Kinderkur 1976 in Bad Salzuflen? Wo war das?

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Hallo Dodida!

Vor Jahren wurde ich rein zufällig einmal von einem Kinderheim-Kurkind in ganz ähnlicher Sache befragt. Den "Fall" konnte ich aufklären, weil mir letzten Endes der Einsender ein Foto mit einer Straßenansicht schickte. Dabei war die Sache schwierig. Die Kurverwaltung hatte keine Unterlagen mehr von verschiedenen Häusern, die dort mitbetreut waren. Das Heim, mit katholischem Namen, war der kath. Kirche in Bad Salzuflen entweder nicht mehr geläufig, oder man legte keinen Wert darauf mir zu antworten.

Letztlich bat ich den Leiter des Stadtarchivs Herrn Meyer, mir doch bitte zu helfen. Der war recht fleißig und konnte bestätigen, dass das Kinderkurheim auf der Wenkenstraße war, von der Kirche verkauft oder zu Eigentumswohnungen umgenutzt ist. Wohl gemerkt, die Kirche antwortete mir nicht.

Dem jetzt nicht mehr jungen Mann konnte ich also helfen.

In anderer Sache lag das gesuchte Kinderkurheim im Wald am Asenberg. Das war das damalige Kinderkurheim der Geschwister KÖLLING, Unter den Buchen 2. Dieses mit Schiefer gedeckte Haus und viel Freifläche ist mindestens seit Ende der 70er Jahre als Privatanwesen feudal genutzt, offensichtlich seit 2 Jahren neu verkauft und bewohnt. Es ist schon ein herrschaftliches Ambiente, besonders dann, wenn dort nur etwa 2oder 3 Personen, also nicht mehr als eine Familie wohnt.

Wenn Sie mit Fotos und Erinnerungsvermögen nachhelfen können, versuche ich zu helfen. Ich bin aber kein gebürtiger Bad Salzufler, ggf. wäre der Weg ins Stadtarchiv hilfreicher.

Das Kurwesen in Deutschland ist durch die verschiedenen Gesundgeitsgesetze und Einschränkungen sehr ruhig geworden. Kinder sind leider nicht mehr die Zielgruppe, Sozialversicherte sind auch weniger geworden. Das Geld sitzt selbst bei den Reichen nicht mehr so locker. Und, wer auf die Pauke hauen will, der sucht sich sein Heilbad entsprechend aus. Der "Billigheimer" kurt in Polen, Tschechien, Ungarn usw. Der etwas vermögendere Gast hat dann die freie Auswahl unter den vielen Deutschen Kurorten.

Für mich selbst ist Bad Salzuflen mit seiner histor. Altstadt und der Umgebung mit Wald ein idealer Lebensraum. Ich hoffe, Sie haben diese guten Erinnerungen auch und bewahren diese.

Noch etwas: Vermutlich leben ihre Eltern nicht mehr.Dann haben Sie das gleiche Problem, wie meine Kinder. Diese befragen mich über vergangene Dinge, die diese mir und meiner Frau vorher nie gestellt haben. In deren aktuellen Alter heute kommt der Wunsch hoch, vieles damals weniger Wichtige zu rekapitulieren. Und ich bringe dann auch nur noch das zusammen, was sich bei mir in einen "alten Kopf" festgehalten hat.

Ich wünsche Ihnen viel Glück!

Hallo, auch ich möchte meine Erinnerung der Kindheit auffrischen! war mit 5 jahren 1973 dort. Ich weiss aber genau das das Kinderkurheim "Asental" hies wo ich war......vielleicht ist es ja das gleich? wobei dort wohl kein Schwimmbad im Keller was. Ansonsten kan man sich ja auch an die Gemeinde wende. Oder schau dir mal die andere Frage hier zu an "Es gab einmal ein Kinderheim Asental".....Gruss

Hallo, ich war mit 5 Jahren auch in einem Kindererholungsheim in Bad Salzuflen. 1973 war das. Mein Vater war Eisenbahner und dieses Kurhaus war wohl für Kinder von Bahnangestellten. Ich war wegen meiner Bronchien dort. Das Gebäude Villa Dürkopp könnte in Frage kommen. Ich kann mich noch an die Treppe in der Halle gut erinnern. An einen Spielplatz kann ich mich auch noch sehr gut erinnern. Solebäder waren jeden Tag angesagt unten im Keller und dort war auch ein großer Fernsehraum. Ich war 6 Wochen dort. Meine Erzieherinnen waren eine sehr dünne Rothaarige mit Locken und großer Brille und eine dunkelhaarige kleine. Der Waschraum, der Schalfsaal, das Spielzimmer und der Speisesaal lagen auf der gleichen Etage. Im oberen Geschoss waren die größeren Kinder. Das Essen wurde immer mit einem Essensaufzug nach oben geschafft. Ich würde sehr gerne wieder an den Ort der Kur zurückkehren um einiges zu verarbeiten.

