Frage von Amyeintraum, 80

Chihuahua aufnehmen oder nicht? Was muss ich beachten?

Ich spiele mit dem Gedanken den 3 jährigen Chihuahua Rüden meiner Freundin aufzunehmen, da sie es nicht mehr schafft. Eigentlich wollte ich mir einen Welpen zulegen, da ich nun bald lange Urlaub habe und der Hund dann  mit zur Arbeit soll, wäre das die richtige Zeit ihm in der Zeit die Umgebung vertraut zu machen und ihn wichtiges anzutrainieren. Einem älteren Hund kann man nicht mehr so viel antrainieren wie einem Welpen, oder ?
Ich bin mir da echt nicht sicher ob es eine gute Idee ist ? Vielleicht hat hier ja wer Erfahrung ?

Antwort
von Virgilia, 34

Ich habe mich bei meinen letzten Hunden bewusst für "erwachsene" Hunde entschieden. Und obwohl alle drei ehemalige Straßenhunde sind und nichts kannten, lernen sie sehr schnell. Allerdings muss ich gestehen, dass ich auf "unnötige" Kommandos, wie "gib Pfötchen" keinen Wert lege und sie meinen Hunden gar nicht erst beibringe. Aber zumindest sie eine Hündin würde das Kommando vermutlich innerhalb von 2, 3 Tagen lernen (drinnen und draußen).

Sowohl Welpen, als auch erwachsene Hunde haben ihre Vor- und Nachteile. Ein Welpe macht z.B. viel mehr Arbeit. Allein schon, weil er alle 2 Stunden raus muss. Ein erwachsener Hund kann seine Blase (meistens) viel besser kontrollieren. 

Wurde der Chihuahua richtig sozialisiert und hat keine negativen "typischen Charaktereigenschaften" (Kläffer, Angstbeißer, aggressiv, etc.)? Dieses Verhalten kann man zwar wieder "rausbekommen", aber dafür braucht man Zeit, Nerven und auch Geld (für einen Trainer). Ich spreche aus Erfahrung ^^ 

Es lernen auch nicht alle Chihuahuas Kommandos. Der Chi von Bekannten bringt ihnen sogar auf Kommando die Hausschuhe, bei meiner Chi-Hündin (habe ich als Welpen bekommen) hat sogar die Trainerin aufgegeben, ihr so einen "Quatsch" wie "Sitz" beizubringen :D 

Wenn die "Chemie" zwischen dir und dem Hund stimmt und du bereit bist mit ihm an eventuellen "Macken" zu arbeiten (manchmal reicht es einfach konsequent zu sein und dem Hund Sicherheit zu geben), spricht eigentlich nichts gegen die Anschaffung. 

Expertenantwort
von dsupper, Community-Experte für Hund, 19

Hallo,

auch ein erwachsener älterer Hund ist durchaus noch lernfähig - das ist gar kein Problem. Meist sogar weniger ein Problem als bei einem Welpen.

Ich gehe mal davon aus, dass du auch geplant hattest, den Welpen mit ins Büro zu nehmen? Ist dir bewusst, dass dies ziemlich turbulent und u.U. katastrophal enden kann? So ein junger Hund muss erstens häufig noch raus und kann auch noch lange nicht einige Stunden ruhig und schlafend unter dem Schreibtisch verbringen.

Er wir spielen, beschäftigt werden, das Unterste nach oben kehren - da kommst du nicht wirklich zum arbeiten! Je nach Chef und Mitarbeitern ist dann häufig schnell Schluss mit "Hund im Büro". Dann beginnen die Probleme.

Das dürfte sich bei einem älteren Hund durchaus problemloser gestalten, denn die sind meist, wenn sie ausreichend vorher bewegt wurden, froh und glücklich mit ihrem Körbchen unter dem Schreibtisch.

Wenn du zuvor noch nie einem Welpen hattest, übersteigt es sicher deine Vorstellung, WIE lebendig und somit zeit- und arbeitsintensiv so ein junger Hund ist. Häufig sind Hunde-Beginner dann ziemlich schnell überfordert.

Ich würde in diesem Fall wahrscheinlich dem Hund der Freundin ein liebevolles, dauerhaftes Zuhause bieten. Aber die Entscheidung liegt natürlich ganz bei dir.

Ich wünsche dir ein glückliches Händchen bei der Wahl

Daniela

Antwort
von douschka, 27

Ein Hund ist sein Leben lang lernfähig. Beim Welpen fängt man auch nur bedingt bei Null an, je nachdem wíe gut er geprägt und vorbereitet wurde. Trotzdem ist es leichter ihn nach eigenen Stil zu erziehen. Der Zeitaufwand ist wesentlich größer, man darf ihn auch nie allein lassen.

Ein erwachsener Hund muss auch wie ein Welpe die Zeit zum Ankommen haben, aber er bringt schon einiges mehr an Erziehung und Erfahrung mit. Das kann man so oder so sehen. Generell kann ein Hund für sog. Unarten (od. was einem persönl. nicht gefällt) nichts. Ihn Umzuerziehen braucht ähnlich wie bei einem Welpen Zeit, Gefühl und ganz viel Geduld, meist noch mehr Zeit.

