Wann wendet ihr die 180°-Shutter-Regel bei Video an?
Hallo,
ein gängiger Richtwert beim Filmen ist ja die 180°-Regel - die Belichtungszeit soll der doppelten Bildrate entsprechen, für natürliche Bewegungsunschärfe.
Ich hab mich auch lange dran gehalten, und dann mal hinterfragt: Die Verschlusszeit bestimmt doch die Bewegungsunschärfe und die Bildrate bestimmt, wie oft man das pro Sekunde sieht. Die Unschärfe bei z. B. 1/50 ist genau die Selbe, egal ob man mit 24, 25, 30, 50, 60 oder wie vielen Bildern pro Sekunde man auch immer filmt.
Die 180°-Regel trifft eigentlich nur zu, wenn man mit 24/25/30 Frames filmt, da dann eine Belichtungszeit von ca. 1/50-1/60 herauskommt. Auch wenn man vor hat, die Geschwindigkeit von z. B. 50/60p-Material im Nachhinein um die Hälfte zu reduzieren, ist das sinnvoll - weil dann am Ende eben wieder ca. 1/50 rauskommt. Aber 180°-Shutter bei Aufnahmen, die ohne Verlangsamung als 50/60p ausgespielt werden sollen, sorgt für unnatürlich abgehackte Bewegungen und nimmt unnötig Lichtstärke weg. Da kann man problemlos auf 360°-Shutter, also 1/50 bzw. 1/60 gehen.
Ich persönlich filme am liebsten mit 50p 1/50, weil es flüssige Bewegungen mit natürlicher Bewegungsunschärfe kombiniert. Ich mach aber auch Fernsehen/Video und keinen Film, das ist natürlich immer vom Anwendungszweck abhängig.
Anschaulich als Video zusammengefasst:
https://www.youtube.com/watch?v=LcDE-gJxhS8
Die Profis unter euch wissen das, daher eher an Einsteiger/Hobbyfilmer gerichtet - Wie habt ihr das bisher gemacht? War euch diese "Ausnahme" bekannt?
Grüße