Viele Grüße Bettina

Hallo Bettina, bist du noch auf der Suche? Es gibt eine Seite im Internet....nennt sich Verschickungskinder....schau mal da nach....Liebe Grüße

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ich war 3 jahre später in bad salzuflen zur kur. ich kann mich noch soweit dran erinnern, das das gebäude kurz vor einem recht großen wald stand. nur wie das gebäude hieß oder ob es noch mehrere in dem ort gibt, weiß ich leider auch nicht mehr. ist ja doch schon ne weile her..

Sehr geehrter Herr Bongardt,

vielen Dank für Ihr Engagement!

Ich glaube zu wissen, dass Sie ein historisch interessierter Mensch sind. Schon deshalb habe ich Ihre Ausführungen und Hinweise mit großem Interesse gelesen.

Ich habe Bad Salzuflen und seine Natur in sehr schöner Erinnerung. Vielleicht ist es nach so vielen Jahren weniger eine Erinnerung, als mehr ein emotionaler Zugang. Es waren nur sechs Wochen meiner Kindheit, aber ich glaube mich noch an die reine Luft, und die Gerüche des Herbstes zu erinnern. Natürlich auch an Regenspaziergängen im Wald, die nassfeuchte Kleidung, und den gelben Regenmantel, auf den der Regen prasselte. Scheinbar belanglose Erinnerungen, - und doch so schöne. Wir möchten uns an Dinge erinnern, die auf irgendeine Weise bedeutsam waren, - oder wieder Bedeutsamkeit erlangen. Vielleicht geht es auch Ihren Kindern so.

Ich habe mir die Wenkenstaße per Google Earth angeschaut. Leider hatte ich keinen Zugang, - was nichts bedeuten muss, nach so langer Zeit. Es könnte eine katholische Einrichtung gewesen sein, da ich selbst katholisch bin. Allerdings wiederspricht hier die Ratio ein wenig: Ich habe das Ganze konstruktiv und liberal in Erinnerung und dennoch mit Struktur. Vielleicht zu konstruktiv und liberal, für eine katholische Einrichtung der siebziger Jahre. Mein Kopf sagt mir, ich müsste mich vielleicht auch an katholisch geprägte Rituale erinnern. Oder vielleicht, die ein oder andere Nonne, oder einen Pfarrer. Nichts. Vielleicht habe ich einfach keinen Zugang mehr, weil es nicht bedeutsam war. So wie sich heute aber wieder Menschen an katholische Einrichtung im wahrsten Sinne des Wortes - leider Gottes - erinnern müssen, regt sich bei mir der Zweifel, dass es eine katholische Einrichtung gewesen sein könnte. Dass die katholische Kirche nicht sehr auskunftbereit ist, verwundert mich in diesem Zusammenhang nicht. Ich aber glaube eine insgesamt schöne Zeit dort verlebt zu haben.

Ich glaube auch nicht, dass es ein historisches Gebäude war. Ich habe zu alten und historischen Gebäuden einen positiven Zugang. Es war eher - für die damalige Zeit - ein durchaus modernes Gebäude. Vielleicht in den sechziger Jahren gebaut. Es hatte eine Seite mit sehr großen, langen Fenstern. Wir waren in großen Schlafzimmern untergebracht, - etwa acht Kinder in einem Zimmer. Vor den Schlafräumen war ein sehr breiter Flur, der auch als Aufenthaltsraum genutzt wurde. Wir haben dort gebastelt oder gemalt. Und dieser breite Flur hatte diese großen Fensterflächen.

Von der Architektur ähnlich der Klinik Flachshaide, aber es kommt nicht hin, da sie laut Homepage Ende der achtziger Jahre erbaut wurde.

Mein Vater war Eisenbahnbeamter. Deshalb käme die andere Einrichtung grundsätzlich auch in Frage. Aber auch dies ist ein historisches Gebäude. Ich kann mich auch nicht an zwei exponierte Schwestern erinnern, oder einen Schäferhund. Das Betreuungspersonal meines Kuraufenthaltes schien - aus heutiger Sicht - professionell. Vielleicht Erzieherinnen.

Die Wellenrutsche war wohl als sechsjähriger bedeutsam. Und die Minigolfbahnen. Ansonsten führte an dem Haus direkt in meiner Erinnerung keine stark befahrene Straße vorbei. An einen Waldweg glaube ich mich zu erinnern. Dieser Waldweg führte an dem Haus vorbei. Er traf auf eine Straße, die ins Tal führte. Aber die Straßenführung hat sich nach so vielen Jahren bestimmt auch geändert.

Würde mich freuen, wenn Ihnen noch etwas einfällt. Bin für jede Idee dankbar!

Viele Grüße Dodida