Unter Geflüchteten gibt es einen hohen Anteil von Kindern, die nicht erwerbsfähig sind, aber trotzdem in diese Statistik mit eingerechnet werden. Es ist also sinnvoll, wenn wir lediglich die Arbeitslosen vergleichen. Dort ergibt sich ein anderes Bild.
Gemäss der Bundesagentur für Arbeit gibt es 1.7 Mio deutsche Arbeitslose und rund 1 Mio ausländische Arbeitslose. Das ergibt allerdings immer noch eine höhere Arbeitslosenquote für Ausländer. Allerdings nicht im Ansatz so drastisch wie es die verlinkte Antwort auf die Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion aussehen lässt.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Die 500'000 Syrer aus dem ZDF-Artikel beinhalten ebenfalls Kinder und andere, die nicht Arbeiten können (Alte, Kranke, usw.). Aus deiner eigenen Quelle:
"Die Erwerbstätigenquote syrischer Männer habe sich dem Durchschnitt der männlichen Bevölkerung in Deutschland bereits stark angenähert, heißt es. Diese liegt laut Statistischem Bundesamt bei rund 80 Prozent.
Syrische Frauen kümmerten sich laut IAB dagegen überproportional häufig um die Familie und hätten im Schnitt ein geringeres Sprach- und Bildungsniveau. Die Erwerbstätigenquote syrischer Frauen in Deutschland liegt bei nur 29 Prozent, während es im Durchschnitt aller Frauen in Deutschland 77 Prozent sind."
Im weiteren geht der Artikel darauf ein, dass die Erwerbsquote unter syrischen Geflüchteten sich erst nach einigen Jahren der der deutschen angleicht. Das dürfte auch zumindest zum Teil die höhere Arbeitslosenquote unter Ausländern erklären. Die im ZDF-Artikel verlinkte Quelle sagt dazu:
Erstens sind Geflüchtete schlechter als andere Migrantinnen und Migranten auf die Migration beziehungsweise die Flucht vorbereitet. Das heißt, sie verfügen oft nur über begrenzte Informationen, haben vor ihrer Ankunft weder Arbeitsstellen noch Wohnungen sicher und können meist auf deutlich kleinere persönliche und berufliche Netzwerke zurückgreifen als andere Migrantinnen und Migranten. Zudem sind sie häufig infolge von Krieg, Verfolgung und Flucht erheblichen psychischen Belastungen ausgesetzt, die wiederum die Arbeitsmarktintegration beeinträchtigen können.
Zweitens verzögern rechtliche und bürokratische Barrieren wie Beschäftigungsverbote, Länge und Ausgang der Asylverfahren oder Wohnsitzauflagen und Ähnliches die Arbeitsmarktintegration. Diese Einschränkungen können selbst nach ihrem Wegfall mittel- bis langfristig negative Folgen für die Integration entfalten, etwa weil Erwerbserfahrungen und Netzwerke nicht aufgebaut werden konnten.
Drittens verfügen Geflüchtete häufig nicht über ausreichende Sprachkenntnisse und müssen diese erst erwerben. Auch formale Qualifikationen, Abschlüsse und Berufserfahrungen sind häufig nur eingeschränkt auf den deutschen Arbeitsmarkt übertragbar, wodurch Umschulungen, Weiterbildungen und Nachqualifizierungen erforderlich werden. Diese Prozesse sind zeitaufwändig und verzögern den Eintritt in den Arbeitsmarkt.
Und der wichtigste Teil:
Trotz dieser anfänglichen Hindernisse gelingt es Geflüchteten in Deutschland im Zeitverlauf ähnliche Erwerbstätigkeitsniveaus wie andere Migrantengruppen und die einheimische Bevölkerung zu erreichen.
Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
Ich würde also zusammengefasst nicht sagen, dass Deutschland das Weltsozialamt ist. Dafür fehlt bei näherer Betrachtung jegliche Datengrundlage.