Frage von Groasiche, 82

Welche Bedeutung sollte der Gottesglaube heute für die Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens haben?

Antwort
von Einmischer, 18

Hallo,

dazu müsste man erst Mal definieren welchen "Gott" man hernimmt. In Deutschland stand z.B. der christliche Gott als Vorlage.

Es erscheint einem so, als wolle die globale Politik aber keine Nationalstaaten mehr, die eine homogene Identität haben, sondern vielmehr Mulitkulti Staaten die sich lieber mit sich selber beschäftigen und gespalten sind. Das macht auch für sie Sinn, da sie dadurch besser lenkbar sind.

Ich sehe da auch das Problem, dass viele den Gottesglauben mit der Politik der Großkirchen gleichsetzen.  Die verschiedenen Kirchen haben unterschiedliche Vorstellungen denen man gemeinschaftlich nur mühsam gerecht wird.  Deshalb befürworten viele auch die Trennung zwischen Kirche und Staat. 

Ich persönlich würde mir schon ein christliches Leitbild in unserer Gesellschaft wünschen. Das sollte sich aber an der Bibel und nicht an Kirchenfürsten ableiten.

Gruß

Kommentar von wildcarts2 ,

als wolle die globale Politik

Ja genau, "DIE" sind schuld :D

Wer auch immer "Die" sein sollen. Du stellst es so dar, als gäbe es globale Verschwörungen. Solltest du es anders meinen, so verzeihe mir und erläutere es bitte kurz. Ich kenne leider viele die in diese Richtung argumentieren und hinter allem eine Verschwörung sehen.

Wenn du dich nämlich genauer umsehen würdest, wüsstest du, dass es keine globale Politik gibt. Auch wenn sich hier der Gedanke an ein geeintes Europa breite gemacht hat, so braut doch jeder Staat immer noch sein eigenes Süppchen, was man vor allem an der Flüchtlingspolitik sehen kann.

Und so wird es auch immer sein! Der Mensch ist nunmal Teil der Natur und Natur ist grundsätzlich egoistisch. Jedes Individuum auf diesem Planeten folgt nur seinem eigenen Vorteil im Rahmen der ihm verfügbaren Möglichkeiten.

vielmehr Mulitkulti Staaten die sich lieber mit sich selber beschäftigen und gespalten sind. Das macht auch für sie Sinn, da sie dadurch besser lenkbar sind.

Ganz im Gegegenteil! Diese Vermischung erzeugt wesentlich mehr Probleme für eine regierende Gewalt als eine homogene, von einer einzelnen Religion beeinflussten Masse.

Ich persönlich würde mir schon ein christliches Leitbild in unserer
Gesellschaft wünschen. Das sollte sich aber an der Bibel und nicht an Kirchenfürsten ableiten.

Das ist aber nicht möglich! Denn das Christentum hat rein gar nichts mit der Bibel zu tun! Das Christentum ist eine rein römische Erfindung des 4. Jahrhunderts. Die Bibel dagegen ist eine Schriftsammlung, die von einer kleinen Gruppe judäischer Priester in Babylon zusammengestellt wurde, mit dem einzigen Zweck das VOLK JUDA zu regieren und zu einer aufstrebenden Macht zu formen.

Wenn man ein "christliches Leitbild" haben möchte, müsste man sich an die römische Kirche halten.

Aber warum wünschst du dir so etwas? Offensichtlich kennst du das Christentum nicht. Es ist nämlich nichts weiter als eine politische Konstruktion, mit der Rom zu erneuter/größerer Macht geführt werden sollte. Du findest darin Regeln (meist unnatürlicher Art) die aus verschiedenen Völkern und Religionen zusammengesetzt und in die biblischen Geschichten hineininterpretiert wurden.

Religion hat immer nur ein Ziel: POLITISCHE MACHT! Und das nach dem Konzept: Eine elitäre Gruppe lebt auf Kosten der Mehrheit.

Kommentar von Einmischer ,

Die Verwendung des Begriffes "christlich" ist der Versuch eine Glaubenshaltung anhand dessen was die Bibel für Heiden und Christusnachfolger vorgibt, zu bennen.  Ich habe durchaus auf den Widerspruch Kirche und dem was die Bibel sagt hingewiesen. Einfach noch mal meine Antwort lesen. Christus wollte keine neue Religion. 

Das Wort Christen ist übrigens KEINE Erfindung des 4. Jahrhunderts, sondern wird bereits in der Apostelgeschichte verwendet (Apg 11,26).


