Frage von jgtrade, 75

Logische Gotteswiderlegung? Was haltet ihr von meinem Essay?

Hallo zusammen, ich habe mir in letzter Zeit sehr viele Gedanke zum Thema Gott, Glaube und co. gemacht. Denn ich dachte mir "Worüber eine eigene, durchdachte Meinung bilden, wenn nicht darüber, wo wir herkommen und was wir tun sollen"! Doch je mehr ich meine Gedanken kreisen lasse, desto mehr rücke ich in Richtung Atheistische Tendenz! Ich habe ein kurzes Essay verfasst und würde gern hören, was ihr davon haltet.

(Leider ist hier die Zeichenmenge begrenzt, daher habe ich den Text in die Bilder gepackt! für den Fall, dass die dort ungünstig beschnitten werden, hab ich ihn hier nochmal als PDF:

https://www.dropbox.com/s/33kkczwu07p0s8x/essay%20gott%20geografie.pdf?dl=0

Was haltet ihr von diesen Gedanken, was spricht dafür/dagegen? Auf ernsthafte, philophische und tiefgründige Antworten aus allen religiösen Lagern dieser Plattform (die ich natürlich nicht verletzt haben möchte) freue ich mich sehr!

Vielen Dank fürs Lesen ;-)

Antwort
von sarahj, 48
JA! Ich finde die Argumentation schlüssig und schließe mich ihr an

muss hier noch eine Antwort geben.

Was mich an der Frage "Glaubst Du an Gott" oder "Existiert Gott" immer stört, ist daß in den allerseltensten Fällen vorher definiert wird, was man sich eigentlich unter "Gott" vorstellt, und über welchen gott denn geredet wird..

Zunächst ist das ja erst mal ein Begriff, mit dem jeder seine eigene Assoziation verbindet, und ich weiß zunächst nicht, ohne ausfühliche Erläuterung, wonach eigentlich gefragt wird.

Ich wiederhole hier mal eine Frageliste, zu möglichen Eigenschaften. Es ist eine 1-dimensionale Liste, einfach weil es hier nicht anders dargestellt werden kann, tatsächlich ist das Spektrum mehrdimensional, da manche Eigenschaft natürlich mit anderen kombiniert werden könnte.

Die Liste ist nach Detailgrad der Vorstellung und auch teilweise nach Intensität einer Eigenschaft sortiert. Sie ist keineswegs vollständig.

Kann ja mal jeder seinen Senf dazu geben, wo er sich so sieht.

Wie stelle ich mir "Gott" vor:

- es hat eine Hyperwelt geschaffen, aus der Welten entstehen
- es hat die Naturgesetze erschaffen
- es "ist" die Natur (i.e. Pantheismus)
- es hat für den Urknall gesorgt (die Welt erschaffen, i.e Deismus)
- es könnte mehrere geben / gibt mehrere
- es hat die Erde, Sonnensystem erschaffen
- es hat Leben erschaffen
- es hat den Mensch erschaffen
- es hat Adam und Eva erschaffen
- es hat eine sprechende Schlange erschaffen
- es hat der Schlange die Beine genommen
- es interressiert sich für die Menschheit (als Gesamtheit)
- es hat auch das Böse erschaffen
- es hat das Böse voll im Griff
- es hat das Böse geschaffen um uns zu prüfen
- es interressiert sich für einzelne Völker (z.B. die Juden)
- es interressierte sich ursprünglich für die Isrealiten, jetzt aber für alle
- es unterstützt einzelne Gruppen (->Bibel, z.B. im Krieg gegen andere)
- es interressiert sich für den einzelnen Menschen
- es interressiert sich für das was ich im Bett mache
- es fordert von Menschen, sich an Regeln zu halten
- es lässt einzelne Personen die Regeln verkünden (Propheten)
- es verkündet Regeln immer in mehrdeutiger Auslegbarkeit
- es verkündet Regeln immer an unbedeutende Leute in unbed. Kulturen
- es erwartet Huldigung (i.e. ist eitel)
- es fordert Huldigung und bestraft, falls nicht (i.e. ist eitel, und rachsüchtig)
- es hat Muhammed geschickt
- es hat Jesus geschickt (gemacht)
- Jesus ist wieder auferstanden
- Jesus sorgt für Vergebung
- es hat etwas gegen Schweinefleisch
- es hat etwas gegen Schnecken
- es straft Menschen, wenn sie sich nicht an Regeln halten
- es straft ganze Völker, wenn sich einzelne nicht an Regeln halten
- es straft unbeteiligte und unschuldige wenn... (Erstgeborene, Noah)
- es straft alle, wenn sich einzelne nicht an Regeln halten... (Noah)
- es freut sich, wenn Menschen andere Menschen bestrafen, die sich nicht an Regeln halten

usw. es gibt natürlich noch hunderte Zwischentöne, und weitere Eigenschaften.

Also: Nach welchem Gott wird gefragt?

Und, was wichtig ist, wer z.B. an die Existenz und an "hat für den Urknall gesorgt" glaubt, muss nicht zwangläufig alle anderen Punkte glauben.

Ich möchte unbedingt keine nebulösen Begriffe (wie "transzendent allgütig", oder "über unserer Vorstellungskraft stehend", sondern Konkretes. Ich möchte auch nicht ad hominem Attacken, nach dem Motto "Du hast Dich nicht damit befasst/es nicht vestanden".

PS: wie schon an anderer Stelle geschrieben: ich schreibe "es", weil ich nicht denke, daß es einen "Schniedel" hat; vermutlich sind wir uns - zumindest in dem Punkt einig.

Kommentar von sarahj ,

Mist, warum kann man nur so kurz editieren. habe noch ein paar wichtige vergessen:

- die Hölle existiert
- aus der Hölle gibt es kein entrinnen
- die Hölle ist schmerzhaft (also nicht nur die Abwesenheit von gott)
...
- es hat etwas gegen Schwule (Lesben sind fein raus ;-)
- es hat etwas gegen Ehebruch
- es bestraft Schwule
- es bestraft Ehebrecher
- es erwartet, daß wir Schwule meiden
- es erwartet, daß wir Schwule bestrafen
- es erwartet, daß wir Ehebrecher bestrafen
- es erwartet, daß wir Schwule töten (fundamentale Muslime & Christen sind hier gefragt)
- es erwartet, daß wir Ehebrecher töten (ditto)


Antwort
von sarahj, 50
JA! Ich finde die Argumentation schlüssig und schließe mich ihr an

Hallo jgtrade

habe einen langen Kommentar unter tryanswers Antwort, der eigentlich auch als Antwort geht. Will ihn nicht nochmal posten. Vielleicht hilft es.

Zur Syntax: wie andere schon geschrieben haben, wäre ein roter Faden gut. Achte auch auf banale Dinge wie Rechtschreibung, Satzstellung, Großschreibung, Kommata (!) und verwende keine Slangwörter und umgangssprachliche Ausdrücke (z.B. "solls", "tief drin"). Und wenn überhaupt, dann mit Auslassungszeichen ("soll's").

