Ist Polizisten im Alltag das Jedermann-Festnahme-Recht eigentlich bekannt?

Ich habe mir durch ein Erlebnis mit der bulgarischen "Bettel-Mafia" etwas überlegt. Schon öfters sind mir diese Leute aufgefallen. Auch ich wurde angesprochen. Natürlich, da ich weiß worum es geht, könnte ich auch einfach abweisen und weiter gehen.

So ein Mensch bin ich aber nicht und möchte ich auch nicht sein, weil ich weiß und weil ich sehe, dass diese Leute im Endeffekt auch Straftaten zum Nachteil gutgläubiger Bürger begehen. Und darum geht es einfach. Und das finde ich nicht in Ordnung. Und schließlich bringt es auch die offiziellen Organisationen in Verruf, die sich wirklich um Taubstumme z.B. kümmern und auf Spenden angewiesen sind. Genau diese Organisationen warnen schließlich selbst vor diesen Betrugsmaschen.

Ich habe bei dem letzten Erlebnis die Polizei angerufen. Andere Zeugen sind ebenfalls aufmerksam geworden.

Ich habe mir nun überlegt, dass ich eigentlich auch mehr tun könnte. Das nächste Mal würde ich einen Täter gerne vorläufig festnehmen.

Grundlage: § 127 StPO. Eine Jedermann-Festnahme also bis zum Zeitpunkt des Eintreffens der Polizei.

Die Frage, die sich mir aber nun aufdrängt ist:

Ist das für Polizisten im Alltag wirklich ok, wenn der Normal-Bürger das macht? Oder geht so etwas für einen selbst oft nach hinten los?

Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass Polizisten aus welchem Grund auch immer (vielleicht sogar "Berufsblindheit") gar nicht wissen, dass auch Nicht-Polizisten Täter, die auf frischer Tat ertappt wurden, diese an Ort und Stelle vorläufig festnehmen dürfen, um eine Flucht des Täters zu verhindern.

Was meint ihr? Bzw. was wisst ihr?

Hat jemand Erfahrungen damit?

Ich möchte solchen Betrügerbanden nicht das "Feld überlassen", sondern effektiv dazu beitragen, dass solchen Typen das Handwerk gelegt wird.

Einerseits möchte ich das. Aber andererseits habe ich auch keine Lust auf bekloppte Diskussionen mit Polizisten, die mir z.B. erzählen könnten, dass ich mich selbst nicht in Gefahr begeben sollte und so. Die größte Sorge ist natürlich die, dass ich am Ende juristischen Ärger am Hals habe, obwohl ich mich vlt. vorbildlich verhalten habe.

Was nicht rechtens und nicht verhältnismäßig ist - das ist mir absolut klar! Dazu also bitte nicht antworten, sondern bitte konkret auf meine Frage eingehen.

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Jedem noch so unerfahrenen Polizeibeamten ist das Jedermann-Festnahmerecht bekannt. Und mir würde auch kein Polizist einfallen, der versuchen würde, dir daraus einen Strick zu drehen.

Nichtsdestotrotz würde ich persönlich (und die meisten meiner Kollegen auch) jedem Bürger davon abraten, in solch einem Fall zu versuchen, die Person festzunehmen.

Du kennst die Leute nicht, du weißt nicht, wie weit sie bereit sind, zu gehen, um sich strafrechtlicher Verfolgung zu entziehen und gerade bei solchen Gruppierungen kann es sehr schnell zu Solidarisierungseffekten kommen. Dann willst du möglicherweise nur eine Person festhalten und bevor du dich versiehst, befindest du dich in der Unterzahl und in einer Situation, in der du lieber nicht sein würdest. Da hast du im Endeffekt gar nichts von. Es gibt auch öfter Fälle, in denen Kollegen in ihrer Freizeit Straftaten beobachten. In fast allen Fällen verständigen die als Erstes ihre Diensthabenden Kollegen, bevor sie sich selbst in Gefahr begeben.

Ich würde mir an deiner Stelle das Recht zur Festnahme für Momente aufsparen, in denen deine eigenen Rechtsansprüche massiv gefährdet sind. Z. B. wenn ein Verkehrsteilnehmer dein Auto beschädigt und versucht, unerkannt abzuhauen und du davon ausgehen kannst, dass die Polizei nicht rechtzeitig da sein wird, um die Personalien des Täters festzustellen.

In allen anderen Fällen würde ich solche Dinge immer der Polizei überlassen. Dafür sind wir da und dafür sind wir entsprechend ausgebildet und ausgerüstet.

Gruß, B.

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Möchtest du bloß so fit werden, wie ein GSG9-Beamter oder willst du dich dort bewerben?

Denn, falls Zweiteres zutrifft, musst du dich erstmal bei der BuPo (oder alternativ auch bei einer LaPo) bewerben, das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen, eingestellt werden, die Ausbildung schaffen und Diensterfahrung sammeln.

