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Wie werden Behinderte in der Öffentlichkeit angesehen?

gefragt von expertinexpertin am 23.06.2007 um 7:56 Uhr

Mache eine Umfrage. Wie findet ihr werden 1. behinderte Kinder, 2. behinderte Erwachsene und 3. behinderte Ältere Menschen in unserer Umwelt angesehen. Dabei ist es egal ob geistig oder körperlich, und egal wie hoch der Schweregrad ist. Zum Beispiel: wie reagieren Menschen auf der Strasse wenn sie einen Behinderten im Rollstuhl sehen, der vielleicht auch noch Spastic hat. Werden geistig Behinderte von uns Ausgenutzt? Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt...


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Mimi081
beantwortet von Mimi081 am 23. Juni 2007 08:08
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Wie soll ich jetzt diese Frage verstehen? Willst du die eigene Meinung hören oder...? Mein Mann sitzt auch im Rollstuhl seit seinem Unfall vor 1/2 Jahr. Da ich im DRK bin, wird bei mir jeder gleich behandelt, egal ob behindert oder nicht, was auch andere tun sollten. Ich selbst habe über dieses Thema schon Vorträge gehalten. Das sind keine Menschen 2. Klasse!

Kommentar von E08fbba8afbbc36a76fecfe62db3e1d8smallexpertin am 23. Juni 2007 08:13

Genau deswegen mache ich eine Umfrage... wie werden Behinderte in der Öffentlichkeit gesehen??? Oder wie fühlen sich die Behinderten in der Öffentlichkeit??? Mein Mann ist auch Behindert und ich habe auch viele Vorträge gehalten...

Kommentar von Ffc036cccb112cb6a022ddc59880a454smallMimi081 am 23. Juni 2007 08:15

Dann müssen das Behinderte beantworten..


Credo74
beantwortet von Credo74 am 23. Juni 2007 09:44
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Nochmal: Toleranz,Hilfe,leider viel zu selten!! Ich erlebe das ganz oft! An der Bahnhaltestelle steht oft ein Mann im Rollstuhl,leider immer ohne Begleitung obwohl er aus einem Heim kommt! Kaum einer hilft ihm mal in die Bahn,da steigt man lieber hinten ein und tut so,als hätte man nichts gesehen! Ich helfe,aber alleine ist es schwer,einen erwachsenen Mann in die Bahn zu heben!Manchmal hilft einer! Letztens kam dann der Kommentar vom Fahrer:" Na toll,und wie kommt der jetzt wieder raus?" Ich klärte ihn dann auf,dass er dazu VERPFLICHTET ist,zu helfen und dass er gefälligst jemanden von der Security am Bahnhof per Funk bescheid geben soll! Ging sogar!! Ich habe meine Kinder in einen integrativen Kindergarten geschickt,damit sie Behindertsein von Anfang an als normal ansehen! Ich selbst war auf einer Schule zusammen mit Körperbehinderten! Die haben alles mitgemacht,Disco,Konzerte und es ist nach wie vor in der heutigen Gesellschaft eine wertvolle Erfahrung gewesen!!!!


stefvol
beantwortet von stefvol am 23. Juni 2007 08:18
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Behinderte sind vollwertige Menschen mit einem Handycap. Die Art der Behinderung spielt dabei keine Rolle. Das Problem ist, dass viele Leute sich anscheined schämen, ihre behinderten Angehörigen mitzunehmen, sei es zum Einkaufen oder was auch immer. Als mein Vater durch Hirnschlag stark beeinträchtigt war, haben wir ihn trotzdem überall hin mitgenommen, und es war mir vollkommen egal, was andere Leute darüber dachten. Selbst im Supermarkt war er dabei und hat sich beim Sortieren der Waren auf das Band die Zeit genommen, die er brauchte. Wem es in der Schlange an der Kasse nicht schnell genug ging, der kann sich woanders anstellen. Jeder sollte bedenken: Du kannst der nächste sein der in diese Situation kommt.


Wasserschweinchen
beantwortet von Wasserschweinchen am 23. Juni 2007 09:44
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ich kann nicht unbedingt sagen, wie andere Menschen reagieren...außer, dass es bestimmt welche gibt, die sich über behinderte menschen lustig machen. Ich weiß von mir, dass es mir immer sehr schwer fällt, zu entscheiden, was ich tun soll. Bei einem Rollstuhlfahrer zum Beispiel: Soll ich hinschauen? Dann fühlt er sich "angeglotzt". Soll ich wegsehen? Dann denkt er vielleicht, ich ignoriere ihn absichtlich oder finde ihn hässlich. Soll ich lächeln? Dann KÖNNTE es sein, dass es sich ausgelacht fühlt. Und ich weiß, dass es nicht nur mir so geht, einige meiner Freunde haben das gleiche Problem geschildert...zu der letzten Frag: ich glaube, behinderte Menschen werden nicht in dem sinne ausgenutzt, aber wahrscheinlich von einigen als nicht vollwertig angesehen, das ist traurig.


