Wie entstand der aufrechte Gang?

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5 Antworten

Der dauerhafte aufrechte Gang ist eine recht komplizierte Angelegenheit und erfordert eine Menge Anpassungen im Bereich der Wirbelsäule, des Beckens, der Beine, der Füße etc., über die die übrigen Affen außer den Menschen nicht verfügen. Man kann also nicht fragen, warum Affen sich nicht zweibeinig fortbewegen, sondern warum es überhaupt die Menschen tun.

Man liest zwar oft, dass der Selektionsdruck in Richtung der Zweibeinigkeit durch das Leben in der Savanne zustande kam, aber das stimmt so nicht, denn die frühesten Vertreter der Stammlinie des Menschen (Orrorin, Ardipithecus, die frühen Australopithecinen) lebten im Wald und liefen trotzdem aufrecht auf den Hinterbeinen.

Der Rückgang der Wälder durch die zunehmende Trockenheit hat die Evolution der Menschen zwar beeinflusst, aber der Lebensraum und die Nahrungsquelle der Frühmenschen blieben die Bäume. Wahrscheinlich entwickelte sich der aufrechte Gang als energiesparende Methode, um von einem Wäldchen zum nächsten zu kommen.

Manche Forscher sind auch der Ansicht, dass die Evolution des aufrechten Gangs mit dem Wasser zusammenhängt (das ist nicht zu verwechseln mit der radikaleren und höchstwahrscheinlich falschen Wasseraffenhypothese). Demnach wäre es denkbar, dass die Frühmenschen in Galeriewäldern entlang der Flüsse lebten und als ökologische Generalisten bei ihrer Nahrungssuche zwischen dem flachen Wasser, dem Wald und den Steppen abseits der Flüsse hin- und herzogen. Ob und in welchem Ausmaß das Waten in Uferregionen ein Grund für die Entwicklung des aufrechten Gangs war, lässt sich aber nicht eindeutig sagen.

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In einigem stimme ich DiegoderAeltere zu, aber ich verfasse eine eigene Antwort, weil ich nicht zustimme, dass "sich der aufrechte Gang als energiesparende Methode, um von einem Wäldchen zum nächsten zu kommen" entwickelt hat. Hier wird der Fehler begangen, dass ein späterer Vorteil des aufrechten Ganges beim Homo erectus mit dem Auftreten des aufrechten Ganges verwechselt wird.

Der aufrechte Gang bei Ardipithecus und bei den Australopitecinen war nämlich kräfteraubender als der 4-beinige Gang z.B. bei den Pavianen. Der Gang war "watschelnd" und "unelegant", ganz anders wie beim Homo erectus oder gar bei uns.

Plausibel hingegen ist, dass er sich im flachen Wasser entwickelt hat. Selbst Schimpansen, gehen im Wasser 2-beinig, um z.B. einen Wasservogel zu erwischen, weil da sind die Vorteile des aufrechten Ganges evident. Weiterhin ist anzunehmen, dass es im ostafrikanischen Grabenbruch genügend flache Gewässer gab, die auch gute Nahrung boten - Muscheln und Wassertiere aller Art und somit ein brauchbares Habitat boten.

Der aufrechte Gang hat sich vor dem Exodus in die Savanne entwickelt, wie auch DiegoderAeltere schreibt, aber in einem Waldgebiet hätte er keinen Vorteil (wie oben dargelegt auch nicht, um von einem Wäldchen ins nächste zu marschieren), außer, wenn man immer wieder in flache Gewässer z. B. zwecks Nahrungssuche geht.

Warum die Affen früher nicht aufrecht laufen konnten? Weil es zweckmäßiger war, einen Körperbau zu haben, der für das Klettern optimiert war - jedenfalls, solange man sich vorwiegend von den Früchten der Bäume ernährte.

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Kommentar von DiegoderAeltere
06.06.2016, 14:16

Da du dich auf meine Antwort beziehst, will ich jetzt auch darauf eingehen. Ich habe ja "wahrscheinlich" geschrieben, weil ich mich nicht auf einen einzelnen Faktor festlegen, sondern nur den aktuellen Wissensstand um die möglichen Wirkungsgeflechte wiedergeben will.

Die Uferhypothese bietet zwar viele gute Ansätze, aber an der Energieeffizienzhypothese kannst du nur kritisieren, dass die Frühmenschen sich angeblich umständlicher fortbewegten als ihre vierbeinigen Verwandten - und zumindest bei den Australopithecinen stimmt das nicht, denn hinterlassene Fußabdrücke sind denen von modernen Menschen sehr ähnlich, und die bewegen sich ja energiesparender fort als andere Menschenaffen auf vier Beinen. Hast du eine Quelle zum Energieverbrauch bei Ardipithecus und verwandten Gattungen? Ich habe dazu nichts gefunden, aber das würde mich sehr interessieren.

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Affen haben anders geformte Hüftgelenke die ein längeres aufrechtes Gehen nicht zulassen. Wahrscheinlich war es ein Evolutionsvorteil, aufrecht zu gehen und dadurch einen besseren Überblick über die Umgebung zu haben und somit Nahrung und Feinde frühzeitig zu erblicken. Dies hat dann im Verlauf langer Zeiträume dazu geführt, dass ein aufrechtes Gehen und Stehen immer besser möglich wurde.

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Der aufrechte Gang hat den Vorteil, dass mögliche Feinde schneller gesehen werden (können), da man größer ist (bzw. wird) als wenn sich man sich auf allen vieren fortbewegt.

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Nun, mit dem damaligen Klimawandel kam es zur Savannenbildung jener Gebiete, die vorher durch einen üppigen Baumbestand geprägt waren. Innerhalb der Savanne muß man sich aber gehäuft aufrichten, um so einen Überblick zuu haben, denn hohe Gräser u.ä.m. versperren ansonsten die Sicht. Mit der Zeit wurde daraus ein aufrechter Gang, denn nur so konnte man das zu erjagende Wild erspähen und im Auge behalten.

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