Antwort
von Giustolisi, 16

Der Gottglaube ist Privatsache und sollte im öffentlichen Leben gar keine Rolle spielen. Das gesellschaftliche Leben geht alle etwas an, daher sind auch die Interessen aller zu berücksichtigen.

Die Christen haben es in Deutschland geschafft, sich in einigen Punkten bei der Gesetzgebung durchzusetzen. Beispiel ist das Tanzverbot an christlichen Feiertagen, das Verbot der aktiven Sterbehilfe, die fast vollständige Verhinderung der Forschung an Embryonen, der Religionsunterricht an Schulen, Regeln zur Bestattung, Zulässigkeit von unnötigem Glockengebimmel, oder Reglementierungen zur Adoption von Kindern oder Eheschließung.

In all diesen Bereichen werden nicht religiöse Menschen teils erheblich eingeschränkt, nur weil es eine große Lobby für antike Mythen gibt. 
Einschränkung von Rechten, Verhinderung von Fortschritt und Leid werden so verursacht.

Das ist nur eine Religion, es gibt ja noch mehr. Wie würde es wohl aussehen, wenn wir deren regeln und Vorstellungen auch umsetzen?
Ich will es mir gar nicht ausmalen.

Die Gesellschaft sollte sich nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner richten und da steht ganz vorne, was man belegen kann, weiter hinten der gesellschaftliche Konsens und zwar der aller Menschen, nicht nur der religiösen. Ich sehe keinen Grund dafür, irgendeiner Religion Sonderrechte zu gewähren oder Entscheidungen die alle betreffen aufgrund antiker Mythen zu treffen. 

So schränkt das Tanzverbot die Freiheit nicht religiöser Menschen ein und bringt religiösen menschen keinen Vorteil.

Das verbot der aktiven Sterbehilfe (die ja niemand in Anspruch nehmen müsste) verursacht massenhaft Leid.

Die Forschung an Embryonen könnte viel Gutes bringen und diesem Land zu einer Vorreiterstellung in der Biotechnologie verhelfen. Das wird nicht passieren, weil ein paar religiöse Menschen einen Zellhaufen ohne Nervensystem, der kein Leid empfinden kann, für besonders schützenswert halten.

Bildungseinrichtungen werden zur Indoktrinierung von Kindern missbraucht, obwohl man mit den Schulstunden viel Nützlicheres anfangen könnte.

Es wird verhindert, dass Menschen ihre sterblichen Überreste auf die billigste Art entsorgen lassen, was einen Haufen Geld kostet.

Nerviges Gebimmel tönt überall und reißt Leute aus dem Schlaf.

Homosexuellen Paaren werden immer noch nicht die gleichen Rechte zugestanden wie heterosexuellen Paaren.

Wo sich die Religion einmischt, bringt sie also nichts Gutes. Ihr Einfluss war und ist schädlich, sie sollte also keine Rolle bei der Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens spielen.

Kommentar von danhof ,

Ich wäre bereit, über das Tanzverbot und die aktive Sterbehilfe sowie Bestattungsriten zu verhandeln. Das soll wirklich jeder selbst entscheiden dürfen.

In der Schule hat man ja bereits die Wahl zwischen Religion (die meines Wissens auch andere Religionen behandelt) und Ethik. Und Indoktrinierung würde ich es nicht gerade nennen, geht es doch um die Vermittlung anderer Weltbilder. Das kann nur eine Bereicherung für das Denken sein, solange niemand gezwungen wird, zu konvertieren.

Die Glocken können ja nun wirklich niemanden stören. Da fallen frisierte Motorräder und Autos mit kaputtem Auspuff (was wohl sportlich anmuten soll) sehr viel negativer auf.

Embryonenforschung finde ich schrecklich, genauso wie Abtreibung. Neueste Forderungen gehen ja sogar in Richtung Abtreibung bereits geborener Kinder. Da könnte ich kotzen. Man kann auf andere Weise Fortschritt erzielen, als mit lebenden Embryonen zu frickeln.

Finanzielle Gleichstellung homosexueller Paare lehne ich ebenso ab. Aber vielleicht könnte man hier derart reformieren, dass Paare mit Kindern grundsätzlich gefördert werden. Also die Ehe an sich nicht mehr, aber die Ehe mit Kindern - ob homo oder hetero. Denn eigentlich sollte es ja darum gehen. Ein Paar ohne Kinder ist für den Fortbestand der Bevölkerung unnütz, um es mal drastisch auszudrücken.