Zum Inhalt: Das Thema ist so umfassend, daß 2000 Jahre kluger Köpfe Arbeit auch keine wirkliche Erkenntnis gebracht haben. Somit kann auch keiner erwarten, daß Du das als Schüler in einem kurzen Essay hinbekommst. Vermutlich wird auch in den nächsten 2000+ Jahren nicht viel Neues erkannt. Die Naturwissenschaftler werden natürlich (falls nicht von den Fanatikern abgemurkst) neues Wissen schaffen, und damit einige Lücken schließen. Aber es liegt in der Natur der Sache (nett), daß mit jeder Entdeckung neue Fragen aufkommen. Damit bleiben vermutlich genügend Lücken, in die man götter stecken kann... ;-D

Ich denke, daß Du schon gute Fragen stellst, und auch richtige Antworten dazu hast. Belege aber Aussagen. Zum Beispiel könnte die Frage "Warum Religion lästig ist", eine Erläuterung der durch sie entstehenden Probleme vertragen.

Vielleicht solltest Du auch die andere Seite sehen, und auf die Gründe eingehen. Die Menschen sind ja nicht aus Bosheit gläubig, sondern weil sie sich davon etwas erhoffen und sich daran klammern. Viele sehen das zwar als Droge und Selbstbetrug (ich gehöre zu denen, wie Du sicher gemerkt hast), aber es ist dennoch ein verständlicher Wunsch. Und viele religiöse Menschen haben natürlich Angst, in ein großes Loch zu fallen, wenn sie nicht wirklich an das Wortwörtliche glauben, oder tatsächlich vor dem Höllenfeuer, wenn sie das tun. Übrigens, eine der teuflischsten Erfindungen der Religionen überhaupt ;-()

LG


Kommentar von sarahj ,

PS: Du hättest die Umfrage nicht als {ja, nein} Frage, sondern als { ja, teils-teils, nein} Frage stellen sollen.
So hatte ich es schwer, mich zu entscheiden (und vermutl. andere auch).

Antwort
von sarahj, 36
JA! Ich finde die Argumentation schlüssig und schließe mich ihr an

und noch ein Hinweis an jgtrade.

Das zentrale Problem aller Gläubigen ist der Widerspruch, der in der Theodizee kulminiert.

für Dein Essay wichtige Argumente findest Du hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee

Man sieht deutlich, wie sich auch kluge Köpfe an dem Thema die Zähne ausbeissen, und teilweise abstruse Ausflüchte (er)finden.

Antwort
von RudolfFischer, 38
NEIN! Die Argumentation enthält Denkfehler und ich lege Einspruch ein

Gott zu widerlegen, ist ein aussichtsloses Unterfangen. Allein schon, weil er nicht unserer "Logik" unterworfen ist, in der Vorgänge, bei denen Zeit und Wirklichkeit weder eindeutig noch gradlinig sind, zu "Paradoxa" (Widersprüchen) führen.

Selbst die Ergebnisse der Quantentheorie (siehe unten den lesenswerten Beitrag von sarahj) legen diese Beschränktheit unserer Logik nahe.

Zu deinen Argumenten:

Die Verschiedenheit der Gottesbilder entspricht dem Wissensstand der Menschen und ihrer verschiedenen Erfahrungen mit Gott. Das Gottesbild des AltenTestamentes ist offensichtlich kaum mit der Botschaft Jesu in Einklang zu bringen, auch wenn der "alte Tyrann" des AT immer noch für die Erklärung von Jesu Kreuzestod herhalten muss. Die Menschen sind sehr beschränkt, was nichts über Gott beweist oder widerlegt.

Die Christen glauben, dass nach der Lehre Christi Gottes Prinzip "die Liebe" ist, als einziger Maßstab, der verbindlich ist. Da sich das in der Anwendungspraxis mit Humanismus und Menschenrechten deckt, ist das offenbar ein guter Ansatz, damit alle Menschen (ob sie glauben oder nicht) in Frieden miteinander leben können. Ich lasse dir gern das Argument, dass man so einen Gott hätte erfinden müssen, wenn es denn keinen gibt. 

Paradies: ein Christ sollte sich nicht mit dem Jenseits trösten, wenn er sich damit aus allem im Leben raushalten will. (In einer verzweifelten Lage ist das aber verständlich.) Zu Jesu Lehre gehörte ja, dass das "Himmelreich" mit ihm hier auf Erden seinen Anfang nahm. Abstrahiert man von der Vorstellung einer einseitig gerichteten Zeit, galt das auch vor seinem Erdenleben. Christen sind aufgerufen, Gottes gute Pläne für die Erde tatkräftig zu unterstützen und somit das "Paradies" schon hier Wirklichkeit werden zu lassen. Deshalb bin ich z.B: ganz auf Seiten der sog. Befreiungstheologen

Mein persönlicher Glaube (der nicht zum Kanon des Christentums gehört) ist, dass wir Geistwesen sind, die sich vorübergehend für die Materialisierung in diesen 4 Dimensionen gemeldet haben. Motiv? Evtl. um die Erfahrung zu machen, da ja die Körperlichkeit einiges bietet, was das Geistsein nicht kann (und damit meine ich nicht nur Sexuelles). Es kann darüber hinaus auch sein, dass wir als Geistwesen selbst Welten schaffen können, so wie viele Fans in ihre Fantasy-Welten leben. Gemeinsam ist allen Paradiesvorstellungen nur, dass wir uns dann der Gegenwart Gottes bewusst sein können, dass wir individuelles Bewusstsein behalten (evtl. bis zu einer weiteren Vergeistigung, "Aufgehen im Nirwana") und dass alles spannend und glücklichhaltend sein wird. Wenn wir das wollen ... 


Antwort
von BerthaDieBaer, 67

Also, ohne dich angreifen zu wollen, denn ich kenne die genaue Aufgabenstellung oder den Zweck des Aufsatzes nicht, muss ich sagen, dass der Text nicht wirklich gelungen ist. Es ist schlicht und ergreifend keine Argumentation, denn du nennst keine wirklichen Argumente, sondern nur vereinzelt Thesen, die du nicht erläuterst. Das ist beispielsweise bei dem Teil mit dem Schutzmechanismus so. Außerdem belegst du auch nicht richtig, wer ist denn dieser bekannte Atheist? Was bedeutet denn sein Zitat? Du erklärst weder, noch baust du es in deinen Text ein. Dazu kommt, dass der Text keinen roten Faden hat und du sehr viele verschiedene Themenbereiche vermischst (was natürlich sehr schwierig zu vermeiden ist, bei einem so großen Überbegriff), beispielsweise die Frage nach der Existenz Gottes und die Religionsauslegung, wie hier bereits in einem anderen Kommentar gesagt wurde. Das ist theologisch nicht korrekt und hat somit keine besonders große Aussagekraft. Dazu kommt natürlich (leider) noch, dass sowohl Rechtschreibung, als auch Zeichensetzung und Ausdrucksweise mangelhaft sind, damit wirkt der Aufsatz noch ein wenig unseriöser. Besonders auch mit rhetorischen Fragen sollte man nicht übertreiben, die sind an manchen Stellen gut und überzeugend, bei dir lassen sie deinen Text aber eher in eine sehr unsachliche Ebene ziehen, da sie ein wenig übertrieben formuliert sind und häufig nichts mit den Argumenten gemein haben.
Zusammengefasst also: konzentriere dich lieber auf ein Thema und eine von dir festgelegte These, die du ausführlich und stilistisch korrekt begründest, Belege nennst, möglichst sachlich argumentierst und eine erkennbare Struktur einhältst.
Nimm's mir nicht übel, es kommt halt darauf an, wofür dieser Aufsatz geschrieben wurde.

