Frage von traumwelt1, 142

Wie bekomme ich meine Beine ruhiger?

Hallo,

erstmal zum Pferd: New-Foretstute 8 Jahre, 143 cm Stockmaß, schmal gebaut. dann zu mir: Ich, 160 cm groß (naja, vllt. ein bisschen drüber), 15 Jahre, lange Beine.

Mein Problem: Ich habe kein Problem damit mein Bein lang zu machen, aber beim aussitzen im Trab klopf ich sozusagen immer mit dem Bein, also es ist nicht wirklich ruhig. Wenn mein RL (also mein Opa) sagt, dann sagt, dass ich mein Bein am Pferd lassen soll, verkrampf ich überall total, also im Rücken und im Bein.

Was kann ich dagegen machen? Gibt es irgendwelche Übungen, damit ich das verbessern kann? Und woran kann es liegen, dass mir das bei ihr so schwer fällt? Ich vermute ja, dass es daran liegt, weil ich recht lange beine habe und sie sehr schmal gebaut ist. Könnte das sein?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 54

speziell für new forest reiter. (und für welsh b reiter)

und das ist wirklich so gemeint.

bügel ein loch kürzer, bewusst das bein im knie etwas abknicken und schenkel bewusst zwei zentimeter weiter hinten positionieren.

die anatomie des new forest platziert den reiterschenkel zu weit vorn, das knie wird gestreckt und blockiert - ohne, dass du es merkst. sobald das bein durchs knie nach aussen gedreht wird, klopft der schenkel. zusätzlich zum kürzeren bügel versuchen, das bein weiter einzudrehen und die fussspitze mehr nach vorn auszurichten.

new forest sind generell sehr schmal (sogar die hengste) und dennoch eindeutig erwachsenenreitpferde für bis mittelgrosse und mittelschwere erwachsene.

achte da mal explizit auf den sitz der reiterin und die schenkelposition und darauf wie sie in der bewegung des pferdes mitschwingt - durch den schwung der bewegung ist dies pferd ganz bestimmt nicht leicht zu sitzen.


(titel des videos: new forest pony baron beim training)

das video könnte dir bei der sitzanalyse helfen. vor allem, wenn du dich ebenfalls mal beim reiten filmen lässt und anschliessend das video in slow motion analysierst. das deckt eine menge baustellen auf und zeigt dir ganz konkret, was du besser machen kannst.

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 52

Dein Pferd ist relativ klein, du bist rel. groß. Na ja, geht noch.

Viele große Reiter machen den Fehler, mit ihren Beinen da noch Pferd zu suchen, wo keines ist. D.h. sie nehmen dann einen KLappmessersitz ein - gruselig - und versuchen, das Pferd mit den Beinen zu umschließen. Es sieht nicht nur optisch scheußlich aus, sondern man bekommt auf die Art einen schlimmen Sitz.
Vermutlich liegt das an den Reitlehren, die erklären, wo die Beine hingehören. Allerdings wird nie erwähnt, dass dabei immer an den normal großen Reiter auf einem Warmblutpferd gedacht wird

Mach die Beine lang und treibe dann mit dem Beinabschnitt, der noch ganz normal, ohne Verrenkungen am Pferd liegt. Das dürfte die obere Wade sein. Nicht die Absätze, denn wo bei dir der Absatz ist, ist kein Pferdebauch mehr da.

Wenn du das beherzigst, dürfte dein Sitz automatisch besser werden. Und damit werden auch deine Beine ruhiger. Lass dir bitte auch immer wieder sagen, wenn du in das leidige Klopfen - eine scheußliche, reiterliche Ungezogenheit! - verfällst. Das ist eine üble Angewohnheit, die man mit der Zeit leider selbst kaum noch merkt.

Antwort
von dap123, 68

Ich vermute, dass du fest in der Mittelpositur bist und deswegen dein Bein nicht wirklich lang wird. Du hast ein langes Bein, kannst es auch lang machen aber - so die Theorie - es soll ja mit dem Schwung vom Pferd immer länger werden und so der Absatz nach unten Federn wenn die Fußspitze in dieser dynamischen Bewegung vom Bügel gehalten wird.

Übungen hierzu wären z.B. sich mit dem Oberkörper und der Hüfte immer abwechselnd nach rechts und links zu drehen, insgesamt also beweglicher zu werden im Sattel und in der Hüft-/Beckengegend.

Alternativ gibt es die Übung "Radfahren", wo man die Beine wechselseitig im Knie anwinkelt und wieder lang streckt, so dass die Beine aus der Hüfte heraus lang werden.

Ich lasse meine Reiter auch gerne die Beine aus dem Oberschenkel heraus vom Pferd wegnehmen, sie lang machen und dann wieder ans Pferd legen. Insbesondere wenn der Oberschenkel etwas klemmig ist hilft das sehr, um die Beine "wirklich lang" zu machen.

Ansonsten kann ohne Bügel reiten helfen und ggf. auch mal eine Sitzlonge, wo du dich bewusst auf die Problematik konzentrieren kannst. Bein am Pferd lassen ist für mich genau die falsche Korrektur, vielmehr: Bein immer länger werden lassen und im Oberschenkel und der Mittelpositur loslassen.

