Frage von RebeccaW1990, 121

Akita Inu beißen abgewöhnen?

Liebe Akita Besitzer,

ich benötige dringend einen guten Rat. Wir haben seit 3 Monaten einen Akita Inu Rüden. Er wurde bis zum heutigen Tag, sehr gut sozialisiert. Alles wurde ihm mit viel Liebe, Konsequenz und Geduld beigebracht. Wir sind über die Rasse bestens informiert, sodass der Kauf dieses Charakterstarken Wesens gewollt war. Kiyoshi ist jetzt 5 Monate, er ist ein sehr lieber, ruhiger und lernbereiter Hund. Jedoch gibt es ein Haken... Er beißt uns. Es kommt aus den nichts heraus. Er springt an einem hoch und beißt mit ganzer Kraft in den Arm, Bauch oder sonstige Körperteile. Wir haben alles ausprobiert (ignoriert, Spielzeug ins Maul gegeben, laut AUA gesagt, gepienst wie ein Welpe ... )damit er dieses Verhalten unterbindet. Es hilft einfach nichts. Für uns kommt es auf keinen Fall in Frage, dass der Hund abgegeben wird. Das will ich hier klipp und klar sagen, denn wir lieben den kleinen. Ich würde mich sehr über eure Hilfe freuen.

Antwort
von Unsinkable2, 33

Deinen ersten Fehler gibst du schon selbst zu:

Er wurde bis zum heutigen Tag, sehr gut sozialisiert. 

vs.

Jedoch gibt es ein Haken... Er beißt uns.  ... beißt mit ganzer Kraft in den Arm, Bauch oder sonstige Körperteile.

Diese beiden Behauptungen passen nicht zusammen. Entweder stimmt das Eine, dann ist das Andere falsch. Oder es stimmt das Andere, dann ist das Eine falsch. 

Aber ein "gut sozialisierter" Hund im Alter von 5 Monaten beißt sein Rudel nicht. Dazu hat er nicht die geringste Veranlassung. (Es gibt Ausnahmen, doch das sind i.d.R. andere Fehler.) Schon gar nicht derart motiviert: "Hochspringen und kraftvoll zubeißen".

Wir haben alles ausprobiert (ignoriert, Spielzeug ins Maul gegeben, laut AUA gesagt, gepienst wie ein Welpe ... )damit er dieses Verhalten unterbindet. 

Hoffentlich von Anfang an und wirklich konsequent. Denn wenn ihr ihm erst mal "Quietsch-Spielzeug" gegeben habt, dann nutzen eure gelegentlichen "Aua-Simulationen" nicht die Bohne...

Für uns kommt es auf keinen Fall in Frage, dass der Hund abgegeben wird.

... dass du überhaupt darüber nachdenkst, so einen Satz aussprechen zu müssen, lässt mich ernsthaft zweifeln. Vielleicht seid ihr ja doch überfordert?

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Zur Situation

Leider beschreibst du nicht genauer, wann er euch beißt. 

Wann und in welchem Zustand beißt er? Im leichten Spiel? Beim Herumtollen? Beim kräftigen Toben mit Vollkörperkontakt? Bei jeder Form von Aufregung? Wird er dabei bedrängt? Oder genötigt, etwas zu tun oder zu lassen? 

Geschieht das unerwartet und plötzlich, quasi aus dem Nichts, oder baut es sich langsam auf? Kann man es vorhersehen; und wenn ja: Was sind die Anzeichen? (Wenn nein: Wirklich nicht? ;) - Es gibt nur sehr, sehr, sehr extreme Ausnahmesituationen, in denen man das Verhalten des Hundes nicht vorhersehen kann. Ganz besonders, wenn man ihn täglich um sich hat.)

Überlege SEHR GENAU & GRÜNDLICH, wann und warum er es macht. Das ist dein Ansatz zur Lösung. 

Hier gibt es eine ganze Reihe von Gründen, die von "nahezu unproblematisch" bis "ihr seid dabei, es echt zu verkacken" reichen. Insofern ist es unmöglich, alle möglichen Varianten zu beschreiben.

Sicher ist nur eines: IHR (nicht der Hund) HABT GROBE FEHLER GEMACHT, die es nun zu korrigieren gilt. Hört dazu auf euren Hund. Er erklärt euch, was ihr falsch gemacht habt. Du musst nur die Augen und Ohren aufsperren...

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Sobald du diese Hausaufgaben gemacht hast und weißt, wann und warum er "losbeißt", erkundige dich im Internet zum Thema "Beißhemmung". 

