Wo beginnt für euch Homophobie?

Als homophob wird so vieles bezeichnet....aber wo fängt das an? Ist man homophob, wenn man gegen die Ehe für alle ist? Ist man homophob, wenn man die LGBTQ-Lobby nicht gut heißt? Oder ist man homophob, wenn man jemanden aufgrund seiner sexuellen Orientierung benachteiligt?

Ich finde, sobald man sich kritisch dazu äußert oder nicht alles, was so passiert, gut heißt, wird man so schnell als homophob bezeichnet. Da bekommt man gleich den Stempel aufgedrückt. Ich finde auch die Bezeichnung "Homophobie" viel zu krass: Menschenfurcht. Nur weil ich der Meinung bin, dass eine Ehe nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden sollte, habe ich doch keine Angst vor Menschen, die das anders sehen.

Ich habe nichts gegen Homosexuelle, ich kenne sogar einige und mag sie auch. Ich finde auch nicht, dass sie zwangstherapiert werden sollen oder so. Ganz zu schweigen davon, dass man sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt oder tötet wie das in islamischen Ländern der Fall ist. Aber ich finde die Hau-drauf-Mentalität zum Kotzen, jeder der den Entwicklungen der letzten Jahre kritisch bis ablehnend gegenübersteht, wird nicht nur als homophob bezeichnet, sondern auch mundtot (oder fertig) gemacht. Das ist auch Diskriminierung. Warum können so viele Linksliberale nicht akzeptieren, dass es Menschen gibt, die ihre Meinung und Weltanschauung nicht teilen? Es müssen nicht alle die Ehe für alle gutheißen, ich kann das tolerieren, weil die große Mehrheit das will. Ich kann damit leben, dass ich einer Minderheit angehöre, die das anders sieht.

Der Staat sollte auch weltanschaulich neutral sein, ich kann niemanden zwingen, meine christlichen Werte zu teilen. Von daher, wenn die Ehe für alle durchgeht, dann soll es eben so sein. Ich kann auch nichts dagegen machen, wenn sich jemand entscheidet, das andere Geschlecht anzunehmen. Wenn es die Person glücklich macht, dann soll sie es machen. Ich würde der Person mit genauso viel Respekt begegnen wie jedem anderen auch.

Wo fängt für euch Homophobie an?

Religion, Politik, Sexualität, Psychologie, Ehe, Gesellschaft, Partnerschaft, homophobie, LGBTQ, Philosophie und Gesellschaft
14 Antworten
Was kann ich tun, um ein besseres Verhältnis zu meinem Bruder zu bekommen?

Das Verhältnis zu meinem Bruder ist, um es einmal vorsichtig auszudrücken, sehr problematisch. In unserer Jugend ist zwischen uns zu Hause sehr viel Unschönes vorgefallen.

Die Gewalt, die ich von ihm erlebt habe, war aber nicht nur physischer, sondern auch sexueller Natur. Ich habe einfach nicht verstanden, weshalb ich mit dem zusammen leben musste. So viele Menschen wussten, was zwischen uns passiert war. Das ging so weit, dass ich mich in der Woche meines 19. Geburtstags in die Psychiatrie einweisen ließ, weil ich es zu Hause nicht mehr aushielt. Ich war acht Wochen auf der halboffenen Station, dann wurde ich für ein paar Wochen entlassen und kam auf die Station für Psychosomatik und Psychotherapie.

Zum Glück hat es sich aber in der Zwischenzeit ergeben, dass mein Vater seinem werten Sohn doch Beine gemacht hat, von zu Hause auszuziehen, sodass ich nicht mehr mit ihm zusammengelebt habe seither. Das war 2012. Im gleichen Jahr habe ich eine Anwältin bekommen, mit der ich überlegt habe, ob ich Strafanzeige erstatte, aber ich habe mich dagegen entschieden. Zwar war der Drang und der Wunsch noch stark vorhanden, dass das Unrecht gerächt wird, aber mir wurde auch von der Anwältin und der Mitarbeiterin bei der Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt auch nicht besonders Mut dazu gemacht.

Die ersten zwei, drei Jahre hatte ich überhaupt keinen Kontakt zu meinem Bruder. Das war so meine Strafe, dass ich meine Aggression über das, was passiert ist, durch fehlendes Interesse zum Ausdruck gebracht habe. Mit ein paar Jahren Abstand habe ich auch mehr Distanz zu allen Erfahrungen gewinnen können. Mir wurde u.a. von meiner Psychotherapeutin empfohlen eine Familientherapie zu machen. Die habe ich auch herausgesucht, wir waren da bisher dreimal- das letzte Mal vor ziemlich genau einem Jahr jetzt. Also, das wäre so eine Möglichkeit, dass die Familientherapeutin meinem Bruder verklickert, dass er sich falsch verhalten hat. Ich gehe auch in eine Selbsthilfegruppe für Inzestüberlende, wo ich natürlich nicht nur von den Erfahrungen, die ich mit meinem Bruder machen musste, berichte, sondern auch von der Familientherapie. Dort wurde mir aber auch schon gesagt, dass man bei sexuellem Missbrauch in der Familie eigentlich keine Familientherapie macht.

Gibt es denn igendwelche Kurse/Methoden/Schulen, die irgendetwas anbieten, wie erwachsene Geschwister lernen miteinander umzugehen?

Natürlich wäre es besser gewesen, wenn schon in unserer Jugend Maßnahmen ergriffen worden wären. Keine Ahnung, was man da macht oder, wie das dann aussieht- ob mein Bruder dann in eine Gesprächsgruppe für junge Sexualstraftäter oder in Wohngruppe gekommen wäre oder Sozialstunden hätte ableisten müssen- passiert ist jedenfalls genau nichts.

