Frage von ypsilonO, 49

Wirtschaftsfachwirt Ja oder Nein?

Hallo,
Ich (gelernter Logistiker) war mit einem Alter von ca. 26 Jahren auf der BBS-Wirtschaft, habe das Schuljahr aber kurz vor Ende abgebrochen, da ich einen guten Job als Logistiker in einem Finanzbetrieb erhalten/ergattern habe/konnte!
(Arbeitszeiten: Mo-Fr. / 08-16Uhr & sehr guter Bezahlung).

Aber da mich die Wirtschaft noch heute & immer fasziniert, bereue ich den Abbruch schon etwas! Deswegen habe ich mich informiert und gesehen, dass es eine Weiterbildung als/zum Wirtschaftsfachwirt gibt (Nebenberuflich 2x die Woche)!

Kennt sich jemand damit aus & ist es empfehlenswert?

Ps jetzt bin ich 30 Jahre jung/alt, aber noch immer motiviert! :-)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von feakadella, 20

Klares JA!

Wir sind noch älter als Du und machen auch den Wirtschaftsfachwirt. Informationen, Tipps und Lernmaterialien gibt es hier http://wirtschaftsfachwirt.blogspot.de/

Die Weiterbildung ist nicht nur super interessant, sondern auch sehr umfangreich. Man kann wirklich in alle wirtschaftlichen Bereiche reinschauen. Allein im Rechnungswesen hat man Controlling, Finanzbuchhaltung, Kosten- und Leistungsrechnung und Rechnungen aus der Betriebswirtschaftslehre. Auch die Grundlagen in VWL und BWL sind super interessant und lehrreich. Sicher, die Inhalte gehen nicht so tief wie in einem BWL Studium, dennoch ist man wirklich mit vielen Informationen versorgt und bekommt ein gutes, umfangreiches Bild über die Disziplinen. 

Es kann  auch ein gutes Sprungbrett sein, wenn man sich danach noch anderweitig weiter bilden möchte, egal in welche Richtung. Der Umfang ist schaffbar, man sollte sich aber darauf einstellen, dass es recht viel Arbeit ist. Dazu kann man noch sagen, dass man sich mit den richtigen Hilfsmitteln ( Bücherliste, siehe unser Blog ) gut durcharbeiten kann. Wir werden auch noch youtube videos zu den Inhalten machen. 

Wer sich später selbstständig machen will oder sich danach noch weiter bilden möchte ( ggf. Studium ?), dem sei das wärmstens ans Herz gelegt. Dzu kommt, dass die Weiterbildung echt kompakt ist. Wir absolvieren die bei ILS in 18 Monaten. Sind superglücklich.

Mach es, es kann Dich nur weiterbringen!

Expertenantwort
von FORTBILDUNG24, Business Partner, 24

Hallo ypsilonO,

wir finden, dass Dir Lynx77 hier genug Anregungen gegeben hat um diesen Schritt zu gehen. Mit 30 bist Du dafür sicher nicht zu alt. Hast im Normalfall ja noch über 30 Jahre Job vor Dir.

Finanzieren kannst Du diese "Aufstiegsfortbildung" mit dem neuen Aufstiegs-BAföG  (Meister-BAföG).

Akademien für die Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt berufsbegleitend kannst Du bei uns hier kostenlos vergleichen (Starttermine, Standorte bundesweit, Kosten etc.):

https://www.fortbildung24.com/wirtschaftsfachwirt-ihk/suchergebnisse.html

Viel Erfolg und alles Gute

Serviceteam FORTBILDUNG24

Antwort
von ombie, 26

Hallo ypsilonO,

mit 30 Jahren finde ich eine Weiterbildung als Wirtschaftsfachwirt nicht zu spät. 

Die Frage, die ich mir aber stellen würde, ist, ob der Betrieb finanziell etwas beisteuert oder ob du selber auf den Kosten sitzen bleibst. Es ist nämlich nicht billig!

Zudem ist es wichtig, ob dir Fächer wie Betriebs- und Volkwirtschaftslehre, also wirtschaftliche Zusammenhänge und Fälle, liegen? Denn das wird dein Schwerpunkt sein. Wenn du mehr im industriellen Bereich tätig sein willst, würde ich zu einer Weiterbildung als Industriefachwirt raten, wodurch die Auftsiegsmöglichkeiten wahrscheinlicher sind. Jedoch bin ich mir unschlüssig, ob du als gelernter Logistiker zugelassen wirst. Einfach mal im Internet googeln oder bei der IHK anrufen. 

Viel Glück!

