Inwiefern musstet ihr eure bisherigen Vorstellungen vom Berufsleben ändern?

9 Antworten

Abgesehen davon, daß ich mit meinem mal erlernten Beruf gar nichts mehr zu tun habe, sind meine Vorstellungen eigentlich immer noch unverändert. Mein jetziger Beruf macht sehr viel Spass, ist stressig, bringt Freude (und Leid), hat sehr viel mit Menschen zu tun. Wenn ich mich heute noch einmal entscheiden müßte, würde ich sofort und ohne Zwischenstopp auf meinen jetzigen Beruf zurück greifen.

Ich mußte meine Vorstellungen eigentlich bisher nicht ändern. Man lernt stetig dazu, ja, aber grundlegend ändern, nein.

Je mehr Erfahrung man hat, desto mehr Facetten, Probleme und Lösungen kennt man natürlich. Aber ich bin dank Elternhaus, Schule und Studium gut vorbereitet in das Berufsleben eingetreten. Man muß sich sehr früh von unpassenden Illusionen frei machen und lebensnah herangehen, sonst wird man enttäuscht. Das gleiche gilt aber auch für Menschen, oder?

Ich habe im Laufe meines Lebens schon mehrfach den Beruf gewechselt, etwa weil einer sich in eine Richtung entwickelte, die mir nicht mehr gefiel oder weil eine Tätigkeit mir nach einigen Jahren nicht mehr spannend genug war oder mir zu wenig Entscheidungsspielraum bot.

1954 in Berlin bei der Post gelernt (A2), wurde eingesetzt als A5 -ohne Gehaltsausgleich-; gewechselt als Freiwilliger (Z12) zur BW. Dort alles so, wie vorgestellt; Abitur und Studium gemacht; zur Justiz wieder nach Berlin als SozArb im geschl. Vollzug. Echt enttäuscht über Vorgesetzte (nicht Inhaftierte!!!). Beim Bund hätten die nahezu durchgängig die schlechtesten Persönlichkeitsnoten bekommen. Bin dann endlich vorzeitig und rechtzeitig in Pension gegangen, weil sonst noch mehr von Pension gekürzt worden wäre und keine Zusage eingehalten wurde sowie Mobbing an der Tagesordnung war. Jetzt fühle ich mich aber sauwohl!!

Ehrlich gesagt hatte ich nie eine besonders konkrete Vorstellung von meinem Berufsleben... Hab einfach alles mal ausprobiert, was ich kriegen konnte - Bürojobs, Call-Center, Pizza-Fahrer und - Bäcker, Burgerbraten bei McDoof, Serviererin im jap. Restaurant, Bilder-Retusche bei ner Grafikagentur, Bier-Promotion, Altenpflege, Trockenbau, Web-Design, Kekse verpacken in ner Fabrik, Geschichte und Gestaltungstechnik studieren usw. usw.
Hat alles Spaß gemacht, auch, wenn es nicht immer viel Geld oder tolle Kollegen gab und ich auch zeitweise ohne Arbeit rumsaß. Letztendlich bin ich das geworden, was ich irgendwie immer schon war: Kunstmalerin, das kann auch am besten ;o). Hat aber lange gedauert und Mut gebraucht, sich dazu zu bekennen - und jobben muß ich weiterhin, denn Kunst ist oft auch 'brotlos'.

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