Wie erahnt man potentielle Umlautprobleme schon vorab, ohne es auszuprobieren?

Umlaute können auf allen "Computersystemen" Probleme bereiten, sodass z. B. eine Frau Müller später mit "Frau Müller" angesprochen wird. Der technische Hintergrund dafür ist, dass beim Speichern und Übertragen das sog. Character-Encoding verloren geht oder verwechselt wird (z. B. UTF8 statt iso-8859-1). Als Anwender kann man das Problem, dass eigene Kontaktdaten unschön dargestellt werden, nur dadurch von Vornherein vermeiden, indem man ae,oe,ue,ss statt ä,ö,ü,ß schreibt. Meist schreibt man dann aber unnötig seinen Namen als Mueller, obwohl Müller korrekt und aus meiner Sicht auch schöner wäre. Wenn man genau wüsste, dass Encoding-Probleme kommen werden, dann schreibt man natürlich gleich Mueller.

Frage: Gibt es "äußere Erkennungsmerkmale eines unbekannten Computersystems", anhand derer man die Wahrscheinlichkeit für solche Encoding-Probleme als überdurchschnittlich hoch einschätzen kann?

Kann man grob sagen, dass auf Websites mit der Top-Level-Domain .de und .at solche Probleme deutlich seltener auftreten als auf .com, .net oder gar .fr? Oder: eine Website, die keine Umlaute im angezeigten Text enthält (z. B. eine nicht deutschsprachige), ist für dieses Problem anfälliger? Gibt es noch andere solche "Erkennungsmerkmale" einer Website, die ein Anwender vorab überprüfen könnte?

Zugegebenermaßen handelt es sich hier nur um ein Ästhetikproblem, und wer sich nicht um Ästhetik schert, mag es für ein aufgeblasenes Problem halten.

Website, Online-Shop, Umlaute, UTF-8
Bezahlung mit Unterschrift statt PIN durch falsches Reinstecken der Girocard?

Ich stand an der Supermarkt-Kasse und wollte mit Girocard bezahlen. Hatte die Karte schon reingeschoben und fragte die Kassiererin, ob ich unterschreiben muss oder die PIN eingeben. Sie sagte PIN. Aber dann fiel ihr auf, dass ich die Karte falsch herum ins Lesegerät eingesteckt hatte und steckte sie richtig rein. Danach bat sie mich, zu unterschreiben. Ich fragte sie, warum jetzt plötzlich Unterschreiben, wo sie doch vorher das Gegenteil sagte. Sie antwortete "weil Sie Ihre Karte falsch rum reingesteckt haben". Ist ihre Antwort plausibel? Kann jemand, der aus der Supermarkt-Branche stammt, dies bestätigen, z. B. dass dieses Vorgehen in seinem Supermarkt ebenso ist?

Mir ist bewusst, dass viele Händler sowohl PIN als auch Unterschrift verwenden. Siehe z. B. dies hier:

https://www.express.de/news/politik-und-wirtschaft/geld/pin-oder-unterschrift-warum-ist-die-zahlung-mit-der-ec-karte-immer-unterschiedlich--26717728

"Bei vielen Händlern erfolgt die Frage nach Pin oder Unterschrift nach einem zufälligen System. Aber es gibt auch ein System, das die Entscheidung über Pin oder Unterschrift nach augenfälliger Zahlungsfähigkeit der Kunden bestimmt: Dann können die Verkäufer über die Frage nach Pin oder Unterschrift entscheiden. Außerdem gibt es den Fall, dass eine Online-Verbindung zum System durch das Kartenlesegerät nicht direkt möglich ist. Auch dann kann es passieren, dass anstelle der Pin die Unterschrift genommen wird."

girocard, Girokarte, Wirtschaft und Finanzen
Münzwurf via Telefon?

Alice und Bob können sich nicht einigen und wollen einen Münzwurf entscheiden lassen. Beide können ausschließlich telefonisch miteinander kommunizieren und haben kein Vertrauen ineinander. Auch steht keine dritte, unabhängige Schiedsrichterperson zur Verfügung. Wie könnte solch ein telefonischer Münzwurf aussehen?

In der Wissenschaft wird mit dem Commitment-Verfahren eine Lösung vorgeschlagen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Commitment-Verfahren

"Eine klassische Anwendung für ein Commitment ist der Münzwurf via Telefon. Alice und Bob wollen eine Münze werfen, aber weil die beiden sich über die Telefonverbindung nicht sehen können und sich gegenseitig nicht vertrauen wollen, funktioniert das übliche Protokoll „einer sagt an, der andere wirft“ nicht. Eine mögliche Lösung wäre, dass Alice ihre Wahl einem vertrauenswürdigen Dritten mitteilt, der dann, nachdem Bob das Ergebnis mitgeteilt hat, den Gewinner bestimmt. Mit einem Bit-Commitment lässt sich das Problem ohne dritte Partei lösen, indem Alice ein Commitment auf ihre Wahl an Bob schickt. Bob kann aus dem Commitment nichts über Alices Wahl lernen, aber Alice ist nun festgelegt und kann ihre Wahl nicht nachträglich ändern. Nun wirft Bob die Münze und teilt Alice das Ergebnis mit, woraufhin Alice das Commitment öffnet."

