vergleiche anstellst.

Dein Hund soll sich bei Dir Wohlfühlen und nicht permanent dem ausgesetzt sein, das Du etwas von ihm verlangst.

Sie ist ein ganz anderer Hund, hat vielleicht auch Schlimmes mit Menschen erlebt, jeder Hund lernt auch nicht so leicht, egal, ob von hier oder vom Ausland.

Manche Hunde kann man eben nicht von der Leine lassen und anstatt Druck aufzubauen, solltest Du das einfach akzeptieren.

Antwort
von Biberchen, 81

es ist wie mit den Menschen, manche begreifen schnell, andere weniger schnell.

Antwort
von 1ManekiNeko1, 80

Ich habe auch eine Griechin und würde immer wieder Hunde aus dem Ausland nehmen. Die sind sehr schlau,sozial und haben einen klasse Charakter. Ich denk,das es an Dir liegt. Suche Dir einen guten Hundetrainer.Sie hat noch keine Bundung zu Dir gefunden,deshalb klappt es nicht. Das bekopmmst Du am Besten übers Futter hin. Fütter sie die erste zeit nur draussen aus der Hand. Aber nur wenn sie etwas macht,was Du ihr vorgibst.

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