Frage von acidfairy, 209

wieso trifft die bergmannsche & allensche Regel nicht auf den Menschen zu?

wieso sind Menschen in kalten Regionen dann nicht dicker und wieso haben Menschen in wärmeren regionen nicht längere Körperfortsätze?

wir sind doch auch Säugetiere ..

Expertenantwort
von Darkmalvet, Community-Experte für Anatomie & Biologie, 95

Hallo acidfairy

Der Grund ist, weil Menschen andere Methoden haben sich vor Kälte und Wärme zu schützen als Tiere und solche Merkmale somit kein Selektionsvorteil dastellen, also Menschen, die diese durch Mutation haben, keine Vorteile gegenüber anderen Menschen, die diese nicht haben haben.

Die Evolution des Menschen ging einfach andere Wege um diese Probleme zu lösen

Als der Homo Sapiens aus Afrika ausgewandert ist, konnte er bereits Werkzeuge und Hilfsmittel nutzen und ziemlich sicher auch Kleidung herstellen, somit bieten einen kleine rundliche Statur keinen Vorteil in nördlichen Ländern, jedoch Nachteile bei zum Beispiel der Jagd.

Was die Körperfortsätze zu Wärmeableitung betrifft, die sind bei Menschen einfach nicht nötig, der Verlust des Fells und das hinzukommen einer Wärmeregulation durch Schweißdrüsen reichen bei weitem aus um die Körpertemperatur auch in heißen Regionen halten zu können.

Aber in ganz geringem Maße erkennt man Auswirkungen der bergmannschen-allenschen Regel auch beim Menschen

LG

Darkmalvet


Kommentar von Darkmalvet ,

PS: Ich hab eins vergessen, beim Menschen ist die Evolution der äußerlichen Merkmale auch zum Großteil von Schönheitsidealen und sexuellen Vorlieben geprägt gewesen, das dürfte wesendlich stärker wirken, als Evolution hin zu Klimatischen Bedingungen.

Und speziell was die Fähigkeit Körpermasse aus Nahrung aufzunehmen betrifft, sind zum Beispiel Hungersnöte und Überflussperioden ein ebenfalls wesendlich stärkerer Evolutionsfaktor als diese Klimatischen Bedingungen.

Kommentar von acidfairy ,

vielen Dank das hat mir sehr weitergeholfen :-)

Kommentar von Darkmalvet ,

Bittesehr :-)

Und was die leicht größeren Handinnenflächen und Lippen bei Afrikanern betrifft, so habe ich die Vermutung, dass die Allensche Regel hier ein wenig wirken konnte, weil diese Körperteile normalerweise unbekleidet sind, daher ein kleiner Vorteil für kleinere Lippen und Handinnenflächen nach der Wanderrung nach Europa bestand

Antwort
von MarkusKapunkt, 94

Die Bergmannsche Regel trifft sehr wohl auf den Menschen zu. Skandinavier sind zum Beispiel im Durchschnitt etwas größer als Südeuropäer.

Allerdings lässt sie sich noch nicht in wirklich bezeichnender Weise beobachten, da hast du schon recht. Grund dafür ist einerseits, dass der Mensch noch nicht wirklich lange auf unserer Erde existiert - jedenfalls in noch nicht ausreichender Generationenzahl, dass sich aus den auf der ganzen Erde verteilt lebenden Menschenpopulationen eigene Arten entwickelt haben. Wir gehören noch immer alle zur gleichen Spezies. Für das zulegen einer isoloierenden Fettschicht hatte der Mensch also schlicht und einfach noch keine Zeit. Außerdem wäre diese Fettschicht doch eher hinderlich, weil sich der Mensch seit Jahrhunderttausenden seine Kleidung selbst herstellt, um sich gegen die Kälte zu schützen. Weil man in warmen Gegenden deshalb luftigere und weniger Kleidung benötigt und in kühleren Gegenden dickere und wärmendere Kleidung trägt, sind Menschen im Mittelmeergebiet auch häufig behaarter als Menschen in Sibirien oder in Lappland.