Alles in allem kann man feststellen, dass der Einfluss des Glaubens hierzulande eigentlich (im großen und ganzen) nur zu Gutem führt.

Kommentar von Giustolisi ,

Embryonenforschung finde ich schrecklich, genauso wie Abtreibung. 
Man muss immer die Größenordnung betrachten. Geht es um ein leidensfähiges Wesen, finde ich es auch schlimm. Geht es um einen nicht leidensfähigen Zellhaufen, der nicht einmal ein Nervensystem hat, sehe ich darin gar kein Problem. Irgendwo dazwischen haben wir auch eine Grauzone. Um die sollten wir uns kümmern, nicht un die beiden Extreme.

Finanzielle Gleichstellung homosexueller Paare lehne ich ebenso ab.

Ich befürworte sie, denn Homosexuelle können nichts dafür, dass sie homosexuell sind, das haben sie sich nicht ausgesucht. Für sie kommt eine heterosexuelle Ehe nicht in Frage. Ich bin dagegen, dass man sie dafür mit nachteilen bestrafen sollte.

Alles in allem kann man feststellen, dass der Einfluss des Glaubens hierzulande eigentlich (im großen und ganzen) nur zu Gutem führt.

Tut er nicht, wie ich aufgezeigt habe, es sei denn man findet Leid, Verhinderung von Fortschritt und unnötige Einschränkung von Rechten gut.
Religionen zeigen weltweit ihren schädlichen Einfluss durch veraltete Vorstellungen einflussreicher Leute. 

Antwort
von anniegirl80, 15

Diese Frage erscheint mir sehr allgemein gestellt und ich weiß nicht ob ich sie "zufriedenstellend" beanworten kann. Sie klingt auch etwas nach Hausaufgabe, kann das sein?

Jedenfalls, mein "Gottesglaube" (ich bin Christ) wirkt sich zuerst einmal nicht auf die Gesellschaft aus, denn das ist eine persönliche Beziehung.

Was sich jedoch (indirekt) auf die Gesellschaft auswirkt, ist das was sich daraus ergibt: Meine Art zu denken, zu handeln, zu leben. Mein Menschenbild. Wofür und wogegen ich mich engagiere und wie ich mit anderen Menschen umgehe. Und auch wenn ich nur ein kleines Rädchen im Getriebe bin, ein Mensch unter vielen, so hat auf diese Art mein "Gottesglaube" Einfluss auf die Gesellschaft und verändert diese!

Antwort
von Eselspur, 24

Die Bedeutung, die die Mitglieder der entsprechenden Gesellschaft dem Gottesglauben geben!

Es ist absurd, wenn hier gefordert wird "gar keinen". Denn natürlich haben religiöse Menschen das gute Recht, ihren Glauben in das gesellschaftliche Leben einzubringen.

Genauso absurd wäre es, wenn gefordert hier, der Gottesglaube soll alles in der Gesellschaft bestimmen. Natürlich haben Atheisten und Menschen, denen der Glaube nicht wichtig ist, das Recht, ihre Ansichten in das gesellschaftliche Leben einzubringen.

Also das Maß der Bedeutung von Religion wird sich immer nach dem gelebten Glauben ändern.

Antwort
von Viktor1, 21
Welche Bedeutung sollte der Gottesglaube......

Mal wieder so eine blöde Frage wie sie Reli-Pauker ihren Schülern aufdrücken.
Hier wird vorgegeben, daß Gottesglaube gesellschaftliches Leben gestaltet.
Wie geht das ? Wo ist dies präsent  ?
Dann wird vorgegeben, daß er dabei eine Bedeutung haben sollte - mehr oder weniger.
Ich kann da nichts erkennen und schon garnichts, was diese Frage rechtfertigt. Sie ist einfach "konstruiert".
Richtig ist, daß "gläubige" Menschen auch mit dem, wie sie sich in die Gesellschaft einbringen, durch ihre Religion geprägt sind..
Das hat mit Gottesglauben an sich nichts zu tun.
Christen z.Bsp., welche für ihr Handeln die Botschaft Jesu beherzigen, brauchen dabei keinen  Gottesglauben extra bemühen.
Wird er eingebracht, hat dies nicht den geringsten Einfluß auf irgendwelches gesellschaftliches Leben.
Ich möchte dir zugute halten, daß du die Formulierung deiner Frage nicht richtig durchdacht hast - vielleicht !

