Wie verteilt man fair Nebenkostenvorauszahlung bzw. Wasserverbrauch im folgenden Szenario?

Hallo folgende Situation.

In einem Mehrfamilienhaus mit 4 Wohnungen gibt es 2 Hauseigentümer (Eigentümer A und B) mit den Besitzverhältnissen am Gesamthaus zu je 50%. Diese bewohnen ebenfalls dieses Haus in jeweils einer Wohnung. Bisher waren die 2 anderen Wohnungen als gemeinsames Eigentum vermietet. Insgesamt gab es also 4 Parteien/Bewohner. Der Wasserverbrauch wurde bisher nach Quadratmetern abgerechnet. Nun hat sich folgendes verändert: Per Miteigentümervereinbarung wurden die Wohnungen zwischen den beiden Eigentümern genau zugeteilt, d.h. jeder bekommt 2 Wohnungen die nur er allein nutzen, verwalten, weitervermieten darf. Der Mieter von Eigentümer B hat gekündigt. Die zweite Wohnung von Eigentümer B steht daher seit langer Zeit leer. Eigentümer A möchte aber dennoch im neuen Jahr weiterhin die Betriebskostenvorauszahlung (Wasser etc.) von beiden Wohnungen von Eigentümer B erhalten, auch soll der Wasserverbrauch nach wie vor auf ALLE Wohnungen (pro Quadratmeter) verteilt werden, obwohl nur 3 von 4 Wohnungen bewohnt sind. Eigentümer B findet es unfair und hat vorgeschlagen, Wasseruhren einbauen zu lassen, damit der tatsächliche Verbrauch fair berechnet wird. Schließlich wohnt Eigentümer B alleine, hingegen Eigentümer A zu zweit und seine Mieter sogar zu viert in der Wohnung. Eigentümer B zahlt somit als Einzelperson die Hälfte der Wasserrechnung von insgesamt 7 Personen! Eigentümer A lehnt allerdings das Einbauen von Wasseruhren aus Kostengründen ab. Auch eine fairere Aufschlüsselung der Wasserrechnung nach Personen lehnt Eigentümer A ab. Frage 1: Muss Eigentümer B für die leerstehende Wohnung Betriebskostenvorauszahlung leisten? Frage 2: Kann Eigentümer B einfach nur in seiner Wohnung eine Wasseruhr einbauen lassen und dann auch nur seinen tatsächlichen Verbrauch zahlen? Frage 3: Kann Eigentümer A die fairere Aufteilung der Wasserrechnung nach Personenzahl einfach verweigern? Frage 4: Was ist wenn Eigentümer B sich weigert die Rechnung nach Quadratmetern zu akzeptieren bzw. die Vorauszahlung für seine leer stehende Wohnung zu machen. Danke schon mal für ernste Antworten!

Wohnrecht, Rechtsanwalt, Recht, Mietrecht, Anwalt, Erbrecht, Eigentum, Eigentumswohnung, Wohnungseigentumsgesetz
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Wie Vorgehen bei Widerspruch einer Mietvertragskündigung?

Unser Mieter hat letztes Jahr im Oktober eine Wohnung im 2. Stock bezogen. Angrenzend ist eine weitere Wohnung im gleichen Stock. Beide Wohnungen gehören mir. Vor der Unterzeichnung des Mietvertrages wurde der Mieter darauf hingewiesen, dass ich irgendwann die Wohnung mit meiner Frau beziehen will und man ihm dann kündigen müsse. Ein genauer Zeitpunkt wann dies eintrifft war damals nicht absehbar und wurde daher auch nicht genannt. Seine Antwort damals war, dass man ihm dann eben bitte rechtzeitig Bescheid geben möge.

Das haben wir unserer Meinung nach nun mit einer fristgerechten Kündigung auf den 1. Oktober 2017 (entsprechend der 3 Monatigen Frist des Mietvertrages) wegen Eigenbedarf getan.

[Auszug aus dem Mietvertag: „Das Mietverhältnis beginnt am 01.10.2016. Es läuft auf unbestimmte Zeit und kann von jedem Teil zum Schluss eines Kalendermonats unter Einhaltung einer Frist von 3 Monaten gekündigt werden.“]

Anlass der Kündigung war zum einen das frei werden der angrenzenden Wohnung (die anderen Mieter hatten zum Mai 2017 gekündigt), zum anderen unser Kinderwunsch. Da beide Wohnungen nicht über ein Badezimmer verfügen wollen wir die Wohnungen baulich miteinander verbinden und eine der Küchen in ein Bad umwandeln.

Aus den o.g. Gründen war für uns nun der Zeitpunkt gekommen, den schon lange geplanten Umbau zu beginnen. Für diese umfangreiche bauliche Maßnahme war es nötig dem verbliebenen Mieter zu kündigen.

Der Mieter widerspricht der Kündigung und ist der Meinung die jetzt leerstehende Wohnung wäre für uns doch ausreichend. Allerdings plane ich langfristig mit meiner Familie in diesen Wohnungen zu wohnen. Es war von uns immer ein Traum die Wohnungen eines Tages zu verbinden, um genügend Platz für die Familie zu haben und über ein separates Badezimmer zu verfügen (momentan verfügen die einzelnen Wohnungen nur über eine Duschkabine in der Küche!).

Würden wir in dem jetzigen Zustand in die frei gewordene Wohnung einziehen, könnten wir den Umbau nicht beginnen, da wir dann noch die Küche nutzen müssten. Wir könnten dann erst den Umbau beginnen, wenn der Mieter irgendwann auszieht, müssten dann aber monatelang (ohne Bad und Küche) auf einer Baustelle wohnen. Wie das – voraussichtlich dann mit einem kleinen Kind - möglich sein soll wissen wir nicht.

Der Mieter beruft sich in seinem Widerspruch auf den Härtefall „bevorstehende Prüfungen“ und nennt dafür seine Doktorarbeit als Grund. Unserer Erfahrung nach ist eine Doktorarbeit ein langjähriger Prozess und keine akute Prüfungssituation die einen Umzug unmöglich macht.

Als außergerichtliche Einigung bietet er einen Auszug an sobald er eine zumutbare Wohnung gefunden hat (was auch ewig dauern kann), zusätzlich fordert er keine Mietzahlungen mehr ab Auszugstag (was wir ihm ja gewähren würden) sowie 5.000€ „Schadensersatz“ wegen Umzugskosten und den Kauf neuer Möbel für die Wohnung. Diese Bedingungen sind für uns nicht akzeptabel.

Meine Frage lautet wie unsere Chancen vor Gericht stehen?

Mietwohnung, Mietrecht, Anwalt, Vermietung, Vermieter, Mietvertrag
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