Top "Katana-Marken"?

2 Antworten

Gängig sind unter Kampfsportlern Hersteller wie WKC (Solingen), Cheness Inc. und Nine Circles. Dann wären da noch CAS Hanwei und Cold Steel. Man sollte allerdings beachten, dass nahezu alle Hersteller eher "Anbieter" denn Hersteller sind, da die Klingen für gewöhnlich in chinesischer Massenproduktion hergestellt werden- meist sogar in ein und derselben Schmiede. Anderslautende Angaben, insbesondere über "Meisterarbeiten" eines einzelnen Schmieds sollte man nicht glauben. Schwerter von Meisterhand bewegen sich nämlich für gewöhnlich im Preisbereich eines neuen Kleinwagens und werden nicht einfach über das Internet verscherbelt. Als Faustregel kann man sagen, dass man für ein gebrauchstüchtiges Schwert mindestens 300 Euro einkalkulieren sollte.

Wichtig ist beim Kauf eines Schwertes, sofern es für den kampfkünstlerischen Einsatz gedacht ist, dass man vorher kritische Recherche im Internet betreibt. Schwerter von guter Qualität werden nämlich oft in Foren vorgestellt, gelegentlich sogar mit Belastungstests.

Der Vollständigkeit halber weise ich an dieser Stelle dringlich darauf hin, dass man sich auf jeden Fall professionelle Anleitung holen sollte, bevor man ein Schwert schwingt.

Danke für deine Antwort. Sind die Schwerter aus der Massenproduktion eigentlich VIEL schlechter als traditionelle japanische Schwerter? Damit meine ich vor allem die Schärfe, die Stabilität und die Haltbarkeit von der Klinge (also wie lange sie Scharf bleibt). Oder kommt der hohe Preis hauptsächlich durch die Handarbeit zustande?

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@JannoTV

Eine gute und zugleich schwierige Frage. Zunächst einmal müsste man sich einigen, ab wann man von Massenproduktion und wann von individueller Einzelarbeit spricht. Dann müsste man sich darauf einigen, ob der Begriff "traditionelle japanische Schwerter" wörtlich genommen, d.h. Tamahagane als Werkstoff (für den Schneidenstahl) nach traditionellen Methoden verarbeitet wird oder ob auch moderne Werkstoffe/Stähle wie z.B. spezieller legierter Werkzeugstahl verwendet werden. Um das ganze nicht unnötig kompliziert zu machen, will ich deine Frage mal so beantworten:

Ein Schwert aus qualitativ gehobener Massenproduktion ist, also guter Stahl und fachgerechte Verarbeitung vorausgesetzt, einer japanischen Meisterklinge in seinen mechanischen Eigenschaften ebenbürtig oder überlegen. Der sogenannte Juwelenstahl (Tamahagane), welcher traditionell für japanische Schwerter verwendet wird, ist nämlich metallurgisch gesehen ein eher zweitklassiger Klingenstahl. Moderne Hochleistungsstähle sind Tamahagane in nahezu allen mechanischen Belangen überlegen. Man könnte nun fälschlicherweise annehmen, dass durch die Kombination von modernem Hochleistungsstahl mit traditioneller japanischer Schmiedekunst eine Art "Super-Klinge" entstünde, dies ist jedoch nicht der Fall. Die verschiedenen Kunstgriffe japanischer Meisterschmiede (Faltungen, Sandwich-Bauweisen, etc.) dienten nicht dazu, um der Klinge Wunderkräfte zu verleihen, sondern einzig und allein um die vielen Schwächen des Ausgangsmaterials auszugleichen. Im Klartext: Wofür früher komplexe Schmiedeverfahren notwendig waren, benutzt man heute Hochleistungsstahl.

Der hohe Preis einer japanischen Meisterklinge hat also nichts mit angeblichen mechanischen Wundereigenschaften der Klinge zu tun. Vielmehr entsteht der Preis dadurch, dass der Schmied aus einem Klumpen Asche, Lehm, Papier und Stahlbröckchen ein Kunstwerk schafft, in dem von der Körnung bis zur Härtelinie alles perfekt bis ins Detail gestaltet ist. Das unreine Tamahagane kann nämlich, gerade weil es so unrein ist, wesentlich detaillierter ausgestaltet werden als homogener Werkzeugstahl.

Die Schärfe einer Klinge hat sehr wenig mit dem Schmied, sondern eher mit der Politur zu tun. Auch hier kann die Schärfe einer Rasierklinge problemlos ohne traditionelle japanische Methoden erreicht werden. Wenn man allerdings Hamon (Härtelinie), Hada (Körnung des Stahls) und die vielen Details der traditionell gefertigten Klinge sichtbar machen will, kommt man um die hohe Kunst eines Togishi (Polierer) nicht herum.

Fazit: Wenn es nur um die mechanischen Eigenschaften als Waffe geht, liegt die nach westlichen Methoden hochwertig gefertigte Klinge aus Hochleistungsstahl eindeutig vorn. Geht es aber um den künstlerischen und kulturellen Aspekt, ist die Meisterarbeit eines japanischen Schmieds unerreicht.

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Da mein Vorredner hier schon super Arbeit geleistet hat wollte ich nur noch einmal auf samuraischwerter.de hinweisen, dort lässt sich einiges finden!

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