Denn dieser Satz hier:

Alles wurde ihm mit viel Liebe, Konsequenz und Geduld beigebracht.

ist dein zweiter großer Fehler: Nein, das habt ihr nicht getan. Viel Liebe? Sicher, das nehme ich euch gern ab. Viel Konsequenz? Nein, das glaube ich nicht. Dann wäre das Resultat ein anderes. Viel Geduld? Auch das glaube ich nicht; auch, wenn ich nicht daran zweifle, dass ihr zumindest ein bisschen Geduld habt.

Ihr müsst jedenfalls das Welpentraining, das ihr versäumt oder falsch gemacht habt, nachholen bzw. korrigieren. Und zwar pronto, denn der Akina hat noch andere Seiten, die er euch bald zeigen wird und die euch einige Beschäftigung bescheren werden! 

Das, was du da so nonchalant mit "Wir sind über die Rasse bestens informiert, sodass der Kauf dieses Charakterstarken Wesens gewollt war." beschreibst, hat's nämlich faustdick. 

Und wenn ihr schon an so einer einfachen Sache, wie dem Training der Beißhemmung scheitert, werdet ihr noch Bauklötzer staunen, was da noch so geht. (Ich sage nur "Alpha-Neigung" und "Schutztrieb"...)

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Macht dieses Training - dieses Mal wirklich ;) - 1. konsequent, 2. geduldig und 3. liebevoll. In genau dieser Reihenfolge. 

Und nehmt euch Zeit dafür. Es kann Monate dauern, bis es wirklich sicher sitzt. Und das bedeutet: Jeden einzelnen Tag trainieren, trainieren, trainieren.

Nehmt ihm JEDES quietschende oder anderweitig Geräusche machende Spielzeug weg. Ausnahmslos. Das gleiche gilt für alles Spielzeug, das sich "hautähnlich" anfühlt oder aussieht; also weiche Plastikspielzeuge, etc. Verschenkt das Zeug an Leute mit kleinen Hunden oder gebt's im Tierheim ab. Er braucht es jedenfalls nie wieder. 

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Zweitens - und eigentlich viel wichtiger: Das "Hochspringen am Mann"

Aufgrund deiner Angaben "Akina + Hochspringen", sage ich dir schon mal: Dein Hund will dir sagen, wie du die Dinge zu erledigen hast. Du bist dabei, dir einen dominanten Hund heranzuziehen.

Gewöhne ihm SCHLEUNIGST das Hochspringen ab! Das ist kein Scherz und kein Spiel. Vielmehr ist es - und zwar ausnahmslos(!) - indiskutabel. Und wenn du deinen Akina jemals in den Griff bekommen willst, dann ist Hochspringen eine Sache aus eurem Geschichtsbuch; aber nicht eurer Gegenwart.

Mache ihm dazu das Hochspringen so unbequem wie möglich. Sobald er Anzeichen zeigt, dass er gleich springt, gehe entweder 

  • einen großen Schritt auf ihn zu, so dass er schon im Ansatz gegen dich springt und abprallt
  • einen Schritt von ihm weg, so dass er ins Leere springt
  • oder zur Seite, so dass er neu ansetzen muss, wenn er springen will

Mache das sicherheitshalber lieber einmal zu oft, als einmal zu selten. Denn dann kommt er gar nicht erst in die Verlegenheit, an dir hochzuspringen und irgendwo reinzubeißen.

Wenn er bereits an dir hochspringt, weil du es zu spät bemerkt hast, dann gehe einen großen Schritt auf ihn zu (NICHT VON IHM WEG, SONDERN AUF IHN ZU! Ja, das braucht Willenskraft, wenn das Gebiss so nahe am Gesicht klappert, aber so geht es am schnellsten.), so dass er beim "Runterfallen" nicht optimal aufkommen kann. 

Dabei wird NICHT gequatscht, gerügt, gelobt oder sonstwas. Es herrscht "eisige Stille". Das geschieht NUR mit dem einen Schritt und deiner körperlichen Energie, die du dabei ausstrahlst. 

Sobald er unten aufgekommen ist - wirklich in der Sekunde -, machst du noch einen Schritt auf ihn zu. Nicht allzu groß, aber groß genug, dass er ausweichen muss. (s. unten "Dominanz-Training")

Danach wird gechillt ... IHR BEIDE beruhigt euch wieder. Du lässt deinen Adrenalinspiegel wieder auf normal einpegeln. Und du gibst deinem Hund die Chance, runterzukommen, indem du ihn nicht mehr beachtest. Und "nicht beachten" meint "nicht beachten". Kopf wegdrehen, Körper seitlich eindrehen, so dass er deine Seite und nicht deine Front oder deinen Rücken sieht, kein Blickkontakt, kein Quatschen. ... Stattdessen Ruhe.

Beruhigt er sich nicht, gehst du aus dem Zimmer und überlässt ihn sich selbst, bis er wieder auf Normalniveau ist. Sobald er das aber ist, sobald er also ruhig und entspannt ist, benimmst auch du dich wieder ganz normal, gerade so, als wäre nie etwas derartiges geschehen. 

