Frage von helena129, 119

Pferde von Laubwald zu Geasland und Steppe, in der Entwicklung größer?

Hi, also wenn sich eine Pferdeähnliche Art, die vorher im Laubwald gelebt hat, durch eine Klimaveränderung im Gradland und Steppe aufhalten, wieso werden sie größer? In der Steppe gibt es ja eher am Boden Grad und Büsche, wieso werden sie dann also größer?

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 50

ich probiers mal.

laubwald: bäume, unterholz, grosse farne, bruchholz sumpfwald, weicher boden.

ein tier, das mehrere zehen hat und nicht grösser als ein fuchs oder ein frischling ist, kann sich in dieser umgebung am besten fortbewegen. es ist geschmeidig, wendig und behende. es gelingt ihm leicht, einem räuber durch flucht zu entkommen, ist vielleicht sogar in der lage, sich unter einem wurzelstock oder in einem tierbau zu verstecken. wir wissen ja gar nicht, ob der eohippus vielleicht baue gegraben hat, oder baue anderer tiere unterirdisch genutzt hat.

der pferdevorfahre aus der steppe hingegen - in der steppe gibt es weites, verhältnismässig offenes land. der boden ist um einiges härter.

ein tier muss enweder SEHR klein sein, um einem räuber gut entkommen zu können (uninteressant oder sich in kleinen erdlöchern oder den vereinzelten bäumen verkriechen) oder es muss SEHR schnell und ausdauernd über den harten boden laufen können. 

dafür sind aber vier zehen eher kontraproduktiv. das bein streckt sich im laufe der generationen, aus den zehennägeln und krallen werden harte hufe, die viele kilometer über trockenen harten boden laufen können, ohne dass die füsse wund werden. im steppengras sind sie in der lage, weil sie mittlerweile grösser sind und auch einen langen wendigen hals haben, über grosse entfernungen oberhalb des grases einen räuber schon auf weite entfernung zu entdecken. ausserdem können sie nun schnell und ausdauernd laufen, sind in der lage, durch schütteres buschwerk einfach hindurchzulaufen. die langen beine sorgen für genügend raumgewinn. zur not können sie sich bereits mit ihren paarigen harten hufen und ihren kräftigen, auf die karge steppennahrung hin entwickelten zähnen auch gegen einen mittelgrossen räuber zur wehr setzen.

du musst dir diese übergangsform vom wald zur steppe in etwa so gross vorstellen, wie eine milchziege.allerdings mit einem kräftigeren körperbau und im grossen und ganzen tatsächlich bereits einem heutigen pferd ein bisschen ähnlich.

übrigens: im laufe der evolution kehrten einige abgespaltene stämme der pferde wieder in den wald zurück, wieder andere blieben in der steppe, und manche lebten im sumpfland, manche im gebirge.

davon gibts heut noch merkmale. "sumpf"pferde sind recht klein, insgesamt leicht im körperbau. die beine sind relativ kurz, der körper ist verhältnismässig breit und kurz. sumpfpferde tragen ihr gewicht von natur aus auf allen vier beinen ("normale" pferde belasten die vorhand stärker als die hinterhand). die hufe sind flach, breit und wenn man von unten her schaut oft nur undeutlich ausgeprägt, flacher strahl, viel sohle, wenig tragrand. beispiel: exmoorpony (übrigens ein echtes urpferd)

waldpferde haben mittellange beine, einen ausgeprägten, stämmigen körperbau. sie sind mittelgross, etwas vorderlastig, um mit ihrem vorderkörper  gut durchs unterholz zu kommen - und sie sind nicht mehr klein und behende, sondern eher etwas plump. allerdings mit ihren hufen und zähnen in der lage so ziemlich jedes raubtier zu überzeugen, dass diese beute zu gefährlich ist. von ihnen stammen viele der kleinen arbeitspferdrassen ab. ich würde sagen, der konik könnte von ihnen abstammen.

