Mit oder ohne ausbinder?

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9 Antworten

Ausbinder sind nie sinnvoll.  

Die ziehen mit Gewalt den Kopf des Pferdes runter, das hat auch nichts mit Rücken aufwölben oder dehnen zu tun, Letzteres geht nämlich gar nicht.  

Folglich wird ein Pferd sich entweder auf das Gebiss legen oder hinter dem Gebiss verkriechen, denn sonst wird es ständig einen Ruck ins Maul bekommen.  

Versuch mal, den Kopf auf die Brust zu legen und gleichzeitig ein Hohlkreuz zu machen - das geht, tut aber weh. Viele Pferde drücken aber den Rücken mit Ausbindern durch, was zu einer extrem schmerzhaften Übersäuerung der Muskeln und einer Überdehnung der Oberlinie führt.  

Außerdem geben Ausbinder nicht nach, wie es eine gute Reiterhand kann. Das Pferd wird fixiert. Versuch du mal, ohne den Kopf zu bewegen, ein paar Runden zu laufen. 

Die richtige Lösung ist ein Kappzaum zum Longieren. Reiten mit Hilf(losigkeit)szügeln ist genauso schädlich wie Longieren mit den Teilen.  

http://www.abload.de/img/ausbinder687h.jpg

Ein gutes Schulpferd geht von selbst über den Rücken, wenn es zwischen den Reitstunden auch mal Korrektur geritten wird. 

 Und ich hab gehört das es gesünder für die Pferde ist über den Rücken geritten zu werden 

Das ist auch wahr - aber das geht nur ohne Ausbinder. 

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Für die Pferde ist es gesund, wenn sie über den Rücken gehen. Definitiv und zwar einzig.

Daher und wegen der Nebenwirkungen, die Ausbinder mit sich bringen, bin ich absolut gegen deren Einsatz. Pferde haben zwar den Kopf in einer gewissen Position, wenn sie mit den verschiedenen Formen von Ausbindezügeln laufen, doch über den Rücken gehen sie damit NICHT. Die Hüfte des Pferdes macht beispielsweise mit den Dingern eine völlig andere Bewegung als ohne. Wenn der Reiter eh erst dabei ist, ein Sitzgefühl zu erlernen und das genau anders lernt ... dann ist es extrem schwer, später korrekt zu reiten. Wenn die Ausbinder weggelassen werden, wird der Reiter so sitzen, wie es seiner Gewohnheit entspricht und das ist so völlig falsch, dass es für ihn leichter wäre zu lernen, wenn er noch nie auf einem Pferd gesessen wäre. Außerdem kenne ich kein Pferd, das von Ausbindernutzung keine Halswirbelarthrosen davon getragen hat. Muss ich mit Gewalt und nur, weil's für den absoluten Laien nett aussieht, degenerative Erkrankungen erzeugen? Ich bin dagegen. Warum bringt man den Reitschülern nicht einfach bei, so zu reiten, dass die Pferde ohne die Dinger gesund laufen können? Ich verstehe diesen Unterricht einfach nicht. Ich kann nicht nachvollziehen, was es mehr bringen sollte, wenn die Leut in ihren ersten Reitjahren nur komisch am Pferd rumhoppeln, statt ganz langsam Schritt für Schritt alles zu lernen - und nach ca. 2 Jahren genausoweit zu sein, nur eben reell.

Ich setze mich niemals mehr freiwillig auf ein Pferd, das mit Ausbindern geritten wird. Das habe ich mir geschworen. Denn ich möchte sowas nicht unterstützen und mir tun die Pferde leid.

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dass schulpferde mit ausbindern geritten - als ich davon erfahren habe, hatte ich schon fünf jahre reitunterricht.

bei uns gabs ein korrekt verschnalltes ringmartingal - zum schutz der pferde, damit sie nicht in die zügel treten können, falls mal ein reiter den boden küsst.

zwei pferde wurden mit stosszügel geritten - allerdings nicht sehr lange. der reitlehrer fand eines tages, es sei zeit, die dinger zu entsorgen.

auf diese weise haben die reitschüler gelernt, die zügel kontrolliert zu halten. denn der zügelfehler war für jeden sofort sichtbar und für den reitschüler - auch und gerade die anfänger - sofort spürbar. einfach weil die pferde mit freiem kopf in der lage sind, eine harte oder unkontrollierte hand selber zu kontrollieren. hand zu hart oder falsche parade: das pferd streckt den kopf ruckartig vor, entzieht der reiterhand den zügel. anschliessend geht der pferdekopf nach oben, womit sich das pferd ins gleichgewicht bringt. gibt beim kopf strecken die reiterhand nicht nach - dann liegt der reiter halt unten.

zum sitz gehört selbstverständlich auch die hand. und die hand führt den zügel. mit ausbindern ist es gar nicht möglich, einen guten, unabhängigen sitz zu erlernen, weil die hand gar nicht lernt, was sie tun soll und was nicht.

ein ausgebundenes pferd drückt den rücken weg und läuft auf die vorhand. die hinterhand läuft irgendwo hinten drein. daraus ergibt sich der durchgedrückte rücken. und der macht die gänge hart - und der reitschüler konzentriert sich NULL aufs sitzen, sondern bloss noch darauf, oben zu bleiben.

so kann man gar nicht reiten lernen.

ich würde vorschlagen, dass du in den stall wechselst, wo deine freundin reitet. dort hast du eine chance, richtig reiten zu lernen.

