Frau Rauscher ist von Possmann, Blauer Bock ist von Höhl-Hochstadt, ebenso der Alte Hochstädter, wobei Höhl nicht mehr Höhl ist sondern Rapps. Sowohl Höhl (Rapps) als auch Possmann produzieren Apfelwein rein aus Konzentrat. Selbst die Äpfel, die im Herbst angeliefert werden, müssen erst in Konzentrat umgewandelt werden, damit sie für die industrielle Herstellung verarbeitbar sind. Im übrigen kommt der "Stoff" aus der ganzen Welt, auch in Tankschiffen aus China etwa. Das hat mit traditioneller Herstellung nichts zu tun.

"Echte" Apfelweine gibt es bei Jörg Stier, Maintal-Bischofsheim; Michael Geyer, Rückertshäuser Kelterei (s. apfelgeyer) im Taunus, Johannes Hoppe, Schmitten; Obsthof Andreas Schneider, Frankfurt (obsthof-am-steinberg.de); Kelterei Trageser, Freigericht; Kelterei Schäfer, Dreieich, Kelterei Herkert, Reichelbach, Spessart - das sind die, die mir im Moment so einfallen.

An großen Keltereien (meist auch Konzentratverarbeiter) gibt es noch Heil, Laubus-Eschbach; Rothenbücher; Kahlgrund, Schöllkrippen.

Der größte, d.h. der mit dem meisten Ausstoß, war bisher Höhl bzw Rapps - ob das noch so ist, weiß ich nicht, gehe aber mal davon aus.

Nebenbei gibt es, gottlob, mittlerweile wieder allemöglichen kleineren Keltereien, die in der Regel recht gute Schoppen produzieren - die kenn' ich aber nicht alle mit Namen.

Gruß Leo

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Neulich tauchte eine Dame bei meinem Lieblingskelterer, Stier, Maintal-Bischofsheim, auf und erkundigte sich, wie lange denn ein Fünf-Liter-Kanister Apfelwein halte?

Antwort: "Ein Fussballspiel, darf aber keine Verlängerung kommen!"...

Du siehst, ein echter "Ebbelwoigeschworene" schafft da schon ganz schön was weg über die Zeit.

Ernsthaft: Apfelwein hat mindestens 5,5 % Alkohol, manchmal auch mehr, wenn's um ordentlichen Apfelwein geht, aus Äpfeln gekeltetert, nicht aus Konzetrat gepanscht. D.h. er hat etwas mehr als Bier (ca. 4,8%). Dennoch vermittelt Bier objektiv ein heftigeres Gefühl eines Rausches, weil die Kohlensäure im Bier den Alkohol schneller ins Blut schafft. Also: Mehrere Gläser Apfelwein schaden sicher nicht, man sollte allerdings überlegen, ob man danach nicht lieber Taxi fährt. Im Gegensatz zum Bier macht Apfelwein nämlich nicht träge und müde, sondern aufgekratzt und gesprächig - aber davon ein andermal mehr...

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Schade, das sich die Frage erst jetzt zu Gesicht bekomme.

  1. Ein guter, sprich Apfelwein aus Äpfeln, ist nur wenige Tage haltbar.Der "ewig" haltbare Apfelwein hat den Namen nicht verdient. Es ist eine Chemiebrühe aus Konzentrat, die, wie Cola etc., natürlich ewig haltbar ist. Aber wer will sowas schon trinken...

  2. Krabbe22: Es ist angenehm zu sehen, dass Apfelweinverächter auch kein Deutsch können "ungeniesbar"? Hat das was mit Niesen zu tun? Dann mal "Gesundheit"! ;-))

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Nicht zu vergessen cidre (gepr. saider) - das ist moussierender Apfelwein, ähnlich wie der französische "Cidre" oder der spanische/baskische Cidra - z.B. Bulmer's Strong Bow oder Magner's, Irish Cidre ... Gibt's in jedem Pub vom Fass, neben den diversen Biersorten. Im Gegensatz zu "unserem" Apfelwein ist der englische Cidre meist erheblich stärker, weil der Apfelmost zur Gärung gern kräftig aufgezuckert wird - das gibt dann mehr Alkohol, so um die 12 %, ewta so viel, wie normaler Wein. Unser Apfelwein hat mindestens 5,5 % bis so um die 6 - 6,5 % je nach Jahr und Sorte - mehr Zucker hat der Apfel nicht.

GrußAlex

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Hi, ihr da draußen: Der überwiegende Teil der sog. Apfelweine, insbesondere die der großen Keltereien, sind aus Konzentrat hergstellte Industrieware. Da es sich dabei um mit reichlich Enzymen etc. versehne Kunstprodukte handelt, sind die - gerade so wie Cola etwa - eigentlich ewig haltbar. Im Gegensatz dazu sollten ehrliche, handwerklich gekelterte Apfelweine möglichst zügig getrunken werden. Auskunft eines Mitabeiters meiner Lieblingskelterei, Jörg Stier, Maintal-Bischofsheim, der allein acht "offene" Apfelweine anbietet, zur Haltbarkeit eines Fünf-Liter-Kanisters: "Ein Fußballspiel - darf aber keine Verlängerung kommen!"

PS: Werbung der Firma Possmann Frankfurt: Der "naturtrübe Speyerling": Erstens schreibt sich die Ebereschenfrucht - also eine Beere, kein Apfel - mit "ei" und nicht mit "y" und zweitens ist Speierling die einzige saure Frucht, die den Apfelwein von sich aus klärt! Der "naturtrübe Speyerling" ist damit ein Widerspruch in sich selbst. Darüberhinaus ist der Begriff Speierling - wie auch immer - nicht geschützt - so kann jede, noch so fürchterliche Chemiebrühe, ungestraft Speierling genannt werden.

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