Sind die Linken systemorientiert und die Rechten personenbezogen?

So eine Einteilung habe ich, wenn ich mich richtig erinnere, bei Steven Pinker einmal gelesen. Nun stoße ich immer wieder auf konkurrierende Theorien, die an eben dieser Bruchlinie konkurrieren:

Beispiel:

a) Rational-Choice-Theorie: Handlungen einzelner rational agierender Akteure werden untersucht, um ein System zu verstehen

b) Systemorientierter Ansatz (nach Niklas Luhmann): Systeme funktionieren nach ihrer "Eigenlogik", unabhängig der Akteure

Meine Frage ist: Kann ich mit gutem Gewissen solche Theorien auf dem politisch linken/rechten Spektrum eingeordnet werden? Oder ist das zu weit hergeholt?

Wenn ich mich richtig erinnere, charakterisiert Pinker (moderat, deutlich Tendenz rechts) die politische Linke damit, dass die "das System" über die Einzelperson stellt. Und befindet man sich extrem links, dann trifft man auf Mao oder Marx, welche das System thematisierten - und wie es auf die Einzelperson einwirkt und prägt.

Es ist z.B. die Schuld "des Systems", wenn jemand kriminell wird. (Diese Meinung findet sich tatsächlich links.) Die politische Rechte spricht von Einzelpersonen, die mehr oder weniger isoliert von dem System betrachtet werden. Und ist man extrem rechts, dann spricht man sogar gerne von den genetischen ("kriminellen") Grundlagen eines Menschen. (Also findet sich diese Meinung tatsächlich rechts.)

Stephen Pinker ist nun Mal Linguist, der eine Meinung über Politik habe. Da ich Politik studiere, möchte ich mir sicher sein, dass sich diese Einteilung bewährt.

Meine Hoffnung ist es, dass sich jemand auf gutefrage.net findet, der sich damit sehr gut auskennt. (Mittelstufe-Gemeinschaftskunde-Wissen reicht also nicht aus, da bitte ich um Verständnis.)

Vielen Dank!

Bildung, Politik, Gesellschaft, Link, politikwissenschaft, rechts, Universität, Philosophie und Gesellschaft
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