Inwiefern musstet ihr eure bisherigen Vorstellungen vom Berufsleben ändern?

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9 Antworten

Ich mußte meine Vorstellungen eigentlich bisher nicht ändern. Man lernt stetig dazu, ja, aber grundlegend ändern, nein.

Je mehr Erfahrung man hat, desto mehr Facetten, Probleme und Lösungen kennt man natürlich. Aber ich bin dank Elternhaus, Schule und Studium gut vorbereitet in das Berufsleben eingetreten. Man muß sich sehr früh von unpassenden Illusionen frei machen und lebensnah herangehen, sonst wird man enttäuscht. Das gleiche gilt aber auch für Menschen, oder?

Abgesehen davon, daß ich mit meinem mal erlernten Beruf gar nichts mehr zu tun habe, sind meine Vorstellungen eigentlich immer noch unverändert. Mein jetziger Beruf macht sehr viel Spass, ist stressig, bringt Freude (und Leid), hat sehr viel mit Menschen zu tun. Wenn ich mich heute noch einmal entscheiden müßte, würde ich sofort und ohne Zwischenstopp auf meinen jetzigen Beruf zurück greifen.

Ehrlich gesagt hatte ich nie eine besonders konkrete Vorstellung von meinem Berufsleben... Hab einfach alles mal ausprobiert, was ich kriegen konnte - Bürojobs, Call-Center, Pizza-Fahrer und - Bäcker, Burgerbraten bei McDoof, Serviererin im jap. Restaurant, Bilder-Retusche bei ner Grafikagentur, Bier-Promotion, Altenpflege, Trockenbau, Web-Design, Kekse verpacken in ner Fabrik, Geschichte und Gestaltungstechnik studieren usw. usw.
Hat alles Spaß gemacht, auch, wenn es nicht immer viel Geld oder tolle Kollegen gab und ich auch zeitweise ohne Arbeit rumsaß. Letztendlich bin ich das geworden, was ich irgendwie immer schon war: Kunstmalerin, das kann auch am besten ;o). Hat aber lange gedauert und Mut gebraucht, sich dazu zu bekennen - und jobben muß ich weiterhin, denn Kunst ist oft auch 'brotlos'.

1954 in Berlin bei der Post gelernt (A2), wurde eingesetzt als A5 -ohne Gehaltsausgleich-; gewechselt als Freiwilliger (Z12) zur BW. Dort alles so, wie vorgestellt; Abitur und Studium gemacht; zur Justiz wieder nach Berlin als SozArb im geschl. Vollzug. Echt enttäuscht über Vorgesetzte (nicht Inhaftierte!!!). Beim Bund hätten die nahezu durchgängig die schlechtesten Persönlichkeitsnoten bekommen. Bin dann endlich vorzeitig und rechtzeitig in Pension gegangen, weil sonst noch mehr von Pension gekürzt worden wäre und keine Zusage eingehalten wurde sowie Mobbing an der Tagesordnung war. Jetzt fühle ich mich aber sauwohl!!

ich wollte einst Goldschmiedin werden.... hab dann aushilfsweise gekellnert und bin erst mal in der Gastro hängen geblieben... Hab in den letzten 30 Jahren (auch der Kinder wegen) nahezu jeden Job angenommen - von Fabrik bis Verkauf..... hab im Frühjahr bei einem Supermarkt eine Festanstellung bekommen - was in meinem Alter (46) wie ein 6er im Lotto ist, bin dort sehr glücklich, Kollegen, Chef, Gehalt, Kunden - wirklich alles super! Und repariere bis auf den heutigen Tag abgerissene Kettchen, Anhänger etc von mir und meinen Kindern.... Habe nie bereut, keine Lehre gemacht zu haben!

Ich finde Deinen Lebenslauf typisch für die heutige Zeit und auch ok. Nur die Aussage "Ich habe nie bereut, keine Lehre gemacht zu haben" die finde ich nicht so toll! Das kann doch kein Vorschlag für die heutigen jungen Leute sein!

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@heinzundevi

es sollte ja auch kein Vorschlag für die heutige Jugend sein! Wollte nur damit zeigen, dass man auch glücklich werden kann, wenn man seine Berufsträume nicht verwirklichen kann - aus welchen Gründen auch immer......

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Ich habe im Laufe meines Lebens schon mehrfach den Beruf gewechselt, etwa weil einer sich in eine Richtung entwickelte, die mir nicht mehr gefiel oder weil eine Tätigkeit mir nach einigen Jahren nicht mehr spannend genug war oder mir zu wenig Entscheidungsspielraum bot.

Nach meinem Studium im technischen Bereich (1972) bekam ich als erste Anstellung nur eine Stelle im kaufmännischen Bereich. Ich war nicht glücklich, habe mich aber "reingekniet" und im Laufe der Jahre viel Freude an einer solchen Tätigkeit entdeckt, so dass ich dann mit fast 40 noch einen neuen Berufsabschluss gemacht habe. Trotz meiner 4 Kinder war ich immer voll berufstätig und hab das nie bereut, auch wenn es manchmal stressig war. Jetzt bin ich 54 und hätte ehrlich gesagt keinen Elan und keine Lust mehr, noch mal was Neues anzufangen.

Ich mußte lernen, daß gute Zeugnisse mit tollen Noten und ein guter Berufsabschluss keine Sicherheit für Arbeit sind. Ich hatte in meinem Leben leider meist nur Zeitverträge als Großhandelskauffrau und nach den Kindern habe ich es nie wirklich dorthin zurück geschafft. Ich wollte damals außerdem ins Hotelgewerbe, aber aufgrund der Flut der Bewerber wurde es dann was anderes. Meinen Traum von einer Radiosprecherin bei RTL habe ich schnell als Teenie begraben müssen, da meine Eltern mich schon nach einigen Wochen Luxemburg wieder zu Hause haben wollten. Ein Traum, dem ich heute noch nachhänge.......

Ich wusste sehr lange nicht, was ich eigentlich wollte und bina dann mehr oder weniger zufällig erst Erzieherin geworden und habe im Anschluss Sozialarbeit studiert....wenn ich mit heutigem Wissen und Finanzen nocch mal durchstarten könnte, würde ich vielleicht Kinderärztin oder Grundschullehrerin werden wollen.

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