Frage von micholee 13.03.2011

Maximale Leistung an Steckdose

  • Hilfreichste Antwort von Sorbas48 13.03.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Vorweg einmal: eine Steckdose, die mit 6A abgesichert ist, kann auf Dauer mit U x I = 230 x 6 = 1380 Watt betrieben werden.

    Unter der Voraussetzung, dass ordnungsgemäß installiert wurde, ist bis zur Steckdose eine 1,5 mm² Leitung verlegt. Der 1,5 mm² dürfte zwar in Hausinstallationen mit bis zu 16A (je nach Verlegungsart und Leitungslänge) abgesichert werden, ist aber auch der Mindestquerschnitt der verlegt werden muss, selbst wenn der Kreis mit 2A abgesichert ist.

    Für die Strombelastung von Kabel und Leitungen gibt es ist in erster Linie die DIN VDE 0298-4; 2003-08 maßgeblich. Wie viel nun belastet werden darf kann hängt von einigen weiteren Faktoren, wie maximal zulässige Betriebstemperatur für den Leiter, Verlegungsart … ab.

    Für die sehr viele Anwendungen ist Tabelle 11, Spalte 5 aus obiger Norm anzuwenden. Das ist aber lange keine allgemein gültige Regel, die versierte Elektrofachkraft weiß, dass jeder einzelne Kreis entsprechend zu hinterfragen ist, weiß aber aus Erfahrung für 99% aller Fälle was zu tun ist.

    Für Belastungen gemäß Norm, siehe:

    http://www.lappaustria.at/fileadmin/catalog/pages/0980T12BelastbarkeitGrundtabelleund_Reduktionstabellen.pdf

    Ein nächster Aspekt in der Auslegung ist die maximal zulässige Leitungslänge. Dabei gilt erst einmal die Leitungslänge bis zur Steckdose!

    Die Leitungslänge beeinflusst den Leitundwiderstand und der ist wieder für 2 wesentliche Auslegungskriterien verantwortlich. Dem maximal zulässigen Spannungsabfall nach DIN-VDE und den TAB und der Absicherung hinsichtlich Kurzschluss-Schutzes. Es würde hier zu weit führen auf die Details weiter einzugehen.

    Nun nochmals zu den beiden Fragen:

    Die Leitungslänge und der Querschnitt ab der Steckdose spielen was die verfügbare Leistung betrifft ab dann eine Rolle, wenn der Leitungswiderstand zu groß wird. Als extremes Beispiel könnte man annehmen, die Last ist über 500m 2 x 0,75mm² angeschlossen (was natürlich kein Fachmann machen würde). Dann haben wir einen zusätzlichen Leitungswiderstand von ca. 24,5 Ohm. Der Strom fällt demnach auf 3,66 Ampere und an der Last haben wir nur noch ca. 140 Volt. Daraus ergibt sich eine Leistung von nur noch ca. 513 Watt an der Last (und auf der Leitung werden rund 330 Watt verbraten).

    Wenn eine sehr dünne Leitung zu schwach (in Bezug auf den Querschnitt) abgesichert ist, kann nichts passieren. Zu schwach ist immer besser für die Leitung als zu stark abgesichert. Wobei sich diese Frage bei Ordnungsgemäßer Installation nur auf die Leitung ab Steckdose beziehen kann. Ein 0,75mm² könnte 12A auf Dauer vertragen mit z.B. 2A abgesichert wird er diese 12A niemals erreichen können, es fliegt vorher der LS oder die Sicherung.

    Wenn eine Leitung zu stark abgesichert ist, dann kommt es zu einer Überhitzung der Leitung. Mit viel Glück entsteht dabei ein Kurzschluss und die Sicherung löst aus. Reicht der Strom nicht aus, die Sicherung zu schießen, dann kommt es zu einem Kabelbrand.

