Wieso glauben die Juden die Prophezeiungen aus dem alten Testament (Bild)nicht die auf Jesus hinweisen?

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12 Antworten

Die Prophezeiungen an sich werden schon geglaubt. Was Juden nicht glauben ist, dass Jesus (so es ihn überhaupt gegeben haben sollte) diese Prophezeiungen erfüllt.

Dagegen spricht, dass 2000 Jahre nach seinem hypothetischen Tod die wichtigsten Prophezeiungen dessen, was der Messias machen soll, noch immer nicht eingetroffen sind. Das wäre: den Tempel in Jerusalem wieder aufbauen, einen jüdischen autonomen Staat, der nach jüdischem religiösen Gesetz geführt wird, im Nahen Osten wiederherstellen, die ganze Welt zum Monotheismus bekehren, Frieden auf der ganzen Welt schaffen, und schliesslich die Toten wieder auferwecken.

Unabhängig davon darf auch kein jüdischer religiöser Führer oder Prophet dazu auffordern, Teile des jüdischen Religionsgesetzes (z.B. Shabbat, Kashrut, etc.) abzuschaffen. In so einem Fall qualifiziert sich die Person als "Lügenprophet", worauf, falls sie vollziehbar wäre, die Todesstrafe stünde...

Unabhängig davon widerspricht es dem Gedanken des Monotheismus im Judentum, Jesus (einen Menschen), als Gott zu bezeichnen. Das wäre die Leugnung eines wichtigen Glaubensgrundsatzes im Judentum, dass es nur einen G''tt gibt, der eben nicht Mensch ist.

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Unter anderem waren die Juden der damaligen Zeit es gewohnt, mit selbsternannten Messiassen umzugehen. Davon gab es nämlich viele, die das von sich behaupteten.

Warum sollten sie dann einem weiteren Wanderprediger glauben, der dann auch noch gekreuzigt wurde?

Ich habe mich natürlich als Kind auch gefragt, warum die Juden Jesus nicht glaubten. Spätestens, als sich bei der Kreuzigung der Himmel öffnete...

Aber ich glaub heute, dass all die Erscheinungen und Wunder, die auf Jesus hindeuteten später von Anhängern hinzuerfunden wurden. Ich glaub, dass Jesus in Wahrheit viel bescheidener auftrat.

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Kommentar von wildcarts2
11.10.2016, 16:52

Das musst du nicht glauben. Statt dessen kannst du wissen, dass der Bibeljesus nie existiert hat, sondern nur eine Erfindung jüdischer Sektierer war.

Die Geschichte vom "geöffneten Himmel" etc. ist ebenfalls frei erfunden. Diese Geschichten sind nur konstruiert worden. Sie stammen aus mündlichen Erzählungen und der Fantasie der Autoren

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Dafür wird es keine kategorische Antwort geben, aber die Antworten, die man geben kann, sind brandaktuell.

Jesus erfüllte tatsächlich unzählige Prophetien, weit mehr, als auf dem Foto aufgelistet sind. Im Buch "Der verheißene Erlöser" zählt Roger Liebi 330 dieser Prophezeiungen auf. Und nicht nur das, Jesus entsprach sogar den Kriterien der Juden, die nicht im Alten Testament festgehalten waren. Gemeint sind die messianische Wunder: Heilung eines Aussätzigen, Heilung eines taubstummen Besessenen und Heilung eines Blindgeborenen. Diese drei Dinge hat es nie zuvor gegeben, weshalb die Juden meinten, wer sie vollbringen würde, der Messias sein müsse.

Aber folgenden Erwartungen z.B. entsprach Jesus nicht: 

  • Jesus brachte keine politische Freiheit (von den Römern). Jesus kam nicht, um ein sichtbares Reich aufzubauen (das wird in der Zukunft noch folgen), sondern um den einzelnen Menschen, die ihn aufnehmen, Frieden zu bringen.
  • Jesus entsprach nicht den unbiblischen Zusätzen zu dem Gesetz, weshalb er als Gesetzesübertreter abgestempelt wurde.
  • Jesus wuchs in Nazareth auf, weshalb man meinte, er könne nicht der Messias sein, der nämlich aus Bethlehem kommen sollte. 
  • ...

Die Hauptprobleme der Gelehrten waren:  

  • Stolz. Jesus begeisterte die Menge und lehrte mit Vollmacht; das machte die fromme Elite eifersüchtig. Auch heute nehmen viele Menschen Jesus nicht an, weil das nämlich gravierende Konsequenzen für ihr Leben hätte.
  • Subjektivität. Hätten sie gründlich nachgeforscht, hätten sie erfahren, dass Jesus in Bethlehem, und nicht in Nazareth geboren war. Das ist nur ein Beispiel. Auch heute glauben viele Menschen nicht dem biblischen Bericht, weil sie die Bibel für fehlerhaft halten. Das liegt an der fehlenden Gründlichkeit des Betrachters und an seiner Voreingenommenheit. 

Für eine gründlichere Antwort kannst du dir das Dokument "Die messianischen Zeichen und Wunder.pdf" von Dr. Arnold Fruchtenbaum auf http://www.bfl-vision.de/buecher/dr-arnold-fruchtenbaum/ durchlesen.

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Is ja nicht so dass die das nicht glauben. Die sehen nur in Jesus nicht die Erfüllung dieser Prophezeiungen.

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Ganz einfach: Es gibt keine "Prophezeiungen" im AT, die auf Jesus hinweisen würden!

