Muss in der indirekten Rede immer der Konjunktiv verwendet werden?

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4 Antworten

Hei, DerMoli, nach meiner Einschätzung ist der Konjunktiv ja eher ein Teil der Schriftsprache statt der Umgangssprache. Und oft klingt er sehr maniriert, gekünstelt, sozusagen hoch-hochdeutsch ~~ und so kommt man leicht ohne den Konjunktiv aus, zumal, wenn deutlich wird, was gemeint ist. Beispiel: "Er sagte, dass er kommt" ist eindeutig ... Und: Es kommt immer auf den Kontekt an: "Er denkt, er sei in Spanien" nährt Zweifel, ob er dort ist oder sich irrt - - oder ob etwas völlig anderes gemeint ist. Und so. Grüße!

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Kommentar von Deponensvogel
25.03.2016, 10:30

Er denkt, er sei in Spanien nährt keinerlei Zweifeln. Das gibt einzig und allein den Inhalt seines Denkens wieder.

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Indirekte Rede steht generell immer im Konjunktiv. Aber das ist kompliziert und klingt komisch, daher benutzen ihn die wenigsten.

Muss man auch nur wirklich benutzen wenn es um gehobene Sprache geht, aber nicht im Alltagsgebrauch.

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Zunächst - die indirekte Rede bezieht sich auf die Wiedergabe von Informationen dritter Personen!
Deine Ich denke, ..., Ich dachte, ...-Sätze haben damit also nichts zu tun.

In der gesprochenen Sprache wird oft der Indikativ benutzt - und damit drückt man gleichzeitig auch aus, dass man den Inhalt glaubt.

Schriftlich benutzt man den Konjunktiv - ohne damit auszudrücken, ob man den Inhalt glaubt oder nicht. Es ist einfach eine neutrale Wiedergabe des Gesagten.

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Kommentar von DerMoti
25.03.2016, 00:32

Okay, das klärt mich auf. Noch eine Sache: Wenn man in der dritten Person schreibt und dann Verben hat, die eine indirekte Rede einleiten, muss man in der Schriftsprache immer Konjunktiv 1 benutzen. Richtig?

Also wäre "Er dachte, sie ist weg" z.B in jedem Falle in der Schriftsprache falsch.

Kann man eine dritte Person Plural in die indirekte Rede setzen? 

Auf jeden Fall kann man, wenn man die dritte Person Plural in die indirekte Rede setzen kann, die folgenden Personen nicht in die indirekte Rede setzen:

"Ich, du, wir, ihr"

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Bei indirekter Rede mit einleitendem Wort in der Vergangenheit. In der Umgangssprache mach man das halt nicht immer, deshalb steht es wahrscheinlich auch in manchen Büchern nicht so. 

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Kommentar von DerMoti
24.03.2016, 14:03

Und was ist mit einem einleitenden Wort im Präsens? Der Satz hört sich auch nicht schlecht an:

Er denkt, sie sei in Spanien.

Oder ist in dem Satz auch der Indikativ, Wirklichkeitsform, korrekt?

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