Zur Parlamentswahl Ende September in Moldau: Welche Weichenstellung wird sich da wohl ergeben?
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Wirtschaftliche Abnabelung von RusslandDie Republik Moldau hat sich mit Hilfe der EU in den vergangenen Jahren tatsächlich Schritt für Schritt aus der Umklammerung Moskaus lösen können.
Wichtigstes Instrument dazu ist ein 2016 in Kraft getretenes Freihandelsabkommen mit der EU, das es insbesondere der moldauischen Landwirtschaft erleichtert hat, ihre einstige Abhängigkeit vom russischen Markt abzustreifen. Mehr als 65 Prozent der moldauischen Exporte gehen inzwischen in die EU. Der zweitwichtigste Handelspartner ist die Ukraine. Moldaus Handel mit Russland macht nur noch etwa 2,5 Prozent des Gesamtvolumens aus. Ohne das strategische Handelsabkommen wäre dieser Wandel nicht möglich gewesen.
Der Besuch von Merz, Macron und Tusk am 34. Jahrestag der moldauischen Befreiung von russischer Herrschaft sowie die geplanten Reden der drei Politiker bei der zentralen Feier zum Unabhängigkeitstag sind Zeichen dafür, dass die EU ihre Unterstützung für den Westkurs des Landes fortsetzen will.
Das entspringt auch der Einsicht, dass die Westbindung Moldaus noch äußerst fragil ist. Zwar ist der wirtschaftliche Einfluss Russlands gesunken, politisch unternimmt der Kreml aber weiter große Anstrengungen, das Land wieder stärker in seine Einflusssphäre zu bringen. Die Neuwahl des Parlaments in Moldau Ende September wird wichtige Weichenstellung erzeugen.
Quelle: Kanzler in Moldau: Ein Besuch zur Hilfe gegen Moskau (August 2025)
https://www.gmx.net/magazine/politik/merz-macron-tusk-staerken-moldaus-regierung-ruecken-41320730