Solltest du also heute noch eine Bewerbung zur Polizei abschicken, würden noch ca. 5-6 Jahre vergehen, bevor du überhaupt eine Chance hast, dich zu bewerben (und das auch nur, sofern du alle anderen Zwischenschritte schaffst).

Dein erster Schritt sollte also sein, dir über die Internetseite einer Polizei die Bewerbungsunterlagen anzuschauen und anzufangen, die notwendigen Nachweise zu erbringen.

Eine Bewerbung macht allerdings nur Sinn, sofern du auch am Streifendienst Interesse hast; der ist das A und O der Polizeiarbeit und mit dem wirst du dich zwangsläufig beschäftigen müssen. Außerdem gibt es keinerlei Garantie, dass du es jemals in die GSG9 bzw. zum PSA schaffst.

Gruß, B.

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Versteh ich das richtig? Du hast die Polizei gerufen, aber nachdem der Geschädigte dich bereits angesprochen hat? Da kann man dann natürlich nicht mehr wirklich von „selbstständig“ sprechen.

Wenn es nur ein kleiner Kratzer ist und es den Umständen nach glaubhaft ist, dass du den Schaden nicht bemerkt hast, kann es sein, dass du um eine Anzeige rumkommst.

Wenn nur ein geringer Schaden vorliegt und du dich tatsächlich selbst bei der Polizei gemeldet hast, wird ein Verfahren aber höchstwahrscheinlich sowieso eingestellt.

Gruß, B.

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Wir wird man polizeibehörde

Tut mir Leid für dich aber mit so einem grundlegenden Mangel an Deutschkenntnissen wird das leider überhaupt nichts.

Usw steht übrigens für „und so weiter“. 👆🏻

Gruß, B.

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Ich schätze mal, deine Frage soll lauten, ob es strafbar ist, einen Polizisten als Bullen zu bezeichnen.

Einen Polizisten als „Bullen“ zu bezeichnen, ist an und für sich seit einer Weile nicht mehr strafbar, da der Ausdruck mittlerweile in den heutigen allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen ist und nicht zwangsläufig als Beleidigung ausgelegt werden kann.

https://www.strafrechtsiegen.de/beleidigung-polizeibeamten-bullen/

Kommt zu dem Wort „Bulle“ noch ein abwertendes Wort hinzu, wie „blöder Bulle“, dann sieht das Ganze schon wieder anders aus.

Gruß, B.

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Wenn es dir darum geht, eine positive Charakterentwicklung zu erleben, dich weniger aufzuregen, ein „besserer Mensch“ zu sein, wenn man so will... Wie wär‘s dann, wenn du dich einfach gar nicht daran störst, wenn dich jemand beleidigt?

Anzeigen kannst du eine Person immer, wenn sie dich verbal irgendwie angegriffen und du dich beleidigt gefühlt hast.

Ich würde das erst ab einer bestimmten Schwere tun.

Musst du selber wissen.

Gruß, B.

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In keinem einzigen Einstellungstest der Polizei muss man den Flächeneinhalt eines Dreiecks berechnen. Das ist etwas kompliziertere Geometrie und ist bei der Polizei überhaupt nicht gefragt.

In den polizeilichen Einstellungstests kommen vor:

Einfache Mathematik, Räumliches Denken, Logisches Denken (Sinnvolles Ergänzen von Sätzen und Figurenreihen, Flussdiagramme), Merk- und Reaktionsfähigkeit, ein Deutschtest und möglicherweise ein Englisch-Test.

Auf alles, was mit Geometrie, Technik, Chemie, Biologie oder was weiß ich zu tun hat, brauchst du dich nicht konzentrieren. Selbst Allgemeinwissen wird, anders als viele glauben, im Computertest heutzutage nicht mehr abgefragt.

An deinen Deutschkenntnissen solltest du arbeiten. Mit dem Text in deiner Fragestellung wärst du schonmal hochkant raus.

Gruß, B.

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DER Vorstellungsgespräch?

Kann natürlich sein, dass du dich da nur verschrieben hast... aber deine Deutschkenntnisse scheinen nicht die Besten zu sein. Da wird Polizei schon mal schwierig.

Und deine Mama ist alleine? Was soll das heißen? Dass du nicht bei ihr ausziehen willst?

Dann wird es natürlich in so einigen Berufen schwierig...

Gruß, B.

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Die Uniform bekommst du innerhalb der ersten paar Wochen. Das bedeutet aber nicht, dass du sie dann nach Lust und Laune tragen darfst.

Ausgebildete Polizeibeamte dürfen, sofern sie uniformiert sind, kostenlos Bahn fahren, da sie quasi als Gegenleistung für erhöhte Sicherheit sorgen und einschreiten können, wenn eine Gefahr vorliegt und/oder Straftaten begangen werden.