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Kommentar von KaninchenAraber
17.05.2016, 21:33

Der Stall wo meine Freundin reitet ist auch viel näher dran. Nur gibt es 1 Problem: der Stall ist voll ! Wir haben da so oft angerufen doch die haben immer abgesagt! Meine Freundin konnte dahin weil sie schon vorher etwas reiten konnte...

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Hallo, 

meine Meinung, die sich auch belegen lässt ist gegen Ausbinder! Mit Ausbinder´n kann ein Pferd gar nicht über den Rücken gehen, das sieht nur so aus. Du kannst so also auch gar nicht korrekt reiten lernen. Eine Reitschule, die die Pferde ausbindet gibt keinen professionellen Reitunterricht mehr. Ich würd mir ne andere suchen. 

Ausbinder schaden Pferden. Mein Wallach wurde von seinen Vorbesitzern Jahre mit Ausbindern im Schulbetrieb eingesetzt. Hat heut starke Arthrose u.a und es fallen laufende Tierarztkosten und Tierheilpraktiker an. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

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Kommentar von Lheurebleue
17.05.2016, 11:54

das ist doch qutasch! sowas, kommt garantiert nicht von einem korrekt verschnallten Ausbinder. Ließ dir mal den Text von SallyVita durch. Ich gebe ihr absolut recht!

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Kommentar von Urlewas
17.05.2016, 12:39

Arthrose bekommen viele Pferde wie auch Menschen - und letztere sind in der Regel nachweislich nie mit Ausbindern gelaufen....

Ich sehe in der Reitschule meines Vetrauens, dass die Reitschüler sehr wohl lernen, richtig zu reiten. Und dass die Pferde, die größtenteils  als Sportveteranen bereits vorgeschädigt in den Schulbetrieb kommen, dort in aller Regel noch ca 10 Jahre guten(!) Dienst tun - um hinterher noch ein wenig das Leben auf der Koppel zu genießen.

Dagegen habe ich kürzlich wieder miterlebt, wie das Pferd so eines " Gutmenschen"! Der sein Pferd nie mit Hilfszügeln oder gar Dressurreiten belästigen wollte, plötzlich " weg" war, nachdem die natürliche Schiefe immer heftiger geworden war.

Also bitte nicht solche Rundumschläge verteilen. Ganz bestimmt gibt es Reitschulen, wo man wenig lernen kann und die Pferde zu bedauern sind. Aber das läßt sich aufgrund vorhandener Hilfzügel beurteilen.

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Natürlich sollte ein Pferd ohne Ausbinder, von hinten nach vorne an die Hilfen herangetreten und mit feinen Hilfen nach der Ausbildungsskala des Pferdes - Takt, Kosgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung geritten werden.

Aber sind wir mal ganz ehrlich - in den meisten Reitschulen ist das erst einmal Utopie oder Wunschdenken, bzw. das, was angestrebt ist, ein Reitanfänger jedoch nicht ohne weiteres erreichen kann.

Ein Reitanfänger hat erst einmal mit sich selbst sehr viel zu tun. Er muss lernen, ein Pferd zu sitzen, ausbalanciert zu sitzen, die Hilfen korrekt zu geben, Bahnfiguren zu reiten, Ängste zu überwinden und sich etwas zuzutrauen. Wenn dann das Pferd seinen Unterhals so richtig schön rausdrückt und den Rücken wegdrückt, kommt er kaum zum sitzen, ist das mit dem korrekten Grundsitz schon mal erheblich erschwert bis unmöglich gemacht.

Dazu kommt, dass viele Reitschulen mitunter sehr brave Pferde/ Ponys im Angebot haben, die allerdings nicht all zu gut ausgebildet und geritten sind. Ausnahmen bestätigen hier sicherlich die Regel. 

Gerade am Anfang empfinde ich Ausbinder als eine Hilfe, wie das Stützrad beim Fahranfänger. Und es sollte auch genau so gehandhabt werden - zum Lernen sind die Stützräder sinnvoll, aber das Fernziel ist es ja, ohne sie auszukommen. 

Und das sollte beim Reiten auch so sein. Ausbinder sind eine Hilfe, wenn das Pferd den Reitanfänger nicht zum Sitzen kommen lässt, solange, bis er sich ausbalancieren und seine Hilfengebung anfangen zu verfeinern kann. Vorher tut ein Reitanfänger einem Pferd auch keinen Gefallen, wenn er nicht zum Sitzen kommt und dem Pferd ständig in den Rücken plumpst.