Das machst du ab sofort JEDES EINZELNE MAL, wenn er zukünftig auch nur den Ansatz von "Jetzt! Gleich! Ich springe!" zeigt. (Wie gesagt: Lieber drei Mal zu oft als einmal zu spät. "Beißen lassen" ist eben nicht sonderlich erstrebenswert, nicht wahr?!)

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Darüber hinaus solltest du dringend "klassisches einfaches Dominanz-Training" mit ihm machen: Wann immer er dir im Weg liegt oder steht, schiebst du ihn beiseite. 15, 20, 30 Mal am Tag. Und ganz egal, ob er schläft, döst, herumsteht oder sonstwas macht: Du schiebst ihn genau so weit beiseite, dass du den Platz beanspruchen kannst, auf dem er sich gerade befindet. Und dort bleibst du ein paar Sekunden lang stehen, bevor du - ohne ihn zu beachten! - weitergehst.

Auch das geschieht in völliger Ruhe und entspannter Haltung. Es ist "selbstverständlich", dass du das machst. Kein Quatschen, kein Anstarren, keine Kommandos. Du gehst einfach in seine Richtung und wenn er nicht ausweicht, schiebst du ihn sanft aber nachdrücklich beiseite. 

Das machst du ab heute jeden Tag. Für den Rest seines Lebens. Anfangs ein paar Monate lang regelmäßig jeden Tag 20, 30 Mal. Dann kann es seltener werden. Aber dein Akina wird dich sein Leben lang auf die unterschiedlichste Weise herausfordern. Das ist deine (einfachste) Antwort darauf: "Ich beanspruche deinen Platz. Also folgst du mir."

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Und auch, wenn mich die textbaustein-artigen Verweise auf "Hundetrainer oder Hundeschule!!!" als "Antworten" vieler Ratgeber hier auf solche und ähnliche Fragen oft einfach nur nerven, weil letztlich das Rudel mit seinem Hund klarkommen muss und kein Trainer dieser Welt das dauerhaft für die Zukunft zu leisten vermag; und schon gar nicht Hunde wie Waschmaschinen bei Fremden "zur Reparatur gegeben" werden können:

Denkt darüber nach, euch (dauerhaft) professionellen - mindestens aber erfahrenen - Beistand zu holen, der euer Verhalten prüft und korrigiert. Je früher ihr Beistand und Hilfe sucht und nutzt, desto weniger Stress und Ärger gibt's später. Denn ich sehe klare Anzeichen dafür, dass ihr (derzeit) mit diesem Hund überfordert seid... 

Antwort
von LukaUndShiba, 63

Was macht ihr mit dem Hund? Ist er über- oder unterfordert? Das ist in dem Alter schwer die richtige Mischung zu finden.

Aber ich würde auch klar sagen ihr seid überfordert wenn ihr damit schon Probleme habt. Und glaubt mir ... Es wird noch viel schwieriger. 

Kommentar von RebeccaW1990 ,

Wir gehen am Tag 3 -4 Stunden mit ihm raus, machen regelmäßig Denkspiele mit ihm und natührlich normales Hundetraining. 

Kommentar von LukaUndShiba ,

Ein Hund in dem Alter und 4-5 Stunden raus gehen? Das ist heftig ... 

Schraubt das ganze mal ein wenig runter und gönnt eurem Hund auch mal Ruhe. 

Kommentar von RebeccaW1990 ,

Also meinst du, dass das beißen vielleicht ein Stressverhalten ist? 

Kommentar von LukaUndShiba ,

Ja weil es viel zu viel ist. 

Kommentar von RebeccaW1990 ,

Okay, danke für den Rat. 

Antwort
von dogmama, 45

ist jetzt 5 Monate

wenn Ihr ihn 3 Monate habt, dann habt Ihr ihn mit ca. 8 Wochen bekommen und somit die Erziehung versäumt und/oder in die falsche Richtung gelenkt!

Ihr solltet euch einen Hundetrainer nehmen der die Rasse kennt und die Ursche feststellt! Im Anschluß muß der Trainer dann einen individuellen Erziehungsplan entwickeln!


Kommentar von RebeccaW1990 ,

Was meinst du mit Erziehung versäumt? Jeder Welpe wird mit 8 Wochen abgegeben, da ab da die Prägungsphase beginnt! 

Kommentar von dogmama ,

nicht jeder Züchter gibt seine Welpen schon mit 8 Wochen ab. 

und Erziehung beginnt bereits im Welpenalter! 

und wenn Dein eigener Junghund Dich anspringt und beißt, dann wurde versäumt ihn zu erziehen. Soweit darf man es gar nicht erst kommen lassen!

