Frage von BATES, 39

Fachabi abgeschlossen mit schlechten Noten. Wie sieht die Zukunft aus?

Erst kürzlich (vor 1 1/2 Monaten) habe ich die Fachhochschulreife erfolgreich (mehr oder weniger) abgeschlossen. Jedoch weise ich sehr schlechte Noten in Mathe und Deutsch auf, die mein eigentliches Können nicht wirklich wiederspiegeln. Belehrungen wie: "Du bist selbst Schuld und hättest du dich mehr angestrengt...." solltet ihr euch sparen, ich bin mir all dem bewusst. Ich suche eher eine Lösung bzw. einen guten Rat, wie ich mein Ziel, Software-Programmier zu werden, erreichen kann. In meiner Freizeit vor ca. einem Jahr, da habe ich mich bereits für ein paar Monate mit C++ beschäftigt und auch einiges dazugelernt. Bisher habe ich das meiste in Erinnerungen behalten, was mir das Verstehen von Quellcodes einfacher macht.

Für die vollständige Fachhochschulreife benötige ich noch zusätzlich vier Monate Praktikum in einem wirtschaftlichen Beruf, um dann die Möglichkeit zu haben an einer Fachhochschule zu studieren. Jedoch bin ich eher zweigeteilt, denn meine Noten kommen von der ständigen Theorie, die man in der Schule hat. Viel lieber würde ich die Theorie mit der Praxis verbinden wie es in einer Ausbildung der Fall ist. Doch schlechte Noten verweigern einem jegliche Wege trotz Fachhochschulreife und das obwohl die häufigste Voraussetzung die Mittlere Reife ist.

Bisher mir bekannte Bildungswege, die für mich am sinnvollsten klingen:

Bachelor of Science: Angewandte Informatik (Studiengang) Fachinformatiker Anwendungsentwicklung (Ausbildung)

Ich würde nur ungern ein ganzes Jahr ohne Studium oder Ausbildung weitermachen, was aber in meiner Situation eventuell unumgänglich ist.

Mathe: 5

Deutsch: 4

Spielt die Qualität einer Bewerbung auch eine "sehr" ausschlaggebende Rolle bei solch schlechten Noten?

Weissagt mir meine Zukunft. Danke.

Antwort
von DanielDewald, 19

Mit den Noten wirst du es auf jeden Fall nicht leicht haben eine Ausbildungsstelle zu finden. Die Frage nach den Noten (vor allem Mathe) Wird in jedem Vorstellungsgespräch aufkommen. Schließlich musst du während der Ausbildung auch zur Schule. Hat das Unternehmen Zweifel daran dass du das schaffst nehmen sie dich nicht. 

Auf der anderen Seite Gibt's auf vielen FH's keine oder geringe Aufnahmebeschränkungen für die Bachelor Studiengänge. Und sobald du den Bachelor in der Tasche hast kräht kein Hahn mehr nach dem Abi Zeugnis.

Aber ich will dich nicht anlügen. Das Informatikstudium bekommst du nicht geschenkt. Vor allem der Mathe Teil siebt doch recht früh aus wers schaffen kann und wer nicht. Kommen seine Noten ausschließlich von Faulheit ist das kein großes Hindernis. Ansonsten hast du wenig Chancen. 

Das größte Hindernis im Studium ist immer man selbst. Es ist niemand mehr da der dich motiviert oder antreibt. Niemand der deine Leistung fördert. Kann man sich nicht selbst motivieren, hat man keine Chance.

Schließlich: als nicht studierter Programmierer wird man häufig für monkey Jobs mißbraucht und (vergleichsweise) miserabel bezahlt. Ausnahmen existieren, Aber nicht bei solchen Noten. Man wird das immer missbrauchen um dich am weiterkommen zu hindern und im Gehalt zu drücken. Erst wenn du dich über Jahre mit viel Erfahrung versorgt hast wird das aufhören eine Rolle zu spielen. Die Frage ist ob es dir das wert ist oder ob du nochmal ranklotzt, dich zusammen reißt und ein gutes Studium hinterher schiebst. Es ist deine Zukunft.