Antwort
von roboboy, 75
NEIN! Die Argumentation enthält Denkfehler und ich lege Einspruch ein

Ich muss mir die Argumentation gar nicht durchlesen, um zu wissen, dass diese nur unlogisch sein kann. Denn es ist dir nicht möglich Gott zu widerlegen, da du ihn genauso wenig beweisen kannst. Das wird erst möglich sein, wenn es einen wissenschaftlichen Beweis für oder gegen Gott gibt. Und ich wäre sehr erstaunt, sollte sowas irgendwann möglich sein. Denn egal ob mit Gott oder ohne Gott, die Geschichte des Universums geht unendliche Zeit zurück, denn vor dem Urknall war auch schon was da (wenn auch "nur" Energie). Und der Urknall ist jetzt bewiesen, dann folgt der Beweis der Energie und dann gibt es eine neue Theorie zum entstehen der Energie und so weiter. Das wird eine unendliche Geschichte und wird für immer und ewig Platz für den Glauben an eine höhere Macht zulassen. Und diese kannst du nur wiederlegen, wenn du den Anfang von allem kennst. Und das wird die Menschheit m.E. nie herausfinden. 

Ich bin überzeugter Agnostiker, deshalb würde ich dir immer so Antworten. Eine Erörterung zu dem Thema "Wie sinnvoll ist Kirche" oder ähnlichem wäre hingegen ohne unlogische Argumente sehr wohl möglich. 

LG

Kommentar von sarahj ,

ich muss aber auch Deine Argumentation kritisieren:

- Beweise zu Existenz- und Nichtexistenz sind keineswegs vergleichbar. Prinzipiell ist die Existenz beweisbar, die Nichtexistenz aber nicht.

- Wer eine Aussage macht: "X existiert" muss beweisen das es so ist, nicht der Zweifler, dass dem nicht so ist.
(Warum verlangt niemand nach einem Beweis, daß Zeuss oder Thor nicht existiert?)

- Die Geschichte des Universums geht nicht unendlich zurück.
Raum UND Zeit begannen mit dem Urknall. Es gibt kein "davor". Es "gab" ja keine Zeit "davor". Man kann noch nichtmal davon ausgehen, dass man von einem Ursache-Wirkung Prinzip sprechen kann, wenn es keine Zeit gibt (und man tut sich schon sprachlich schwer, wie man sieht).

Vielleicht gibt es höhere Dimensionen, aus denen unser Univ. quasi als 4D-Kaugummiblase hervorging, und D-4 manifestiert sich als Zeit. Vielleicht gibt es einen endlosen Zyklus, wie im Murmeltierfilm. Vielleicht auch nicht. Das wären jedenfalls schon zwei mögliche Hypothesen die ohne einen Schöpfer auskommen, und ohne einen Anfang wie Du ihn beschrieben hast.

In einem gebe ich Dir Recht: "Und das wird die Menschheit m.E. nie herausfinden". Da bin ich bei Dir.

Kommentar von roboboy ,

Prinzipiell ist die Existenz beweisbar, die Nichtexistenz aber nicht.

Ok, da muss ich dir Recht geben. 

(Warum verlangt niemand nach einem Beweis, daß Zeuss oder Thor nicht existiert?)

Ich habe ihn nie nicht verlangt. Zeus fällt genauso wie Thor zu den Göttern, von denen ich einen Beweis haben möchte.

- Die Geschichte des Universums geht nicht unendlich zurück.
Raum UND Zeit begannen mit dem Urknall. Es gibt kein "davor". Es "gab" ja keine Zeit "davor". Man kann noch nichtmal davon ausgehen, dass man von einem Ursache-Wirkung Prinzip sprechen kann, wenn es keine Zeit gibt (und man tut sich schon sprachlich schwer, wie man sieht).

Ja, ich weiß ganz genau, was du meinst. Ich kenne diese Auffassung. https://youtu.be/tXmqiktRLkk?t=286

Fang da mal an, und höre dir diese eine Theorie an. Ich würde durchdrehen, wenn ich das jetzt schreiben müsste ;)

Aber was er sagt ist, dass es Energie war. Und wir kennen den Energie-Erhaltungs Satz, welcher ab dem Moment des Urknalls gegolten haben muss. jedenfalls theoretisch. Also muss die Energie von vor dem Urknall kommen. Jedenfalls wenn ich mir das selbst erkläre. Also muss es auch ein "davor" aus unserer Sicht gegeben haben. Jedenfalls so meine Auffassung. Aber ob und wie das je Bewiesen werden könnte, kann ich dir nicht sagen. Vielleicht hält die Zukunft ja noch einige Überraschungen bereit. Ich hoffe, dass du das gerade halbwegs verstehen konntest, was ich meinte ;)