Katzentatze
beantwortet von Katzentatze am 23. Juni 2007 08:17
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Ich denke, dass es da ist, wie mit allen sog. Randgruppen. Es gibt Menschen, die damit keine Probleme haben und ganz normal mit Behinderten umgehen. Dann gibt es Menschen, die nicht damit klarkommen, tlw. sogar Angst davor haben, weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Und dann gibt es eben noch so ein paar besondere Experten, die alles, was auch nur im Ansatz nicht der Norm entspricht, niedermachen müssen. In meinen Augen sind das aber Leute ohne Verstand. Ich glaube aber nicht, dass das Alter der Behinderten eine Role spielt, wie damit umgegangen wird. Für mich sind Behinderte Menschen wie alle anderen auch. Ich finde, die sind sogar oft weniger behindert als sog. normale Menschen. Vor allem im Kopf.


Kommentar von E08fbba8afbbc36a76fecfe62db3e1d8smallexpertin am 23. Juni 2007 08:45

Wegen Alt und Jung. Ich habe in meiner kleinen Forschung schon einen Unterschied feststellen können. Bei behinderten Kindern wird oft geschaut und auf Mitleid kommentiert. Bei Älteren Behinderten wird weniger geschaut, als ich nachfragte warum: sagte man mir: es gehört zum altwerden dazu, woher will man wissen ob ein älterer Mensch schon seit Geburt an im Rollstuhl gefesselt ist oder mit 70 einen Schlaganfall hatte und jetzt gelähmt ist. Ich sprach auch mit einer behinderten Älteren Frau, die sagte: früher kam sie kaum zurecht mit ihrer Behinderung, weil sie immer angeschaut wurde und ständig auf für sie peinliche Hilfen angewiesen war. Aber jetzt im ALter, sagte sie, gehört es dazu und ich fühl mich nicht mehr so allein - konnte jetzt viel mehr Gleichgesinnte kennenlernen und ich werde in der Öffentlichkeit nicht mehr so angestarrt.

Kommentar von Simple_avatar2smallKatzentatze am 23. Juni 2007 09:16

Aber das ist doch bei Nichtbehinderten genauso. Ein Kind erregt immer mehr Interesse und Mitleid. Holt sich ein Kind ne Beule, wird es bedauert. Holt sich ein Erwachsener (Älerer) eine Beule heißt es: Stell dich nicht so an.

Kommentar von redharry am 23. Juni 2007 09:19

Genau! Wie soll ein "Unbehinderter" mit seinem Mitmenschen umgehen! Sie sind nicht behindert, sie werden behindert! Sei es durch Treppen, Bordsteine, durch Unverständnis wegen der Artikulierung. Aber wir "Normalos" können nicht damit umgehen! Wollen wir helfen: DAS KANN ICH ALLEIN! oder wir verstehen unser Gegenüber einfach nicht und hören weg. Ich habs geübt. Viel Geduld und Zeit investiert, und -es ging!!!!!! Man muß es auch wollen, sich mit dieser schwierigen Materie auseinanderzusetzen.


sonne55
beantwortet von sonne55 am 23. Juni 2007 09:24
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leider werden sie nicht immer genauso respektiert wie die nicht behinderten. viele leute haben "berührungsängste" und verhalten sich deshalb erst recht unnatürlich gegenüber behinderten.


Luise
beantwortet von Luise am 24. Juni 2007 10:11
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War mal für eine Gemeinde die Organisatorin der Ferien-Freizeitangebotes für Kinder und man hat sich ganz viel Gedanken gemacht - im ganzen Landkreis alle -, wie man Behinderte einbinden kann, welche Angebote wie behindertengerecht sind. Es hat - obwohl das auch mit Behinderteneinrichtungen abgesprochen worden war -kaum ein Jugendlicher mit Behinderungen teilgenommen. Das war sehr schade. Ich versuche genau so mit Menschen mit Behinderungen umzugehen, wie mit Menschen ohne Behinderunen: anlächeln, grüßen. Íntegration in Kindergärten und Schulen ist da ganz wichtig, damit Menschen und Kinder mit Behinderungen nicht versteckt werden, sich nicht verstecken und der Umgang miteinander ganz natürlich wird, so wie es richtig wäre.


ottofix
beantwortet von ottofix am 3. Oktober 2008 21:27
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Mein Mann befindet sich seit über drei Jahren im Wachkoma. Er kommt oft in den Rollstuhl und bei schönem Wetter fahre ich mit ihm in den Park. Ganz offensichtlich ist die Trachealkanüle, über die er atmet. Seine Augen sind geöffnet und überwiegend auch sehr aufmerksam. Ich stelle immer wieder fest, daß die meisten Menschen, die uns begegnen entweder sehr erschrocken, absolut unsicher oder geradezu empört reagieren. Letzteres nach dem Motto: wie kann man uns so etwas zeigen bzw. zumuten. Sehr wenig Menschen reagieren natürlich. Besonders merkwürdige Reaktionen erfolgen, wenn ich mit meinem Mann rede. Das geht so über... der bekommt doch sowieso nichts mit oder leise Zweifel an meinem Verstand.


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