Aber auch der Behaarungsfaktor ist beim Menschen kein klarer Selektionsvorteil, da Behaarung auch schon von Beginn der Menschheitsgeschichte an ein Modefaktor gewesen ist. Mode hängt immer davon ab, was es in gewissen Zeiten selten gibt - deshalb sind in den industrieländern schlanke Menschen ein Schönheitsideal, in ärmeren Ländern ist man mit einem hübschen Schwabbelbauch erst richtig sexy.

Kommentar von Darkmalvet ,

Die Bergmannsche Regel trifft sehr wohl auf den Menschen zu. Skandinavier sind zum Beispiel im Durchschnitt etwas größer als Südeuropäer.

Die Bergmannsche Regel geht andersrum :D

Die Inuit wären ein besseres Beispiel gewesen

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Wieso andersherum? Je näher an den Polen, umso größer ist doch die Regel.

Kommentar von Darkmalvet ,

Es ging mir mehr um die Oberfläche, also Körperform, als um die Größe an sich.

Kann sein, dass ich bezüglich der Körpergröße was verwechselt habe Sorry :-(

Aber was die Dicke betrifft hab ich auf jeden Fall recht, dass die Bergmannsche Regel nicht unbedingt zutrifft, denn (moderes Konsumverhalten ausgeschlossen) Südeuropäer sind nicht dünner als Nordeuropäer.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Achso hast du das gemeint. Aber da läufst du mit deiner Deutung etwas auf Grund. Mehr Körpervolumen bedeutet in dem Zusammenhang nicht, dass ein Tier "dicker" ist. Wird ein Tier größer, verändert sich das Verhältnis zwischen Körperoberfläche und Körpervolumen zu gunsten des Volumens, das heißt, ein größeres Tier hat eine proportional gesehen kleinere Oberfläche (über die es Wärmeenergie verlieren kann) als ein kleineres Tier.

Über den Körperfettanteil sagt die Bergmannsche Regel gar nichts aus. Körperfett ist allerdings bei Polartieren, besonders bei denen, die im Wasser leben, ein wesentliches Merkmal zur Isolierung gegen die Kälte. Haben wohl in diesem Bezug beide aneinander vorbeigeredet, es gibt sicher genug dicke Italiener und auch dicke Schweden. :-)

Kommentar von Darkmalvet ,

Ja, ich meine schon die Oberfläche, die sich aus Größe, Körperform und Dicke ergibt.

Die Dicke ist halt ein Part dessen, mehr nicht

Hab mich wohl ein wenig unklar ausgedrückt :-(

Antwort
von Andrastor, 68

Die Regel trifft doch zu.

Der Mensch setzt wenn es kalt wird mehr Fett an (was das Abnehmen im Winter sehr erschwert) und tendiert instinktiv dazu wenn es kalt wird mehr zu essen.

Heutzutage jedoch erkennt man davon nicht mehr viel, denn die Schönheitsideale sind inzwischen recht globalisiert und auch in den kalten Regionen versucht man heute diesen Idealen so gut es geht zu entsprechen.

In wärmeren Regionen erkennt man sehr schön die Anpassung an das Klima, ich nehme als Beispiel die dunkelhäutigen Bewohner Afrikas heran.

Ihre Ohren und Lippen sind im Durchschnitt viel größer und haben eine größere Oberfläche als bei uns Europäern. Da beides gut durchblutete Körperstellen sind kann der Körper so leichter abkühlen.

Selbiges trifft auf die Handflächen zu, die im Durchschnitt bei dunkelhäutigen Menschen weitauß größer sind als bei Europiden.