Einen Welpen aufwachsend zu erleben ist anstrengend aber auch eine schöne Zeit, die nie wieder kommt. Das Gefühl einem erwachsenen Hund ein dauerhaftes und zufriedenes Heim zu geben und ihn glücklich zu sehen, ist auch nicht von der Hand zu weisen.

Hatte Welpen und "Gebrauchte". Mit langjähriger Hundeerfahrung, wusste ich was beim Welpen ca. "hinten" rauskommt, beim "Gebrauchten" nie. Manchmal war es bei Letzteren unkompliziert. Da ich aber auch Problemhunde nahm, war es jahrelange harte Arbeit.

Wenn der Chi o.k. ist, dann nimm ihn und mache ihn glücklich. Ein Hund von überforderten Besitzern ist das nicht. Helfe dem Hund und sehe seine bisherige Haltung kritisch. Ein Tier zu halten bedeutet für viele Jahre Verantwortung und ist kein Modeartikel.

Expertenantwort
von inicio, Community-Experte für Hund, 17

hunde lernen in jedem alter und mit 3 jahren sind sie noch jung und fit um viel zu lernen.

mein einer hund war 18 monate alt ,als er zu uns kam. es gab keine probleme. es sit ein ganz toller hund und sehr anhaenglich.

nimm den hund mal einen nachmittag zu dir oder ueber das wochenende und schau ob bei euch die chemie stimmt.

ich bin sicher, das waere eine gute idee diesen hund zu nehmen. gerade wenn du urlaub hast koennt ihr die anfangszeit viel gemeinsam unternehmen, das staerkt eure bindung.

gerade fuer hundeanfaenger ist es oft leichter , einen etwas aelteren hund zu nehmen -dann bei der welpenerziehung kann man auch viel falsch machen und es ist auch anstrengend.

evtl geht ihr zusammen in eine hundeschule, das verbindet auch und du lernst dann auch nette hunde und ihre besitzer kennen.

viel glueck!

Antwort
von Delveng, 26

@Amyeintraum,

ein Hund ist in jedem Lebensalter lernfähig.

Antwort
von Barnhild13, 33

Klar, auch in diesem alter lernt ein Hund noch viel. Ob du den Hunde jetzt nehmen solltest, hängt natürlich auch davon ab, inwiefern dieser bereits sozialisiert und erzogen wurde. Wenn du den Hund mit zur Arbeit nehmen möchtest, sollte ja möglichst schon ein gewisser Grundgehorsam vorhanden sein, sollte es also nur darum gehen, dem Hund das "richtige Benehmen" auf der Arbeit beizubringen, dürfte das nicht das Problem sein.

Und noch was: Wenn du sagst, dass deine Freundin es nicht mehr schafft, hat es ja auch was positives, dem Hund ein gutes, neues Heim zu bieten. Welpen finden ja (fast) immer ein zu Hause;)

Antwort
von xttenere, 24

Du kannst einen erwachsenen Hund genauso gut erziehen, wie einen Welpen. Mit Konsequenz und Belohnung....und sie lernen fast noch schneller als Welpen.

Ausserdem ist er schon stubenrein.

Achte einfach darauf, dass auch ein Chihuahua ein richtiger Hund ist, und 4 Beine hat. Das will heissen: Trage ihn nicht herum, sondern lass ihn laufen...und betuddle ihn nicht, sondern erzieh ihn.

Dann wirst Du viel Freude an dem Kleinen haben.

Antwort
von Peter42, 37

wenn der 3 Jahre alt ist (und halbwegs erzogen), dann ist das doch optimal: lernfähig ist der auf jeden Fall noch, aber die zahllosen "Basics" des täglichen Miteinanders kennt (und kann) er schon. Du brauchst also für diese keine weitere Trainingszeiten und kannst dich eher auf das konzentrieren, was er speziell bei dir an "Besonderheiten" können sollte.

Ist er allerdings bislang allzu offensichtlich an jeglicher Erziehung vorbeigeschlittert, dann kann ein Grundkurs erst mit 3 schon etwas schwieriger werden (allerdings nicht unmöglich). 

Mit 3 Jahren hat er allerdings gewisse Entwicklungen definitiv abgeschlossen - die bekommst du schwerlich komplett in die andere Richtung gedreht. Bei einem Welpen hätte man da mehr Chancen. Unser Hund (aus Tierheim, 1 Jahr alt) hatte offensichtlich schlechte Erfahrungen mit erwachsenen Männern gemacht - der war diesen zeitlebens sehr skeptisch gegenüber eingestellt, lediglich in der Familie bzw. bei guten Bekannten gabs Ausnahmen.

Ich würde die Entscheidung auch vom Hund abhängig machen: wenn du mit ihm und seinem Wesen zurecht kommst (die Chemie stimmt), dann wird auch das weitere klappen, auch mit 3 Jahren.

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