Warum gibt es eigentlich verschiedene Blutgruppen?

2 Antworten

Es gibt bestimmte Zucker und Eiweißmoleküle auf der Oberfläche von roten Blutkörperchen. Davon gibt es tausende und bei fast jedem Menschen findet sich eine andere Kombination davon. Es gibt nur zwei Gruppen, die das Immunsystem stark aktivieren. Eine davon klassifiziert man in drei Arten: A, B, Null. Da es sich um einen sogenannten kodominanten Erbgang handelt, kann es auch AB geben, dann sind einfach beide Zucker auf der Oberfläche, gleichzeitig. A und B haben jeweils einen (N-Acetyl)Galactoserest zusätzlich zu der Kette von Null. Das Immunsystem erkennt jedoch jeweils den äußersten Teil davon. Das Problem ist nämlich, dass sogenannte Antikörper, Teile der Immunreaktion und diese verstärkend, gegen die nicht bei einem selbst vorkommenden Oberflächenzucker gebildet werden.

Bei Rhesus handelt es sich dagegen um Eiweiße. Im wesentlichen Typ "D", der entweder vorkommt (positiv) oder in 10% abwesend ist. Der Name rührt daher, dass sich bei (Rhesus)Affen dieselben vorkommen.

Es gibt aber theoretisch tausende an verschiedenen Blutgruppensystemen, jeder hat eine einzigartige Oberfläche auf seinen roten Blutkörperchen. Nur diese zwei Klassen lösen am öftesten Immunreaktionen nach Transfusionen mit Schock und meist Todesfolge aus.

Man kann dann nämlich so gut wie nichts mehr machen; nicht umsonst kann ein Arzt seine Zulassung verlieren und in den Knast wandern, sofern er fahrlässig die falsche Blutgruppe transfundiert!

Blutgruppen sind erbliche, überwiegend stabile Eigenschaften von Blutbestandteilen, die sich bei den verschiedenen Individuen oder auch Gruppen (Familien, ethnischen Gruppen und Rassen) unterscheiden.

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