Kommentar von ypsilonO ,

Hallo :-)
Danke für deine Nachricht!
Ja die Berechtigung von der IHK würde ich erhalten. Habe dort schon mich erkundigt :-)

Antwort
von Lynx77, 20

Ich bin auch Wirtschaftsfachwirt und behaupte schon, dass es lohnenswert ist. Ich habe es per "Fernstudium" gemacht, der Stoff hatte etwa 1,5 Jahre gedauert, bis die Prüfung endlich mal durchgezogen war (gibt hier quasi 2 Prüfungstermine im Jahre - Frühling und Herbst), vergingen nicht ganz 2 Jahre. Wie schwer dir der Stoff fällt, hängt natürlich stark davon ab, was du bisher schon gelernt hast. Für mich war speziell Recht schon ziemliches Neuland, aber ich konnte selbst im Fernunterricht da gut Verständnis schaffen. Von der Menge her war der Stoff okay fand ich. Natürlich musste man am Ball bleiben und hier und da gab es sicher auch mal Einschränkungen in meiner Freizeitgestaltung, aber es war zumindest die 2 Jahre gut auszuhalten, wobei das natürlich arg vom individuellen Lerntempo und Vorwissen abhängt. Wer beispielsweise noch nie mit Buchungssätzen rumhantiert hat und keine Koste-Leistungs-Rechnung kennt, wird da definitiv ordentlich nacharbeiten müssen.

Gebracht hat mir das dann auf zwei Arten was. Zum einen bin ich wesentlich sicherer in meinem Job. Das bringt mir in erster Linie nichts in die Geldbörse, ist aber gut für mein Gemüt. Nichts ist stressiger als mit irgendwo mit Halbwissen rumzurennen oder ständig irgendwas neben der Arbeit anlesen zu müssen.

Zusätzlich gibt es mir etwas mehr Sicherheit, falls ich doch mal auf Jobsuche gehen muss.

Gehaltsmäßig ist zwar auch etwas passiert, aber hier kann ich nicht sicher sagen, ob es auch unabhängig von der Weiterbildung dazu geführt hätte, geholfen hat es aber definitiv. Die Argumentationsliste wird zumindest etwas größer.

Anerkennungsmäßig muss man natürlich klar sagen, dass Akademiker ein höheres Ansehen genießen (Fachwirt ist ja eher vergleichbar mit Meistern). Das soll ja auch so sein und ich erwarte beispielsweise von einem BWL Bachelor wesentlich mehr als von mir, obwohl ich praktisch auch schon erleben durfte, dass gerade welche direkt von der Uni doch noch nicht ganz so weit sind, wie ich immer dachte. Dennoch steht man natürlich immer über der normalen Ausbildung und das war mein persönliches Ziel jetzt.

Und mit 30 wirst du da auch nicht alleine seine. Klar sind da viele bei, die mitte Zwanzig sind, aber ich hatte auch Mittdreißiger oder ältere im Prüfungssaal. Dafür ist es also definitiv nicht zu spät.

Antwort
von Bittenfeld, 13

Was ist ein "gelernter Logistiker"? Diesen Ausbildungsberuf kenne ich nicht. Möglicherweise "Fachkraft für Lagerlogistik"?

Aber da mich die Wirtschaft noch heute & immer fasziniert, bereue ich den Abbruch schon etwas! Deswegen habe ich mich informiert und gesehen, dass es eine Weiterbildung als/zum Wirtschaftsfachwirt gibt (Nebenberuflich 2x die Woche)!

Kennt sich jemand damit aus & ist es empfehlenswert?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Eine solche Weiterbildung ist mit zeitlichem und finanziellen (mehrere tausend Euro) Aufwand verbunden. Was ist dein Ziel? Was willst du mit der Weiterbildung erreichen?

Falls du keine konkreten beruflichen Ziele definieren kannst: Wärst du bereit, (viel) Zeit und Geld in eine Weiterbildung zu investieren, weil dich die Wirtschaft "fasziniert"?

Kommentar von ypsilonO ,

Genau! Nur weil die Wirtschaft mich interessiert 😅

Kommentar von Bittenfeld ,

Man muss nicht immer unbedingt die Karriere im Sinn haben. Seinen Horizont zu erweitern, ist auch ein ehrbares Ziel. Finde ich sogar sehr ehrbar, denn Leute, die sich weiterzubilden, weil sie sich für die Thematik wirklich interessieren, schneiden oftmals besser ab als diejenigen, die nur irgendwie an das Abschlusszeugnis wollen.

Du musst dich eben fragen, ob es dir wert ist, mehrere Tausend Euro für Lehrgang + Prüfungsgebühren auszugeben und einen Teil deiner Freizeit zu opfern. Dafür würde dir ein staatlich anerkannter Abschluss winken und ein tieferes Verständnis von betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen.

Übrigens gibt es für "Logistiker" ebenfalls Fachwirt-Abschlüsse, beispielsweise den Fachwirt für Güterverkehr und Logistik oder den Fachwirt für Logistiksysteme. Auch bei diesen Fachwirten werden betriebswirtschaftliche Zusammenhänge vermittelt, dort eben mit dem Fokus auf die Logistik. Vielleicht könntest du hier das Angenehme (Horizonterweiterung) mit dem Nützlichen (berufliches Fortkommen) verbinden. Nur mal so als Tipp.

Antwort
von Lumpazi77, 19

Ich würde Dir empfehlen, eine nebenberufliche Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt zu machen

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