Spätfolge von Mobbing?

Wenige Straßen weiter wohnt eine ehemalige Mitschülerin, die mich damals sehr gemobbt hat und das über Jahre hinweg. Ich habe sie verdrängt gehabt, bis ich hierher zog und wieder traf. Wir hatten uns über 10 Jahre nicht gesehen. Inzwischen ist sie verheiratet und Mutter zweier Kinder, mit denen sie regelmäßig an dem Haus vorbeiläuft, in dem ich wohne. Sie hat mich schon mehrfach angequatscht, ich fand es nervig und habe ihr freundlich geantwortet, aber ich möchte keinen Kontakt. Sie wirkt so oberflächlich, arrogant und unsympathisch wie damals. Wir sind beide 28.

Ich habe jetzt einige Male von ihr geträumt. Wir hatten im Traum Klassentreffen in einer Kneipe, sie war auch da. Es war eigentlich nett, aber sie nervte alle, dann schob sie jemand nach draußen. Sie saß in einem Rollstuhl, hatte keine Beine, nur noch einen Arm und eine Augenklappe. Jemand fuhr sie aus dem Lokal und ließ sie draußen stehen, überließ sie sich selbst (weil sie allen auf die Nerven ging) und draußen regnete es. Alle saßen drin und freuten sich, sie saß draußen im Regen im Rollstuhl und konnte sich nicht bewegen bzw. nicht helfen. Ich finde den Traum grotesk und ekelhaft, zumal ich es niemandem wünsche in einem Rollstuhl zu sitzen und krank zu sein, aber er kam mehrfach. Und ich mache mir Gedanken.

Habt ihr Erklärungen? Kann das etwas mit dem Mobbing zu tun haben?

LG Vera

Mobbing, Schule, Freundschaft, Menschen, Psychologie, Behinderung, Jugend, Liebe und Beziehung, Rollstuhl
Das Erlebte belastet noch immer (Familie)?

Der Mann, den ich für meinen Vater hielt - er ist es doch nicht, was ich nach 27 Jahren von meiner im Sterben liegenden Oma erfuhr; ich bin das Ergebnis eines Seitensprungs meiner in der Ehe total unglücklichen Mutter - erlebte ich von kleinauf mit, wie er sich über jeden aufregte. Er lachte jeden aus, der kein "cooler Rocker" ist oder alt oder krank oder schwach oder gar Rentner, er plappert Sprachfehler von Ausländern nach und verhöhnte sie, beleidigt Ostdeutsche und Ausländer - und machte sich über jeden lustig, den er trifft und an dem ihm etwas auffällt.

Das ging so weit, dass er sich über die Kleidung anderer Leute ausließ. Ich habe oft erfahren, wie er sich über Leute mokierte, die Hemden trugen, andere Hosen als Jeans, Sakkos, Anzüge, Krawatten, Frauen in Röcken und Kleidern oder Blusen, Hutträger, Trachtenträger und anderes. Er war immer sehr zynisch und boshaft. Selbst im Auto, wenn wir fuhren, war niemand vor seinen Beleidigungen gefeit. Er liebte es auch, Senioren fertig zu machen, die sich konservativ anzogen oder auf Gehhilfen angewiesen waren. Er hat eigentlich nur "coole Rocker" akzeptiert.

Ich bin nun 27, selbst habe ich zu ihm keinen Kontakt mehr, aber da ich selbst eher dezent und konservativ angezogen bin, frage ich mich unterwegs als, ob sich jemand so über mich lustig macht, wie es er immer mit anderen Leuten tat.

Mich belastet es manchmal. Ich zupfe mir dann teilweise sogar beim Einkaufen nervös das Shirt oder die Bluse zurecht, frage mich, ob es denn die Weste wirklich sein muss (aber ich liebe es, Westen anzuziehen) und ob ich nicht wie "jeder" Jeans tragen sollte statt "Stoffhosen" oder farbigen Chinos und warum ich keine "coole Handtasche" nutze statt meiner praktischen Stofftasche - aber ich bin eben, wie ich bin und ich mag mich ehrlich gesagt auch bzw. sehe mich und meine Kleider gerne im Schrank und im Spiegel: Die Frau im Spiegel ist mir sympathisch und ich freue mich, dass ich das bin!

Nur kommt das immer wieder raus und belastet mich. Ich weiß, dass keiner sich über mich auslässt oder meine Kleidung beschimpft, aber andere könnten es tun, so gehässig wie der das macht, den ich für meinen Vater hielt - im Nachhinein bin ich froh, dass er es nicht sein kann und ich nur 27 Jahre angelogen wurde, was ich aber auch erst einmal verdauen muss.

Ich bin aktuell in Therapie und lerne selbstbewusster zu werden, habe das Thema noch nicht angesprochen, da vieles andere aufbereitet werden muss, das noch schlimmer ist. Habt ihr einen Rat?

LG Vera

Liebe, Familie, Freundschaft, Psychologie, Liebe und Beziehung, Vaterschaft