Antwort
von YassineB87, 8

egal wie schlecht Religionen gemacht werden . Sie sind essentiell...

Wenn man sich vorstellt, dass die menschen sich an die 10 Gebote, die Regeln im Koran oder andere Schriften halten würden, wäre die welt und das Leben in der Gesellschaft deutlich besser! im Christlichen Sinne das Mitgefühl und Nächstenliebe können im täglichen leben und Lebensgefühl viel gutes ausmachen. Ebenso die vielen Regeln im Islam würden einen zu einem besseren menschen machen.

Antwort
von Hamburger02, 9

Am besten gar keinen. Die Erfahrung lehrt, dass wenn Gottesglauben das gesellschaftliche Leben bestimmt, dass dies regelmäßig zu Gewalt und Kriegen führt. Das konnten wir hierzulande bis in die Neuzeit feststellen (Kreuzzüge, 30-jähriger Krieg etc.) und wir erleben es heute mit dem Islam.

Religion und Glauben sollten daher Privatsache bleiben und sich aus der Öffentlichkeit bzw. Politik heraushalten.

Antwort
von wildcarts2, 7

Ganz einfach: GAR KEINE BEDEUTUNG!

Warum sollten ERFUNDENE Wesen in unserem Leben eine Rolle spielen? Warum sollte heute noch eine Gesellschaft von Gottglauben beeinflusst werden, wo doch ausreichend erwiesen ist, dass alle Götter nur Erfindungen von Menschen sind?

Betrachte jede Gottheit die du willst: Du wirst immer auf eine Gruppe Menschen stoßen, die ihn erfunden haben.

Beispiel Judentum: Der Judengott, den man in der Bibel findet, ist eine Zusammensetzung mehrerer Baale (Wettergötter) Kanaans, ergänzt durch ägyptische Religion. Die Autoren der Bibel waren Judäer. Dieses kleine unebdeutende Volk entstand aus einem Nomadenstamm in Kanaan, welches unter ägyptischer Herrschaft stand. Im Laufe von ca. 800 Jahren entwickelten sie die biblischen Schriften. Erst unter babylonischem Exil im 6. Jahrhundert entstand der monotheistische Gott. Zuvor waren die Judäer Polytheisten. Sie verehrten zwar selbst nur einen einzelnen Gott, verneinten aber nicht die Existenz anderer Götter. In Babylon setzten sie die Schriften zusammen, welche uns heute als Bibel bekannt ist. Sie vereinten damit alte kanaanäische, ägyptische und judäische Legenden, Mythen und Geschichten zu einer komplexen Geschichte. Außerdem fügten sie babylonisch-sumerische Geschichten und einige weitere Elemente hinzu. U.a. suggerierten sie, Juda sei mit Israel verwandt gewesen. Auf diese Weise wollten sie das Land der Israeliten erschleichen. Tatsächlich hatten sie nie was mit den Israeliten zu tun. Israel war ein Stadtstaatenbündnis in Kanaan und wurde 722 v.u.z. VOLLSTÄNDIG von Assyrien vernichtet. Es gab zwar Überlebende, aber diese wurden als Sklaven in andere Teile des Assyr. Reiches deportiert.

Die Erfindung des monotheistischen Judengottes hatte nur ein einziges Ziel: Dem Volk Juda eine neue Hoffnung zu geben und gemeinsam aus Babylon nach Israel zu ziehen, um dort eine eigene, neue Kultur zu erschaffen.

Die Römer formten dann aus diesem Gott 325 u.Z. den Christengott, indem sie die Trinität erfanden. Dies war ein neuer Gott und de facto nicht der Gott der Bibel. Auch hier ist eindeutig von einer menschlichen Erfindung zu sprechen.

Tatsächlich schadet Gottglaube nur! Schließlich ist Glaube das Gegenteil von Wissen. Etwas was ich glaube, kann ich nicht beweisen, denn sobald ich das könnte, wäre es Wissen. Glaube ist die ERWARTUNG, dass Erhoffte Dinge wahr werden können oder bereits wahr sind, ohne dass es Belege dafür gibt. Glaube existiert nur in den Köpfen der Menschen und ist individuell.

Schon aus diesem Grund ist es gar nicht möglich auf Glauben etwas aufzubauen, was einer ganzen Gesellschaft dienlich sein könnte!