Antwort
von polarbaer64, 25

Auf jeden Fall solltest du dein Praktikum machen, damit die Fachhochschulreife anerkannt wird. Schlechte Noten hin oder her, aber du hast sie in der Tasche. Sonst war ja alles umsonst. 

Da du ein Praktiker zu sein scheinst, warum schaust du dich nicht mal nach einem Dualen Studium um? Nicht überall braucht man Mathe und Deutsch im Studium. Klar solltest du dich in Deutsch ausreichend artikulieren können ;o) . Aber das wirst du sicher hin bekommen. 

Wenn das Praktikum, was du sagst, tatsächlich nur 4 Monate geht (ich weiß was von einem Jahr???), dann kannst du ja vielleicht im Sommersemester im März mit einem Studium anfangen. Musst halt rausfinden, was da angeboten wird. 

Viele Studiengänge sind NC-frei, da kann sich jeder bewerben, und es wird nicht nach den Noten geschaut. 

Es ist eher wahrscheinlich, dass du einen Studienplatz bekommst, als dass dich mit den Noten in den Hauptfächern jemand zu einer Ausbildung annimmt. Es gibt natürlich auch Arbeitgeber, die nicht nach den Noten, sondern auf den Menschen schauen. Aber da musst du eben bei einem einen Volltreffer landen.

Was sind den deine besten Fächer? Vielleicht kann man sich anhand der Fächer zusammenreimen, was du studieren könntest. Informatik hat doch auch mit Mathematik zu tun, oder nicht? Da habe ich einen Erstsemesterstundenplan gefunden:

https://www.uni-oldenburg.de/informatik/studium-lehre/studiengaenge/bachelor-stu...

Ist das wirklich was für dich?

Die Qualität der Bewerbung spielt übrigens immer eine Rolle. Wie sehr, kommt auf den Chef und den Beruf an.

Kommentar von procoder42 ,

Da du ein Praktiker zu sein scheinst, warum schaust du dich nicht mal nach einem Dualen Studium um? Nicht überall braucht man Mathe und Deutsch im Studium. Klar solltest du dich in Deutsch ausreichend artikulieren können ;o) . Aber das wirst du sicher hin bekommen.

Ich sags nur ungern, aber mit ner 5 in Mathe nimmt dich kein Unternehmen für voll.

Wenn du dich bewirbst, sieht das Unternehmen zuerst deine Noten. Und eine 5 in einem -für Informatiker- so wichtigen Fach hinterlässt sofort einen sehr negativen Eindruck, der meist schon direkt ein Ausschlusskriterium ist.

Antwort
von PeterP58, 34

Tja, selbst schuld ... alles richtig gemacht :-)

So Leute wie Du bewerben sich mittlerweile bei mir. Nehme ich gerne! Ich selber hatte damals auch andere Hobbies (z.B. Programmieren und Grafiken), daher an der ABI-Prüfung garnicht teilgenommen und kurz vor der Prüfung die Ausbildung geschmissen.

Ich habe meinen Traumjob, Verantwortung und nette Kollegen. Alles prima!

Mir sind Leute, die mit Leidenschaft dabei sind und was draufhaben lieber, als Leute die gute Noten haben, aber nix können. Haben einfach nur absurde Gehaltsvorstellung, wo die anderen sagen: "Gehalt ist mir egal - will nur programmieren!". [keine Panik, werden angemessen bezahlt!]

Suche Dir einfach was, was Dir Spass macht und worin Du gut bist. Von den ganzen Schulen und Abschlüssen halte ich persönlich wenig. Bei uns hat schon ein ausgebidleter Anwendungsentwickler ein Praktikum gemacht, der zu Hause noch nichtmal einen Computer hatte *fail*

Eine Empfehlung bzgl. Ausblidung/Studium kann ich Dir nicht geben. Zu studieren ist vielleicht nicht falsch. Ich persönlich halte das für Zeitverschwendung. In der Zeit kannst auch eine App entwickeln und wenn die gut ist, Deine eigene Firma gründen.