Der Körperbau kann sich zwar positiv und negativ auf den Sitz auswirken, in deinem Fall würde ich es aber als unproblematisch sehen - zumindest von der Beschreibung her.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 52

Ich kenne das ( leider) sehr gut mit den unruhigen Beinen. Und ich kann Dir versichern - das liegt nicht an Deinm Körperbau. Ich bin nämlich eher gedrungen.

Das Pferd überträgt eine Menge Bewegung auf Deinen Körper. Diese Bewegumgsenergie muss irgendwo hin. Und wenn du nicht gelernt hast, diese Richtig mit lockeren Muskeln und elastischer Muskulatur aufzufangen, entlässt sich das Ganze in den Endgliedmaßen - also in wackelndem Schenkel oder/ und unruhiger Hand.

Bevor ich nun wieder einen Aufsatz hier schreibe, schau doch mal bitte unter ähnlichen Fragen - da könntest Du schon einiges hilfreiche finden.

Das erste dazu noch in Kürze: Absatz immer rauf und runter federn lassen. Die Anweisung" Absatz tief" nie als durchgehendes runter drücken verstehen, sondern bei jedem Tritt ein weiches runter fallen und leicht wieder Hochfedern lassen. Knie leicht vom Sattel lösen. ( natürlich nicht so, dass man einen Tennisball durchwerfen könnte😉)

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 23

Hier eine ganz einfache lockerungsübung im Schritt, Ähnlich dem vorgeschlagenen radfahren, die mir half: Nimm de. Rhythmus des Pferdes auf, aber anstatt wechselseitig zu treiben, tritt das Bein. Mit tief federndem Absatz nach UNTEN durch und versuche dabei möglichst wenig körperspannung aufzubauen. Klingt erstmal komisch, fördert aber deine losgelassenheit, wenn Du es unverkrampft schaffst. Viel Erfolg

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 29

In nahezu allen Fällen ist es ein Problem mit der Losgelassenheit:

Wenn man auf einem Sattel, der sowohl Pferd als auch Reiter passt sitzt und das Pferd richtig qualitätvoll über den Rücken geht und man nicht einer optischen Täuschung erliegt, die einen denken lässt, es ginge über den Rücken, es tut es aber nicht, dann liegen auch die Beine ganz ruhig und bequem an.

In dem Moment, wo man irgendwas bewusst machen muss, fehlt hier was. Das heißt, ich würde niemals bei einem Reiter versuchen, was am Bein zu beheben, außer er betreibt unnötigen Aufwand damit, sondern würde sehen, ob ich an der Sattelkonfiguration (Klettpauschen, Bügellänge einstellen, ...) so viel ändern kann, dass der besser zur Reiteranatomie passt bzw. am sauberen Reiten arbeiten. Das Bein liegt dann von selber so, wie es soll.

Natürlich macht es eine generell gute Beweglichkeit viel leichter, wie von vielen bereits beschrieben wurde, doch je besser man sein Pferd reitet, desto mehr eigene "Unpässlichkeiten" werden nebensächlich.

Antwort
von sukueh, 55

Die Schwierigkeit dürfte darin liegen, krampfhaft eine Veränderung der Beinhaltung erzwingen zu wollen. Was nutzt ein am Pferd anliegendes ruhiges Bein, wenn dafür der restliche Körper verkrampft ist.

Ein paar gezielte Übungen, wie in den anderen Antworten genannt, können wohl helfen; wirklich ändern an solchen Sachen tun meiner Meinung nach aber nur mehr "Kilometer" auf dem Pferd.

Kommentar von Urlewas ,

Ich bin sicher tausende Kilometer( also einige Jahre..) mit klopfenden Beinen geritten udnwürde das für den Rest meines Lebesn so weiter machen ( trotz sehr kurzer Beine), wegen mir keiner richtig reiten beibringen würde...

Kommentar von sukueh ,

(Guter) Reitunterricht ist natürlich die Voraussetzung. Der Reitunterricht vermittelt dir aber im Endeffekt auch nur die "richtige" Technik. Reiten hat aber auch immer was mit "Gefühl" zu tun und das entwickelt sich meiner Meinung nur über die "Strecke". Um das theoretische Wissen eben so umsetzen zu können, dass es auch passt.

Kommentar von Dahika ,

Darum bin ich ja auch der Auffassung, dass jeder Reitschüler auch eine Zeitlang Blutpferde reiten sollte. Vollblüter, Araber. Auf diesen Pferden gewöhnt man sich das Klopfen schon aus Selbstschutz meist recht schnell ab. ;-)

Antwort
von BlickAufsMeer, 49

Wechsel mal den RL :) Vlt findest du jemanden, der dir das besser vermitteln undevtl Tipps geben kann :)

Bei mir kam das mit dem Bein ruhig halten iwann von ganz alleine :)

Kommentar von traumwelt1 ,

Ja, ich könnte natürlich auch meine Oma oder meinen Onkel fragen, ob die mich vielleicht unterrichten könnten und nicht mehr mein Opa.

Kommentar von BlickAufsMeer ,

Würde mal komplett aus der Familie raus :) Das bringt glaube ich mehr

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