Religiöser Glaube dagegen ist ein politisches Konzept. Es beinhaltet klare Anweisungen und Verhaltensregeln sowie detaillierte Darstellungen der Gottheit(en). Ziel eines religiösen Glaubens ist es, eine Gruppe bzw. ein Volk in eine einheitliche moralische Denkweise zu steuern, um es der regierenden Gewalt einfacher zu machen. Die Menschen sollen damit zu einer homogenen Masse werden, die die Regierungsgewalt nicht anzweifelt oder hintergeht.

Religöser Glaube erzeugt Angst und Intoleranz. Er soll ein Gemeinschaftsbewusstsein schaffen, womit Feindbilder erzeugt oder gestärkt werden können.

Religion als solches ist ein politisches Konzept, mehr nicht. Die Inhalte sind völlig irrelevant und zu 90% frei erfunden. Sie dienen lediglich als Träger von Regeln.

Daher meine Gegenfrage: Warum gibt es heute noch Menschen, die Glauben haben und sich mehr Glauben in der Gesellschaft wünschen, wo dich klar erwiesen ist, dass Glaube dem Menschen nur schadet?

Antwort
von lalala321q, 18

die selbe Bedeutung wie vor 150 Jahren, 300 oder 1000 Jahren. Also sollte. Der Gottesglaube  sollte immer die gleiche Bedeutung für die Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens haben, natürlich ist jede Zeit verschieden und somit variiert das dann doch schon noch, im realen Leben.  Aber vom sollte her immer gleich. Wobei, die Gesellschaft durchläuft auch einen über Jahrhunderte und Jahrtausende gehenden Entwicklungsprozesse.

Antwort
von vonGizycki, 17

Grüß Dich Groasiche!

Da muss man zuerst fragen, was Du unter Gott verstehst. Wenn es ein Gott ist, der personal gedacht ist, dann sollte man sich davon verabschieden. Es kann nicht sein, das eine "gottgefällige" Politik gemacht wird. Das geht zu weit!

Wenn unter Gott etwas verstanden wird, was apersonal also als ein ES verstanden wird, dann sieht das anders aus.

Deshalb muss an dieser Stelle der berühmte und längst verstorbene Psychoanalytiker Erich Fromm zitiert werden. Dazu muss vorweg gesagt werden, das eine Gesellschaft aus lauter Individuen besteht. Deren Gesamtbefindlichkeit besteht aus der Summe der Befindlichkeiten der Individuen.

Erich
Fromm.


Auszug
aus „Psychoanalyse und Religion“.

Seite
39.


"Gemäß autoritärer Religion ist Gott das Symbol von Macht und Stärke, er ist über alles erhaben, weil er die überlegene Macht besitzt, und
der Mensch ist im Gegensatz dazu vollkommen ohnmächtig."

***

Gäbe es eine Politik, die ausschließlich auf solch einen Gott ausgerichtet ist, dann würden sich die Politiker zum Vollstrecker dieses Gottes machen. Wohin das führt, ist im unaufgeklärten Islam (Beispiel arabische Länder), im orthodoxen Judentum (Beispiel Israel) und im orthodoxen Christentum (Beispiel Russland) zu beobachten.

***

Weiter mit Erich Fromm:

Humanistische Religion hingegen bewegt sich um den Menschen und seine Stärke. Der Mensch muss seine Kraft der Vernunft entwickeln, um sich selbst,
seine Beziehung zum Mitmenschen und seine Stellung im Universum zu
verstehen. Er muss die Wahrheit erkennen, sowohl hinsichtlich seiner
Grenzen, als auch seiner Möglichkeiten. Er muss seine Kräfte der Liebe für andere, aber auch für sich selbst, zum Wachsen bringen und muss die Solidarität mit allen lebenden Wesen erfahren. Er braucht Prinzipien und Normen, die ihn zu diesem Ziele führen."

"Religiöse Erfahrung bei dieser Art von Religion heißt Erfahrung des Einsseins mit dem All, gegründet auf der Bezogenheit zur Welt, wie sie jemand in Denken und Liebe erfasst. Das Ziel des Menschen in einer humanistischen Religion besteht darin, seine größte Stärke, nicht seine äußerste Ohnmacht zu erreichen; Selbstverwirklichung ist Tugend, nicht Gehorsam."

***

Logischerweise muss das enorme Auswirkungen auf die Gesellschaft haben.