Erklär mir mal, wie du als Anwärter ohne Ahnung von Straf- und Polizeirecht, ohne einen Abschluss, ohne jegliche Praxiserfahrung, ohne Waffe und vor Allem ohne jegliche rechtliche Befugnis für erhöhte Sicherheit sorgen willst 🤷🏻‍♂️ Im Studium bist du während deiner Freizeit ein ganz normaler Bürger. Die Uniform darfst du ausschließlich während des Trainings und in den Praktika tragen (und zuhause vor‘m Spiegel, wenn du da Lust drauf hast).

Frage mich ehrlich gesagt, wieso diese Frage immer wieder gestellt wird. Sollte eigentlich einleuchten.

Trotzdem herzlichen Glückwunsch zum bestandenen EAV und viel Spaß und Erfolg im Studium! Denk dran, dass du erst nach 3 Jahren Beamter auf Probe und erst nach weiteren 3 Jahren Beamter auf Lebenszeit bist.

Reißt du dich in dieser Zeit nicht am Riemen und hältst dich nicht an Regeln, ist der Traum vom Polizistendasein so schnell wieder aus, wie er angefangen hat.

Gruß, B.

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Du kannst dir die Vorstellung aus dem Kopf schlagen, dass es möglich wäre, in einer Brooklyn99-ähnlichen Arbeitsatmosphäre bei der Polizei zu arbeiten. Sowas gibt es nicht! Weder hier noch in den USA.

Gruß, B.

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Ich arbeite zwar nicht bei der New Yorker Polizei, aber dass an der Serie so gut, wie gar nichts realistisch ist, sollte eigentlich jedem einleuchten.

Dass man ein freundschaftliches Verhältnis zu seinen Arbeitskollegen oder auch zu seinem Chef pflegt, mag natürlich sein. Auch, dass man bei der Arbeit zwischendurch mal Quatsch macht. Aber sicher nicht in dem Ausmaß, wie es dort dargestellt wird.

Polizeiarbeit an sich wird in Filmen und Serien eigentlich nie realistisch dargestellt. Das wäre sehr schwer in eine gute Story umzusetzen.

Gruß, B.

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Es gibt die Serie „GSG9“. Die lief mal auf Sat1. Ist allerdings schon etwas älter, deswegen wird es die nicht bei irgendwelchen Streamingdiensten geben.

Ich empfehle die auch eher ungern, da sie, wie so ziemlich alle Polizeiserien, extrem unrealistisch ist.

Gruß, B.

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Ein Bußgeld während deiner Bewerbungszeit ist unschädlich.

Das gesagt, würde ich mich an deiner Stelle fragen, wieso du dich bei der Polizei bewirbst. Bei den 30 km/h wird die Toleranz schon abgezogen sein. Das heißt, du warst noch eine Ecke schneller.

Sich so sehr über Verkehrsregeln hinwegzusetzen, während man sich bei der Polizei bewirbt, halte ich als Polizist für sehr fragwürdig.

Und „ich wollte ein Taxi“ überholen ist ja wohl kein Grund. Dafür muss man nicht über 30 km/h zu schnell fahren.

Gruß, B.

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Du fragst nach dem „schlimmsten“ Beruf und führst ausschließlich Berufe auf, die systemrelevant, abwechlungsreich, interessant und gut bezahlt sind 🤨

...versteh ich nicht.

Klar sollte man sich nicht bei der Polizei bewerben, wenn man kein dickes Fell hat. Dann passt der Beruf nunmal nicht zu einem. Deswegen ist er noch lange nicht „schlimm“. Ich arbeite bei der Polizei und finde, wie fast alle meine Kollegen, es ist der beste Beruf der Welt.

Gruß, B.

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“Kleiner Schaden“ bei nem Auto ist so eine Sache.

So wirklich klein ist der nämlich nie. Sobald da ein Lackkratzer drin ist, der nicht nur so minimal ist, dass man ihn mit etwas Politur wieder wegbekommt, muss das ganze Fahrzeugteil neu lackiert werden und du bist mehrere hundert, wenn nicht sogar an die 1000€ los.

Wenn du die Kohle über hast, ok 🤷🏻‍♂️

Sobald am Unfallort die geringsten Zweifel bestehen, dass ich meinen Schaden ersetzt bekomme, würde ich persönlich die Polizei dazurufen. Dann ist man auf der sicheren Seite.

Gruß, B.

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X-Male fahre ich ganz sicher nicht zu der gleichen Ruhestörung. Allerspätestens beim dritten Mal werden Audioanlagen beschlagnahmt und/oder die Party aufgelöst.

Genauso, wie Krawallbotz gesagt hat.

Gruß, B.

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