Das war jetzt eine seeeeeehr ausführliche Frage, aber das Thema ist auch komplex. Ich hoffe, dass ich hilfreiche Antworten bekomme und die User hier alles durchlesen und mir Fragen stellen, wenn sie etwas nicht verstehen sollten.

Gesundheit, Familie, Beziehung, Gewalt, Psychologie, Geschwister, inzest, Psychiatrie, Psychotherapie, hilferuf
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Würdet ihr mit einer Person aus einer zerrütteten Familie zusammen sein wollen?

Mich beschäftigt seit Kurzem die obige Frage, weil ich seit wenigen Wochen meinen ersten Freund habe (mit 26).

Er weiß noch nicht so wahnsinnig viel aus meiner Vergangenheit, nur dass meine Mutter verstorben ist. Da hat er aber auch nicht weiter nachgefragt, als ich ihm das erzählt habe, was mich etwas irritiert. Vielleicht will er mich nicht ausfragen, um mich nicht traurig zu machen oder, weil er mir die Entscheidung überlasst, wie viel ich erzählen will. Aber er hat noch nicht einmal mehr gefragt, wann das war oder an was sie gestorben ist- das wundert mich schon.

Aber das ist nicht das Hauptthema, also natürlich hat das schon etwas damit zu tun, weil durch den Tod von meiner Mutter die ganze Familie mehr oder weniger zerbrochen ist. Zu meinem Bruder habe ich beispielsweise ein sehr schwieriges Verhältnis (körperliche und sexuelle Gewalt) und mein Vater war auch nicht gerade der Vorzeige-Vater.

Ich habe Angst davor, dass mein Freund mich nicht mehr mag, wenn er mehr über mich und meine Familie erfährt. Wer will schon irgendwann einmal in so eine Familie einheiraten? Ich finde es so schlimm, dass ich mich ausgerechnet mit meinem Bruder am schlechtesten verstehe, weil wir in einer Generation sind.Wenn das jetzt mein Vater, Onkel oder Großeltern wäre, mit dem ich mich am schlechtesten verstände, könnte man sagen: Naja, die leben in zehn Jahren ohnehin nicht mehr. Das ist jetzt auch nicht irgendein ferner Verwandter, sondern das wäre für meinen künfitgen Mann der Schwager und unsere Kinder wären Nichten und Neffen von meinem Bruder.

Ich gebe mir große Mühe damit, dass ich nicht abdrifte in Kriminalität, Drogen, Süchte usw., sondern versuche alles aufzuarbeiten mit Therapie, Selbsthilfegruppe, Medikamenten und einen geraden Weg zu gehen. Ich habe auch erst neulich ein Knigge-Seminar besucht, weil ich von zu Hause nicht so viel an Umgangsformen mitbekommen habe, habe ich das Gefühl und das wurde mir auch schon so mitgeteilt. Woher soll es auch kommen, wenn man ein Kind den ganzen Tag sich selbst überlässt?

Naja, jedenfalls habe ich die Sorge, dass ich mir trotz meiner Bemühungen MEIN EIGENES Leben zu meistern, meinen Partner verlieren könnte. Er würde zwar mich heiraten und nicht meine Familie, aber ich kann mich auch nicht gänzlich von ihr lösen- es ist eben meine Verwandtschaft, die ich mir nicht aussuchen konnte.

Kinder, Familie, Tod, Gewalt, Liebe und Beziehung, Partnerschaft
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Warum bin ich so oft so müde?

Ohhh man. Das ist ein Problem, das ich seit ungefähr zwei Jahren bekämpfen will, aber es will mir nicht so recht gelingen.

Manchmal ist es wirklich schlimm, wie z.B. heute, wo ich zwischen 0.30 und 19 Uhr nur nachmittags für ungefähr zwei Stunden wach war, um zu "frühstücken" und ansonsten durchweg geschlafen habe. Gestern habe ich nichts Anstrengendes gemacht. Dadurch ist nicht nur der Tag-Nacht-Rhythmus total verschoben, sondern es ist auch übertrieben lange, wieviel ich schlafe. Es kommt häufiger vor, dass ich 17 Stunden schlafe.

Ich habe bei meiner Hausärztin meine Blutwerte vor einiger Zeit schon checken lassen, aber da ist alles in Ordnung.Gerade, weil ich eine Schilddrüsenunterfunktion habe, wäre das das Naheliegendste, dass die Medikamente mittlerweile einfach zu schwach eingestellt sind. Aber da ist angeblich alles in Ordnung.

Soll ich einfach einmal die Dosis ein bisschen höher schrauben und schauen, wie es mir damit geht?

Eine größere Müdigkeit könnte auch etwas mit meiner Depression zu tun haben. Das habe ich auch schon mit meinem Psychiater besprochen. Als er mich gefragt hat, ob mein Schlaf erholsam sei, meinte ich, ja schon. Dann meinte er, dass dann keine Hypersomnie vorliege. Aber ganz ehrlich: natürlich muss der Schlaf erholsam sein nach 17 Stunden?! Wenn es mir nicht im Bett gefallen würde, würde ich es da kaum so lange aushalten.

Irgendwie bin ich verzweifelt, weil keine Ursache gefunden werden kann. Habe im Internet nach anderen möglichen Ursachen geschaut wie zu wenig Bewegung: na klar bewege ich mich zu wenig, wenn ich mich höchstens einmal im Bett hin- und herdrehe....

Kennt das jemand von euch?

Medizin, Gesundheit, Alltag, schlafen, Müdigkeit, Gesundheit und Medizin, Schilddrüse, Verzweiflung
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