steppe ist klar. den meisten fällt sofort das przewalski pferd ein. aber - das ist die asiatische variante - von der vermutlich das mongolenpony abstammt, die "härteste" pferderasse überhaupt. in nordafrika hat das echte steppenpferd mit dem kaspischen pony noch immer ein echtes urpferd im gepäck. sehr langbeinig, zierlich, genügsam, schnell und leichtfuttrig. so weit mir bekannt ist der kaspian der vorfahr des heutigen arabischen pferdes. vergleiche mit den funden der pferdevorfahren - im vergleich dazu ist der kaspian zur perfektion gereift.

dann haben wir die gebirgspferde: sie sind klein, gedrungen, haben die veranlagung zu dichtem fell und dichtem langhaar, kurze stabile beine, kleine, ausgesprochen harte hufe und einen hervorragenden gleichgewichtssinn. auch sie sind extremst leichtfuttrig. spontan sollte einem das echte shetlandpony einfallen - auch ein direkter nachfahre von urpferden.

dann kommen dazu die spezialisten: das islandpferd als mischform von sumpf- und gebirgspferd. das camarguepferd, dessen stoffwechsel in der lage ist (und es auch tatsächlich braucht) enorme mengen an salz im trinkwasser  zu verarbeiten, bretonische fischerpferde, denen der permanente kontakt der haut mit salzwasser überhaupt nicht ausmacht usw.

unsere pferde sind echte wunder.

aber - sie sind keine steppentiere, sondern haben sich ihren jeweiligen lebesnräumen bestens angepasst.

und ich hoffe, nun ist deine frage nach wald, steppe und entwicklungsgeschichte von equus caballus beantwortet.

Kommentar von MissDeathMetal ,

sehr interessant Ponyfliege! Diese Ansätze hatte ich bisher nicht bedacht bzw kannte ich nicht. Muss mir mal etwas Lektüre dazu suchen 

Kommentar von ponyfliege ,
Kommentar von ponyfliege ,

http://www.caballolosino.es/aleman.htm

und da noch mehr. ich fürchte, für den durchschnittlichen pferdefreund ist die materie ein bissel "dröge", aber du und ein paar andere hier, sollte damit was anfangen können. leider finde ich grad nur kurztexte.

und das ding über das exmoorpony, das ich suche - ich hab den alten pc mit dem lesezeichen nicht mehr und kann den beitrag momentan im netz nicht finden...

Kommentar von MissDeathMetal ,

aber einen Gedanken zum "Waldpferd" hab ich noch. Im Wald ist es besser klein zu sein und wenig (und unauffällig). Warum sollte das Pferd dort dann groß werden und die heutige Form bekommen haben? Im Wald ist der Boden eher weich und oft matschig, warum sollte es Hufe bekommen?  Müsste sich das "Waldpferd" dann nicht eher anders entwickelt haben? 

Kommentar von Dahika ,

"oder es muss SEHR schnell und ausdauernd über den harten boden laufen können. 

dafür sind aber vier zehen eher kontraproduktiv. "

Mmmmhhhh. und was ist mit den Wölfen? Das sind keine Huftiere, aber dennoch ungeheuer ausdauernd und auch schnell.

Kommentar von ponyfliege ,

bis zu einem gewissen punkt gebe ich dir in der überlegung recht. vor allem mit den wölfen. aber die sind auch der absolute hammer, was anpassung betrifft. (die löwen fangen grad erst damit an, sich so gut anzupassen, auch da gibt es mittlerweile welche, die sich in baumkronen ausruhen - oder die im sumpf (okawango-delta) jagen).

der vorfahr des pferdes kam also vom wald in die steppe. im laufe seiner entwicklungsgeschichte wurde es grösser, entwickelte hufe (es war ziemlich lange etwas, das man als "unechter paarhufer) bezeichnen könnte). allerdings war es mittlerweile gross genug, dass es sich nicht mehr jedem räuber durch flucht entziehen musste. es hatte ja durch seine entwicklungen bereits die möglichkeit, sich zur wehr zu setzen.

