wie geht das mit fis fes GTS , HTS und das Bauprinzig der Dur und Moll Tonleitern?

1 Antwort

Hallo Ricardaschiffer!

Wenn Du Dir die weißen Tasten auf dem Klavier ansiehst, kannst Du feststellen, dass die Tonabstände nicht gleich sind. An fünf Stellen befinden sich zwischen den weißen Tasten schwarze, an zwei Stellen befinden sich keine schwarzen Tasten. Man nennt die Tonschritte von Taste zu Taste, also e-f, h-c Halbtonschritte. Die Tonschritte, zwischen denen sich schwarze Tasten befinden, also c-d, d-e, f-g, g-a und a-h sind Ganztonschritte. Die weißen Tasten des Klaviers stellen die C-Dur-Tonleiter dar. Du kannst also sagen, dass die Dur-Tonleiter vom Grundton an aufwärts aus 2 Ganztonschritten, 1 Halbtonschritt, dann 3 Ganztonschritten und schließlich noch einem Halbtonschritt besteht. Diese Reihe läßt sich als zwei gleich Hälften ansehen, die im Abstand eines Ganztonschrittes voneinander gebildet sind: 1-1-1/2 | 1 | 1-1-1/2. Man nennt diese jeweils 4-tönigen Hälften Tetrachorde; also c-d-e-f und g-a-h-c.

Wenn man das festgestellt hat, kann man die Überlegung anstellen, auch eine Tonleiter zu bilden, die den zweiten Tetrachord als ersten benutzt. Also der erste Tetrachord wäre dann g-a-h-c. Dann braucht es wieder einen Ganzton Abstand, der zweite Tetrachord muss also mit d anfangen und natürlich die Tonschritte 1-1-1/2 aufweisen: d-e-fis-g. Diese Tonleiter ist die G-Dur-Tonleiter und ist die nächste Verwandte von C-Dur (sie unterscheidet sich nur in einem Ton, eben dem fis). Ihr Grundton ist genau eine Quinte oberhalb von C.

Du kannst jetzt mit dieser Tonleiter den Vorgang wiederholen, also 1. Tetrachord: d-e-fis-g, 1 Ganzton Abstand, a-h-cis-d. Ergibt die D-Dur-Tonleiter mit 2 Kreuzen, wiederum eine Quint höher als G. Und natürlich kannst Du die Sache so fortsetzen. Und jede neue Tonleiter ist eine Quint höher, jedesmal wird die (neue) 7. Stufe der Tonleiter erhöht und sie hat ein Kreuz mehr.

Für die Quintenreihe aufwärts gibt es den Merkspruch "Geh Du alter Esel, hole Fisch" (g-d-a-e-h-fis).

Es geht aber auch in die andere Richtung: Wie wäre es, den ersten Tetrachord der C-Dur-Tonleiter als zweiten einer neuen Tonleiter zu verwenden? c-d-e-f wäre also die obere Hälfte. Darunter bräuchten wir unseren Ganzton Abstand, das wäre b, darunter käme jetzt unser erster Tetrachord, also f-g-a-b. Damit hätten wir eine andere, C-Dur nah verwandte Tonleiter: F-Dur mit einem b, genau eine Quint tiefer als C. Und natürlich läßt sich das genauso fortsetzen, mit 2. Tetrachord f-g-a-b, 1 Ganzton tiefer: es, 1. Tetrachord also b-c-d-es. Wir haben B-Dur mit 2 b. usw. geht es abwärts. Jede neue Tonleiter eine Quint tiefer, jeweils die 4. Stufe der neuen Tonleiter wird erniedrigt und es gibt ein b mehr.

Für die Quintenreihe abwärts gibt es den Merkspruch "Frische Brötchen essen Assessoren des Gesetzes" (F-B-Es-As-Des-Ges).

Damit hast Du das Bildungsprinzip des Quintenzirkels. Man sollte das einmal ganz gründlich und im einzelnen selber konstruieren mindestens bis zu der Fis-Dur und Ges-Dur-Tonleiter, die alte Schule geht aber bis His-Dur und Deses-Dur. Dann wird die ganze Sache, vor der so viele Leute kapitulieren, plötzlich ganz einfach und durchschaubar.

Mit Moll ist es im Prinzip ähnlich, nur dass man mit den weißen Tasten des Klaviers nicht c-Moll, sondern a-Moll hat, und damit die Intervallstruktur: 1-1/1-1 | 1-1/2-1 | 1 | Hier sind die beiden Tetrachord also in einem Ton verbunden und der Ganzton, der in Dur zwischen den beiden steht, steht hier einfach am Ende. Das ändert natürlich die Richtung: Wenn wir aufwärts gehen, also den 2. Tetrachord zum ersten machen, bekommen wir die erste Molltonart mit b (d-Moll), wenn wir abwärts gehen und den 1. Tetrachord zum zweiten machen, bekommen wir die erste Molltonart mit einem Kreuz (e-Moll).

Gruß Friedemann

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