LG

Kommentar von sarahj ,

Du liegst falsch. Ich weiss zwar auch nicht wie es is (keiner weiss es), kann es mir auch nicht bildlich vorstellen (keiner kann das), aber es ist auf jeden Fall nicht so. Man kann es berechen und nachweisen (ich kann das nicht, aber kluge Physiker).
Seit Einstein wissen wir, daß Raum und Zeit miteinander verwoben sind, und nicht unabhängg voneinander existieren. Es gibt keine Zeit "davor". Es gibt keine Zeit ohne den Raum. Und umgekehrt. Wie Du sicher weisst, gehen Uhren in der Nähe grosser Massen oder bei hohen Geschwindigkeiten langsamer. Zum Zeitpunkt 0 (Urknall) war sämtliche Masse in einem einzigen Punkt konzentriert. Sowas wie ein schwarzes Loch, mit 0 Durchmesser. Und da vergeht auch keine Zeit. Das "Ding" könnte schon unendlich lang (falsch, es gibt ja keine Zeit) oder auch unendlich kurz (auch falsch, wieder keine zeit) da gewesen sein. Da es keine Zeit gibt, macht es keinen Unterschied. Es war einfach da. Und damit beginnt die Zeit. Erst ab da gibt es überhaupt Raum und Zeit, und erst ab da können wir es (rückwirkend) beobachten.
Wenn wir jetzt mal in die andere Richtung gehen, zu den kleinsten Grössen, kommt man ebenfalls an einigen merkwürdigkeiten vorbei: Teilchen entstehen und verschwinden scheinbar zufällig, das Vakuum hat Energie (und zwar gewealtige Mengen) und irgend etwas scheint das Weltall aufzublasen (es expandiert schneller) anstatt abzubremsen und möglicherweise wieder zu kollabieren.
Man nimmt an, dass es eine Struktur im Raum gibt, die nichtmal wirklich kontinuierlich ist, sondern in Sprüngen (quantisiert). Nicht nur Energie, auch der Raum. Gleichzeitig versucht man das Verhalten kliener Teilchen zu berechnen, und stellt erstaunt fest, daß sie alle mehr oder weniger das selbe sind: Energie, wieder in Sprüngen. Ginb man Energie dazu, entstehen andere Teilchen.
Ein mögliches Modell, was ziemlich viele eintreffende Vorraussagen macht, ist, das Teilchen so etwas wie Schwingungen sind (also pure Energie), die wie schwingende Saiten in vielfachen einer Grundfrequenz schwingen können. Das erklärt z.B die ganzen Sprünge (weil, wie bei einer schwingenden Seite, diese immer nur in ganzzahligen Vielfachen eine stehende Welle bilden).
Was nun erstaunlich ist: man braucht mehrere Dimensionen, in denen diese "Saiten" schwingen. Mehr als 3 oder 4. Viel mehr.
Es gibt also Modelle, die einen vieldimensionalen Raum auf der subatomaren Ebene vorraussetzen und beschreiben und mehr oder weniger funktionieren (d.h. sie machen Vorraussagen, die man prüfen kann).
Die Physik ist schon eine Weile dran, diese subatomaren Modelle mit den astronomischen Modellen (Relativitätstheorie) unter einen Hut zu bringen, und hat in den letzten Jahren gewaltige Fortschritte gemacht (bin selbst kein Physiker, insofern kann ich nicht wirklich viel dazu sagen - vielleicht verirrt sich ja mal einer hierher, in die religiöse Schmuddelecke... und gibt seinen Senf dazu)
Wie dem auch sei: man kann von mehr als 4 Dimensionen ausgehen. Es gibt also Hyper-Hyper Welten. Wir können da natürlich nicht hin, aber man kann damit einige der "spooky" (d.h. geisterhaften) Phänomene erklären. Z.B. daß ein Teilchen plötzlich an einem anderen Ort erscheint (sog. Tunneleffekte), oder daß Teilchen aus dem Nichts erscheinen oder scheinbar an 2 Orten gleichzeitig ist.

Zeit in unserer Welt ist aber nur eine Bewegung entlang einer Dimension. 1s entspricht ca. 300000Km. (!) Man kann sich Vortstellen, daß es etwas gibt, was sich in den anderen Richtungen Bewegen kann. jetzt mal angenommen, daß zum Zeitpunkt 0 einfach etwas aus einer der anderen Dimensionen 8wie auch immer) in diese Dimensionen "reingerutscht" ist. Das wäre dann sowas wie der Urknall (in den 4 Dimensionen).
Ob das Ganze in den oberen Dimensionen zyklisch ist oder nicht, oder es da mehr gibt oder nicht, all das wissen wir nicht, und können (wie schon geschieben) da auch nicht hin.
Was ich meine siehst Du bei Thad Roberts.
Youtube Titel (kann nur 1 link - findest Du aber leicht):

The True Science of Parallel Universes (Einstieg)

Thad Roberts - Visualizing Eleven Dimensions (unbedingt!)

Hidden Dimensions: Exploring Hyperspace (Einstieg)

TED videos (da gibt es viel mehr):

Garrett Lisi: A theory of everything

The Geometry of Particle Physics: Garrett Lisi at TEDxMaui 2013

Kommentar von sarahj ,

sorry, wollte es nochmal richtig umbrechen GF hat aber so ne mistige Software, die mir immer unter dem Finger den Text wegformatiert...

Kommentar von RudolfFischer ,

Oha, da sind wir uns ja einig.

Wir unterscheiden uns dann i.w. darin, dass ich glaube, dass in diesen Hyper-Hyper-Welten durchaus Platz für eine schaffende Intelligenz ist, die ich Gott nenne (und von der ich auch noch mehr glaube), und du nicht.

Kommentar von arevo ,

#sarahj

" Beweise zu Existenz- und Nichtexistenz sind keineswegs vergleichbar. Prinzipiell ist die Existenz beweisbar, die Nichtexistenz aber nicht ". Das kommt darauf an, von welchen Existenzbegriff man ausgeht.Und  wer sagt das ?.

Wer die Nicht-Existenz von ETWAS beweisen will, hier in diesem Fall Gott, geht von der Prämisse aus, dass es dieses ETWAS geben könnte.Existenz und Nicht-Existenz sind die zwei Seiten einer philosphischen Medaille, die zusammengehören wie Henne und Ei.

Kommentar von DarkSepia ,

Wie willst du wissen, dass es keine solche Beweise geben kann, wenn du sie dir nicht durchliest und wenn du sogar meinst, sie wären möglich?

Kommentar von roboboy ,

Wie willst du wissen, dass es keine solche Beweise geben kann

Liefere mir einen, und ich ändere meine Meinung instantan. Solange bis du den gegenbeweis lieferst, gilt aber diese These.

Gute Nacht.

LG

Antwort
von Pyramesse27, 1
JA! Ich finde die Argumentation schlüssig und schließe mich ihr an

Ist schon ganz gut.Das sachlichste Argument fehlt aber.Denn laut Kausalitätsgesetz muss Alles und Jeder einen Ursprung haben,das heißt der sogenannte Schöpfer müsste selbst einen ,,Schöpfer´´ vorweisen können. Die Vorstellung einer Vielzahl von ,,höheren Wesen´´ (treffend von Dir formuliert) ist ein weiteres Indiz diesgezüglich.Als der Mensch immer komplexer denken konnte,verlangte er nach Erklärungen für das was um ihn herum vor sich geht.Er fand aber keine natürlichen Aussagen und fand sich damit ab übernatürliche Kräfte seien am Werk.Das war die Geburtsstunde einer jeden Götterwelt. Gruß

Antwort
von thepro0410, 60

Also als erstes gibt es verschiedene richtungen vom christentum. Ein paar davon sind sehr fundamentalistisch ausgelegt.
Bei deinem Essay würde ich noch ein paar stellen bearbeiten denn es heißt nicht in der bibel du sollst nicht töten sondern du sollst nicht morden was ein riesiger unterschied ist.
Also er ist ganz gut formuliert aber trifft nur teilweise zu da es viele richtungen vom christentum gibt.

Antwort
von arevo, 16

An der Abstimmung nehme ich nicht teil, weil nicht nur die Argumente schwach sind, sondern weil das Ganze nicht stimmig ist.

Daher fällt auch mein Kommentar sehr kritisch und grundsätzlich aus.

Bereits eine stattliche Zahl an Denkern, Theologen und Philosophen, habe sich an diesem Problem abgearbeitet.Es ist das gute Recht eines Jeden, unabhängig vom Alter, in einem Essay dieseThema anzugehen.