mir fallen zwei gründe ein, aus denen pferdegruppen wieder in den wald zurückgekehrt sein könnten. das eine - die räuber haben sich ebenfalls angepasst, die rudeljagd erlernt, sind grösser geworden. vielleicht wurden steppen zu wüsten und die pferde zogen sich in die wasserführenden gebiete (sprich oasen) zurück. so karg die nahrung auch sein mag - pferde benötigen verhältnismässig häufig wasser. die pferde sind also verhältnismässig gross. der boden wird weicher - und damit der huf breiter, um mehr fläche zum verteilen des gewichts zu bieten. im wald gibts nahrung. und durch "deckung" schutz vor räubern. rudeljagd im wald ist eher problematisch für die raubtiere. pferde hören echt gut - und irgendein geräusch macht das anschleichen immer. fürs pferd ist es nun ganz prima, wenn es nicht um das unterholz herumkurven muss, sondern einfach hindurch laufen kann. vor verletzungen schützen kräftige beine, behang an den fesseln und zum durchbrechen des unterholzes eignet sich ein schräg angesetzter hals und eine breite kräftige brust am allerbesten. dampfwalzenprinzip eben.

zweites szenario: ebenfalls klimaveränderung. es wurde feuchter und kühler. es begann regelmässig zu regnen. dann entwickelt sich aus der steppe (tundra) im laufe der zeit ein von wäldern durchzogenes busch- und sumpfland. die kontinentalverschiebung und unpassierbare gebirge zwingen das pferd, zu bleiben wo es ist. es ist ihm nicht möglich, eine geeignetere landschaft zu erreichen - also passt es sich der neuen umgebung wiederum an.

und auch fast jeder, der sich mit pferden beschäftigt, hat schon mal den begriff "wald-tarpan" gehört. warum nur waldtarpan, wenn das pferd angeblich doch ein steppentier ist...

irgendwann in einer dieser steppenphasn hat sich dann evolutionsbiologisch der onager, der esel und das zebra vom pferd getrennt. esel und zebra haben sich weiter in der steppe entwickelt, das pferd hat die übrigen lebensräume besetzt - und kehrte zwischendurch auch mal in die steppe zurück. aber - da waren pferd, esel und zebra schon längst nicht mehr dieselbe tierart.

man geht davon aus, die abspaltung der übrigen equiden vom pferd hat vor etwa 4,5 millionen jahren stattgefunden.

und - die heutigen hauspferd unterscheiden sich genetisch vom echten urpferd (ich mache das tatsächlich an der unterschiedlichen chromosomenzahl, dem echten falbgen und einer mindestübereinstimmung der gensequenzen fest, wie es die biologen auch tun). zu den "echten" gehören biologisch gesehen eben das exmoorpony, der oben verlinkte leider nicht mehr reinrassig erhaltene marsimeno, das kaspische pferd, das new forest pferd, zum teil auch das unveredelte dartmoorpony, der przewalsky und einige andere.

das exmoorpony hat, wenn es nicht ganz rein, sondern zu dem pool gehört, der sich mal mit hauspferden vermischt hat, oft einen merkwürdigen gendefekt. man vermutet mittlerweile, dass ein teil seiner sequenzen nicht mit den genen der hauspferde kompatibel sind. solche tiere entwickeln genetisch bedingt wachstums- und verhaltensstörungen, defekten der inneren organe, fertilitätsprobleme und einer niedrigen lebenserwartung. das exmoorpferd ist daher trotz bemühter zuchtprogramme tatsächlich vom aussterben bedroht.

der letzte wirklich gemeinsame vorfahr ALLER heutigen pferde war vermutlich der, der als allererster nach der abspaltung der übrigen equiden als unpaarhufer durch seine lebensräume streifte. 