Wünsche Dir viel Erfolg in Deinem Leben!

PS: Immer wenn sich einer mit Bachelor bei uns bewirbt, ist er automatisch zu 90% draußen. Hatte noch nie einen vernünftigen Bachelor als Bewerber!

Kommentar von BATES ,

Haha, danke für die aufmunternden Worte. Wäre doch jeder Betrieb so wie du eingestellt, dann hätte ich eine Stelle.

Sehr gute Ideen habe ich, doch die werden mich nicht weiterbringen. :)

Kommentar von PeterP58 ,

Kumpel von mir hat den Bachelor gemacht - wir lachen heute noch!

Es geht darum, dass Du Leidenschaft für etwas hast. Was bringt Dir ein Job, wo Du nicht gerne hingehst, weil die Arbeit mies ist? Nix!

Ich freue mich auf das Büro morgen und auf meine Arbeit!

Und Noten, Schule, Abschluss hin oder her! Wenn einer gerne programmiert, dass nach der Arbeit und am Wochenede noch privat macht (weil er's liebt), dann ist er gut! Dann hat er es drauf!

Das sind die guten Programmierer! In der Schule zu faul, daher schlechte Noten. Lieber heimlich unterm Tisch ein paar Ideen  aufgemalt und zuhause sofort umgesetzt - bis spät in die Nacht und morgens die erste Stunde Biologie verschlafen.

Die besten Automechaniker sind nicht die mit der KFZ-Ausbildung, sondern die, die schon mit 5 Jahren Papa beim Schrauben geholfen haben und einen Motor auseinandernehmen konnten schon bevor sie die Ausbildung angefangen haben ... oft Hauptschüler (sagt man).

Kommentar von procoder42 ,

Kumpel von mir hat den Bachelor gemacht - wir lachen heute noch!

Das kann man so nicht verallgemeinern. 

Es geht darum, dass Du Leidenschaft für etwas hast. Was bringt Dir ein Job, wo Du nicht gerne hingehst, weil die Arbeit mies ist? Nix!

So, so alle Studenten sind also seelenlose Auswendiglerner, die den Job eh nur wegen dem Geld machen wollen ?

Ich will dir nicht absprechen, dass man mit viel Fleiß auch ohne gute Noten was zustande bringt, aber man hat es deutlich schwerer (Und manche Türen bleiben trotzdem verschlossen).

Antwort
von Merlin19, 35

Du kannst ein Praktikum machen und dort Dein können beweisen. So kannst du dir dadurch vielleicht eine Ausbildung sichern oder du bekommst den Abschluss und kannst studieren.
Eine hoch qualitative Bewerbung wird nur vielleicht reichen aber in einem Praktikum kannst du sonst überzeugen.

Kommentar von Neralem ,

Genau...ein vorhergehendes Praktikum sollte leicht zu bekommen sein und von deinem wirklichen Wert überzeugen. Auch muss ein schlechter Abschluss nicht zwingend bedeuten das du es nie zu was bringst in dieser Branche...

Ein bekannter hat einen grauenhaften Abschluss...zehnte Klasse und nur vieren und fünfen...über 5 Ecken ist er nun zu Bombardier gekommen und entwickelt dort in C++ und C# Tools um zugsysteme Simulieren zu können...der geht nicht unter 4 Riesen im Monat heim...

Klar hatte er irgendwie auch Glück...aber hab selbst schon mit ihm zusammengearbeitet...der hats schon ziemlich drauf.

Antwort
von User16201020, 39

Klar werden dein Zukünftiger Chef sich die frage Stellen ob du überhaupt was kannst, aber meist geben die Menschen den Auszubildenen eine Chance um sich zu beweisen.Natürlich solltest du jetzt aber nicht ein Beruf auswählen der Sich mehr damit beschäftgt :D

Kommentar von PeterP58 ,

Eben! Was man kann zählt - nicht die Noten! Und eine Chance sich zu beweisen hat jeder verdient!

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