Internet = Klimasünder?

Hallo! Ich muss zugeben: Ich bin verwirrt.

Heute frisch einen Artikel zum Thema Internet und Umwelt gelesen. Quelle hier. Ich verwende futurezone.at nicht oft, mir fällt aber hin und wieder ihre reißerische und unwissenschaftliche Berichterstattung auf. Aber der Artikel hat mich verwundert.

Ich zitiere...

Wie viel Energie wird eigentlich beim Recherchieren für einen Artikel verbraucht? Zwei Stunden im Browser Firefox bedeuten 898 MB an übertragenen Daten, die umgerechnet 0,237 Kilowattstunden ausmachen. Die CO2-Emissionen der Recherchen im Browser entsprechen damit 15 geladenen Handys oder einer Fahrt von 0,5 Kilometern mit dem Auto

Hier stellen sich für mich mehrere Fragen.

  1. Wie zur Hölle verbraucht 1GB Download 0.237kWh Strom? Wenn alle Server auf der Welt für dich alleine arbeiten?
  2. Wieso sind CO2-Emissionen 1:1 auf geladene Handy's übertragbar? Hängt doch vom Strommix ab.
„Mit dem Stromverbrauch eines Suchklicks könnte man außerdem eine Glühbirne elf Sekunden zum Leuchten bringen“, meint der Physiker Werner Gruber

Wie kann ein Suchklick so viel Strom ziehen? Für mich ist das nicht vorstellbar. Ich habe einen kleinen Raspberry Pi daheim, mit dem ich auch eine Datenbank mit Suchfunktion einrichten könnte. Der Raspberry verbraucht dabei aber sicher nicht 0.006kWh, wie eine 60-Watt Glühbirne in 11 Sekunden. Wenn ich 200 Mal hintereinander draufdrücke, müsste mein Raspberry über 1kWh verbrauchen. Niemals.

Und bevor jetzt jemand mit "Man weiß ja nicht, wohin überall eine Suchanfrage durch die Welt geschickt wird"....

Ja stimmt, aber das kann der Werner Gruber doch auch nicht wissen. Woher nimmt er also die 11 Sekunden Glühbirnenleuchtzeit?

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Ich habe übrigens futurezone.at's Behauptung, jede Suchanfrage erwirkt 0.2g CO2-Ausstoß überprüft und einen anderen Artikel gefunden. Dort steht...

Wissner-Gross hatte in seiner Studie ermittelt, dass für eine Suchanfrage bei Google so viel Energie benötigt wird, wie man braucht, um eine halbe Tasse Wasser zum Kochen zu bringen. Andere Studien haben bisher eine CO2-Belastung zwischen 1 und 10 Gramm ermittelt.
Entscheidend für die Berechnung des exakten CO2-Ausstoßes ist, ob der Computer für die Suchanfrage extra hochgefahren werden muss oder nicht. Im laufenden Betrieb verursacht ein Computer in 15 Minuten eine CO2-Belastung zwischen 7 und 10 Gramm.

Ja werden jetzt extra Server für meine Suchanfrage hochgefahren? Und wenn die von meinem Computer reden: Woher wollen die wissen, ob mein Computer nicht mit 100% Wasserkraft (Was er auch tut) läuft?

Studien, Google selbst, Physiker, etc. werfen mit Zahlen und Beispielen verschiedenster Größenordnung herum, aber was ist wahr? Und warum schauen nur die wenigsten (futurzone.at erst im letzten Drittel, zdnet.de gar nicht) auf den Strommix. Schließlich erzeugt nicht das Internet CO2, sondern die fossilen Kraftwerke, die den Strom liefern.

Computer, Internet, Umweltschutz, Umwelt, Strom, Klimawandel, Informatik, Klima, Physik