Was ist bei der Bleiacetatherstellung schief gegangen?

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3 Antworten

Das ist ungefähr das, was ich erwartet hätte. Die Essigsäure ist viel zu schwach, um metallisches Blei aufzulösen.

Das Redoxpotential von Blei ist nur schwach negativ

Pb²⁺ + 2 e⁻   ⟶  Pb       E₀=−0.13 V

Das Wasserstoffpotential beträgt natürlich exakt 0 V

2 H₃O⁺ + 2 e⁻   ⟶   2 H₂O + H₂

aber das nur bei pH=0, und pro pH-Einheit nimmt es um etwa 58 mV ab, IIRC. Verdünnte Essigsäure hat einen pH zwischen 2 und 3, das ergibt grob ein Redoxpotential von E≈−0.15 V, also kommt das in denselben Bereich wie beim Blei, und man muß allerhand Details berücksichtigen (Aktivitäten, Löslichkeiten, Mondphasen), um herauszufinden, ob die Reaktion noch abläuft — ich würde davon ausgehen, daß sie es eher nicht tut.

Bleiacetat macht man, indem man das Blei in einer starken Säure löst (eigent­lich kommt nur HNO₃ in Betracht, weil Bleichlorid und -sulfat schwer­lös­lich sind), dann das Hydroxid ausfällt, abfiltriert und in Essigsäure auflöst.

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Waren die Blei-Stücke denn blank poliert, d.h. glänzend? Eine (trübe oder sogar dunkle) "Passiv-Schicht", die durch Oxidation an der Luft entsteht, kann die Reaktion mit der Säure behindern. Falls das der Fall ist: Bleistücke beim nächsten Mal polieren!

Ansonsten: Gleiche Menge Blei in kleineren Stücken einsetzen (gibt eine grössere Angriffsfläche für die Säure), oder/und länger "kochen" (in einer Apparatur mit Rückflusskühler - wenn vorhanden - kann man sehr lange kochen, ohne dass die Komponenten unrettbar verdampfen!).

Der weisse Rückstand könnte durchaus Bleiacetat gewesen sein - eine Nachweis-Reaktion auf Blei-Ionen könnte das ggfs. bestätigen. 

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Kommentar von JonasLehberg
30.06.2016, 18:34

Die Stücke waren weißlich glänzend. Wir haben sie frisch abgeschlagen, weshalb ich eine Bleioxidschucht ausschließen kann.

Ist es schlecht, wenn man die Essigsäure immer nachfüllt, weil dann Teile verdunsten oder ist das egal?

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Hi,

du kannst stundenlang auf den Brocken rumkochen, ohne daß die sich vollständig auflösen.

vermutlich hat der Versuch aber geklappt. Nur halt nicht in der von dir durchgeführten Weise mit dem von dir erhofften Ergebnis (Menge).

Wenn du drüber nachdenkst, was wohl besser brennt, ein dicker Ast oder ein Haufen Zahnstocher, dann kannst du auch zu der Überlegung kommen, warum Blei als Pulver vielleicht besser geklappt hätte.

m.f.G 

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Kommentar von ThomasJNewton
01.07.2016, 05:44

Trotz allem, was richtig ist, Thema verfehlt.

Blei ist zwar kein Edelmetall, aber nur ganz knapp davor.
Das ist der Grund, wie erläutert.

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