Wie kommt ihr damit klar dass so viele Menschen andere zu einer eindimensionalen Karikatur reduzieren?

Jaja, wenn die Meinungen auseinander gehen passiert es schnell:
Der andere wird entwertet, es wird geschimpft, geurteilt, beleidigt und die eigene Tugend gefeiert. Man kennt es zu genüge.

Dass Menschen, auch wenn sie bei der einen Sache so denken, bei vielen anderen Dingen völlig deiner Meinung sind, ja vielleicht sogar vorbildlich oder... *würg* nett?

Undenkbar. Es darf nicht sein, es kann nicht sein. Es ist nicht. So der Gedankenfluss. Falls Gedacht wird... läuft ja eher automatisch ab.

Ich habe vor vielen Jahren irgendwann mal begriffen dass es keine perfekten Menschen gibt, und auch kein Gut und Böse. Alles Kontextabhängig, und subjektiv.

Missionar Paul ist vielleicht ein Säufer und hat mal ein Kind überfahren, aber er hat auch vielen Leuten geholfen. Ist er gut oder böse?
Der Mob: BÖSE!

John Lennon, hat klasse Musik gemacht, und Millionen inspiriert, aber seine Frauen hat er grün und blau geprügelt.
Ist er gut oder Böse?
Der Mob: IDOL!

Und so weiter und so fort. Alles ist schwarz oder weiß, nichts da komplex, oder gar multiplex, nope, simplex ist der Hammer für alles. Grautöne gibt es nicht, "jeder" spielt Richter, und moralisches Genie obendrein.

Habt ihr noch Geduld dafür? Oder seid ihr auch schon Menschenverdrossen?
Eure Geschichten, Anekdoten, Ergüsse, Essays, Beleidigungen und Doktorarbeiten zu dem Thema- ich freue mich schon darauf!

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