Das ist nicht so einfach zu beantworten. Und an diese Zeit erinnere ich mich auch ungern zurück, obwohl es jetzt schon gute 30 Jahre her ist.
Ich kam vom Land, musste in die Stadt zur weiter gehenden Schule, und dort bin ich halt gestrandet. Ich weiß nur noch, ich war anders als die anderen Schüler und bin dementsprechend auch angeeckt. Woran ich mich noch gut erinnern kann, das ich unglücklich war, wenn ich mit "Herr" angesprochen wurde. Wobei ich mit "Frau", mich auch unwohl fühlte. Erklären, warum das so war, konnte ich nicht.
Ab 1998, ich war auf dem Kolleg (Institut zur Erlangung der allgem. Hochschulreife), kam es, dass wir unsere Lehrkörper mit Vornamen anreden und mit der Höflichkeitsform 'Sie' verwenden konnten [Vorname, ( ) Sie ...]. So, wie Sie es auch bei uns taten. Das gefiel mir u.a. richtig gut, da hier eine genderneutrale Anredeform gewählt wurde.
In den 2000 bin ich in die queere Szene eingetaucht. Dahin konnte ich gehen, allerdings merkte ich auch hier: Ich bin hier richtig, aber wo ich hingehöre weiß ich immer noch nicht. Als es dann um spezifische Dinge ging, konnte ich wieder nicht mich einfügen. Also zog ich mich zurück und habe diese Art von Kontakten gemieden. Es war frustrierend und verletzend zugleich.
Das kann so 2015/16 gewesen sein, wo ich hier in Berlin, mit den ersten non - binären Leuten zusammen gekommen bin. In den Gesprächen, merkte ich, hey es gibt ja auch noch Personen, die so fühlen, wie ich.
Ab diesen Zeitpunkt habe ich mich damit beschäftigt und auch belesen mit englisch sprachiger (Fach-) Literatur.
Hey, nach so langer Zeit habe ich die Antwort gefunden gehabt.