***

Wieder Erich Fromm:

"Glaube bedeutet Sicherheit der Überzeugung, die auf jemandes Erfahrung im Denken und Fühlen aufbaut, nicht aber die Annahme von Lehrsätzen, aufgrund der Achtung vor dem, der sie vorgibt. Die vorwiegende Stimmung ist Freude, während sie in autoritären Religionen in Leid und Schuld besteht."



Hier ist sehr schön herausgearbeitet, wie unterschiedliche religiöse Vorstellungen den Menschen richtungsweisend prägen können. Alle Religionen, die Gott als Person ansehen kann man als autoritär begreifen. In einer humanistischen Religion kommt das nicht vor.

Nun muss man aber sagen, das die augenblickliche religiöse Situation in Europa so ist, das humanistische religiöse Auffassungen vom Christentum okkupiert  sind (Säkularisation) und als christlich ausgegeben werden, was so aber nicht stimmt. Der Humanismus ist keine Erfindung des Christentums.

Anderseits gibt es aber immer noch in den christlichen Parteien diese autoritären Züge, besonders in der CSU, die ja katholisch geprägt ist und von dieser Kirche moralisch unterstützt wird.

Wenn wir eine Gesellschaft hätten, die ausschließlich religiös humanistische Züge hat, also das Christentum keine Rolle mehr spielte, dann sähe auch die Politik anders aus. Klar, weil ja die meisten Mitglieder der Gesellschaft (Individuen) die Wesenszüge aufwiese, von denen Erich Fromm schreibt. Aber bis das soweit ist, wird es wohl noch ein langer Weg werden.

Herzlichen Gruß
Rüdiger

Kommentar von vonGizycki ,

Zusatz:

Erich Fromm:

"Während Gott in einer humanistischen Religion das Bild des höheren Selbst des Menschen ist, ein Symbol dessen, was der Mensch potentiell ist oder werden sollte, wird er in einer autoritären Religion (Judentum, Christentum, Islam) zum einzigen Besitzer dessen, was ursprünglich dem Menschen gehörte: seiner Vernunft und seiner Liebe. Je vollkommener Gott wird, desto unvollkommener wird der Mensch. Er projiziert das Beste was er hat auf Gott und schwächt sich auf diese Weise selbst. Nun mehr ist alle Liebe, alle Weisheit, alle Gerechtigkeit bei Gott und der Mensch ist dieser Eigenschaften beraubt, ist leer und arm."

Damit will ich es belassen. Was das für Folgen hat, das kann man in seinem Buch Psychoanalyse und Religion sehr schön nachlesen.

Antwort
von Andrastor, 38

Gar keine.

Der Glaube, wie er auch immer geartet sein mag, sollte absolute Privatsache sein und aus der Öffentlichkeit sowie der Gesellschaft unbedingt herausgehalten werden!

Kommentar von lalala321q ,

also wenn ich so, in meiner Freizeit unter Menschen unterwegs bin, bin ich im privaten Leben und da bin ich einfach ich selbst auch mit meinem Glauben bzw. Wissen. Ich weiß nicht wie das bei dir ist ob du ständig unprivat mit deinem NIchtglauben oder Glauben unterwegs bist.

Kommentar von Andrastor ,

also wenn ich so, in meiner Freizeit unter Menschen unterwegs bin, bin ich im privaten Leben

Ach? Bist du das also?

Bist du dann auch so legere unterwegs wie zu Hause? Lümmelst du in Unterwäsche, Pyjamas, oder gar nackt in der Öffentlichkeit herum?

Hörst du so laut Musik wie es dir gefällt, ohne dass du dich um den Musikgeschmack deiner Umwelt kümmerst? (nicht mit Kopfhörern, wohlgemerkt)

Hast du die absolut identischen Tischmanieren in der Öffentlichkeit wie zu Hause?

Du meinst zwar dich in der Öffentlichkeit identisch zu verhalten wie im Privatleben, wenn du jedoch ehrlich bist und darüber nachdenkst, wirst du feststellen dass das nicht der Fall ist.

Öffentlichkeit und Privatsphäre sind zwei völlig verschiedene Bereiche. Und es gibt Dinge, die ausschließlich der Privatsphäre oder speziell dafür eingerichteten Orten vorbehalten sind.

Der Glaube sollte dazugehören! Was jedoch leider noch nicht der Fall ist, was zu unangenehmen Spannungen führt, wie wir immer wieder erleben müssen.