Allerdings kann ich auch dann erwarten, dass sich der Schreiber tatsächlich intensiv mit dieser Aufgabe auseinandergesetzt hat.Und hier beginnen meine persönlichen Zweifel.Das fängt schon an mit der Wahl der Form, in der diese Frage behandelt wurde.

Ein Essay soll eine literarische oder wissenschaftliche Frage in anspruchsvoller Weise, die Betonung liegt auf anspruchsvoll, und in knapper Form abhandeln.Der Essay ist eine Mischung aus gekonnten literarischen Fähigkeiten und wissenschaftlichen Denken.Er soll in sprachlich eleganter Art ein diffiziles Thema von vielen Seiten beleuchten und, wenn möglich, einen neuen Aspekt einbringen.

Die verwendete Sprache ist nicht angemessen, zuviele Umgangswörter, weil sie nicht zu einem so ernsthaften Thema passt.Der Wortschatz ist eingeschränkt, die Syntax sehr überschaubar und auch am Stil läßt sich feilen.

Am meisten vermisse ich die Schlüssigkeit und logische Stringenz bei den Argumenten, falls überhaupt vorhanden . Kein roter Faden, keine erkennbare denkerische Linie, keine Vertiefung, fehlndes Sachwissen .Wer so argumentiert, kennt offenbar Geschichte und Entwicklung der Religion nicht.Stichwort Religionen vor den Ägyptern und Griechen.

Vom logischen Gottesbeweis habe ich nicht viel mitbekommen. Wer ein solches Thema aufgreift, sollte zumindest etwas von Anselm von Canterbury wissen.

Es tut mir leid, dass ich das sagen muß, aber verschweigen nützt auch nichts, es ist eine unausgereifte Arbeit und Struktur. Strukturiertes Denken ist nicht zu erkennen.



Antwort
von puschelmucke, 50

Gott läßt sich nicht beweisen oder widerlegen. Das ist Glaubenssache. Also glaub daran oder nicht, je nach dem wie es dir dabei besser geht.

Antwort
von 1988Ritter, 54
NEIN! Die Argumentation enthält Denkfehler und ich lege Einspruch ein

Es gibt keine logische Gotteswiderlegung, da sich Gott nicht logisch erklären läßt.

Der fundamentale Denkfehler der von Dir schon auf der ersten Seite gemacht wird, wenn Menschen unterschiedlicher Kulturen, Regionen, soagr Kontinente eine Annahme zu Übersinnlichen haben, dann ist es eher eine kollektive Bestätigung, dass es etwas geben könnte.


Kommentar von sarahj ,

aber nein!

erstens hat sie das nicht so geschrieben.

Sondern, gut argumentiert, daß sie sich unterschiedlich evolutionär entwickelt haben. D.h. ausgehend von ähnlichen Annahmen ("es gibt höhere Wesen") zu unterschiedlichen Götzenbildern, incl. Jehova gekommen sind. Ausgangsbasis waren natürlich nicht erklärbare Naturphänomene (Donner, Wind, Tag/Nacht usw.) die nur durch höhere Wesen erklärbar waren.

Und da hat sie recht.

Aber Du hast daraus eine ganz andere Aussage gemacht, die in zweierlei Hinsicht falsch ist:

1) Anstatt einer "kollektiven Bestätigung, dass es etwas gibt", könnte es auch "eine Bestätigung sein, daß es in uns einen Wunsch nach Unsterblichkeit gibt, den die Religionen stillen.". Und das wäre ja auch plausibel.

2) das Eine nicht aus dem anderen folgt, denn zum Beispiel: "Wenn .... Kutluren von der Existenz von Hexen und Zauberern ausgehen ... eher eine Bestätigung dass es etwas geben könnte"

Das heisst, Du hast versucht etwas anderes mit einem falschen Argument zu untermauern.

[Ich gehe mal davon aus, daß Du (2) nicht unterschreibst. War aber die Situation im MA. Das Bild der Hexen ist zwar nicht unabhängig entstanden, sondern hat vermutlich gemeinsame Wurzeln (;-), aber das haben übernatürliche Götter auch]


Kritik ok, aber nicht in diesem Punkt. Sprachlich müsste man es noch ein bisschen aufpeppen. klar.

Antwort
von Viktor1, 66

In deinem Kopf geht es nur kunterbunt zu und das hast du raus gelassen. Du hast nicht die geringste Linie in deinen Gedanken, springst hierhin und dahin.
Kurz gesagt: "Das war nix".
Außerdem: unterschiedliche Sichtweisen auf eine "Sache" oder unterschiedlich gestaltete Vorstellungen davon widerlegen nicht das Sein der "Sache" selbst.
So ist die Vorstellung von außerirdischen Leben (oder Intelligenz) sehr vielseitig präsent, von spinnerten Phantasien bis begründeten nachvollziehbaren Aussagen. Solches Leben ist aber trotzdem sehr wahrscheinlich und nicht wegen der Vielfalt der Vorstellungen widerlegt.

Antwort
von tryanswer, 57

Ich sehe bei dir keine Argumentation. Du stellst Fragen, zauberst dann 3 Thesen aus dem Nichts - wobei zwei davon ausgehen, daß es Gott oder Götter gibt (also dürfte die der Wahrscheinlichkeit nach, nicht an Gott zu glauben, die schlechteste Alternative sein) und schließt dann mit deiner persönlichen Meinung.

Ganz nebenbei begehst du noch den Denkfehler Religionsauslegung und die Existenz Gottes zu vermischen.

Kommentar von sarahj ,

wieso die schechteste Alternative?

Die Wahrscheinlichkeiten sind doch nicht 1/3:1/3:1/3.

Beispiel:

A behauptet: (mal wieder) es gäbe rosa Einhörner.
B behauptet: es gibt dagegen lila Einhörner
C behauptet: keine davon existieren

Ist die Wahrscheinlichkeit für daß weder rosa noch lila Einhörner existieren damit bei 1/3?
Und was ist, wenn D noch blaue Einhörner ins Spiel bringt? Sinkt sie dann auf 25%?

Tatsächlich ist die Wharscheinlichkeit für farbige Einhörner nahezu bei 0%. (ganz nebenbei: aber beweisen, daß es keine gibt, kann ich nicht. Vielleicht fliegen ja welche um den Pluto rum, und verstecken sich immer wenn Voyager vorbei kommt)

Humbug. Leute, hier sind Kinder und Jugendliche, die müssen ja sonst was denken...

Kommentar von tryanswer ,

A: Es gibt rosa Einhörner

B: Es gibt blaue Einhörner

C: Es gibt keine Einhörner

Die Frage ist nun aber: Gibt es Einhörner? (wie sie aussehen spielt keine Rolle)

Wahrscheinlichkeit für Ja: 2/3 (A + B)

Wahrscheinlichkeit für Nein: 1/3 (C)

(Wobei der Entscheidungsbaum für diese Frage eigentlich mehr Zweige beinhalten müßte)

Kommentar von sarahj ,

aber NEIN!

oje. 3 Mögliche Antworten heisst doch nicht, dass alle gleich Wahrscheinlich sind.