Die Juden glaubten nicht an einen "Messias" der erscheinen würde, als die Schriften des AT zusammengestellt wurde. "Messias" war lediglich die Bezeichnung für einen judäischen König, mehr nicht.

Erst in Rom entstand der Messiasglaube, als das Judentum bereits stark dezimiert und dem Untergang geweiht war. Mangels einer jüdischen Führung (das judäische Volk war zuvor ein Gottesstaat (Theokratie), also ein von der Religion geführter Staat) bildeten sich mehrere Richtungen. Ein kleiner Teil interpretierte aus AT-Versen einen kommenden Messias (Judenkönig), der Juda wieder zu einem autonomen Königreicht formen würde. Damit wollten sie lediglich genügend Anhänger finden, die sich gegen Rom auflehnen würden, wenn es genug waren.

Diese Leute erschufen dann die Geschichten über Jesus. Ob es wirklich eine Person mit diesem Namen gab, oder ob es gesammelte Geschichten verschiedener Wanderprediger waren, weiss niemand mehr. Fakt ist jedenfalls, dass es den in der Bibel beschriebenen Jesus so nicht gegeben hat. Fakt ist auch, dass diese Geschichten in einer Zeit entstanden, als die darin beschriebenen (vermeintlichen) Ereignisse bereits in der Vergangenheit lagen. Keiner der Autoren war Augen/Zeitzeuge.

Die Evangelien wurden so geschrieben, dass sie AT-Verse aus dem Zusammenhang rissen, und zu einer neuen Geschichte formten. Sie stellen Texte, die nicht als "Prophezeiung" gedacht waren, als solche dar. Bestes Beispiel ist die Jungfrauengeburt. Der Text auf den sich die "Prohezeiungen" beziehen, war keine Vorhersage, sondern bezog sich auf einen damals bereits lebenden Judenkönig.

Mit dem "Kommen des Messias" war indes nicht gemeint, dass irgendwann der Sohn Gottes erscheinen würde und bis dahin irgendwie unsichtbar wirken würde, sondern vielmehr war es auf die Lebzeiten der Autoren bezogen. Sie wollten einen LEBENDEN JUDENKÖNIG, der sie zu ihren Lebzeiten von der römischen Besatzung befreien würde. Für die Zukunft wollten diese Leute keine Deutung erstellen, sondern lediglich andere für ihre Sache gewinnen.

Das die Juden mit den Jesus-Vorhersagen nichts anfangen können ist klar. Denn dies gehört nicht zu ihrer Religion. Juden haben eine ganze andere Erwartung und sehen es als Gotteslästerung an, Jesus als Gottes Sohn oder sogar als Gott selbst zu bezeichnen, weil letzteres der Bibel und dem Gottesbild der Juden widerspricht.

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Wer sagt denn, daß diese Prophezeiungen auf Jesus hinweisen? Die endzeitgläubigen Juden warten bis heute darauf, daß der echte prophezeite Messias irgendwann auftaucht, einer der letzten "Kandidaten" dafür war der Rabbi Schneerson (googeln!).

Und der historische Jesus war sowieso ganz anders als seine heutigen Gläubigen behaupten, er war ein Rabbi (Schriftgelehrter) mit Anhängern seiner eigenen Lehre ("Schul"), der seine eigene Religion gern zu mehr Menschlichkeit reformieren, jedoch keine neue Religion gründen wollte. Ein antiker Mix aus jüdischem Martin Luther (minus dessen Antisemitismus) und Hippie-Guru samt Groupies gewissermaßen, was für deutsche Begriffe seltsam klingen mag, aber im Einklang mit jüdischen Traditionen steht.  

  

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Religionen entwickeln sich im Laufe der Jahrhunderte in unterschiedliche Richtungen. Das macht aber eine Religion nicht besser oder schlecher als eine andere Religion.

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Warum ist es der Judentum geworden wenn Abraham doch aus der Stadt Ur kommt die eine völlig eigene Schöpfungsgeschichte besitzt? 

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Kommentar von pinkyitalycsb
11.10.2016, 21:52

Es  heißt zwar der Islam, aber das Judentum, ebenso wie das Christentum.

Ich erlaube mir, diesen Fehler zu korrigieren, weil er leider hier auf GF immer wieder vorkommt.

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Kommentar von pinkyitalycsb
12.10.2016, 00:07

Hallo, LaQuica!

Abraham kommt zwar aus Ur, hat aber seine eigene Familiengeschichte, die in direkter Linie auf Noahs Sohn Sem zurückführt. Für seine Zukunft erhielt er von Gott große Verheißungen, die sich durch seine Nachkommen erfüllt haben.  

Aus den 12 Söhnen seines Enkels Jakob (später umbenannt in Israel), entstand das Volk Israel und somit das, was wir heute als Judentum bezeichnen.

Lies es doch mal selbst im Alten Testament nach (ab Genesis 11, Vers 12 und am besten auch einige der darauffolgenden Kapitel). Dann wird dir das klarer werden.


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die legen aus ihrem glauben die prophezeihungen eben anders aus. 

die orthodoxen juden warten noch immer auf den messias

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Die Juden glauben schon an die Prophezeiungen, die auf Jesus hinweisen.

Aber sie glauben nicht, dass der Wanderprediger aus Nazareth der Jesus war, auf den diese Prophezeiungen hinweisen.

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Weil diese Vorhersagen auch anders gedeutet werden können.

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Bild ist auf dem Kopf tut mir leid*

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