das urpferd, das aus der steppe kommt... das ist längst widerlegt. unsere hauspferde sind kreuzungen unterschiedlicher urpferdschläge.

und sie sind heute noch - sogar die hauspferde - innerhalb weniger generationen unglaublich anpassungsfähig. bestes beispiel - die namib-pferde, die eine nische ausfüllen, die vor lebensfeindlichkeit nur so strotzt...

https://m.youtube.com/watch?v=V0JZ1sHjPYQ

die doku geht 45 minuten - aber wer zeit hat dafür - sie lohnt sich!

Kommentar von FelixLingelbach ,

Keine Evolution der Pferde ohne eine Evolution der Gräser:

https://de.wikipedia.org/wiki/C4-Pflanze#.C3.96kophysiologische_Aspekte

Zu Zeiten des Urpferdchens gab es zwar schon einge Gräser, aber noch keine Graslandschaften.  

Expertenantwort
von MissDeathMetal, Community-Experte für Pferde, 52

Die Urpferde früher waren etwa so groß wie Füchse, also sehr klein. Im Wald konnte es sich so im Unterholz verstecken und durchs Dickicht hindurch flüchten. Größere Tiere haben es da wesentlich schwerer, deshalb sind die Tiere im Wald überwiegend auch eher klein (Wildschweine, Wölfe, Luchse, Wildkatzen, Hasen & Kaninchen, Rehe). So richtig große Tiere über 1,40m findet man selten, das ist ja nicht so vorgesehen. 

In der Steppe kann man sich nicht mehr verstecken und auch nicht davonhuschen. Da muss man rennen können. Große Tiere waren offensichtlich leistungsfähiger und konnten eher überleben, wobei die richtigen Wildpferde auch nicht sehr groß sind (denk mal an Camarguepferde, Koniks, Dülmener, usw.). Alles über 1,55m ist durch den Menschen gezüchtet

Kommentar von helena129 ,

Vielen, vielen Dank. Weißt du was man in der Steppe an Nahrung findet?

Kommentar von MissDeathMetal ,

Viele verschiedene Gräser- und Kräuterarten, hin und wieder finden die Pferde sicher auch mal eine Wurzel die schmeckt oder einen Baum an dem man knabbern kann. Aber letztere eher selten, Gras in seinen Formen und Farben dürfte am meisten vorherrschen

Kommentar von ponyfliege ,

stimmt. das new forest pony ist da schon hart an der grenze. genetisch gesehen übrigens ein echtes urpferd.

Kommentar von Dahika ,

Irrtum. Was du meinst, ist das Exmoorpony.

Kommentar von ponyfliege ,

sie sind genetisch gesehen beide echte urpferde. 

das exmoor ist kleiner - das new forest im gegensatz zum exmoor auch kein echtes sumpfpferd, sondern da hat sich mal was tarpanähnliches reingekreuzt. die exmoors haben nur zwei "wildfarben", die new forest variieren da mehr. ALLE dunklen new forest sind farbwechsler. du kannst nie genau sagen, ob der bursche jetzt dunkelbraun, braun, doch ein schwarzbrauner ist. im papier wird er einfach als brauner bezeichnet. korrekt wäre dunkelbraun wildfarben. weil eben der bauch immer heller behaart ist als das übrige pferd.

guckst du da - das ist ein braun wildfarbener farbwechsler - auf dem farbgen rezessiv, new forest x vollblut im sommer ist der einfach - abgesehen von ein paar helleren haaren am bauch - dunkelbraun.  im spätherbst sieht dasselbe pferd aus, wie ein rappe mit vollkornmehl-maul (mehlmaul hellbraun, nicht weiss).