    Wenn wir beim 2x 0,75mm² bleiben und diesen mit 50A belasten, dann entspricht das ca. 67A/mm² Das sind bereits 43% der Grenzstromdichte für Elektro-Kupfer die bei 154A/mm² liegt und innerhalb kurzer Zeit zum Leitungsbrand führt, wenn nicht vorher andere leicht entzündbare Stoffe in unmittelbarer Nähe der Leitung zu brennen beginnen. (Die thermische Grenzstromdichte nach Müller-Hillebrand ist die Stromdichte, bei der nach 1 s Belastung die Leitertemperatur von 35 °C bis 200 °C ansteigt, Wärmeableitung vernachlässigt.)

    Ich hoffe, das war jetzt nicht zu ausführlich.

  • Antwort von TechnoChris 13.03.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Der Leitungsschutzschalter (Im kurzen auch Sicherung genannt) hat 2 Schutzfunktionen. Die erste Funktion ist der Bimetallschalter. Dies ist ein Metallstreifen welcher sich bei zu hoher Temperatur verbiegt, einen Kurzschluss auslöst und damit den Stromkreis durch Freischalten unterbricht. Die zweite Funktion ist die Auslösekarakteristik. Normalerweise werden B16A Sicherungen eingebaut. Das B steht für den 3-5 fachen Strom, also in dem fall bei z.B. B6A 18-30 Ampere. Dann wird sofort der Stromkreis getrennt.

    Die Leitungslänge ist ehr uninteressant (erst wenn es um den Widerstand geht), aber der Querschnitt spielt eine wesentliche Rolle. Je dünner, desto weniger Leistung bzw. Strom kann darüber geführt werden. Dünne Leitung + Viel Strom = Große wärme.

  • Antwort von Peppie85 13.03.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    auf dauer gesehen kannst du über eine 6 ampere sicherung wie du schon richtig erkannt hast nur ca. 1300 watt ziehen. allerdings würde ich von etwas weniger ausgehen, weil die spannung nicht immer die angenommenen 230 volt beträgt.

    die normalen hashaltsüblichen sicherungsautomaten mit der auslösecharakteritik B oder C sind für bis zu 30 minuten um 20 % überlastbar. will heißen in dieser zeit sind auch 1,5 KW drin. allerdings ist das eine bis zu angabe. und vor allem muss der bimetall zwischendurch wieder abkühlen. dann hängt das auch von der umgebungstemperatur in der verteilung ab und so weiter...

    also ich sag mal für ein paar minuten z.b. beim föhnen oder staubsaugen kannst du das bringen....

    lg, anna

  • Antwort von Fugenfuzzi 13.03.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    U(V)* I(A) = P(W)

    Grob als Faustregel kann man das gelten lassen.

    Zu 1.) spielt auch die Länge einer Leitung eine gewisse Rolle zur maximalen Stromabnahme. Dafür gibts Tabellen aber man kann es auch Berechnen :

    http://www.epicenter-forum.de/carhifi-autohifi-caraudio-forum/autohifi-basiswiss...

    zu 2.)

    Sicherungen im Haus und Privatgebrauch haben diverse Charakteristiken mit denen sie Auslösen. Dies beeinflusst auch die Auslösezeit.Eine Sicherung mit Flinker Auslösezeit regaiert deutlich schneller als eine mit Träger Auslösezeit. Eine Dünne Letung zu schwach abgesichert würde die Sicherung korrekt auslösen lassen wenn die Leistung erreicht würde. Das Kabel könnte nicht durchschmoren. Würde eine Dünne Leitung zu stark abgesichert sein könnte sich die /der Leiter(n) erhitzen und weitere Kurzschlüsse bis hin zum Brand bilden. Daher gibt es Bestimmte Längen und Querschnitte die Eingehalten werden müssen um eine gewisse Leistung abzusichern bzw. zu gewährleisten. Lehrlinge im 1 -2 Lehrjahr lernen sowas um später es auch umzusetzten.

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