Als jemand, der sein erstes Mal erst mit 23 - also deutlich nach 18/19 - hatte, muss ich hier jetzt mal meinen Senf dazu geben, gerade weil ich das Gefühl hab, dass viele - nicht nur hier, sondern auch andereswo der "Ist nicht so schlimm"-Befürworter, selber wenig bis gar keine persönlichen Berührungspunkte mit diesem Thema haben. Nicht Persönliches, aber wenn es für einen planke Theorie ist sagt sich das "Ist nicht so schlimm" einfach.
Plotttwist: Natürlich haben sie Recht. Es ist objektiv nichts schlimmes und 18, 19 oder 23 sind nur Zahlen. Wir sind aber alles individuen und denken subjektiv. Und genau das ist der Punkt.
Gesellschaftlicht - objektiv - gilt es heute weitestgehend als "normal", wenn man mit 16-18 sein Erstes Mal hat. Ist man 14 oder 15 kommen Dinge wie: "Was? Schon? Meinst du nicht, du bist noch etwas jung?" und so weiter. Ist man über 18 - oder eben weit über 18, kommen Fragen wie: "Was? Immer noch nicht? Warum das denn?" und unter anderem auch: "Ist ja nicht schlimm" ... alleine, dass sich aber Leute dazu bewegt sehen "ist nicht schlimm" sagen zu müssen, zeigt doch schon, dass es zumindest nicht "normal" ist. Niemand würde zu einem 14-Jährigen sagen "Hey, ist nicht schlimm, dass du noch Jungfrau bist". Viel wichtiger ist es aber, wie man selber dazu steht. Und da geht es eben gar nicht um das erste Mal Sex an sich. Es geht gar nicht um diesen bloßen Akt. Es geht um das Gefühl nicht gleich auf mit anderen zu sein, das Gefühl hinten nach zu sein, das Gefühl eben nicht gleich zu sein, sondern unterlegen zu sein. Und das können andere, die in dem gemeinen Trott von 16-18 mitgeschwommen sind, nicht wirklich verstehen. Es geht nicht um ein schlechter oder besser, es geht einfach um das Gefühl zurück zu sein. Es ist schwer das jemandem zu erklären, der es selber nie erlebt hat.
Wie auch immer .. damit kann man Umgehen, manche gehen damit besser um, manche weniger gut. Aber das ist im Großen und Ganzen bisher hin jedermanns eigene Baustelle. Du fragst: Findet ihr - also die Fraue - es komisch oder sogar abturnend. So und ich zumindest hab in einem eher ungewollten Selbstexperiment feststellen müssen, dass es solange es nur eine vage Theroie ist - es nur objektiv ist, es sie nicht betrifft - dass sie mit einem Typen was hat, der noch Jungfrau ist, solange waren die meisten - wie hier auch - voll auf der Schiene: Ist ja egal, ist nicht schlimm, etc. Ich hatte so ein wenig den Eindruck, dass sie viele moralisch verpflichtet sehen das zu sagen. Sobald es aber dann subjektiv wurde .. sei es dass die Frage nach den Ex-Freundinnen kam - warum auch immer das Frauen so inflationär oft wissen wollen - und eben klar wurde, ups, der Typ mir gegenüber hat noch keine Erfahrung ... jetzt betrifft es mich ganz subjektiv, persönlich, jetzt bin ich selber mit der Situation konfrontiert, jetzt ist es plötzlich Praxis ... da war es dann für viele plötzlich doch ein Problem und doch ziemlich schlimm.
Es sollte einem Bewusstsein, dass es diesen Unterschied zwischen Objektiv und Subjektiv geben kann und gibt.