Kommentar von Darkmalvet ,

Das mit dem mehr Fett ansetzen im Winter ist allerdings keine Evolutionäre Anpassung, sondern eine Modifikation durch Umweltbedingungen, zu der Menschen unabhängig ihrer ethnischen Herkunft fähig sind

Antwort
von Dackodil, 39

Es gab eine Menschenart, die sich auf diese Art und Weise hervorragend an das eiszeitliche Europa angepaßt hatte.
Das waren die Neandertaler.

Der moderne Mensch und die Neandertaler lebten bis vor 30.000 Jahren nebeneinander, ist also noch gar nicht so lange her.
Es hat auch Vermischungen gegeben. Man kann es daran erkennen, daß wir heute noch 4 - 6 % Erbgut vom Neandertaler in uns tragen. (Die Prozentangaben schwanken).

Wir haben wohl nicht einen so großen Selektionsdruck gehabt, weil wir durch unsere Findigkeit die Nachteile unserer rel. grazilen Körperform ausgleichen konnten. Und die Zeit hat für eine entsprechende Evolution nicht ausgereicht. Na und heute ist es nicht mehr nötig ;-)

Antwort
von voayager, 25

die Bermannsche Regel trifft noc lang nicht auf alle Tiere zu, sie ist eher so was wie eine Tendenz. Man darf sie daher nicht überbewerten.

Antwort
von ilknau, 52

Aber, acidfairy, das tut sie doch.

Zwar nicht mit großen oder kleinen Ohren etc. aber generell mit Körpergröße und Fettanteil, wobei man allerdings nur die indigenen Völker betrachten darf.

Ein Massai ist gross und schlank, mit langen Gliedmassen, um die Hitze seiner Heimat besser ableiten zu können.

Ein Inuit ist untersetzt und hat relativ kurze Arme und Beine, damit sein Körper die Wärme optimal zu speichern in der Lage ist, lG.

Kommentar von Darkmalvet ,

Aber das trifft auch nur auf manche wenige Ethien zu.

Nordeuropäer sind ebenfalls groß und schlank (sofern nicht durch modernes Konsumverhalten selbstverschuldet dick), viele Naturvölker aus heißeren Regionen (z.b. Buschleute) hingegen klein.

Kommentar von ilknau ,

Bei Nordeuropäern ist der Körperfettanteil höher als beim Massai und Saan sind ihrer Umgebung angepasst mit der Grösse, dabei auch schlank.

Kommentar von Darkmalvet ,

Ich würde das sogar fast der Ernährungsituation in Europa zuschreiben, dass der Körperfettanteil höher ist.

Zumindest teilweise

Antwort
von Leolyyn, 68

Weil der mensch seine temperatur durch kleidung ausgleicht. Deswegen hat er auch kein fell mehr.

Antwort
von Tonia81, 31

Nebenbei sind wir auch noch sehr jung als Spezies. Denoch sind Inuit (Eskimos) eher klein und kompakt gebaut, Tuareg sind eher groß und schlank und Amazonasindianer klein und zierlich gebaut. Unterarten entstehen durch Generationenlange Isolierung und heutzutage sind nur noch sehr sehr wenige Völker völlig isoliert.

Antwort
von Saralovesfylou, 33

Hm... Gute Frage... Also wissen tu ichs nicht. Aber wenn ich eine Vermutung äußern darf ;)
Vielleicht haben sich Menschen zu früh an diese Bedingungen angepasst und brauchen das deshalb nicht. Wir tragen ja Kleidung und wohnen in Häusern. Also ist das ja eigentlich nicht notwendig.

Also ist nur so ne Vermutung :D

Antwort
von rallytour2008, 28

Hallo acidfairy

Ehrlich gesagt geht mir als Mensch eher einer ab wenn es warm ist.In kalten Regionen kann ich als Mensch höchstens eine Stange Wasser kalt stellen.Eine toffte Kommbination aus der Evolution.

Gruß Ralf

Antwort
von tJustDavid, 50

In Afrika haben sie einen größeren P.nis als in Europa usw. Reicht das als Körperfortsatz???

Kommentar von tJustDavid ,

und ja das ist ernstgemeint :D

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