An welchem psychischen Problem könnte ich leiden?

Kurzfassung: Ich bin 17 und so ziemlich der einzige Junge, der keinen Geschlechtsverkehr möchte. Ich stehe zwar auf Mädchen, also ganz asexuell bin ich nicht, aber ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, jemals Sex zu haben und würde ihn sehr gerne, wenn möglich, in meinem Leben vermeiden. Den Gedanken, so intime Dinge mit einem anderen Menschen liegt mir leider extrem fern.

Generell kann man auch über mich sagen, dass ich andere Menschen immer auf Distanz halte. Ich habe zwar Freunde, also wenn man so will sogar recht viele, allerdings habe ich zu keinem davon eine wirkliche "Bindung". Damit meine ich, dass es mir z.B. überhaupt nichts ausmacht, wenn ich diese Personen vom einen auf den anderen Tag nicht mehr wiedersehe. Ist auch bereits so geschehen, da ich weit weggezogen bin, und die alten Kumpels haben mich, um ehrlich zu sein, gar nicht mehr gejuckt und ich hab nie wieder was von denen gehört.

Zudem lade ich selbst eigentlich auch nie jemanden zu mir nach hause ein oder organisiere ein eigene Party. Ich lass mich so gut wie immer von Anderen zu sich nach hause oder auf Partys einladen, tue es aber selbst nicht, weil mir das irgendwie extrem unangenehm ist.

Mir ist klar, dass in meiner Psyche irgendwas nicht ganz in Ordnung ist, weshalb ich so eine Angst vor Nähe (ich denke mal, das ist es, oder?) verspüre. Ist hier jemand, der sich ein wenig mit sowas auskennt, und da vielleicht was zu schreiben kann, oder auch vielleicht jemand, dem es ähnlich geht? Ich habe auch vor, zu einem Psychotherapeuten zu gehen, allerdings dauert es sehr lange, bis ich da nen freien Termin bekomme.

Will übrigens selbst auch Psychotherapeut werden... denkt ihr, dass unter Umständen so eine gewisse Distanz zu anderen Menschen für diesen Beruf förderlich sein könnte? Ich bin nämlich trotzdem extrem empathisch und hypersensibel, meines Erachtens nach.

Gruß Malcolm

Schule, Freundschaft, Geld, Seele, Jugendliche, Gedanken, Psychologie, Liebe und Beziehung, Psyche, soziopathie, psychopathie
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Bin ich zu empathisch... kann jeden verstehen?

Ich will gar nicht lange labern, sondern direkt das Problem angehen: Ich kann allgemein jeden Menschen und jede Meinung nachvollziehen und verstehe, warum man diese vertritt.

Aus diesem Grunde fällt es mir extrem schwer, Stellung zu beziehen oder eine Meinung zu bilden, da ich, je mehr ich nachdenke, eigentlich immer zu dem Schluss komme, dass ich keine Meinung habe, da es immer viele verschiedene Sichtweisen gibt, die meiner Meinung nach auch alle eine Daseinsberechtigung haben.

Man muss ja auch bedenken, dass die Meinungen von anderen Menschen vor allem von der Erziehung und Sozialisation abhängen - dementsprechend gibt es also auch keine falschen oder richtigen Meinungen, da eine Meinung letztlich nur das Resultat des Sozialisationsprozesses ist.

Das Problem, das ich einfach sehr oft habe, ist, dass Menschen mir eine Frage stellen, und ich diese so nicht direkt beantworten kann, weil ich erst lange abwägen muss, und letztlich antworte "Was ist dir denn lieber?". Eine eigene Meinung habe ich fast nie, da ich Anderen auch nicht damit vor den Kopf stoßen möchte und im Prinzip auch keine wirkliche Meinung "fühle".

Es gibt Situationen, wo das sehr nervig ist, vor allem bei Kleinigkeiten. Das fängt schon bei der Entscheidung zwischen Salami oder Schinken auf dem Brot an: Ich denk mir dann so "Hmm, die Salami hat nur noch 4 Scheiben. Unter Umständen isst sie jemand Anderes und dann ist keine mehr da. Andererseits hatte ich gestern schon Salami.". Dann stehe ich da mehrere Sekunden und entscheide mich währenddessen tausend mal um.