https://images.gutefrage.net/media/fragen-antworten/bilder/82841932/1\_big.jpg

beim wildfarbenen dartmoor ist es ählich. die dunkelbraunen ähneln sich wie ein ei dem andern. wenn du da wissen willst, wer wer ist, musst du dir die gesichter anschauen und die nüstern-maul-partie. oder du verlässt dich einfach drauf, dass das richtige herkommt, wenn du seinen namen rufst. es gibt züchter, die verwechseln hin und wieder ihre eigenen ponies. wie gut, dass dartmoor ponies standorttreu sind, lesen können und beim einstallen brav und zuverlässig von allein da reinwandern, wo auch ihr name dransteht. ;-))

Antwort
von XHeadshotX, 67

Weil sie weiter wandern  und flüchten können müssen und Überblick brauchen, um Feinde rechtzeitig zu erkennen.

Im Wald ist es eher hinderlich groß zu sein, weil es auf Kosten der Wendigkeit geht. Zwischen den Bäumen kannst du einen Verfolger leichter abhängen, wie auf weitem, ebenen Grasland.

Kommentar von helena129 ,

Ach so, ja das macht Sinn, ich hatte in die völlig falsche Richtung gedacht. Vielen Dank!

Kommentar von helena129 ,

Weißt du was man in der Steppe an Nahrung findet?

Kommentar von XHeadshotX ,

Kommt darauf an, in welcher Art Steppe man sich befindet.

Ganz allgemein bezeichnet Steppe eine baumlose Landschaft mit Kälte im Winter und Trockenheit im Sommer, feine Erde, Pflanzenbewuchs eher einförmig (also große Flächen von der gleichen Art).

Zumeist handelt es sich dabei um Gras, Moos, Flechten, niedrige Sträucher, wo der Niederschlag dafür ausreicht und teilweise auch Heidekräuter.
Je nach dem kann es aber auch weitaus karger zugehen.

Kommentar von ponyfliege ,

ja. zum beispiel in der nordafrikanischen steppe.

leider hab ich für meinen text länger gebraucht. war echt viel zu schreiben... ;-))

Kommentar von XHeadshotX ,

ja, ich seh´s - Hut ab. Na, wenn das kein Sternchen verdient, dann weiß ich auch nicht ;-) Aber ist ja nicht meine Frage - muß Helena entscheiden.

Kommentar von ponyfliege ,

ausserdem isses egal. ich freu mich zwar über jedes sternchen. aber das tut wohl jeder hier, wenn er oder sie sich eins verdienent. und jeder, der ne gute antwort schreibt, verdient sein sternchen.

davon abgesehen... ich hab vorhin ein bissel getrödelt... weil mir bei der frage plötzlich die esel eingefallen sind und ich hab ein bisschen die evolutionsgeschichte des esels gegoolet. ehrlich gesagt - da an lesestoff ranzukommen wird schwer, wenn man anfängt, sich für esel zu interessieren. aber das nur am rande.

deine antwort ist auch nicht schlecht. kurz, logisch, schlüssig!

Antwort
von FelixFoxx, 15

Sie konnten sich nicht mehr verstecken und mussten flüchten, und lange Beine flüchten schneller als kurze.

Antwort
von ThomasAral, 42

weil es da mehr zu futtern gibt. Pferde fressen ja viel Heu was es im Wald nicht so gibt wie am grasland und steppe. hauptgrund dürften aber die feinde sein.  die kleinen pferde hatten viel mehr fressfeinde als große.  wenn also zufällig mal ein pferd größer war als die anderen, so vermehrte es sich mehr als die kleineren artgenossen. Selektionsvorteil. Kleinere können sich zwar besser verstecken und haben deshalb einen Vorteil vorm gefressen werden.  das bringt aber im grasland und steppe wenig, denn da müssten sie schon extrem mini sein, wenn man sie nicht sehen sollte.  im wald war verstecken ein echter vorteil bei klein sein ... im gras nicht so. da kams dann darauf an schneller zu sein und zu groß für die meisten kleinen raubtiere.

Kommentar von helena129 ,

Super, danke!

