Das ist für die Anästhesie ziemlich irrelevant und beeinflußt das anästhesiologische Vorgehen nicht.

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Der Anästhesist / die Anästhesistin schaut sich den OP-Fortschritt an und kommuniziert mit den OperateurInnen.

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Bei einer Spinalanästhesie wird natürlich nicht ins Rückenmark gestochen, sondern in den Spinalraum (Subarachnoidalraum), und zwar in einer Wirbelsäulenhöhe, in der sich kein Rückenmark mehr befindet (zumeist bei L3/4). 

Bei der Spinalanästhesie handelt es sich nicht um eine Form von Narkose (= Allgemeinanästhesie), sondern um eine Form der Regionalanästhesie.

Bei einer Knie-Arthroskopie wird üblicherweise kein Blasenkatheter gelegt.

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Blutproben kann man mittels folgender Kanülen bzw. Katheter entnehmen:

  1. Zentraler Venenkatheter (ZVK): Hauptindikationen für diesen sind: Messung des zentralen Venendrucks (Sinnhaftigkeit wird zunehmend kritisch hinterfragt), die Zufuhr venenreizender Substanzen, die man nicht in kleinkalibrige periphere Venen geben darf (z.B. hochkalorische Nährlösungen, Kalium höherdosiert/höherkonzentriert, bestimmte Medikamente u.a.), Entnahme von Blutproben sowie einige "exotischere" Indikationen wie z.B. Messung des Herzzeitvolumens in Verbindung mit einem (arteriellen) PiCCO-Katheter. Wegen u.U. gravierender Komplikationen im Zusammenhang mit der Katheteranlage (z.B. Pneumothorax, Verletzung von Nachbarstrukturen wie Arterien oder Nerven) würde man einen ZVK mit dem ausschließlichen Ziel der Blutentnahme nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung legen, z.B. bei Notwendigkeit häufiger Blutentnahmen bei Menschen mit relativ schlechten peripheren Venenverhältnissen). (Ferner gibt es noch einige ZVK-Sondertypen für spezielle Indikationen, z.B. Shaldon-Katheter für vorübergehende Nierenersatztherapie.)
  2. Periphere Venenkanülen ("Braunüle" oder "Vyggo" - je nach Hersteller): Hauptindikation für diese ist die (kontinuierliche oder diskontinuierliche) Zufuhr nicht-venenreizender Substanzen wie z.B. Antibiotika, Schmerzmittel oder spezielle hierfür geeignete Nährlösungen. Die Entnahme von Blutproben ist prinzipiell auch möglich, gelingt bei dünneren Kanülen in dünnen Venen (insbesondere auch am Handrücken) jedoch oft nicht. Im Zweifel probieren (und die ersten ml verwerfen).
  3. Arterielle Kanüle: Hauptindikationen für diese sind: kontinierliche invasive Blutdruckmessung, Entnahme von arteriellen Blutgasanalysen (BGAs), aber auch Entnahme von "normalen" Blutproben, für die man ansonsten üblicherweise eine periphere Vene punktieren würde. Arterielle Kanülen legt man bei kritisch kranken Intensivpatienten sowie bei OP-Patienten mit bestimmten größeren OPs und/oder gravierenderen (v.a. kardio-pulmonalen) Vorerkrankungen. Das Vorhandensein einer arteriellen Kanüle bedingt wegen der Gefahr des unbeobachteten Verblutens bei Diskonnektion des Schlauchsystems oder akzidentellem Verlust der Kanüle zwingend eine kontinuierliche Überwachung (OP, Aufwachraum, Intermediate-Care-Station o.ä.); auf Normalstationen sind arterielle Kanülen absolut tabu!! Auch ist das Infektionsrisiko arterieller Kanülen nach neueren Erkenntnissen wohl nicht wesentlich geringer als bei ZVKs.
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Als goldenes Zeitalter Österreichs gilt das späte 17. / frühe 18. Jh., also die Zeit der Römischen Kaiser Leopold I., Joseph I. und Karl VI.. Gerade der scheinbar etwas unspektakulären, aber ungemein besonnenen und zielgerichteten Politik Leopolds I. war ein enormer Zuwachs von Bedeutung und Ansehen des im und nach dem Dreißigjährigen Krieg stark geschwächten Kaisertums zu verdanken.

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Das ist kaum vorstellbar.

Das ist zudem auch kaum wünschenswert; man hätte dann das Problem sehr großer nationaler Minderheiten im Staat. Oder was hätten Sie mit der gegenwärtig in den beteffenden Gebieten lebenden Bevölkerung vor...??

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Das Pro-Kopf-BIP z.B. ist in der RÖ höher als in der BRD.