Andererseits kann meine gewisse Nüchternheit auch sehr hilfreich sein: In der Schule bin ich sehr gut darin, genaue Analysen und vor allem neutrale Kommentare (dritte Aufgabe in Klausuren) zu schreiben. Da bekomme ich in der Regel immer nahezu volle Punktzahl, da ich sehr gründlich nachdenke und immer den Schluss ziehe, dass beide Positionen in ihrer Weise schlüssig sind und eine Daseinsberechtigung haben.

Meine Frage: Bin ich evtl zu empathisch, und erschwert mir das, Entscheidungen zu treffen? Also, ist mein Problem, dass ich mich eigentlich versuche, in jede Person und jede Möglichkeit hineinzuversetzen und dementsprechend immer den Schluss ziehe, dass ich niemanden benachteiligen möchte?

Schule, Sprache, Menschen, denken, Psychologie, Empathie, Liebe und Beziehung, Philosophie und Gesellschaft
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Ich werde verfolgt... will nicht zur Polizei. Eigenintiative ergreifen?

Am Donnerstag war ich abends, wie fast täglich, mit ein paar guten Kollegen unterwegs und wir haben unsere Tüten geraucht und diesmal was neues ausprobiert, nämlich DXM (als Ratiopharm Hustenstiller), jeder insgesamt 15 Tabletten, also 1,5 Packungen. Der Abend war eigentlich ziemlich cool, ABER wir haben als wir rumgelaufen sind, so einen 19-jährigen kennengelernt, der mit uns dann mitgeraucht hat. Und seitdem verfolgt dieser Typ mich pausenlos! Wenn ich rausgehe, folgt er mir in großem Abstand und ruft immer wieder "Opfer" und "Huänsohn" und sagt, dass ich mich umbringen soll. Er macht das jetzt täglich seit Donnerstag morgen: Er folgt mir in die Schule, in den Supermarkt, und wartet auch draußen vor der Haustür. In meinem Zimmer hat dieses Miststück einen unsichtbaren Lautsprecher angebracht, mit dem er mir immer wieder mitteilt hat, dass ich mich umbringen soll und so.

Ich habe jetzt mehreren Leuten davon erzählt, aber die meinen alle, dass mich keiner verfolgt und das ich mich immer nur von irgenwelche verschiedenen Passanten verfolgt fühle. Aber ich schwör euch: Es ist IMMER der gleiche, der mich stalkt.. Den Lautsprecher hat er auch so gemacht, dass nur ich ihn hören kann, nicht aber mein Bruder oder andere.

Was soll ich machen? Ich wollte eigentlich zur Polizei gehen, aber ich halte eigentlich nichts von der Polizei und habe mir eigentlich geschworen, niemals von denen Gebrauch zu machen (bin Befürworter der Anarchie, ACAB). Meint ihr ich sollte den einfach mal mit nem Messer bedrohen und dann lässt der mich in Ruhe?

Gruß Malcolm

Stalking, Verfolgung
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Aversion gegen Zwang/Regeln?

Und zwar ist mir und vielen anderen aufgefallen, dass ich eine sehr starke Abneigung gegen alles habe, was Pflicht ist. Das war schon immer so. Seit ich ein Kleinkind war, habe ich schon den Kindergarten gehasst, weil ich dahin musste und es mir nicht selbst aussuchen konnte. Das Gleiche gilt für die Schule - ich sehe zwar den Sinn hinter Schule, hasse sie aber trotzdem unglaublich, weil ich gezwungen bin, dahinzugehen.

Weiter geht das auch mit Regeln. Ich bin der Meinung, dass es VIEL zu viele unnötige Regeln und Gesetze gibt und dass man das ganze nur auf das Nötigste beschränken sollte und dass die Menschheit von alleine Rücksicht nehmen sollte, was meiner Meinung nach auch passieren würde, selbst wenn es wenige Gesetze gäbe. Das fängt dann schon an bei so kleinen Regeln, wie, dass man in der Schule keine Jogginghosen tragen darf. Über sowas kann ich mich unendlich aufregen, weil es vollkommen dämlich ist, das zu verbieten - schließlich wird absolut NIEMANDEM damit geschadet. Warum also dann verbieten?

Kann jemand diese Aversion gegen Zwang (also bezüglich staatlicher Institutionen vor allem) und generell Regeln verstehen und kann vielleicht erklären woher das bei mir kommt? Kenne kaum Leute, die auch so denken wie ich und das ganze System mal hinterfragen. Die Anarchie ist meiner Meinung nach die beste Herrschaftsform - da es ja keine Herrschaft ist im Prinzip.

Gruß Malcolm

Schule, regeln, Psychologie, Philosophie und Gesellschaft
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