Kommentar von ThomasAral ,

ein Kuriosum nebenbei: Urpferde waren vielleicht so groß wie ausgewachsene Schäferhunde heute. Urvögel waren aber teilweise so groß wie ausgewachsene Pferde heute.  Pferde standen auf der Speisekarte von Vögeln.

Kommentar von helena129 ,

Weißt du was man in der Steppe an Nahrung findet?

Kommentar von ThomasAral ,

na ich denke mal in der Steppe auch Heu, Kräuter und Wurzeln

Kommentar von helena129 ,

Danke, sehr interessant. Nur wieso könnte dann die Kaufläche größ werden, obwohl sie sich von Pflanzen und Kräutern ernähren, oder essen sie eventuell auch andere Tiere?

Kommentar von ThomasAral ,

Kaufläche: gab wohl teilweise gebiete mit besonders langen gräsern und halmen. also viel mehr gleichzeitig im maul.  wenn das dann größere kaufläche hat ists schneller zerkaut.  tiere denke ich nicht, dass die gefressen haben.

aber zurück zu den vögeln: das waren wahrscheinich sogar die art von feinde die das größer werden begünstigt haben.  Vögel in der Steppe haben größeren Vorteil wenn sie fliegen können (Überblick von oben) als schnell laufen. Zum Fliegen mussten sie kleiner werden. Kleinere Vögel allerdings (klein war damals dann vielleicht Adlergröße) hätten vielleicht noch Pferde in der Größe von Schäferhunden erlegen können, aber kaum Pferde von heutiger Größe. 

Kommentar von ponyfliege ,

einige wenige pferde wie der isländer oder das fjordpferd fressen auch fisch, wenn sie welchen bekommen können.

die kauflächen sind deshalb so gross, weil die pflanzenkost extrem viel schlecht aufzubrechende faserstoffe und nur wenig nährstoffe enthält, die kräftigen mahlflächen sorgen dafür, dass auch aus der härtesten fasernahrung noch das maximum an nährstoffen herausgeholt wird.

pferde speicheln ihre nahrung ausgesprochen gut ein. die vorverdauung im maul ist wichtig, denn pferde haben nur einen sehr kleinen magen und einen im verhältnis zur grösse nur sehr kurzen verdauungstrakt.

sie sind daher dauerfresser. sie müssen zum fressen nicht stehen bleiben. durch die struktur ihres stoffwechsels und ihre zähne sind pferde prädestiniert, die nische einzunehmen, die niederenergetisches futter in grossen mengen anbietet. sie ernähren sich von allem, was fressbar ist. ich gehe davon aus, sie fressen durchaus mal einen regenwurm oder eine nacktschnecke mit. oder ein heupferd. es liefert eiweiss. pferde fressen in der steppe verschiedene gräser, wildgetreide, rinde, blätter, nordpferde auch flechten. sie fressen nüsse, samen, wurzeln und früchte. das einzige, was ein pferd nicht wieder loswird, wenn es es mitfrisst: sand. 

vermutlich hat der in der natürlichen nahrung keinen einfluss, weil da genug nahrungsfasern sind, die den darm sozusagen von innen "ausputzen" und auch sand wieder raustransportieren.

hauspferde können an sand eingehen. ihre nahrung ist zu weich, zu nährstoffreich, hat zu wenig faseranteil. das kann zu tödlichen koliken (sand) führen, zu tödlichen stoffwechselerkrankungen. und dazu, dass es zu zahnproblemen kommt.

die zähne eines pferdes wachsen lebenslang. sie müssen durch entsprechendes futter abegnützt werden.

