Hallo Sachmach,
der Dativ ist ein grammatischer Fall, welcher im Deutschen das indirekte Objekt, Ziel, Ort und Empfänger markiert.
Einige Verben werden daher immer mit einem Dativ Objekt genutzt, da diese Verben ein Ziel oder Empfänger voraussetzen. Selbe gilt mit einigen Präpositionen.
Man fragt nach dem Dativ Objekt mit "wem" -> diese Erklärung finde ich jedoch sinnfrei, da sie voraussetzt, dass man so viel Deutsch per Sprachgefühl kann, dass man nicht mehr nach dem Dativ Objekt Fragen müsste. Man weiß nämlich nur dann, dass man mit wem? fragt, wenn Dativ ist. Ansonsten wüsste man nicht, warum man nicht mit wer, wen wessen oder was fragen kann.
Das Dach von dem was? -> dem Haus.
"Dem was" = wem
"Aufhören (mit)" mit was aufhören? Was = Nominativ oder Akkusativ. Mit verlangt den Dativ. Also: mit wem aufhören? -> sinnfrei.
Wer oder was stellt den Ort da, wohin der Brief gesendet werden muss? -> Zum Gericht (Nominativ + Akkusativ = Dativ) -> wir sehen, dieses wer wen was wem wessen Quatsch bringt nichts ohne vollendetes Sprachgefühl.
Der Genitiv spricht von Zugehörigkeit -> also dem Ort (auch Ort als Person) ZU DEM etwas gehört. Deshalb verlieren Sätze wie "Dank dem Geldsegen" nicht seine Bedeutung. Es ist falsch, weil man es sich so nicht gewohnt ist.
(Regeln geben die Sprache wieder - Regeln definieren die Sprache nicht.. "es ist falsch" heißt also so viel wie "ist so nicht gebräuchlich")
Das zu unterscheiden geht nur, wenn man bereits ein muttersprachliches Sprachgefühl besitzt, sodass man "das Richtige erfühlen" kann. In der Schule lernt man dann, wie man das Sprachgefühl als Suchmaschine verwendet. -> Deshalb auch immer die Empfehlung auf viel lesen, obwohl man 90% vom Gelesenen wieder vergisst. Es baut ein Sprachgefühl auf -> für Aussagen wie: "es ist korrekt, ich weiß aber nicht warum".
Deshalb können Muttersprachler Sätze bilden, ohne eine Antwort auf die Frage: "Warum steht das Verb an dritter Stelle im Satz: "Thomas dagegen steht um 5 Uhr auf."?" zu haben.
Da die Erklärung mit indirektes Objekt und co (erster Absatz) zu kompliziert ist und viel zu viel Satzanalyse benötigt, um es anwenden zu können, ist es am einfachsten, wenn du nur lernst:
Wechselpräpositionen:
Wo? -> Dativ
Wohin? -> Akkusativ
Zusätzlich:
Verben mit festem Kasus
Präpositionen + Kasus
Und ggf ein paar Redewendungen (Einzelfälle – schnappt man im Laufe der Zeit im Alltag auf.)
Wenn das irgendwann fest sitzt, kannst du im C2 Niveau damit anfangen, mit der Grammatik zu spielen und einen falschen Kasus zu verwenden, um eine maßgeschneiderte Bedeutung zu kreieren, welche auf die Assoziationen statt des Regelwerkes von Muttersprachlern aufbaut. -> Dann werden auch Fragen wie "wer wen wem wessen was" wieder interessant.
Solche Kreationen findet man beispielsweise bei Werbeslogans.
LG