Ist EDM tot?

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2 Antworten

Tot aufjedenfall nicht. Hat sich eben aber leider dahingehend verändert, dass auch hier große Künstler immer mehr und kleine immer weniger gehört werden. Deshalb ist mir gestern auch ein Stein vom Herzen gefallen, als bekannt wurde, dass SoundCloud erstmal überlebt und nicht pleite geht, da kleine unbekannte Künstler auf Spotify und Co. ja gar keine Chance mehr haben.

Wenn man lange genug sucht, findet man noch einzigartige Musik, jedoch wurde EDM komplett vom Mainstream überrollt, viele tun so als würden sie Techno hören, obwohl es eigentlich Martin Garrix oder so ist.

Es gibt wenige "große" Künstler, die noch wirklich gut sind und Veränderung reinbringen, ich zB. höre sehr gerne Tchami und dessen Label Confession. 

Aber Tchami zB hat auf SoundCloud knapp 500k Follower und seine Tracks unterscheiden sich untereinander mehr als sich die von David Guetta und was weiß ich welchem anderen Mainstreamproduzenten unterscheiden, da ist alles nur ein Einheitsbrei. Das traurige ist aber, dass dann die Tracks von solche großen Produzenten für ihre einzigartige Melodie oder was auch immer gefeiert werden und mega viel Aufmerksamkeit bekommen, während die guten Künstler relativ unbekannt sind.

Das Gefühl hatte ich schon Ende der '90er. Das, was die Allgemeinheit derzeit als EDM bezeichnet, ist nur noch ein blasses Abbild dessen, was man in den '90ern unter der Bezeichnung Electronica zusammenfasste (Techno, Trip-Hop, Big Beat, Drum & Bass, Goa/Psy-Trance usw.).

Ich muss doch nur schauen, was auf Gute Frage regelmäßig für "Lieder" gesucht werden. Weichgespülte Chart-Suppe mit Elementen der zuvor genannten Stile. Da existieren nur noch Reminiszenzen, mehr nicht.

Zudem muss man bedenken, dass die Möglichkeiten eines Genres begrenzt sind. Irgendwann sind sämtliche Klangkombinationen ausgeschöpft.

Früher hat man dann eben einfach ein neues Genre erfunden bzw erschaffen, aber solche stilprägenden Musiker gibts halt bei EDM heutzutage (fast) nicht mehr.

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@Swaguser1234567

Wobei es früher natürlich auch einfacher war, weil die Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft wurden. Da muss man sich nur mal ein Album von Autechre oder Aphex Twin reinziehen. Das waren Meilensteine elektronischer Klangkunst.

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Lieder wie "Bone Dry" kommen meiner Meinung nach einfach nicht an Lieder wie "Truth" oder "Till It's Over" heran.

Ich habe jetzt mal in das zuletzt genannte Stück reingehört und muss sagen: Schrecklich. Das ist genau dieses Chart-Pop-Gedönse, das ich aktuell so grottig finde. Ein bisschen Trallala für die Massen, glattgebügelt, ohne jeglichen Reiz. Blanke Konservenmusik.

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