Aber "besser leben" und "Lebensqualität" sind nicht nur eine wirtschaftliche Frage, sondern auch eine Frage von Natur, Umwelt, Kunst, Mentalität der Menschen etc.... Und diese Punkte sind in der RÖ sicherlich ebenfalls nicht schlechter als in der BRD.

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Epiduralraum = Periduralraum; demgemäß gilt: Epiduralanästhesie (EDA) = Periduralanästhesie (PDA) und Epiduralkatheter (EDK) = Periduralkatheter (PDK).

Die Begriffe mit "Epi-" sind im angolamerikanischen Schrifttum verbreiteter, die mit "Peri-" im deutschsprachigen.

Ihre Vermutungen, die darauf beruhen, daß PDA/PDK und EDA/EDK voneinander verschieden seien, treffen daher nicht zu.

Das Rückenmark reicht (bei Weißen) bis etwa L1/2 herunter (bei Schwarzen etwas tiefer). Deshalb wird eine Spinalanästhesie i.d.R. bei L3/4 oder allenfalls L2/3 durchgeführt. Einen PDK kann man dagegen auch im thorakalen Bereich legen.

Eine elektive Sectio wird zumeist in Spinalanästhesie durchgeführt. Eine typische Indikation für eine Sectio in PDA ist der Fall, daß bei initial geplanter vaginaler Entbindung zur Linderung der Wehenschmerzen ein (offensichtlich gut wirkender) PDK gelegt wurde, dann aber aus irgendwelchen Gründen (z.B. pathologisches CTG) auf eine (nicht notfallmäßige) sekundäre Sectio übergegangen werden muß; man kann dann den PDK "aufspritzen".

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Österreich ist 1945 aus verschiedenen Gründen aus Deutschland ausgetreten bzw. erkannte die Wiedervereinigung (den sog. Anschluß) von 1938 nachträglich nicht an.

Ohne auf die Frage näher eingehen zu wollen, ob die Österreicher damit auch aus der deutschen Nation "ausgetreten" sind bzw. ob man überhaupt per Dictum aus einer Nation "austreten" kann, hat sich der Genpool der Österreicher und der Bundesdeutschen in den zwischenzeitlichen 73 Jahren natürlich nicht wesentlich auseinanderentwickelt, so daß Österreicher und Bundesdeutsche sicherlich weiterhin als "nächste Verwandte" gelten können, insbesondere Österreicher und Süddeutsche; die Österreicher stammen - grob vereinfachend gesagt - ja überwiegend von den Bayern (bzw. die Vorarlberger von den Alemannen) ab.

Zu bedenken ist aber auch, daß für die Definition einer "Nation" nicht nur genetische/biologische Aspekte eine Rolle spielen, sondern auch weitere identitätsstiftende Faktoren wie Sprache, Kultur, Geschichte, Religion etc..

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Nach dem vom Deutschen Bund mit Österreich an der Spitze verlorenen Deutsch-Preußischen Krieg 1866 haben sich die Österreicher insgesamt weiter als Deutsche gesehen, halt nur staatlich separiert.

Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg war dies zunächst ebenso; und sowohl von österreichischer Seite ("Deutschösterreich") als auch von seiten des Deutschen Reiches wurde eine staatliche Wiedervereinigung angestrebt (s. entsprechende Artikel der betr. Verfassungen bzw. Verfassungsentwürfe). Die Wiedervereinigung wurde von den siegreichen Alliierten jedoch abgelehnt (natürlich nicht aus ethnischen Gründen, sondern um die Enstehung eines zu starken mitteleuropäischen Staates zu verhindern).

In der Zwischenkriegszeit arrangierte sich ein Teil der Österreicher sicherlich mit der derart erzwungenen Eigenstaatlichkeit, zumal man erkannte, daß ein selbständiges Österreich durchaus (über-)lebensfähig war, was man 1918/1919 noch bezweifelt hatte. Dennoch wurde der sog. Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich 1938 von der großen Mehrheit der Österreicher als Wiederherstellung der staatlichen Einheit der deutschen Nation begrüßt, auch wenn die offiziellen Zahlen der nachträglichen "Volksabstimmung" natürlich frisiert waren.

Nach dem verlorenen 2. Weltkrieg war die Situation völlig anders: Mehrfach hatte man inzwischen keine guten Erfahrungen im Zusammenhang mit Deutschland gemacht. Dazu kam die einmalige Chance, die von den Alliierten (natürlich wiederum primär aus machtpolitischen Gründen) angebotene Opferrolle anzunehmen. Dies bot gravierende wirtschaftliche und moralische Vorteile. Die Nichtanerkunnung des Anschlusses von 1938 wurde quasi ein Grundpfeiler der österrischen Staatlichkeit. Die Österreicher sahen sich wohl seit diesem Zeitpunkt mehrheitlich nicht mehr als Deutsche an.