Wie wär's denn mit 0.00000000000001 for rosa, 0.0000000000000000000000001 für blaue und 99.99999999999999 für keine?

Also wirklich !

siehst Du irgendwo farbige Einhörner?

Kommentar von tryanswer ,

Du vergisst, daß sich die genannten Optionen der Eingangsthesen (alle Götter sind wahr, nur ein Gott ist wahr, kein Gott ist wahr) gegenseitig ausschließen. D.h. 1 von drei Möglichkeiten ist wahr, 2 von drei Möglichkeiten sind unwahr.

Wenn ich nun die Frage zu beantworten habe: "Gibt es Gott" kann ich als Wählender mit ja oder nein antworten. Wenn ich nun mit "ja" antworte, liege ich bei den Optionen 1 und 2 richtig und bei Option 3 falsch. Antworte ich mit "nein" verhält es sich genau umgekehrt.

D.h.:

Die Antwort "ja" führt in 2 von 3 Fällen zu einem richtigen Ergebnis, die Antwort "nein" mit nur mit 1 von 3 Fällen.

Die Antwort "Ja, es gibt Gott" ist damit eindeutig vorzuziehen.

Fazit: Auf diesem Wege läßt sich die Existenz von Gott nicht wiederlegen. (und trotz, daß ich mich wiederhole die Annahme nur dieser Optionen ist unzureichend die Frage zu beantworten) Es läßt sich weiterhin also festhalten, daß die sog. "Argumentation" das Fragestellers unzureichend (m.E. gar nicht vorhanden) ist.

Unabhängig von allem gesagten läßt sich die Frage nach der Existenz von Gott (oder auch Einhörnern) nicht logisch argumentieren, da es sich um Glaubensvorstellungen handelt. (wobei Einhörner - im Gegensatz zu Gott resp. Göttern - auch keine nicht-logischen Argumente liefern).

Kommentar von sarahj ,

unabhängig davon, daß sich die nicht-Existenz nicht beweisen lässt, und unabhängig davon, ob es sich um ja/nein oder A/B/C Fragen handelt:

aus der Anzahl der Alternativen N ergibt sich nicht automatisch und zwingen eine Wahrscheinlichkeit von 1/N für jede Alternative.

Ich kenne die Wahrscheinlichkeiten nicht. Keiner kennt sie.

Theistem gehen davon aus, sie läge bei 1 für "genau einen Gott", wohingegen Atheisten sie nahe wenn nicht bei 0 für "mindestens einen Gott sehen".

Du als Agostiker sagst "ich weiss es nicht".

Das muss ich natürlich fairerweise auch zugeben: ich weiss es auch nicht.

Gleichzeitig sehe ich aber zig Argumente die mich dazu veranlassen, sie nahe bei 0 zu sehen.

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(Anm. tatsächlich bin ich mir - trotz langen Nachdenkens nicht wirklich im Klaren, wo denn nun genau die Grenze zwischen Agnostiker und Atheist ist - vermutlich ist sie gar nicht klar definierbar).

Allerdings würde ich sogar sagen: wenn gott tatsächlich so wäre, wie von den manchen Theisten beschrieben, müsste ich eine antitheistische Position einnehmen. Denn wie beschrieben ist es natürlich ein grausamer, Sadist, der sich an den Leiden der Menschen erfreut.
Da ich aber nicht an ihn glaube - und das schon gar nicht - bin ich da relativ entspannt ;-D

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Zurück zu den Wahrscheinlichkeiten: es ist z.B. noch unwahrscheinlicher, daß ein sadistischer, egoistischer gott existiert, der sich für meine Stellung beim Sex und meinen Fleischkonsum interressiert als einer, der lediglich mal ein paar Naturgesetze erfindet, und weiter nichts kapiert.

Je mehr Eigenschaften man aufführt, je mehr Details man angibt, desto unwahrscheinlicher wird er.

Ein intelligenter gott, der physikalische Naturgesetze versteht ist unwahrscheinlicher als ein dummer, der nur aus ungeordneter Energie besteht.
Einer der sie auch noch entstehen lassen kann noch unwahrscheinlicher.
Einer der so viel Durchblick hat, daß er eine ganze Welt erschaffen kann ist noch unwahrscheinlicher.
und einer der sich nach der Mammutaufgabe auch noch um meine Bettgeschichten kümmert, ist verdammt unwahrscheinlich.

Also hier nun das eigentliche Argument:

Ein gott, der eine Welt bewusst plant und zusammen baut muss notwendigerwise komplexer sein, als das von ihm Geschaffene (ist übrigens wortwörtlich genau das Argument der Kreationisten, das ihnen aber hier gleich voll hinten rein fährt...).

Wie oben beschrieben, ist das Entstehen komplexerer "Dinge" unwahrscheinlicher als das Entstehen von weniger komplexen
(es sei denn, Evolution ist im Spiel, aber dazu mehr unten).

gott muss ja auch irgendwie entstanden sein - wenn er IST.
(das Argument: "er war schon immer da" zieht nicht. Es ist schlichtweg illegitim. Man kann nicht einerseits die Argumentation darauf aufbauen "alles braucht einen Erzeuger", um dann eine praktische Ausnahme zu machen, weil sie einem in den Kram passt). Wer so anfängt muss zurück auf Los und zugeben, dann könnte auch die Welt (Hyperwelt) schon immer da gewesen sein.

Es muss aber ein verdammt komplexer gott sein, der eine (um einiges weniger) komplexe Welt erschaffen kann (siehe unten).

Geht man davon aus, daß entweder gott oder die Welt einfach so entstanden sind, ist es wahrscheinlicher, daß es die weniger komplexe Welt ist, die einfach so entstanden ist.

Gestützt wird das ganze ja noch dadurch, daß sich dieser gott nur in den Hirnen von phantasierenden, verzückten, verrückten oder betrügenden, oft hormongesteuerten oder leicht instabilen einfachen Gemütern zeigt. Niemals aber allen. Es wäre natürlich ein leichtes, in großen englischen Worten mit Wolken am Himmel die Worte "HAAALO: hier bin ich: euer GOTT!" zu formen.

Aber das tut er nicht. (die oben Genannten glauben, er mache das lieber in Form brennender Dornbüsche, in der Wüste, vor ungebildeten Schafhirten. Und weil jeder normale Mensch annimt, es wäre vielleicht ein Blitz gewesen und daher Mumpitz, ist es eine "Prüfung des Herrn an unseren Glauben").
De facto gibt es keinen Hinweis. Keinen einzigen.

Soviel zu meiner Wahrscheinlichkeitsrechnung: daß die Welt einfach so entsteht ist schon verdammt unwahrscheinlich. Aber immer noch weit wahrscheinlicher als ein einfach so entstehender Schöpfer.

Grüß gott an alle!


Fortsetzung unten (5k Zeichen limit)

Kommentar von sarahj ,

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Nachtrag zur Evolution:

es könnte ja sein, daß gott selbst durch einen evolutionären Prozess entstanden ist. Damit können ja, wie wir wissen komplexere Strukturen entstehen.