Kommentar von danhof ,

DU würdest vermutlich schon ein Kreuz an einer Halskette verbieten und mindestens mit einer Geldbuße belegen, oder wie stellst Du dir diese Trennung praktisch vor? Bzw. die Einhaltung derselben?

Das KANN ja nur totalitäre oder gar faschistische Strukturen bedingen, oder?

Kommentar von Andrastor ,

DU würdest vermutlich schon ein Kreuz an einer Halskette verbieten und mindestens mit einer Geldbuße belegen

Solange dieses Kreuz offen sichtbar ist, ja, genau so hab ich mir das vorgestellt.

Das KANN ja nur totalitäre oder gar faschistische Strukturen bedingen, oder?

Nein, ganz im Gegenteil.

Während die momentane Rechtslage totalitäre und faschistische Strukturen fördert, was man in den unzähligen Debatten über Religion in der Öffentlichkeit bemerkt, wie z.B. Kreuze in Kindergärten, Kopftuch und Burka in öffentlichen Diensten, im Beruf, islamische Radikalisierung in Kindergärten, "Intoleranz" gegenüber Religionen etc.etc.

würde mein System alle Religionen gleich behandeln indem es sie aus dem öffentlichen Raum verbannt. Keine Streite mehr untereinander, keine "Uniformen" mehr für Anhänger verschiedener Religionen. Kein sofortiges optisches Erkennen mehr von Anhängern verschiedener Religionen.

Auf einmal wäre die Bevölkerung nicht mehr Christen, Juden, Moslems, Buddhisten, sondern einfach nur mehr Menschen.

Was ist daran faschistisch wenn jeder seine Religion zu Hause ausleben darf wie er/sie will, sie jedoch in der Öffentlichkeit nicht zeigen darf?

Ist das Gesetz zu Erregung öffentlichen Ärgernisses faschistisch? Warum sollte es also faschistisch sein Religionen in dieses Gesetz zu inkludieren?

Antwort
von nowka20, 4

gar keine, denn der ist PRVATSACHE

Antwort
von LordofDarkness, 15

Der Glaube sollte absolute Privatsache sein, die außerhalb der eigenen vier Wände, bzw. des jeweiligen Gotteshauses, nichts zu suchen hat. Keine christlichen Kreuze in den Schulen, keine muslimischen Gebetsräume am Arbeitsplatz.

Der Staat sollte auch nicht das Recht haben, im Auftrag irgendeiner Glaubensgemeinschaft Geld von den Bürgern einzuziehen. Hier würde ich persönlich eine Grundgesetzänderung bevorzugen, die das Verhältnis des Staates zur Religion neu regelt.

Frankreich hat es schließlich auch geschafft. Nur bei uns müssen alle möglichen Gläubigen wieder einen "Sonderstatus" haben, wegen der deutschen Geschichte und so. Echt traurig, aber wiedermal typisch deutsch.

Kommentar von lalala321q ,

also wenn ich so, in meiner Freizeit unter Menschen unterwegs bin, bin ich im privaten Leben und da bin ich einfach ich selbst auch mit meinem Glauben bzw. Wissen. Ich weiß nicht wie das bei dir ist ob du ständig unprivat mit deinem NIchtglauben oder Glauben unterwegs bist.

Antwort
von danhof, 3

Das ist eine sehr polarisierende Frage. Eine kurze Antwort:

Atheisten werden sagen: Gar keine

Christen werden sagen: Alle

Antwort
von 1988Ritter, 26

Ja den der schon seit über zweitausend Jahren maßgeblich ist.

Einhaltung der 10 Gebote.

Beachtung der Bergpredigt.

Liebe und Vergebung.

Kommentar von Machete1338 ,

Oh, die 10 Gebote also.

Du hast also noch nie an einem Sonntag in einem Restaurant was gegessen oder ein Kino besucht oder beim Bäcker Brötchen geholt? Interessant..

Kommentar von 1988Ritter ,

Tja.....so isses halt.

Kommentar von vonGizycki ,

Du meine Güte.

Antwort
von derMannohnePlan, 5

Überhaupt keine!

Antwort
von Ankido, 15

Keine Bedeutung hat der Glaube in der westlichen Welt. Doch die Religion spielt, könnte man sagen, die Hauptrolle im Osten. In den muslimischen länder z.B., Islam ist fast alles. Und da geht die Katastrophe vor.

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