Aber wie könnte Alice dieses "Commitment" telefonisch an Bob übermitteln und wie sähe so ein "Commitment" aus?

Welche anderen Möglichkeiten des "telefonischen Münzwurfs" gäbe es?

Entscheidung, Logik, Zufall
Wie aktiviert sich ein Computervirus in einer DOCX-Word-Datei?

Ich erhielt eine E-Mail, die vorgab, von PayPal zu sein, jedoch zu viele Anzeichen zeigte, dass sie nicht von PayPal sein kann, wie Rechtschreibfehler und Transaktionen, mit denen ich nichts zu tun hatte.

Diese E-Mail enthielt einen Anhang mit dem Dateinamen

paypal-kaeuferschutz-PP-006-824-772-751.docx

Virustotal (gutefrage.net lässt leider nicht zu, dass ich den Link auf die hochgeladene Datei hier veröffentliche) sagt, dass 7 von 57 Scannern in dieser DOCX-Datei einen Virus finden.

In der E-Mail selbst stand auch "OpenOffice und LibreOffice sind mit dem von uns eingesetzten Paypal Sicherheitszertifikat nicht kompatibel. Bitte benutzen Sie daher zur Ansicht des beigefügten Anhangs Microsoft Word".

Diese DOCX-Datei hab ich natürlich nicht mit MS-Word geöffnet, sondern mit Google Chrome OS's Office Compatibility Mode im Guest Modus auf einem Chromebook, welches relativ sicher für diesen Zweck ist.

In der DOCX-Datei selbst stand dann: "Um die volle Ansicht dieses Dokuments zu aktivieren, klicken Sie bitte auf den umrahmten Button oben und bestätigen Sie das für die Ansicht dieser Nachricht gültige Sicherheitszertifikat.".

Der erwähnte umrahmte Button bzw. irgendein sonstiger Button zum Aktivieren von Makros tauchte nicht auf.

Nach langer Vorrede nun meine Fragen:

  1. Hätte ich ein ganz aktuelles (mit allen Security-Patches ausgestattetes) Word verwendet, wäre damit eine Infektion möglich gewesen, trotz "Durch die Einführung der neuen XML-basierenden MS Office-Formate ab 2007 können Makros nicht mehr in Dateien mit den Suffixen XLSX, DOCX, PPTX, etc. aufgeführt werden"?

  2. Bedeutet die Aussage "OpenOffice und LibreOffice sind mit dem von uns eingesetzten Paypal Sicherheitszertifikat nicht kompatibel", dass diese zwei Programme in Bezug auf dieses spezielle DOCX-Dokument den Virus nicht durchgelassen hätten? Wenn ja, lässt sich diese Aussage verallgemeinern, wenn auch nur in der Form "LibreOffice ist nicht ganz so anfällig"?

Word, Windows, Computervirus
Wurden in Deutschland vor 1941 Deutsche (Sütterlin) und Lateinische Schreibschrift parallel an Schulen gelehrt und angewandt?

Die Deutsche Schreibschrift (die Sütterlinschrift fällt in diese Kategorie) wurde 1941 im Deutschen Reich verboten. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde sie jahrhundertelang in Schulen im deutschsprachigen Raum gelehrt. Meine Mutter hatte im Schuljahr 1940/41 noch die Sütterlinschrift in der ersten Klasse gelernt, musste 1941 im neuen Schuljahr dann auf Lateinische Schreibschrift (also die Schrift, die wir heute lernen) umstellen. Eine meiner beiden Großmuttern, Jahrgang 1908, schrieb bis zu ihrem Tod 1988 Briefe ausschließlich in Lateinischer Schreibschrift. Sie hat diese mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits in der Schule, also ca. 1914-1922, gelernt, und nicht erst nach 1941 (ich kann sie leider nicht mehr fragen). Sowohl meine Mutter als auch die genannte Großmutter gingen in dieselbe Volksschule am selben Ort, aber höchstwahrscheinlich bei unterschiedlichen Lehrern.

Nun meine Frage: wo und in welchen Schulen wurde im deutschsprachigen Raum vor 1941 die Lateinische Schreibschrift gelehrt? Hing das vom Lehrer oder von der Schule oder der Region ab? Angenommen, im Deutschunterricht wurde die Deutsche Schreibschrift angewandt. Wurde diese dann auch im Englisch- oder Französischunterricht verwendet? Kann ich mir kaum vorstellen - aber ließe sich daraus schließen, dass in Schulen, in denen eine Fremdsprache gelehrt wurde, immer auch die Lateinische Schreibschrift (parallel zur Deutschen) gelehrt wurde?

Unterricht, schreibschrift, Sütterlinschrift