Damit kämen aber dann mehrere Götter ins Spiel. Viele götter, viele Generationen von Göttern und eine Riesenspielwiese, in der götter mutieren, sterben und selektiert wurden.

Das ist denkbar, verschiebt aber die Frage nur eine Stufe weiter nach oben, wie wir wieder das selbe Problem haben. Dann müsste diese noch viel komplexere Götterwelt ja auch wieder irgendwie entstanden sein, die noch komplexer ist, und damit noch unwahrscheinlicher...

Damit sind aber objectiv betrachtet mehrere Götter und eine evolution wahrscheinlicher als ein einzelner gott.
Die anderen könnten ja alle ausgestorben sein, und nur einer übrig, ist aber dann noch unwahrscheinlicher.

Also m.E. ist am wahrscheinlichsten eine Welt ohne Götter, gefolgt von einer Welt mit vielen Göttern (und Götterevolution), gefolgt vom ganz unwahrscheinlichen einzelnen gott.

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Nachtrag zur Komplexität der Welt:

am Anfang war sie ja relativ unkomplex. Vielleicht brauchte es gar nicht so viel Komplexität, um sie und die Naturgesetze zu erschaffen. Der Rest kam dann von alleine. In diesem Fall, wäre es aber ein Deismus - gott erschafft die Welt und lässt sie dann laufen. Nicht weil er es so will, sondern weil er nicht mehr kann. Weil er nichts in der Birne hat.

Könnte auch sein.

Dann aber interressiert er sich definitiv nicht für mein Sexleben, Schwule oder Fleischkonsum. Dann gibt es aber auch kein Paradies und keine Hölle. Dann sind wir genau da, wo wir ohne gott wären. Kein Unterschied.



So jetzt lest das aber auch, wenn ich mir schon die Mühe mache!

Antwort
von DarkSepia, 3
NEIN! Die Argumentation enthält Denkfehler und ich lege Einspruch ein

Ich geh mal auf ein paar Sachen ein:



Die Tatsache, dass überall verschieden gebetet wird zeigt mir, dass der Glauben an etwas Höheres im Menschen tief drin ist aber nicht etwa weil es wirklich stimmt (warum sollte die "Wahrheit" ausgerechnet der eine Gott und nicht der andere Sein? Nur weil wir zufällig Globale Macht sind, ist unsere Vorstellung mehr wert und war?!) sondern weil Religion mehr als selbstgemachter Schutzmechanismus des Menschen selbst ist, vor schlechten Taten wie Mord.


Der Anfang gefällt mir, aber dann argumentierst du sehr wirr. Du warst gerade dabei zu erklären, dass die Verscheidenheit von Religionen zeigen, dass wir nicht deshalb Religionen haben, weil sie nicht stimmen würden. Das hat mit globalen Mächten in der Klammer nichts zu tun, sondern mit einem ganz einfachen Grund: Selbst wenn eine Religion stimmt, sind die anderen falsch. Es würde gegen die Gesetze der Logik verstoßen, wären Aussagen wahr, nur weil sie religiös sind. Weiters zeigt die Verschiedenheit von Religionen nicht, dass Religionen ein selbstgemachter Schutzmechanismus sind.


Ein bekannter Atheist hat mal gesagt, dass Jesus in vielen Familien einfach nur einkostenloser Babysitter ist (Nach dem Motto "He's watching you")

Wer hat das wo gesagt?


Lange Rede, kurzer Sinn: wieso sollte die Wahrheit auf Geografie basieren? Warum der eine Gott und nicht der andere? Zeit die Tatsache, dass es in jeder Kultur einen anderen Gott gibt, nicht, dass die Vorstellung Menschengemacht ist?

Um deine Frage zu beantworten: Nein. Bisher hast du nur gute Gründe genannt, warum Religiösität alleine kein Grund für Glaubwürdigkeit ist: Diese Hypothese scheint absurd, da sich religiöse Aussagen gegenseitig widersprechen. Das bedeutet aber nicht, dass keine religiöse Aussage jemals wahr sein könnte und auch nicht, dass wir niemals wissen könnten, dass sie wahr ist.


Theoretisch besteht ja diese Möglichkeit, dass die eine Glaubensgemeinschaft recht hat und alle anderen Unrecht. Nur ist da die Frage warum und WELCHER NUN?! Warum ist die eine Vorstellung mehr wert als die Andere wenn doch alle nur auf Glauben basieren und keine stichhaltigen Anhaltspunkte vorliegen?

Dass wir nicht wissen, welche wahr ist, bedeutet nicht, dass keine wahr sein kann.


Viel näher liegt es doch, dass: -nichts davon tatsächlich stimmt und alle Gottesbilder letztendlich selbstgemacht und nur zum selbstschutz da sind?

Es wäre interessant zu erfahren, warum genau das viel näher liegt! Und ich rate dir wieder, entweder Spekulationen darüber wie Religionen entstanden, bleiben zu lassen, oder sie zu untermauern. Wenn es dir darum geht zu zeigen, dass keine Religion stimmt oder dass es keinen Gott gibt, musst du nicht einmal zwingend erklären, wie Religionen entstanden. Übrigens ein kleiner Denkanstoß: Wenn eine Religion stimmt, wie entstanden dann die anderen?
Antwort
von Fantho, 47

Du hast noch eine Option 'übersehen':

Es gibt tatsächlich nur einen (Allmächtigen) Gott, jedoch in allen Kulturen zig Propheten, welche Inspirationen, Intuitionen, Vorstellungen, Eingaben usw erhielten (nicht von Gott selbst). Diese wurden falsch wiedergegeben, missverstanden, ihrer Zeit und Kultur passend gemacht, verfälscht, unterschiedlich interpretiert usw. usf...

Jede Religion ist ein Werk bestimmter Menschen, sprich bestimmter Priesterkasten. Mit der Zeit wurden diese nach den Machtansprüchen der Priesterkaste in der Weise angepasst, dass das Fußvolk mehr aus Angst und Gehorsam das 'Gelehrte' glaubten..

Der Allmächtige Gott hat nichts mit all den Religionen zu schaffen und 'besitzt' selber keine Religion...

Alle haben eine Ahnung von einem Gott, stellen sich aber Gott unterschiedlich vor - zumeist und fälschlichrweise in menschlicher Art

Gruß Fantho

Antwort
von Eselspur, 2
NEIN! Die Argumentation enthält Denkfehler und ich lege Einspruch ein

Sorry, deine drei "Auswege aus dem Dilemma" sind leider nur oberflächlich.

Jeden religiösen Menschen, der ein bisschen ein Reflexionssniveau hat ist klar, dass sein Gottesbild nur ein Bild ist und nicht mit der Wirklichkeit Gottes ident ist. In der christlichen Theologie heißt das übrigens, dass nur in Analogien von Gott gesprochen werden kann. 

Gerade die Tatsache, dass Religion zu allen Kulturen gehört ist ein klares Argument für den Gottesglauben. Über den "Schatten des Glaubens zu springen" würde uns wieder auf das Niveau zurückwerfen, auf dem unsere vormenschlichen Vorfahren gewesen sind. 

