Warum ist das System so deprimierend?

Zu meiner Person: Ich, m/17, aktuell 11. Klasse habe schon als Kind meine Problemchen gehabt. Wurde schon mit 4 mit einer sogenannten ''Wahrnehmungs-/Entwicklungs-/Planungsstörung aufgrund von Diskrepanzen im IQ'' diagnostiziert. Das bedeutet ungefähr, dass mein Geist im Ungleichgewicht zu meinem Körper entwickelt war. Also mein Kopf war ''zu schlau'' und mein Körper konnte da entwicklungstechnisch nicht mithalten und dem liegen diverse Defizite zur Folge. Dann noch andere Sachen wie Aggressionsprobleme, mit denen einher dann diverse Therapien. Außerdem eine Sozial-emotionale Entwicklungsstörung und Autistische Züge, Essstörung etc..

Bin ein Freigeist, habe das Schulsystem schon seit der Grundschule gehasst und kritisiert (meine größten Hasspunkte: Hausaufgaben/-arbeiten, Auswendiglernen, Bürokratie bzw. ''Zettelwirtschaft''). Habe nie Hausaufgaben gemacht, im Grunde fast alle Regeln gebrochen, die es in der Grundschule so zu brechen gab. Zu Hause nicht anders, regelmäßig Wutanfalle (Gewalt jeglicher Form gegenüber jeglichem ''Hindernis'') aufgrund meiner mentalen Überforderung und Frustration durch alltägliche Dinge, weil mich die Aufgaben des Alltags überforderten oder wegen z.B. Hausaufgaben, die mich aufgrund ihrer schieren Existenz zur Weißglut bringen.

Ich hatte allerdings immer gute Noten, war beim Abschluss der mittleren Reife auch Jahrgangsbester. Habe erst ab der 10. angefangen irgendwie ansatzweise meine Hausaufgaben zu machen, starke Überwindung. Das fiel mir unendlich schwer. Und das beschränkte sich auch nur auf ein Minimum. Immer nur sehr wesentlich teils oberflächlich bearbeitet - oder eben gar nicht. Nicht einmal für alle meine Prüfungen zusammen habe ich mehr als vielleicht 20-30h Stunden gearbeitet, gelernt. Jahresarbeit auch gar nicht erst geschrieben. 1,6 Abschluss. Wie ich das geschafft habe - keine Ahnung. Mit meinen oben genannten Geschichten ging auch immer eine gewisse Lustlosigkeit, gar Depression einher, was ich bis dato immer ausblendete.

Jetzt sitze ich in der 11. und die Kacke ist am Dampfen. Die Erwartungen hoch, und das, was ich eben am System kritisiere ist von immensem Gewicht, macht praktisch den gesamten Alltag aus. Bin von vorne bis hinten überfordert. Fühle mich mehr und mehr wie ein Knecht im System, kaum Freizeit, maximale Niedergeschlagenheit. Jeden Tag ist es eine Herkulesaufgabe, überhaupt aufzustehen und nicht alles hinzuschmeißen, worüber ich auch jeden Tag nachdenke. Einfach nicht weiter zur Schule gehen. Wollte immer nur meinen Interessen, meinen Hobbies nachgehen, dingen, in denen ich gut bin, die mir spaß machen. Hört sich realitätsfern an. Schon bedenklich, wenn man ein Leben führen muss in dem der Wunsch nach Freiheit, Interesse und Glück ein schlechter Witz ist oder? Ich weiß mittlerweile echt nicht mehr weiter, weiß nicht mal ob mein Text hier überhaupt Sinn ergibt. Hat hier Jemand einen Rat/Tipp oder irgendwas parat? Ich hasse mein Leben nur noch und sehe keine positive Zukunft.

Schule, Psychologie, Bildungssystem, lustlosigkeit
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