Dumm ist es, wenn Pferde in manchen Reitschulen prinzipiell zusammengeschnürt werden und die Reiter gar keine Chance haben, etwas anderes zu lernen. Dann mangelt es definitiv an der Qualität der angebotenen Lehre, macht es sich die Reitschule zu Lasten ihrer Tiere einfach.

Für meinen Geschmack kommt es bei dieser Frage, wie so oft im Leben, auf das richtige und sinnvolle Maß an. Anfängern können Ausbinder eine gute Hilfe sein und auch den Pferderücken schonen. Und solange das Fernziel das Reiten ohne die Dinger ist, sind sie ein gar nicht so schlimmer Kompromiss.


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Kommentar von Urlewas
17.05.2016, 12:11

Sehr schön erklärt - und das Beispiel mit den Stützrädern sehr treffend. Da wird im Kindergarten genauso beweislastig diskutiert, ob die nun nützlich oder schädlich  sind.

Am Ende freuen sich alle, wenn man  die Hilfen abmachen kann, und alles ist gut.

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Kommentar von LyciaKarma
17.05.2016, 12:19




Ein Reitanfänger hat erst einmal mit sich selbst sehr viel zu tun. Er muss lernen, ein Pferd zu sitzen, ausbalanciert zu sitzen, die Hilfen korrekt zu geben, Bahnfiguren zu reiten, Ängste zu überwinden und sich etwas zuzutrauen.

Deswegen nimmt man ihn ja am Anfang auch an die Longe und erst danach bekommt er Zügel in die Hand. 




Wenn dann das Pferd seinen Unterhals so richtig schön rausdrückt und den Rücken wegdrückt, kommt er kaum zum sitzen, ist das mit dem korrekten Grundsitz schon mal erheblich erschwert bis unmöglich gemacht.

Deswegen bringt man dem Pferd bei, an der Longe am Kappzaum ordentlich über den Rücken zu laufen. Und wenn ich das Pferd immer runterziehen muss - egal ob mit Ausbindern, Zügeln oder sonst was - dann habe ich ein Problem mit der Ausbildung.

Mit Ausbindern geht über den Rücken nicht - siehe meine Antwort. 

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Ein Pferd sollte "über den Rücken" geritten werden. Aber es dauert meist mehrere Jahre, bis ein Reitschüler das kann. Solange man das noch nicht kann, bietet der Ausbinder einen Kompromiss, um dem Reitschüler das lernen zu erleichtern.  Der Reiter sitzt so etwas bequemer und fällt dem Pferd daher nicht bei jedem Tritt in den Rücken, was für beide schonender ist.  Auch ist eine ungeübte Handeinwirkung für das Pferd störender als der Ausbinder, der ja zumindest gleichmäßig dran bleibt,  und nicht wie der Anfänger rupft und schlabbert.

Nachdem der Reitschüler sich so auf den  Sitz konzentrieren konnte und gelernt hat, die Schenkel richtig zu platzieren, lernt er zunehmend, auch die Zügelführung zu koordinieren.

In der Reitschule, wo ich bin, reiten die Anfänger meist mit Dreieckszügeln, die etwas länger verschallt sind, als für " relative Aufrichtung" notwendig wäre.  Daher hängen sie dann zunehmend durch, wenn der Reitschüler lernt, das Pferd zum Tragen zu animieren, und können dann ganz weggelassen werden.



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Es ist gesünder ein Pferd über den Rücken zu reiten. Aber es ist nicht toll wenn das Pferd gezwungen wird den Kopf tief zu tragen vorallem weil die AusBinder viel zu oft zu eng eingestellt sind. Ich bin grundsätzlich gegen Ausbilder da sie bei jedem Schritt dem Pferd im Maul ziehen (zumindest wenn sie so eingestellt sind wie in 90%) der Reitschulen.Pferde entspannen siCh von selbst wenn sie gut geritten werden und sich wohlfühlen finde ich also völlig schlecht Ausbilder zu verwenden.

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Kommentar von KaninchenAraber
17.05.2016, 10:20

Also finden sie die ungesunde Art besser?

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Ich finde es bei Anfängern auch besser, genau mit deiner Begründung!

Wenn man allerdings dann "sitzen kann", dann auf jeden Fall ohne weil ich finde das man das können sollte das das Pferd "freiwillig" mitmacht! 

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Kommentar von ponyfliege
17.05.2016, 14:15

man lernt das korrekte sitzen nicht auf einer "rüttelplatte". weil genau dazu wird das pferd, wenn es sich nicht so bewegen kann, wie es anatomisch sinnvoll wäre.

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Die Dinger Schaden nur

Selbst wenn sie noch so locker geschnallt sind sind sie schädlich den die pferde bekommen dadurch nur den Kopf runtergebunden aber über den Rücken laufen sie nicht

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