Antwort
von Sharakan, 50
NEIN! Die Argumentation enthält Denkfehler und ich lege Einspruch ein

Ohne mich zu deiner Rechtschreibung zu äußern, finde es cool, dass du dich mit dem Thema auseinander gesetzt hast und der Anfang ist ja auch ganz gut. Allerdings ist es halt schwer sowas in so einem kurzem Text wieder zu geben. Dafür würde wahrscheinlich nicht einmal eine Doctor Arbeit reichen.
Du verstehst das Gebot falsch. Es sagt ja nicht, dass es keine anderen Götter gibt, sondern, dass man sie nicht verehren soll.
Außerdem kann man auch nicht sagen, dass viele Religionen einander ausschließen. Sie haben z.B. viele Gemeinsamkeiten, z.B. gibt es in vielen Religionen eine Sintflut Geschichte. Das würde eher darauf schließen lassen, dass verschiedene Religionen nur verschiedene Methoden besitzen. Für die einen war Jesus ein Gott, für die anderen ein Prophet. Am Ende wird der selbe Gott verehrt, nur unter anderem Namen...Allah, Jahwe....

Kommentar von sarahj ,

"Das würde eher darauf schließen lassen, dass verschiedene Religionen nur verschiedene Methoden besitzen"

ich würde (um objektiv zu bleiben) schreiben: "Das könnte darauf schließen lassen..." aber auch dazu erwähnen, daß es natürlich auch ein starkes Indiz dafür ist, daß sie gemeinsame Wurzeln haben oder voneinander abgeschrieben/abgeleitet wurden.

Was noch plausibler, und auch nachgewiesen ist.

Antwort
von comhb3mpqy, 48

Ich habe schon Gründe für meinen Glauben. Zum Beispiel stehen in der Bibel viele erfüllte Prophezeihungen und Menschen werden gesund, nachdem für sie gebetet wurde, obwohl es dafür keine wissenschaftliche Erklärung gibt. Diese Menschen berichten darüber, die Berichte kannst du dir im Internet ansehen.

Weitere Gründe, warum ich an Gott glaube und Christ bin findest du auf meinem Profil.

Kommentar von chemikant2 ,

hallo kannst du mur vielleicht sagen was in deinem Profil steht ? kann es mir nicht angucken da ich mit der app unterwegs bin, wäre nett. p.s das was du ansprichst ist auch einer der Gründe weswegen ich gläubig wurde ich hab davor zwar schon an Gott geglaubt aber jetzt bin ich felsenfest davon überzeugt!

Kommentar von comhb3mpqy ,

auf dem Berliner Fernsehturm ist bei Sonne ein Kreuz zu sehen. Wenn ich mir diese Welt anschaue, wie perfekt alles aufeinander abgestimmt ist, glaube ich nicht, dass alles aus Zufall oder von alleine entstanden ist. Ich glaube an einen Schöpfer. Viele Jünger von Jesus sind verfolgt und getötet worden, sie hatten kein Interesse, sich die Religion einfach auszudenken. Noch ein Tipp: auf youtube gibt es auch Menschen, die darüber berichten, warum sie glauben, kannst dir ja mal ein paar Videos ansehen.

Kommentar von sarahj ,

es gint dafür aber auch keine Beweise. Und wie ich oben ausgeführt habe, brauchen außergewöhnliche Behauptungen auch außergewöhnlich gute Beweise.

Wenn ich Dir erzähle, daß ich durch Handauflegen Krebskranke heilen kann, würdest Du mich (zurecht) als Irre oder gar gefährlich einstufen.

Wenn aber jemand in einem Buch schreibt er hätte so eine Geschichte gehört (er war ja selbst nicht einmal dabei) die 50 Jahre vorher passiert sei, und dieses Buch seinerseits nachweislich zig mal falsch abgeschrieben und auch bewusst manipuliert wurde, und diese Geschichte in einer Zeit spielt, in der an jeder Ecke irgend welche Leute von Geistern, Zauberern und Vorhersagen gesprochen haben, und wenn von dieser Geschichte damals nichts niedergeschrieben wurde, obwohl die Römer damals sehr gute Geschichtsschriber hatten, die weit weniger spannende Dinge aufgeschrieben haben, und das ganze 2000 Jahre zurück liegt,
dann glaubst Du es?

Echt, sei mal ehrlich, das ist kaum nachvollziehbar.

Antwort
von alexander329, 42
NEIN! Die Argumentation enthält Denkfehler und ich lege Einspruch ein

Warum sollte Religion ein Schutzmechanismus gegen schlechte Taten wie Mord sein? Es gibt doch auch den atheistischen Humanismus, der ohne Gott auskommt, aber auch schlechte Taten anprangert.

Ich glaube auch, daß die Gottessuche im Menschen in seiner Seele angelegt ist, denn sie wurde ja von Gott erschaffen. Durch die Erbsünde sind ja die Menschen im Exil, sie sehen Gott nicht, können seine Göttlichkeit nur erahnen, aber auch Gott nimmt ja Kontakt zu Menschen auf und offenbart sich wie er ist - im Christentum als Liebe erkannt. Als Allmächtiger und gerechter Gott im Islam erkannt. Schon immer im Judentum als Führer und Helfer erkannt.

Ja, die Vorstellungen von Gott sind teilweise menschengemacht, aber kein Mensch kann Gott auch in seiner Ganzheit erkennen. Wir sind seine Geschöpfe. Aber Menschen können ihn teilweise erkennen und erfahren. Dadurch sind verschiedene Religionen entstanden, auch wenn ich überzeugt bin, daß der katholische Glaube Gott am genauesten erkennt und die meisten Wahrheiten besitzt.

Das Paradies ist keine Wirklichkeit, die jeder für sich erschafft, es ist die liebende Gegenwart Gottes in der man leben darf und seine glasklare Erkenntnis allem Erlebten, die immer Liebe Gottes war, auch wenn man Leid erlebte.

Nein-deine Gedanken sind Fragen zum Glauben, die sich jeder Religiöse mal stellen kann, aber noch lange kein Beweis und keine Logik der Nichtexistenz Gottes!

Antwort
von thepro0410, 46

Entschuldigung ich habe noch einen punkt vergessen das letzte mit dem über den schatten soringen ist sehr angreifend formuliert und zeigt eigentlich das du den glauben nicht verstanden hast.
An deiner stelle würde ich das ändern.

Kommentar von sarahj ,

wenn sie vorher beschriebe, warum die Religion lästig ist...
Aber anders würde ich es auch formulieren.

Antwort
von nowka20, 2
NEIN! Die Argumentation enthält Denkfehler und ich lege Einspruch ein

gotteserkenntnisse mit dem intellekt sind unsinnig.


Jes 55,8-9

---8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, 

---9 sondern soviel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.


Röm 11,33

33---O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!

Antwort
von Semcan, 67

Wie wärs mal mit nem Essay über Existenz Gottes. 

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