Was genau unterscheidet den kritschen Realismus von dem radikalem Konstruktivismus?

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Der radikale Konstruktivismus ist kein Realismus. Darin besteht ein wesentlicher Unterschied zum kritischen Realismus. Beide Standpunkte bestreiten dagegen (in einem gemeinsamen Gegensatz zu einem naiven Realismus) die Meinung, Sinneswahrnehmung seien einfach getreue Abbilder der Wirklichkeit im Sinn von Realität.

Realismus bezeichnet in diesem Zusammenhang den erkenntnistheoretischen Standpunkt, es gebe eine vom Geist/Verstand/Bewußtsein unabhängige Welt und über diese seien Erkenntnisse/Wissen möglich.

Naiver Realismus nimmt die Existenz einer vom Geist/Verstand/Bewußtsein unabhängigen Außenwelt an und meint, die Dinge seien genau so, wie sie wahrgenommen werden. Die Erkennbarkeit der Dinge, wie sie wirklich sind, wird uneingeschränkt vorausgesetzt. Der naive Realismus sagt: „Es gibt eine reale Welt; sie ist so beschaffen, wie wir sie wahrnehmen.”

Dies ist eine Einstellung, bei der eine kritisch-erkenntnistheoretische Reflexion unterbleibt und die Inhalte der Wahrnehmung und das Ansichsein des Wahrgenommenen identifiziert bzw. genauer ausgedrückt in unbefragter Selbstverständlichkeit als Einheit verbunden werden.

Diese Erkenntnistheorie scheitert an dem Auftreten von Sinnestäuschungen und der nicht abstreitbaren Rolle des Denkens beim Erkennen.

1) Die Sinneswahrnehmung ist keine völlig zuverlässige Gewähr für die Realität. Etwas ist nicht unbedingt so, wie es zu sein scheint.

2) Wahrnehmung ist kein passives Geschehen, bei dem die Gegenstände unmittelbar ein getreues Abbild schaffen. Beim Wahrnehmen gibt es ein aktives Erfassen durch das Subjekt. Dieses hat auch eine Denkweise, mit der es deutet, trägt Formen der Anschauung in sich, die der Erfahrung vorausgehen.

3) Die Sinneswahrnehmung vergegenwärtigt nicht einfach immer genau eine Sacheinheit und diese ganz, sondern es ist in bestimmten Fällen eine Erschließung durch begriffliches Denken nötig. Dagegen kann eine eingeschränkte Variante des Realismus, kritischer Realismus, mit Argumenten vertreten und mit Erfolgsaussichten verteidigt werden: Es gibt eine vom menschlichen Denken unabhängige Wirklichkeit und diese ist zumindest bis zu einem gewissen Grad erkennbar.

Der kritische Realismus unterscheidet aber Wirklichkeit und Anschein, reflektiert menschliche Erkenntnismöglichkeiten sowie ihre Grenzen und begründet seinen Standpunkt. Aus dem Umstand, unsere Wahrnehmung (Bild der Wirklichkeit)/Vorstellung/Erkenntnis geistig herzustellen (zu konstruieren) folgt nicht zwangsläufig, die Wirklichkeit, von der wir Wahrnehmung/Vorstellung/Erkenntnis haben, sei einfach nur vom Gehirn/menschlichen Geist geschaffen und überhaupt nicht erkennbar, wie sie tatsächlich ist.

Der radikale Konstruktivismus vertritt den Standpunkt, es seien keine objektiven Aussagen über die Wirklichkeit möglich. Nach Meinung des radikalen Konstruktivismus ist eine erkennende Verbindung eines Subjekts zu einer objektiven Wirklichkeit (Realität) ganz grundsätzlich unmöglich. Beobachtende und Beobachtungswelt seien nicht getrennt, jeder Sinnesreiz werde vom Subjekt mit seinem Erfahrungshintergrund verarbeitet und es gebe keinen unabhängigen Bezugspunkt, ein wahres Wesen der Dinge oder eine Richtigkeit festzustellen. Alle Subjekte schaffen oder erfinden nach dem radikalen Konstruktivismus eine Wirklichkeitswelt der Subjekte. Erkennen ist nach diesem Standpunkt nichts, das zu einer Übereinstimmung zwischen Subjektivem und Objektivem gelangt. Erkennen (Kognition) gilt ihm als Konstruktion von Wirklichkeit, die unter dem Gesichtspunkt eines Mittels beurteilt wird, nach der Gangbarkeit (Viabilität) im Gebrauch (ist sie passend zu einem erfolgreichen Überleben/Leben).

Es handelt sich um 2 Antworten auf die Frage nach dem Objekt der Erkenntnis: im einen Fall erkennen wir Gegenstände, im anderen Konstruktionen der Gegenstände (Bilder). Man könnte also auch von Realismus und Idealismus (Bildtheorie) sprechen. Die Unterscheidung naiv/ kritisch kann man in beiden Fällen anbringen, je nachdem, wie gut begründet die Position ist (letztlich handelt es sich dabei meist um eine Geschmacksfrage).

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