Kommentar von MissDeathMetal ,

Ponyfliege: Oder aber die Wildpferde sterben an Sandkoliken. Man neigt ja davon auszugehen Wildpferde sind alle immer topversorgt, haben keine Mängel und ernähren sich sehr gesund. Aber es verrecken immer wieder Wildpferde, sei es wegen Koliken oder Lahmheiten usw. Ich denke auch, dass das Dauerfressen von harten Gräsern mit "ausspült" aber es sterben sicherlich genug an Sandkoliken 

Kommentar von MissDeathMetal ,

Die Kaufläche ist so groß, weil sie damit besser zermahlen können. Vllt hast du schon mal auf einem Mittelaltermarkt o.ä. Weizenkörner zu Mehl verarbeitet. Da legt man eine Hand voll Körner auf einen flachen Stein, nimmt einen weiteren flachen Stein und rollt den dann in kreisbewegungen auf den Körnern rum bis sie aufbrechen usw. Zwei große Flächen oben und unten vermalmen einfach schneller als nur kleine Flächen (versuch das mit dem Mahlen mal mit einem sehr schmalen Stein. Da kannst du versuchen zu hacken, aber mahlen geht gar nicht) Pflanzenfasern sind sehr schwierig zum aufbrechen und zersetzen, was an ihrer Zellulosewand liegt. (was tierische Zellen ja nicht haben). Wir Menschen kochen das gerne ab, sodass die Zellwände zerstört werden und wir es leichter verdauuen und aufnehmen können. Das Pferd kann sich aber kein Lagerfeuer machen und muss die Zellulosewände daher mit viel Speichel (Enzyme die mit der Vorverdauung beginnen) und durchwalzen (kauen) zerstören, denn sonst kann es das nicht verdauuen. Pferde haben eine starke Speichelproduktion und wenn sie zu lange nichts zu fressen bekommen übersäuert der Magen. Länger als 4 Stunden Fresspause ist daher sehr ungesund, das Pferd sollte ca alle 1,5 Stunden fressen können. Oft kleine Portionen, wie in der Natur. 

Wenn vergleichst wie ein Hund kaut und wie ein Pferd kaut, dann wird dir auffallen, dass der Hund die Kiefer hoch und runter bewegt (wie wir), das Pferd die Kiefer aber seitlich verschiebt. Noch extremer ist das bei Widerkäuern wie der Kuh. Wie oben schon geschrieben haben tierische Zellen keine dicken Zellwände die aufgebrochen werden müssen, der Fleischfresser zerbeißt seine Nahrung nur soweit, dass er sie gut runterschlucken kann. Der Magen kann die tierischen Zellen mithilfe der Magensäure sehr gut aufspalten. Beim Pferd haben wir aber das Problem der Zellulosewände, daher muss es länger kauen und einspeicheln. 

Kommentar von ponyfliege ,

was mir grad einfällt: wir haben beide vergessen die ausserordentlich bemerkenswerte funktion des blinddarms des pferdes zu erklären.

bei einem pony von 1,30m stockmass fasst der blinddarm etwa 25 liter. er macht von der funktion her in etwa das, wozu ein widerkäuer 4 mägen braucht. er bereitet den nahrungsbrei auf und holt mittels aufschliessen der fasern durch gärung einen teil der nährstoffe heraus.

über dem nahrungsbrei befindet sich eine gasblase unter anderem aus methan. sicher hat jeder reiter schon mal gehört, wenns beim reiten im bauch des pferdes so ein rauh gluckerndes geräusch gibt... kommts von unten, ist es aus dem blinddarm, kommts von hinten rechts, ist es die milz. völlig harmlos übrigens.

Kommentar von MissDeathMetal ,

ich wollte mich jetzt zurückhalten und nicht den gesamten Verdauungstrakt erklären :D 

Kommentar von ponyfliege ,

;-)

dabei ist die zugrunde liegende frage endlich mal was schön ergiebiges.

wenn wir da noch aufdröseln wollten, wie sich das ganze evolutionstechnisch entwickelt hat, dann langt der ganze serverplatz von gf dafür nicht.

Kommentar von MissDeathMetal ,

so siehts wohl aus! :D 

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