Die Frage der österreichischen Opferrolle wird v.a. in den letzten Jahren wieder vermehrt kontrovers diskutiert. Fragen sind z.B.: Kann man überhaupt aus einer Nation "austreten"? Sind die Österreicher auch heute noch Deutsche, die halt in einem eigenen deutschen Staat, der Republk Österreich, leben? Erkennt man an, daß die Österreicher 1945 aus der deutschen Nation ausgetreten sind, gilt dann rückwirkend auch alles, was vorher ganz natürlich deutsch war, nicht mehr als deutsch (z.B. F. Schubert)? Und gilt auch, was heute österreichisch ist, früher aber nicht österreichisch war, rückwirkend als österreichisch (z.B. W.A.Mozart)?

Die Frage der Opferrolle belastet immer noch das Verhältnis zwischen Österreichern und Bundesdeutschen: Auf der einen Seite gibt es die wiederholten schlechten Erfahrungen der Österreicher mit Deutschland (u.a. 1740, 1795, 1866, 1914-1918, 1938-1945), auf der anderen Seite verübeln die Bundesdeutschen den Österreichern z.T. auch heute noch das zwar verständliche, letztlich aber doch etwas schäbige Verhalten 1945.

So gibt es auf beiden Seiten starke Vorbehalte gegen eine Wiedervereinigung der beiden Staaten, auch wenn wir Süddeutschen uns den Österreichern viel näherstehend fühlen als den Norddeutschen/Nordostdeutschen.

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Ungeachtet der Frage, ob Österreicher heute noch Deutsche sind oder nicht bzw. ggf. seit wann nicht mehr, gehörte Wien zu Lebzeiten Goethes und Schillers zu Deutschland (noch genauer gesagt: zum deutschen Reichsteil des SRI bzw. zum Deutschen Bund, dessen Präsidium es führte).

Und maßgeblich für Fragen wie die von Ihnen gestellte sind ja nicht die heutigen territorialen Verhältnisse, sondern die zu Lebzeiten der in Rede stehenden Personen. So gilt z.B. I. Kant auch heute noch als Deutscher und nicht als Russe.

Und so ist es verständlich, daß in Wien zumindest bis 1866 bzw. 1945 Statuen von Persönlichkeiten aus dem gesamten damaligen Deutschland errichtet wurden.

Darüber hinaus kann man natürlich auch Persönlichkeiten anderer Nationalität durch Denkmäler ehren, wenn sie sich besondere Verdienste (künstlerisch, naturwissenschaftlich oder politisch etc.) erworben haben; so werden z.B. Ch. de Gaulle oder R. Schuman (nicht: Schumann) länderübergreifend geehrt.

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Der Westfälische Frieden ist ein so komplexes Werk, zugleich aus völkerrechtlichen (internationaler Friedensvertrag) und reichsrechtlichen Regelungen mit Verfassungsrang bestehend, daß er an dieser Stelle selbst in den Grundzügen nicht annähernd angemessen dargestellt werden kann. Eine überschaubare und das Wesentliche gut herausarbeitende Kurzdarstellung findet sich in: Barbara Stollberg-Rilinger: Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, Verlag C.H.Beck, 5. Aufl. 2013, S. 82-87.

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Ich denke, folgende zwei Aspekte erklären wesentlich die Vorbehalte vieler Deutscher gegenüber Türken bzw. Türkischstämmigen und verstellen leider oft den Blick auf die vielen Beispiele gelungener Integration und friedlichen und fruchtbaren Zusammenlebens:

  • drei Jahrhunderte lang immer wieder Kriege zwischen Deutschen und Türken, letztere dabei meist als Angreifer; zweimal Vordringen der Türken bis vor Wien und Zurückschlagung erst "in letzter Minute".
  • die große Anzahl der Türken bzw. Türkischstämmigen in Deutschland; zahlenmäßig große Minderheiten werden eher als bedrohlich empfunden als zahlenmäßig kleine.
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Diese tendenzielle Größenzunahme im Laufe der Jahrhunderte gilt als gesichert und wird - etwas unglücklich - als "säkularer Trend" bezeichnet. Gute Übersicht hierzu s. Deutsches Ärzteblatt 2009, S. 377 ff..

Was die Länge mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Betten betrifft, so muß man bedenken, daß zu jenen Zeiten das Schlafen in (halb-)sitzender Position weit verbreitet war. Auch die niedrige Türhöhe in Burgen taugt nur bedingt als Argument für eine wesentlich geringere Größe mittelalterlicher Menschen; hier spielten verteidigungstechnische Aspekte (auch) eine Rolle: der vordringende (behelmte) Angreifer mußte sich bücken.

Franz Schubert (Jahrgang 1797) soll etwa1,56-1,58 m groß gewesen sein und galt bei seinen Zeitgenossen als sehr klein.

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