Kommentar von RebeccaW1990 ,

Das Verhalten hat vor circa 2 Wochen begonnen.

Kommentar von dogmama ,

wie gesagt, Hundetrainer!

Antwort
von uwe4830, 51

Hi,

das bewerteste Mittel ist ein dosierter Schnauzengriff. Ich weis, jetzt kommt es wieder von einigen Kritikern "Du verlierst das Vertrauen" und und und. Nein ich verliere das Vertrauen keineswegs, wenn ich diesen Griff situationsabhängig dosiert anwende. Er dient sogar im späteren Leben, dass ich ihm ungewollte Dinge aus dem Maul nehmen kann, ja und sogar der Tierarzt mal ins Maul gucken kann. Es wird heute sogar empfohlen gerade bei Welpen und Junghunden die noch die Beißhemmung erlernen müssen.

Ein kurzer stoßartiger Griff über die Schnauze vermittelt dem Hund, dass sein Verhalten nicht gewünscht ist.

Ich weis das viele nicht meiner Meinung sind, aber eins ist so sicher wie das Amen in der Kirche, es ist die artgerechteste Handlung, weil alle Hunde es kennen durch ihr Muttertier und Geschwistertiere hat es dein Hund schon erfahren.

Und ja dieser Griff kann Leben retten. 

Gruß uwe4830

Kommentar von LukaUndShiba ,

Der Hund weiß aber das der Mensch kein Hund ist. Also ist es sinnlos hündisches Verhalten nachzuahmen.

Und gerade bei einem Akita löst du damit eher Aggressionen aus. 

Kommentar von uwe4830 ,

Aggression kann es bei jeder Rasse auslösen, und da er erkennt, das ein Mensch, nämlich sein Mensch ihn dominiert hat, wird er sich in der Zukunft unterordnen.

Natürlich kannst du es ja auch mit einem Pendel oder einer Klangschale Globolies oder ähnlichem probieren.

Kommentar von Einafets2808 ,

Keiner meiner Hunde musste sich in 20 Jahren unter ordnen. 

Von welcher der 260 Dominanzverhaltenstheroien redest du? Wäre interessant für mitleser.

Kommentar von uwe4830 ,

wenn du lesen und verstehen könntest, dann die vom Fragesteller gestellte, leider habe ich sie nicht in nummarischer Reihenfolge abgespeichert. Wenn ich deinen Worten glauben sollte, dass du deine Hunde nie unterordnen mußtest, dann darf ich wohl von Stoffhunden ausgehen. Also Einafets 2808 erst Hirn einschalten und dann seinen Senf dazugeben.

Wenn ich dir helfen konnte, empfehle mich weiter, wenn nicht tue es trotzdem Gruß uwe4830

Expertenantwort
von Einafets2808, Community-Experte für Hund, 24

Ihr hört euch aber nicht wie erfahrene Hundekenner an tut mir leid das sagen zu müssen. 

Euer 5 Monate alter Welpe/Junghund hat die Beißhemmung noch nicht erlernt. Das sollte man wissen als erfahrener Hundekenner. Die von dir beschriebenen Beißattacken und das erlernen der Beißhemmung,stehen in der jeden guten Welpenbuch. 

Und man geht auch nicht mit einem so jungen Hund 3-4 Stunden spazieren. Sollte man Ebenso wissen,da hält man sich an die 5 Minuten Regel und lasst den Hund alle neuen Eindrücke Stück für Stück in Ruhe verarbeiten. Der Hund überdreht ja völlig. 

Hunde in dem Alter haben eine ganz geringe Auffassungsgabe,und Hundeerfahre Leute sehen das auch,wann es zu viel wird. 

Auch probiert man als erfahrener Hundekenner nicht viele verschiedene Sachen aus ,sondern bleibt bei einer und zieht die Konsequent durch. 

Das erlernen der Beißhemmung ist ein monatelanger Lernprozess. 

Bitte sucht ganz dringend eine Hundeschule auf. Die euch den richtigen Umgang mit dem Knirps zeigt. 

Antwort
von MuttiSagt, 75

Ihr seit völlig überfordert mit dieser Rasse. Gebt ihn ab, bevor es gefährlich wird.

Kommentar von RebeccaW1990 ,

Wir sind überhaupt nicht überfordert :-) Wir sind beide erfahrene Hundekenner, nur leider nicht, was diese Beißattacken angeht. Nur weil ein 5 Monate junger Welpe nach uns schnappt, werde ich ihn nicht gleich abgeben. Er horcht wie eine eins. Aber sobald er seine 5 Minuten Attacken hat, wissen wir nicht wie man ihm das abgewöhnen kann. 

Kommentar von KIttyHR ,

Sorry, ich wollte keinen Daumen hoch geben.

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