Wie würdet ihr das Verhalten meines Vaters einordnen?

Ich hatte eigentlich eine ganz gute Kindheit bis sich meine Eltern getrennt haben. Meine Mutter hat meinen Vater betrogen. Danach ist sie abgehauen. Mein Vater hat sich dann um mich gekümmert, er bekam dann Burn-Out und verlor seinen Job und die Wohnung. Wir sind dann zu seiner neuen Freundin gezogen, dort wurde ich kaum beachtet. Mein Vater war oft in der Spielhalle, am Saufen und mit seiner Freundin unterwegs. Er hat sich kaum um mich gekümmert. Die Wohnung und ich waren dann so verwahrlost, dass ich in Obhut vom Jugendamt genommen wurde. Meine Eltern haben sich dann gelegentlich bei mir gemeldet und wurden zu „Wochenendeltern“. Sie waren also an meinem Alltag nicht beteiligt, man hat ab und zu was unternommen, mehr nicht...Meine Eltern waren bei vielen Sachen nicht dabei unter anderem bei meinem Schulabschluss, ich fühle mich von meinen Eltern im Stich gelassen und habe durch die Sachen die vorgefallen sind heute noch mit vielen Dingen Probleme.

Heute bin ich 18 und habe meinem Vater gesagt was ich fühle, er hat dies nicht nachvollziehen können und darüber geweint dass ich so denke bzw. fühle. Er meint, dass er immer für mich da gewesen wäre usw. aber das war halt einfach nicht der Fall. Allerdings ist es natürlich nicht schön dass er deshalb weint. Ich weiß aber nicht inwiefern er sich da selbstbemitleidet, denn meine Gefühle kann er ja nicht nachvollziehen. Meine Mutter sieht auch keinen Fehler bei sich und beschwert sich dass ich ihr nicht vertraue. Wenn ich das Thema ansprechen möchte reagiert meine Mutter gereizt bzw. tut so als wäre nichts gewesen, mein Vater nimmt dann irgendwie die Opferrolle ein und wirft mir vor dass ich mich im Stich gelassen fühle.. Was soll ich nun machen? Denkt ihr mein Vater hat ein schlechtes Gewissen und dass er auch irgendwie das Opfer in der Situation war in Bezug darauf dass er betrogen wurde? (Er hat meine Mutter aber auch ständig belogen..)

Verhalten, Vater
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Das Gefühl, dass die Beziehung zu meinen Eltern oberflächlich ist?

Meine Mutter war nie für mich da, wenn ich ein Problem hatte und hat sich auch nie wirklich für mich interessiert. Sie hat mich eher als Freundin angesehen, mit der man was machen kann wenn ich gut drauf bin. Ich bin seitdem ich 14 bin im Heim. Mit meiner Mutter kann ich kein normales Gespräch führen, sie hört nie zu. Ab und zu gibt sie mir Klamottentipps, lädt mich zum Shoppen ein oder geht mit mir ins Kino etc. Das finde ich dann auch ganz nett, aber ich habe nicht das Gefühl dass sie meine Mutter ist und dass ich auf sie zählen kann.
Mein Vater hat sich auch kaum für mich interessiert, er lädt mich manchmal zum Party machen ein und will dann dass ich Fußball mit ihm gucke oder ein Bier trinke. Oder er meint, dass er ja so viel für mich tun würde, weil er mir manchmal Sachen kauft. Er sagt, dass ich ja doch stolz sein müsste so einen lockeren Vater zu haben.

Ich finde die Beziehung zu meinen Eltern aber extrem oberflächlich. Ich kann mit ihnen über nichts reden, manchmal habe ich das Gefühl wir wären nicht einmal verwandt. Bei Problemen würde ich mich niemals an meine Eltern wenden. Und die Tatsache dass ich mit meiner Mutter gelegentlich shoppen und mit meinem Vater saufen gehen kann, macht mich null glücklich. Solche Dinge kann ich mit Bekannten machen. Von meinen Eltern wünsche ich mir Zuverlässigkeit, Akzeptanz, Nähe, Sicherheit, Geborgenheit.. das konnten meine Eltern mir nie bieten.

Ich versuche meinen Eltern das so zu vermitteln, aber sie verstehen das nicht und meinen sie wären gute Eltern gemessen daran dass sie gelegentlich was mit mir unternehmen.. Versteht ihr was ich damit meine? Warum empfinden meine Eltern das Ganze nicht als oberflächlich?

Mein Vater sieht es als Ablehnung und Liebesentzug an, wenn ich kein Wodka mit ihm trinke oder keinen Fußball gucke. Für mich sind das alles Oberflächlichkeiten und ich lege keinen Wert darauf ob meine Eltern das mit mir unternehmen was ich will oder mir Sachen schenken.

Familie, Freundschaft, Eltern, Psychologie, Liebe und Beziehung, oberflächlich
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